
Norwegens großer S.M.A.R.T. Meter-Schwindel
Von nahezu allen Seiten heißt es, dass sog. S.M.A.R.T. Meter nicht nur „toll“, sondern für „die Energiewende“ – und in Folge für den „Great Reset“ unverzichtbar sind. Hier in Norwegen sind diese seit 2017 vorgeschrieben – und nun zeigen norwegische Ingenieure, dass die Energieeffizienz-Ausweise der Regierungsbehörden zwar seit 2017 Unmengen an Daten haben, diese aber nicht die gewünschten Ergebnisse zeitigen: Gerade bei den thermisch schlecht bis ganz schlecht bewerteten Liegenschaften klaffen Behördenmodelle und Realität z.T. über 100% (gemessen am Energieverbrauch) auseinander. Kollateralschäden sind v.a. der sog. „Immobiliensektor“ (da ineffizientere Liegenschaften geringere Preise erzielen) und der Normalverbraucher; für die Behörden hatte diese Erkenntnis bislang keine Konsequenzen.
Der folgende Beitrag gliedert sich in zwei Teile: zunächst der Originalbeitrag mit den explosiven empirischen Erkenntnissen (die Ingenieure hatten die Verbrauchsmodelle der Regierungsbehörde mit Echtzeitdaten abgeglichen), dem eine Auswahl von Reaktionen aus der Politik folgt. Den Abschluss bilden einige ausdeutende Kommentare meinerseits.
Alle nichtdeutschen Passagen habe ich für die geneigte Leserschaft aus dem Norwegischen übersetzt, die Hervorhebungen und [Zusatzkommentare] stammen ebenso von mir.
*** Beginn der Übersetzung ***
Energielabel für Gebäude – Zuordnung von Karte und Gelände
Es wird behauptet, das Energiesparpotenzial in bestehenden Wohnhäusern sei enorm. Doch was sagen die Daten aus der Datenbank für Energielabel dazu?
- Mayer, Peter F.(Autor)
Von Solvor Mathiesen Gjerde, Thomas Thiis und Arnkell Jónas Petersen, 14. Februar 2025 [Quelle; archivierter Link]
Nachdem die Arbeiterpartei nun eine Alleinregierung gebildet hat, wird die EU-Gebäudeenergierichtlinie von 2018 voraussichtlich bald in Norwegen eingeführt. Dies wird einen verstärkten Fokus auf die Energieeffizienz bestehender Gebäude bedeuten – eine notwendige Maßnahme zur Reduzierung der Gebäudeemissionen. Sollte das Energielabel-System jedoch zum Leitinstrument für diesen Wandel werden, könnte es in die falsche Richtung führen. Eine Studie der NMBU [orig. Norges miljø- og biovitenskapelige universitet, d.h. die Norwegische Universität für Lebenswissenschaften] zeigt, dass der berechnete Energieverbrauch in norwegischen Haushalten oft erheblich vom tatsächlichen Verbrauch abweicht. Und wir können den Verbrauch nicht reduzieren, wenn er in der Realität nicht stattfindet [lesen Sie diesen Absatz ruhig erneut, wenn dies notwendig sein sollte].
Energieeffizientere Gebäude sind entscheidend für die Energiewende, und dies gilt sowohl für Neubauten als auch für den bestehenden Gebäudebestand. Die Sanierung bestehender Gebäude ist daher eine wichtige Maßnahme zur Erreichung der Umweltziele. Wir stehen an einem Wendepunkt und müssen uns fragen, ob wir die richtigen Instrumente haben, um vom Neubau zur Verbesserung bestehender Gebäude überzugehen [dies ist das Thema des nächsten einschlägigen Beitrags, den ich nächste Woche für Sie vorbereitet habe].
