
Polens Präsident fordert Umstieg auf AKW – LNG geopolitisch zu unsicher
Der olnischee Präsident drängt auf einen aggressiven Umstieg auf Kernenergie und Umgehung von LNG inmitten „geopolitischer Turbulenzen“. Das Ziel des Präsidenten ist es, dass wir keinen übereilten Übergang durch den Ersatz von Kohle durch Gas vollziehen, sondern sofort von Kohle auf Kernenergie umsteigen.
Der polnische Präsident Karol Nawrocki fordert Vorrang für Kernenergie im polnischen Energiemix. Er spricht sich gegen die Umstellung auf Gas auf, wobei sich die Regierung ohnehin auf den Bau des ersten Kernkraftwerks in Lubiatów-Kopalin konzentriert.
Vor seiner Reise nach Davos hatte sich Nawrocki mit Unternehmern getroffen, um über den Beitritt Polens zur G20 zu diskutieren. In seiner Rede stellte er seine Vision für den zukünftigen Energiemix Polens vor. Anfang des Jahres verabschiedete der Sejm (Unterhaus des Parlaments) fast einstimmig ein Gesetz zur Unterstützung des Baus des ersten Kernkraftwerks in Lubiatów-Kopalin, Pommern, mit über 60 Milliarden PLN (14 Milliarden Euro).
Die Verhandlungen über den Vertrag für den Bau des ersten Kernkraftwerks Polens (EPC) sollen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die Vorarbeiten für die Baustelle und die Vorbereitung der dazugehörigen Infrastruktur sind ebenfalls für dieses Jahr geplant. Darüber hinaus wird PEJ im ersten Quartal einen Antrag auf Genehmigung zum Bau einer Kernkraftanlage bei der Nationalen Atomenergiebehörde einreichen, wie der stellvertretende Energieminister Wojciech Wrochna gegenüber Business Insider erklärte.
Experten bestätigen die langfristige Energieeffizienz der Kernenergie im Vergleich zu anderen Energiequellen wie erneuerbaren Energien oder Kohle. Die Energiedichte fossiler Brennstoffe ist eine Million Mal dichter als die der Schwerkraft, die die Energieform ist, mit der alle Formen von Wasserkraft genutzt wird. Aber fossile Brennstoffe haben um eine Million Mal geringere Energiedichte als Kernbrennstoffe. Die Energiedichte von Windkraft schneidet übrigens am allerschlechtesten ab, sie nochmal um fast eine Million geringer als die von Wasserkraft.
Marcin Izdebski, Experte am Zentrum für Entwicklungsstrategien, erklärte gegenüber dem Portal: „Anlagen für erneuerbare Energien haben eine Betriebsdauer von 15 bis 25 Jahren. Kernkraft hat eine viel längere Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren. Darüber hinaus muss Kernkraft im Gegensatz zu erneuerbaren Energien nicht ausgeglichen werden, was ihre Wirtschaftlichkeit erhöht. Es ist am sinnvollsten, Kernkraftwerke dort zu bauen, wo derzeit Kohlekraftwerke in Betrieb sind. Andernfalls droht diesen Standorten der wirtschaftliche Zusammenbruch.“
„Die Regierung verfolgt einen sehr rationalen und pragmatischen Ansatz in der Energiepolitik. Wir vertreten keineswegs eine ideologische Haltung gegenüber einer bestimmten Energiequelle – weder gegenüber Kohle, „erneuerbaren“ Energien noch Kernkraft. Wir verfolgen eine Politik, die auf drei Ziele ausgerichtet ist: Energiesicherheit, Reduzierung der CO2-Emissionen und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Wir betrachten den zukünftigen Energiemix Polens ausschließlich durch das Prisma dieser drei Themen“, erklärte Wrochna.
Der Bau des ersten Reaktors des Kernkraftwerks Lubiatowo-Kopalino soll 2028 beginnen, während die Anlage 2036 in Betrieb gehen soll.
Eine Quelle aus dem Umfeld von Präsident Nawrocki teilte Business Insider außerdem mit, dass er hofft, ganz auf Erdgas verzichten zu können. „Das Ziel des Präsidenten ist es, dass wir keinen übereilten Übergang von Kohle zu Gas vollziehen, sondern sofort von Kohle auf Kernenergie umsteigen. Für das Staatsoberhaupt ist Stabilität von größter Bedeutung, da es sich nicht nur um eine wirtschaftliche Frage handelt, sondern auch um einen Bestandteil der nationalen Sicherheit.“
Wojciech Dąbrowski, ehemaliger Präsident der polnischen Energiegruppe unter der PiS, wies auf die Risiken der Abhängigkeit von Gas hin. „Einige setzen auf Gas, aber es ist ein Brennstoff, der sehr anfällig für verschiedene geopolitische Turbulenzen ist. Das darf man nicht vergessen, da wir selbst nicht über ausreichende Gasvorkommen verfügen und etwa 80 Prozent davon importieren müssen. Daher kann Gas nur eine sinnvolle Ergänzung sein.“
Bild von grunzibaer auf Pixabay
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