
Kiwis – Superfood mit New Zealand-Touch
Die Kiwi, eine aus China stammende Beerenfrucht, ist schon längst auch in unseren Obstkörben nicht mehr wegzudenken. Korrekt gereift, schmeckt sie nicht nur köstlich, sondern hat auch eine breite Palette an Gesundheitswirkungen zu bieten.
Die Stachelbeere der Chinesen. Der rankende Kiwistrauch, auch Chinesische Stachelbeere (Actinidia chinensis) genannt, wird in Asien seit über 1000 Jahren kultiviert. Sie kam also aus China, jedoch haben wir ihren Siegeszug den Neuseeländern zu verdanken. Dort eroberte eine neue Kiwi-Art (Actinidia chinensis var. deliciosa) rasch die Gärten und Märkte, weshalb man sie nach dem Wappentier der Inseln, dem flugunfähigen Straußenvogel Kiwi, benannte.
Weltweit ist Neuseeland immer noch der größte Kiwi-Exporteur. Mittlerweile bauen auch die Mittelmeerländer Kiwis an, wodurch sie billiger geworden sind und selbst in unseren (Wein)gärten sind sie nun heimisch, wenn man Platz und Geduld dafür aufbringt.
Fast alle Züchtungen sind zweihäusig, ein Strauch trägt also nur weibliche oder männliche Blüten und für eine Fruchtbildung sind beide nötig. Es gibt zwar selbstfruchtende Auslesen, die aber mit männlichen „Partnern“ größere Früchte tragen.
Frostharte Mini-Kiwis (Arctinidia arguta) ergeben ideales Naschobst für Balkon und Terrasse, sind stachelbeergroß, schmecken auch ähnlich und reifen im September/Oktober, gepflanzt wird im Herbst. Es gibt sie nun sogar als robuste sibirische Sorte, blaue Traubenkiwi mit rotem Fleisch oder Lila Honigbeere „Ken’s Red“.
Weingarten-Kiwis erreichen bei uns meist keine Genussreife, diese entsteht jedoch durch Einlagern nach der Ernte, wo sie im Idealfall wochenlang frisch bleiben. Mini- bzw. Beerenkiwis muss man gleich nach dem Pflücken essen oder verwerten.
In Österreich wurde der „Agrar-Rebell“ und Permakultur-Spezialist Sepp Holzer als einer bekannt, „der Kiwis auf der Alm züchtet“, obwohl sie doch Wärme brauchen und durch Spätfrost gefährdet sind. Aber er präsentierte den Zweiflern dank seines großen Wissens über naturnahe Landwirtschaft, eine reiche Ernte im kalten Salzburger Lungau.
Kiwis in der Küche
Reif ist eine Kiwi, wenn die Schale auf Druck nachgibt, das Fruchtfleisch aber noch fest ist. Unreife harte Kiwis, die man hierzulande öfter verkauft, schmecken sauer und grasig, was zu Recht vom Genuss abhält, denn sie wären sogar schädlich. Solche Früchte lässt man bei Zimmertemperatur zusammen mit Äpfeln nachreifen (im Papiersack), im Kühlschrank brauchen sie länger. Sind sie fast matschig oder riechen gärig, nicht mehr essen!
Ganz wunderbar schmeckt die große gelbfleischige „Gold-Kiwi“ aus Neuseeland. Man schält Kiwis dünn oder schneidet sie quer durch und löffelt sie aus (es gibt sogar gezackte Kiwi-Löffel). Kiwis unbedingt roh genießen, erhitzen bekommt ihnen nicht. Sie enthalten, wie die Ananas, außerdem ein Eiweiß spaltendes Enzym, was Speisen mit Gelatine bitter und auch nicht fest werden lässt. In diesen Fällen Stärke zum Binden nehmen oder die Kiwis erst ganz am Schluss beigeben.
Kiwis plus Milchprodukte werden oft schlecht vertragen, hier also Vorsicht. Kiwi-Likör schmeckt sehr delikat und passt z. B. für Bowle (mit Kiwis, Erdbeeren und Himbeeren).
Umfangreicher Gesundheitsnutzen von Kiwis
Kiwis enthalten mehr Vitamin C als Orangen, B-Vitamine wie Folsäure, Carotin, Vitamin E und K, dazu viel Kalium, neben Calcium, Magnesium, Zink, Eisen und Kupfer; in den Samen auch Alpha-Linolensäure, die Herz und Kreislauf schützt und Entzündungen hemmt.
Die enthaltenen Polyphenole bzw. Flavonoide (pflanzliche Farbstoffe) unterstützen diese Vorteile. Vitamin C und Kupfer sind wichtig zur Kollagenbildung für schöne Haut, Nägel und Muskeln. Ob, wie behauptet, schon eine Kiwi pro Tag den Vitamin C-Bedarf deckt, scheint sehr fraglich, aber in Erkältungszeiten sind sie besonders wertvoll. Die spezielle Wirkung des Vitamins C auf die Haut wurde von TKP schon hier ausgeführt.
Kiwis unterstützen auch Herz und Kreislauf und helfen unserem Darm: Bereits zwei Früchte am Tag genügen, um den Stuhlgang zu fördern und die Dauer der Darmpassage zu verkürzen. Ursache dafür ist die hohe Fähigkeit der Kiwifrucht zur Wasserspeicherung. Kiwis enthalten das proteolytische (die Verdauung modulierende) Enzym Actinidain, welches die Darmrezeptoren stimuliert (leider auch ein Allergen sein kann). Älteren Menschen kann die Kiwi Verdauungsbeschwerden verursachen, sie müssen die verträgliche Menge austesten.