Das norwegische Parlament hat sich zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch von Gebäuden bis 2030 um 10 TWh zu senken, verglichen mit 65,6 TWh im Jahr 2015 [d.h. eine Reduzierung um 15 %]. Dies baut auf dem Ziel auf, bestehende Gebäude bis 2050 auf nahezu emissionsfreie Gebäude (NZEB) umzuwandeln, d.h. Gebäude mit sehr geringem Energiebedarf zu schaffen [was völlig unrealistisch erscheint: Eine Reduktion um 15 % über 15 Jahre (2015–2030) mag machbar sein, aber eine weitere Reduzierung um ±80 % über die darauffolgenden 20 Jahre scheint völlig jenseits des Machbaren zu liegen (wenn man die Option einer Netzabschaltung außer Acht lässt)]. Der geringe verbleibende Bedarf soll durch vor Ort erzeugte erneuerbare Energie gedeckt werden. Zahlen der norwegischen Wasserressourcen- und Energiedirektion (NVE) zeigen jedoch keinen tatsächlichen Rückgang des Stromverbrauchs norwegischer Gebäude im Jahr 2024 im Vergleich zum Referenzjahr 2015 [in einem typischen Jahr (2024; Quelle) produzierte Norwegen etwa 157 TWh Energie, davon 137,6 TWh – oder sage und schreibe 87,6 % (!!!) – aus Wasserkraftwerken]. Anders ausgedrückt: Der Großteil des verbrauchten Stroms stammt bereits aus erneuerbaren Energien [abgesehen von den Umweltauswirkungen der 1.791 Wasserkraftwerke Norwegens; weitere 10,1 % des Stroms werden durch Windkraft erzeugt, und über die norwegischen Windparks werden wir in Folge auch noch ausführlicher sprechen].
Sollte die EU-Gebäuderichtlinie von 2018 in Norwegen umgesetzt werden, wird der Energieeffizienz des norwegischen Gebäudebestands eine höhere Priorität eingeräumt. Die EU-Gebäuderichtlinie erfordert eine klare Strategie für die Sanierung bestehender Gebäude [d.h. zentralisierte Regelungen]. Ziel ist die Reduzierung des Energieverbrauchs. Als Managementinstrument für diesen Übergang wird die Energiekennzeichnung vorgeschlagen, bei der alle Gebäude von A bis G eingestuft werden.
Diese Energiekennzeichnung liefert Informationen über den Energiestatus und die Energieeffizienz eines Gebäudes und wird in Norwegen bereits angewendet. Neubauten erhalten in der Regel die Kennzeichnung C oder besser, aber rund 75 % der norwegischen Häuser sind mit D oder schlechter bewertet. Mit anderen Worten: Die Mehrheit der norwegischen Häuser weist, basierend auf der Energiekennzeichnung, eine relativ schlechte Energiequalität auf. [Dieses Energielabel wird von einer im Staatsbesitz gehaltenen „Firma“ namens Enova erstellt (Wikipedia). Hier kann man sich selbst registrieren und ein offizielles Energielabel erhalten – und, ja, es ist dieselbe methodische Katastrophe, die wir schon in der medizinischen Forschung™ gesehen haben, die auf selbstberichteten Symptomen basiert].
Um alle bestehenden Häuser auf einen modernen, energieeffizienten Standard zu bringen, sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Dies hat bei Hausbesitzern erhebliche Besorgnis hinsichtlich der Kosten für die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen ausgelöst. Die Besorgnis ist verständlich, doch noch beunruhigender ist, dass das Energielabel-System den tatsächlichen Energieverbrauch scheinbar nicht erfasst . Anstatt uns auf einen grüneren Weg zu führen, riskieren wir, systematisch in die Irre geführt zu werden [Die geneigte Leserschaft mag auch dieses Absatz gegebenenfalls noch einmal lesen].

Bildunterschrift: Die Abbildung zeigt den durchschnittlichen gemessenen Verbrauch (rot) des Verbrauchers und den berechneten Verbrauch (blau), der die Grundlage für das Energielabel (A–G) bildet. Der Durchschnittswert wird für jedes Energielabel dargestellt. Die Ergebnisse beziehen sich auf freistehende Häuser, aber auch bei Mehrfamilienhäusern zeigt sich der gleiche Trend. Die Daten stammen aus der Datenbank von Enova [Man glaubt es kaum und muss die Augen nur ein wenig zusammenkneifen, denn die schlechteste Kategorie (G) ist in Wirklichkeit gar nicht so viel schlechter als die Berechnungen des staatlichen Unternehmens Enova (/Sarkasmus)].
