
Wie „Stealth“ sind Tarnkappen-Jets der USA noch gegenüber chinesischem Radar und russischer S-400 Luftabwehr im Iran?
Im bevorstehenden Krieg gegen den Iran werden US-Kampfflugzeuge der 5. Generation vom Typ F-35 und F-22 auf chinesisches Radar gekoppelt mit russisch-iranischen Abfangraketen treffen. Berichten zufolge sind sie nicht mehr unsichtbar. Dazu hat China ein neues integriertes Daten- und Kommandosystem, gestützt auf Beidou, aufgebaut.
In den vergangenen Tagen und Wochen haben die USA Hunderte Flugzeuge mit Hilfe europäischer Staaten auf Flugplätze in arabischen Staaten, auf Zypern und Kreta verlegt. Dazu kam ein Strom von Frachtern mit Munition und weiterem Kriegsmaterial. Eine Flugzeugträgerkampfgruppe mit weiteren F-35 und Marschflugkörpern steht außerhalb der Raketenreichweite des Iran im Indischen Ozean für Angriffe bereit. Ein zweiter Träger, die Gerald Ford, ist auf dem Weg ins Mittelmeer und könnte in der Nähe von Zypern stationiert werden.
Der Iran erhielt nach dem 12-Tageskrieg im Juni 2025 seinerseits im Rahmen der Kooperationsverträge von China und Russland Militärhilfe. Was genau da gebracht wurde, ist allerdings nicht so offensichtlich. Berichten zufolge – siehe unten das Gespräch von Judge Andrew Naüpolitano mit dem früheren britischen Diplomaten Alastair Crooke – baute China ein komplett neues Datenökosystem auf.
Unsichtbares Datenökosystem aus China
Seit Juni hat China ein umfassendes, „unsichtbares“ Datenökosystem an den Iran übertragen. Der Iran hat vollständig vom amerikanischen GPS und dem russischen GLONASS auf das chinesische Satellitennavigationssystem Beidou umgestellt.
China lieferte das Langstrecken-Überwachungsradar YLC-8B, das Stealth-Kampfflugzeuge in einer Entfernung von bis zu 700 km erkennen kann, indem es mit sehr niedrigen Frequenzen arbeitet und Formänderungen erfasst. Der Iran erhielt Zugang zu Chinas militärischer verschlüsselter Beidou-Datenverbindung, die mit dem Radar verbunden ist, präzise Zielerfassung inklusive. Chinesische Satelliten über dem Land liefern in Verbindung mit dem Beidou-System eine Zielgenauigkeit von bis zu 1 Meter.
Die neue robuste Infrastruktur soll bereits fertig und in Betrieb sein. China hat Bodenempfangsstationen und Relaisstationen installiert, wodurch diese Datenverbindung äußerst störungsresistent ist. Dazu kommt ein Aufklärungsschiff vor der Küste des Persischen Golfs, das wie ein AWACS-Flugzeug funktioniert und mit Radargeräten und Strukturen ausgestattet ist, um Nachrichten abzufangen, direkte Satellitenverbindungen herzustellen und sogar Unterwasserbilder von U-Booten zu erstellen.
China veröffentlichte Satellitenbilder von amerikanischen THAAD-Raketenstellungen und Flugzeugen in Al Udeid als „Teaser”, um seine Echtzeit-Informationsbeschaffung zu demonstrieren.
Das integrierte Netzwerk versorgt die militärischen Kommandeure mit einem vollständigen Echtzeit-Livebild und Zieldetails für Raketen und Abfangsysteme, wodurch die Probleme des Iran mit Störsignalen und GPS-Spoofing „beseitigt” werden. Es warnt den Iran rechtzeitig (Reichweite 700 km) vor anfliegenden Stealth-Flugzeugen wie der F-35.
Dieser technologische Vorteil wird als Grund für die „harte Linie” des Iran in den Verhandlungen angesehen, in denen er sich weigert, über sein Raketenprogramm oder Verbindungen zu Gruppen wie der Hamas und der Hisbollah auch nur zu sprechen.
Raketenabwehr
Der Iran verfügt über einige Eigenentwicklungen. Im April 2025 wurde berichtet, dass Irans leistungsfähigstes einheimisches Luftabwehrsystem mit großer Reichweite, Bavar 373, durch die Integration der neuen Sayyad 4B-Rakete auf eine Reichweite von 300 Kilometern ausgeweitet wurde. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass das weit verbreitete System zur Abwehr der Angriffe im Juni vorigen Jahres eingesetzt wurde, möglicherweise auch zum Abfangen ankommender israelischer Raketen.
Kernstück der Luftabwehr sind aber die russischen System S-300 und S-400. Beide wurden berichten zufolge voll in das chinesische Daten- und Kommandoökosystem integriert.