Wissenschaftler aus Taiwan führten jedenfalls Tests an Personen mit und ohne Reizdarm-Syndrom durch. Beide aßen täglich zwei Kiwis und im Ergebnis profitierten hier nicht nur Gesunde, sondern vor allem die Probanden mit Darmbeschwerden deutlich vom Genuss der Früchte. In Teilen Asiens ist man sogar der Ansicht, man solle die Früchte samt der Schale verzehren, denn diese ist essbar (natürlich nur Bio).
Wer schlecht schläft, kann versuchen, jeden Abend eine Stunde vor dem Schlafen zum Stressabbau zwei Kiwis zu essen. Kiwis enthalten so genannte Chinasäure, die im Darm zu Tryptophan umgewandelt wird, aus dem wiederum der „Glücksstoff“ Serotonin entsteht.
Für die Schlankheit sind Kiwis nützlich, denn sie tun der Leber gut, regulieren Cholesterin und verbessern die Durchblutung des Körpers. Das Lutein in Kiwis schützt die Haut sogar gegen zu viel schädliche UV-Strahlung. Nur bei manifesten Nierenleiden sollte auf Obst mit viel Kalium verzichtet werden. In geringen Mengen, aber doch, enthält die Kiwi, wie auch Bananen, so genanntes Spermidin – diese gerade als Anti-Aging-Mittel extrem gehypte Substanz. Ideal wäre in diesem Fall Obstsalat aus Kiwi, Banane und Mango (am verträglichsten ist Obst übrigens in kleinen Mengen als Dessert – also nicht vor dem Essen!).
Vorsicht bei Allergiebereitschaft
Birkenpollen-Allergiker müssen bei Kiwis aufpassen, sie können mit Juckreiz, pelzigem Gefühl oder Schwellungen von Lippen und Mund reagieren. Selten fallen die Symptome auch ernster aus und führen zu Erbrechen, Übelkeit, Schluckbeschwerden oder Durchfall.
Eine Kiwi-Allergie kann Erwachsene und Kinder betreffen, die Allergie wird aber unterschiedlich entwickelt. Während Erwachsene oft schon eine Allergie gegen andere Früchte haben, entsteht bei Kindern diese Allergie durch ein spezielles Allergen ( act d1 ), das in der Kiwi vorkommt.
Man kann aber auch über das „Latex-Frucht-Syndrom“ auf Kiwis reagieren. Dieses Syndrom wird meist durch eine Allergie gegen Früchte wie Bananen, Avocados oder eben Kiwis ausgelöst.
Kiwis in der TCM
Die humorale Qualität der Kiwi ist nach der TCM kühlend, befeuchtend, nährend und etwas wärmend und trocknend, zudem entgiftend und antioxidativ. Sie reduziert Hitze und Nässe, tonisiert Yin und Blut. Sie kann die Leber beruhigen und wird dafür nach TCM mit Honig gekocht.
Vermischt mit Ingwer löst sie Verdauungsblockaden aller Art (dazu 180 g Kiwi und 30 g frischen Ingwer getrennt auspressen; zusammenmischen und auf drei Portionen verteilt einnehmen).
Kiwi mindert bei Infektionskrankheiten die Hitze bzw. Entzündung und hilft gegen Blutarmut.
Sie behebt „Kälte“ in Milz und Magen, wodurch Unverträglichkeiten gebessert werden. In der TCM und dem indischen Ayurveda wird abgeraten, Kiwis mit Milch zu kombinieren.
Sehr gut passt die Frucht für Personen mit Blutgruppe 0, A oder AB. Chinesische Forscher weisen häufig besonders auf den Nutzen der asiatischen wilden Kiwi hin. Sie zeigte in Versuchen antitumorale, antioxidative und entzündungshemmende, antibakterielle, immunregulatorische, hypolipämische (Blutfette senkende), antidiabetische und kardiovaskuläre Schutzwirkungen!
Einen äußerst umfangreichen Überblick über die Vorteile von Kiwis bietet hier diese Übersichtsarbeit aus China.
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© Dr. Gabriele Feyerer, freie Autorin / Journalistin.
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Soweit ich das sehe, erzeugen Kiwis mehr allergische Reaktionen, als sie Vorteile besitzen!
Das ist eher nicht der Fall, sonst lägen sie ja nicht in jedem Supermarktregal. Aber man sollte darauf hinweisen, auch weil die Leute ja immer empfindlicher werden. Menschen, die diese Allergien haben, wissen in der Regel sowieso davon und sie sind auch kaum akut lebensgefährlich.
„Dr. Peter F. Mayer
4,3 Minuten Lesezeit
Gestern habe ich über eine Studie berichtet (2. Mai 2022), nach der Spermidin Corona Infektionen zu 85% verhindern kann. Spermidin heißt so, weil es besonders häufig im Sperma vorkommt. In der Studie wurden auch zwei Medikamente genannt, die die Corona Infektion zu 88 bzw. 100 Prozent verhindern.
Zu den Autoren der Studie gehören Christian Drosten und Victor Cormann …“
https://tkp.at/2022/05/02/drosten-studie-von-april-2020-zeigt-schutz-vor-corona-infektion-zu-100-prozent-durch-medikament/