Es ist auffällig, dass das norwegische Energielabel-System so schlecht zum tatsächlichen Energieverbrauch bestehender Häuser passt, aber wir sind nicht die Einzigen. Frühere Ergebnisse ähnlicher Untersuchungen von Wohngebäuden in Dänemark und Deutschland weisen auf dieselbe systematische Tendenz hin [leider werden hierzu keine Quellen angegeben]. Der Energieverbrauch in den als am wenigsten energieeffizient eingestuften Haushalten wird auf deutlich mehr Energie geschätzt als anhand der Messdaten ermittelt wurde [an dieser Stelle vermute ich, dass der Einsatz von KI™ zeigen wird, dass dieses Problem noch viel gravierender sein könnte als beschrieben].
Anders ausgedrückt: Die Differenz zwischen gemessenem und geschätztem Energieverbrauch ist bei den am schlechtesten bewerteten Haushalten am größten. Wie die obige Abbildung zeigt, liegt der durchschnittliche gemessene Energieverbrauch in Haushalten mit dem Energielabel G bei weniger als der Hälfte des geschätzten Wertes [weniger als die Hälfte – wann haben Sie sich das letzte Mal so stark geirrt? Schließlich geben Ihnen die Regierung und die EU diese Informationen – was sagt das über diese aus?].
Folglich werden Modernisierungsmaßnahmen für Häuser der Klassen A und B nicht die erwarteten Energieeinsparungen bringen, wenn das Energielabel-System allein als Managementinstrument genutzt wird. Obwohl der Energieverbrauch norwegischer Gebäude dadurch möglicherweise etwas sinkt, könnte die Verwendung eines so ungenauen Instruments aufgrund des Material- und Ressourcenaufwands für die Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen sogar zu insgesamt höheren Emissionen führen [wobei es hier wohl eher darum geht, die Profiteure in Regierung und der EU zu unterstützen und die Taschen von sogenannten „grünen“ Beratern zu füllen].
Die Einführung der EU-Gebäuderichtlinie könnte die Bemühungen um eine energieeffizientere Sanierung des norwegischen Gebäudebestands deutlich verstärken. Eine einmalige Chance, die Treibhausgasemissionen tatsächlich zu senken – vorausgesetzt, die umgesetzten Maßnahmen zielen auf reale Verbrauchswerte ab und nicht nur auf Berechnungen. Dies ist entscheidend, damit die Gebäuderichtlinie nicht nur auf dem Papier ein Schritt in die richtige Richtung ist, sondern auch in der Praxis unsere Umweltziele wirksam erreicht.
*** Ende der Übersetzung ***
Die Reaktionen der Polit-Schausteller/innen lassen tief blicken
Ich bin etwas hin- und hergerissen – ich würde die zugrundeliegenden Daten/die Studie gern sehen, aber es gibt nichts weiter. Die Autoren sind Bauingenieure und Wissenschaftler im Bereich Bauwesen, daher bezweifle ich, dass sie die Öffentlichkeit manipulieren (obwohl der Artikel in einer Fachzeitschrift der Baubranche veröffentlicht wurde).
Der Artikel erschien Mitte Februar 2025 – und es dauerte bis Ende April, bis er in die Berichterstattung des staatlichen Rundfunks NRK aufgenommen wurde. Ich erwähne das nur, weil ein Journalist von NRK den Artikel gelesen und die Regierung befragt hat. Die Antworten, die man dazu erhielt folgen nun:
Die politischen Parteien [Antworten]
NRK arbeitet mit der Regierung an der Umsetzung des neuen Energieeffizienzprogramms [nicht gerade ein Zeichen von distanzierter Neutralität].
„In Norwegen besteht Potenzial für Energieeffizienzverbesserungen, doch dieses muss auf Fakten basieren und nicht auf bloßen Absichtserklärungen“, so Gunnar Larsen im Evona-Bericht.