Schon 2024 waren die Abfangraketen des S-400 mit einer Reichweite von 400 Kilometern und einer Geschwindigkeit von Mach 14 (4,7 km/s) ausgestattet. Es könnte gut sein, dass die Reichweite mittlerweile ausgeweitet wurde um gegnerische Flugzeuge außerhalb ihrer effektiv wirksamen Angriffsdistanz abfangen zu können. Die Raketen der S-400 können jedenfalls Flugkörper bis Mach 8 erfolgreich bekämpfen, über die aber ohnehin weder USA noch Israel verfügen. In der Ukraine werden damit selbst die Abfangraketen des Patriot Luftabwehr abgeschossen, die aber mit Mach 3,5 bis maximal Mach 5 relativ langsam sind.
Neue Radartechnologie
China hat im Mai 2025 bei der Radar Expo einige neue Geräte und Technologien vorgestellt. Die semi-offizöse Global Times berichtete im Mai 2025:
„Ein Highlight der Veranstaltung ist das hochmobile Meterwellen-Luftüberwachungsradar JY-27V. Dieses Anti-Stealth-Radar der nächsten Generation mit Meterwellen umfasst drei fortschrittliche Technologien: ein Niederfrequenzband, eine Hochleistungsapertur und ausgefeilte intelligente Algorithmen. Diese Funktionen ermöglichen eine präzise Erkennung von Stealth-Zielen, sodass diese sich nirgendwo verstecken können …
Ein weiteres fortschrittliches Anti-Stealth-Radar, das auf der Messe vorgestellt wird, ist das YLC-8E, ein dreikoordinatiges Luftüberwachungsradar, das im UHF-Band arbeitet. Seine Antennen sind in einem einzigen Fahrzeug integriert. Ausgestattet mit hochpräzisen Sensoren kann das Antennensystem laut CETC automatisch aus- und eingefahren werden. …. das YLC-8E eine frühzeitige Warnung und Erkennung von Stealth-Flugzeugen über große Entfernungen ermöglicht. Dies wird durch ein vollständig digitales Phased-Array-System mit 2D-Phased-Scanning und direktionalem mechanischem Scanning, großen Phased-Array-Antennen und leistungsstarken, hocheffizienten digitalen T/R-Einheiten erreicht. Das System bietet mehrere Vorteile, darunter eine verbesserte Anti-Stealth-Fähigkeit, Mobilität, Anti-Jamming-Leistung …“
Das Aero News Journal berichtete im Oktober 2025, dass China mit der Massenproduktion eine „Qanten-Radars“ begonnen habe:
„Diese Entwicklung … nutzt Quantenverschränkung und photonbasierte Detektion, um die radarabsorbierenden Stealth-Beschichtungen zu durchdringen, die Kampfflugzeuge der fünften Generation seit langem vor herkömmlichen Radarsystemen schützen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Radarsystemen, die auf Radiowellen basieren, die durch Stealth-Designs leicht abgelenkt werden können, nutzt das Quantenradar verschränkte Photonen, um subtile Störungen in Quantenzuständen zu erkennen, wodurch Flugzeuge wie die F-22 und F-35 in Entfernungen von mehr als 100 Kilometern potenziell angreifbar werden. ….
Die zentrale Innovation des chinesischen Quantenradardetektors liegt in der Verwendung von Quantenbeleuchtung, bei der Paare von verschränkten Photonen auf potenzielle Ziele übertragen werden. Jede Interaktion mit Stealth-Materialien stört die Verschränkung, sodass die Empfänger die Signatur des Ziels mit beispielloser Präzision rekonstruieren können. … Berichten zufolge läuft die Massenproduktion in Einrichtungen in Quanten-Hubs wie Hefei und Shanghai, mit Integration in die Frühwarnnetzwerke der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee. Experten weisen darauf hin, dass Quantenradar zwar seit Jahrzehnten theoretisch bekannt ist, Chinas aggressive Investitionen in Milliardenhöhe in die Quantenforschung über das Nationale Quantenlabor jedoch die praktische Umsetzung beschleunigt haben. Skeptiker argumentieren, dass Herausforderungen wie atmosphärische Störungen und Photonen-Dekohärenz weiterhin bestehen, aber durchgesickerte Testdaten deuten auf Erkennungsraten von über 90 % bei Stealth-Profilen hin, was weit über den Möglichkeiten herkömmlicher Systeme liegt.“
Das Quanten-System hat noch dazu den Vorteil, dass es für die derzeit üblichen Abwehrmittel zur Bekämpfung von Radarstationen , wie die auf dem Träger Abraham Lincoln stationierten sechs EA-18G Growler, komplett unsichtbar wäre, ebenso wie für die bei der US-Luftwaffe eingesetzten Anti-Radar-Raketen HARM.
Ich bin aber skeptisch, ob das System wirklich schon frontreif ist und ob es insbesondere im Iran zum Einsatz kommt.
Egal wer die Oberhand behält – die Leidtragenden sind die Menschen in Westasien.
Und hier noch das Interview, das der früher Richter eine Onerstgerichts in einem US-Bundesstaat, Judge Andrew Napolitano, mit dem früheren britischen Diplomaten Alastair Crooke führte:
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