Kanadas-Premierminister gibt den Betrug des Westens zu

21. Januar 2026von 3,4 Minuten Lesezeit

Trudeau-Nachfolger und Mann aus dem liberalen Establishment der Globalisten, Kanadas Premierminister Mark Carney, hielt in Davos eine Rede. Er erklärte die US-geführte „regelbasierte Ordnung“ für beendet, erkannte die Niederlage des Westens im „2. Kalten Krieg“ an und gab den Betrug mit dem Völkerrecht zu.

.Ausgerechnet an einem Podium in Davos demontierte ein westlicher Staatschef die weltpolitische Nachkriegsordnung. Mark Carney, Nachfolger des linksliberalen Posterboys Justin Trudeau, hielt eine bemerkenswerte Rede, die de facto eine Grabrede für die bisherige Ordnung darstellte.

Hier wörtliche Zitate von Carneys Rede, die ein historisches Eingeständnis markieren:

 „Wir wussten, dass die Erzählung von einer regelbasierten internationalen Ordnung teilweise eine Fiktion war: Die Stärksten setzten sich über Regeln hinweg, wenn es ihnen opportun erschien. … Das Völkerrecht wird mit unterschiedlicher Strenge angewendet – je nachdem, wer Angeklagter oder Opfer ist.“

Carney gibt damit zu, dass die Ordnung und das Völkerrecht nie universal gegolten haben. Etwas, was weithin bekannt ist: Die USA (und die NATO) konnten das Recht doch nach Belieben brechen. Auf die Anklagebank kamen nur Gegner des Empires. Das Völkerrecht war ein Instrument für die Mächtigen. Carney: „Diese Fiktion war nützlich.“ Man muss nicht fragen, für wen sie nützlich war.

„Dieses Arrangement funktioniert nicht mehr. Wir befinden uns in einem Bruch, nicht in einem Übergang. Wir nehmen das Schild aus dem Fenster.“

Nun wird diese Ordnung beendet, auch weil die US-Hegemonie an vielen Ecken bröckelt. „Die Fiktion hat ihre Funktion verloren“, formuliert die Analystin Elena Fritz:

„Hier beginnt die politische Sprengkraft. Denn dieselben westlichen Regierungen, die diese Ordnung jahrzehntelang als moralische Keule benutzt haben, räumen nun selbst ein, dass sie immer selektiv und machtgesteuert war. Die Regeln galten nie für alle. Sie galten für jene, die nicht stark genug waren, sich ihnen zu entziehen.

Warum wird das jetzt offen gesagt? Weil diese Ordnung erstmals nicht mehr nur gegen andere, sondern gegen eigene Interessen wirkt. Weil neue Machtzentren die alte Deutungshoheit aufbrechen. Weil Sanktionen Gegenblöcke erzeugen. Weil Eskalation nicht mehr folgenlos bleibt.“

Dann sagte Carney noch den Satz: „Wir haben die Fähigkeit, aufzuhören zu heucheln und die Realität beim Namen zu nennen.“

Der französische Analyst Arnaud Bertrand erklärt in seiner Analyse, dass Carneys Rede ein Eingeständnis gewesen sei – ein Eingeständnis, dass der „Zweite Kalte Krieg“ verloren sei.

Carney ist im Grunde seines Herzens Zentralbanker. Daher versteht er die Macht von Worten und Überzeugungen besser als jeder andere: Im Kern beruht eine Weltordnung – wie das Vertrauen in eine Währung oder ein Finanzsystem – fundamental auf dem Erhalt von Überzeugungen. Machtsysteme existieren, weil die Beteiligten so handeln, als ob sie existierten. Das ist im Prinzip alles: Wahrnehmung ist Realität.

Sobald die Teilnehmer die Fiktion anerkennen, wie Carney es gerade getan hat (er begann seine Rede wörtlich mit der Ankündigung, er werde die „angenehme Fiktion“ der von den USA geführten Ordnung beenden), zerfällt das System selbst. Dies ist übrigens ein formales Konzept der Spieltheorie: Der Übergang von privatem zu allgemeinem Wissen löst Kettenreaktionen aus.

Carney hätte aufgrund seiner Erfahrung wissen müssen, dass dies seine stärkste Waffe gegen Trumps Amerika war: „Trump verfügt über die wirtschaftliche und militärische Macht. Aber ich besitze etwas, worauf seine Macht beruht: Ich kann den kollektiven Glauben zerstören, der sie stützt.

[…]

Kein Zweifel, Carneys Rede in Davos könnte sich als eine der wichtigsten Reden eines globalen Staats- und Regierungschefs der letzten 30 Jahre erweisen. Das ist wahrlich epochales Zeug.

Das bedeutet vor allem, dass der Westen, sofern er überhaupt jemals existiert hat, den Zweiten Kalten Krieg endgültig verloren hat: Ein Kalter Krieg erfordert zwei konkurrierende Systeme. Carney hat gerade verkündet, dass eines davon schlichtweg nicht mehr existiert.

Bild Prime Minister of Canada, Prime Minister Carney’s Message On Remembrance Day (0m3s)CC BY 4.0

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