Auch die Reaktionen einiger Politiker sind erwähnenswert:
- Mie Fuglseth, Geschäftsführerin von Grønn byggallianse (der Lobbyorganisation für nachhaltiges Bauen): „Die Studienergebnisse sind interessant und zeigen, dass die Energielabel den tatsächlichen Energieverbrauch norwegischer Wohngebäude nicht zuverlässig widerspiegeln.“
- Carsten Henrik Pihl, Leiter der Abteilung Politik, Gesellschaft und Nachhaltigkeit bei Huseierne (dem norwegischen Hausbesitzerverband): „Wir möchten Hausbesitzern, die sich für mehr Nachhaltigkeit engagieren wollen, dies auf einfache und kostengünstige Weise ermöglichen. Dafür benötigen wir eine fundierte Beratung für jeden einzelnen Hausbesitzer. Dies erfordert eine bessere Datengrundlage als bisher.“
- Gunnar Larsen, Direktor für Gesellschaft und Politik bei Evona [einer Gewerkschaft und gleichzeitig einem Berufsverband für Masterabsolventen der Wirtschaftswissenschaften und der Verwaltung]: „Diese Umfrage zeigt deutlich, dass es Grund geben könnte, etablierte Annahmen zu hinterfragen, in diesem Fall die Energiekennzeichnung von Gebäuden. Es ist besorgniserregend, dass wir ein Energiekennzeichnungssystem für Gebäude haben, das offenbar nicht auf dem tatsächlichen Energieverbrauch basiert.“
- Tor Brekke, Evona [die staatliche Kennzeichnungsbehörde]: „Wenn wir über Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz sprechen, ist es wichtig, den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zu betrachten. Modernisierungen und Abrisse müssen sorgfältig geprüft werden, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich Klimavorteile bringen. Es ist bekannt, dass Gebäude mit geringer Energieeffizienz oft weniger Energie verbrauchen als berechnet [was machen Sie da eigentlich?], während Gebäude mit hoher Energieeffizienz oft mehr verbrauchen als berechnet.“
- Solvor Mathiesen Gjerde, Bauingenieur für Gebäudetechnik und Architektur an der NMBU [Mitautor der oben genannten Studie]: „Um alle bestehenden Wohnblöcke auf einen modernen, energieeffizienten Standard zu bringen, sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich. Dies hat bei Wohnungseigentümern große Besorgnis hinsichtlich der Kosten der notwendigen Sanierungsmaßnahmen ausgelöst. Diese Besorgnis ist verständlich, doch noch besorgniserregender ist, dass die Energielabel-Systeme den tatsächlichen Energieverbrauch offenbar nicht erfassen.“
- Karen Elkjær, leitende Beraterin bei der Riksantikvaren [Direktion für Kulturerbe]: „Aufgrund des Material- und Ressourcenbedarfs für die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen riskieren wir möglicherweise sogar insgesamt höhere Emissionen. Solche Maßnahmen, wie die nachträgliche Dämmung und der Austausch von Fenstern, haben auch erhebliche Auswirkungen auf denkmalgeschützte Gebäude. Daher empfehlen wir weiterhin einfache Maßnahmen wie das Abdichten von Dachböden und Türen sowie die nachträgliche Dämmung von Geschossdecken.“
- Lillian Bredal Eriksen, leitende Klimaberaterin beim Norwegischen Forum für Entwicklung und Umwelt [eines der führenden Beratungsnetzwerke Norwegens: „Ein Netzwerk von 60 norwegischen Organisationen aus den Bereichen Entwicklung, Umwelt, Frieden und Menschenrechte. Unsere Vision ist eine demokratische und friedliche Welt, die auf gerechter Verteilung, Solidarität, Menschenrechten und Nachhaltigkeit basiert. Unser Hauptarbeitsfeld sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung.“]: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Treibhausgasemissionen in allen Sektoren zu reduzieren, insbesondere in einem Sektor wie der Bauindustrie, die für rund 15 % der Treibhausgasemissionen in Norwegen verantwortlich ist. Es sollte Aufgabe der Behörden sein, sicherzustellen, dass die Berechnungen den klimafreundlichsten und energieeffizientesten Maßnahmen entsprechen und dass Anreize und Maßnahmen entsprechend umgesetzt werden [wie erwartet, wird die fehlerhafte Datenbasis, die diesen Annahmen zugrunde liegt, nicht anerkannt].“
- Frank Ivar Andersen, Bygghåndverk Noreg [Norwegens Dachverband der kleinen und mittleren Bauunternehmen]: „Wie viele andere sind wir der Ansicht, dass es sehr lange dauert, bis sich die Vorteile eines Neubaus mit niedrigem Energieverbrauch durch Sanierungs- und Abrissmaßnahmen amortisieren. Angesichts des Ressourcenverbrauchs und insbesondere der damit verbundenen Kosten raten wir Ihnen dringend, bei der Planung von Sanierungen die Energieeffizienz bestehender Gebäude zu verbessern [dies ist eine der wenigen realistischen Aussagen].“
- Hege-Lill Hagen Asp, Pressesprecherin des Verbandes Beratender Ingenieure (RIF): „Aufgrund der hohen Energiekosten werden in alten Häusern Teile davon abgetrennt und unbeheizt gelassen, was den Energieverbrauch erheblich reduziert. Die Gebäude werden daher tatsächlich anders genutzt als in den Berechnungen angenommen [dies dient dazu, von der Tatsache abzulenken, dass die Berechnungen völlig daneben liegen]. Dies könnte auch eine Frage des Komforts und des Raumklimas sein, da sich die Nutzer aufgrund der hohen Heizkosten nicht den gleichen Komfort leisten können [diese Aspekte spielen in der von den Bauingenieuren erstellten Arbeit jedoch keine Rolle].“
- Vegard Heide, Asplan Viak [das wäre Norwegens größtes unabhängiges Bauberatungsunternehmen]: „Das Energielabel-System ist ungenau, und das ist ein allgemeines Problem bei der Energieversorgung von Gebäuden, insbesondere von Wohnhäusern [worauf basieren unsere politischen Entscheidungen also sonst noch diese Ungenauigkeiten?]. Die Lösung besteht darin, das Energielabel-System so anzupassen, dass eine bessere Übereinstimmung zwischen berechnetem und tatsächlichem Energieverbrauch besteht [was aufgrund der seit 2017 verpflichtenden S.M.A.R.T.- Meter ja eigentlich kein Problem sein sollte, oder? Warum wurde das nicht schon 2018 behoben?]. Es wird immer gewisse Abweichungen geben, aber wir sollten große systematische Abweichungen vermeiden [Sie wollen mir jetzt erzählen, dass intelligente Stromzähler – für den Endverbraucher – nutzlos sind?].
- Bård Folke Fredriksen, Direktor des Norwegischen Verbandes der Wohnungsbaugenossenschaften (NBBL) [das ist der Verband der Eigentümer, die Immobilien vermieten]: „Das Energielabel kann irreführend sein, aber es ist dennoch wichtig für norwegische Hausbesitzer, Wohnungsgenossenschaften und Miteigentümer, ein verlässliches Energielabel und faktenbasierte Informationen über den Energieverbrauch von Häusern und ganzen Gebäuden zu haben [nun ja, wozu sind die Zähler denn da? Ob S.M.A.R.T. oder nicht, der Verbrauch wurde doch schon immer für die Abrechnung gemessen…]. Das ist wichtig, damit Hauskäufer kein „Schwein mit Lippenstift“ kaufen [meine freie Übersetzung] und das Potenzial für Energieeffizienz erkennen.“
- Mari Sand Austigard, Mycoteam [„kompetente Berater mit akademischem Hintergrund“, d.h. mehr Abzocke und Beratung™]: „Es ist wichtig zu bedenken, dass manche Energieeffizienzmaßnahmen das Risiko von Feuchtigkeits- und Schimmelschäden erhöhen können. Wir erhalten ständig Aufträge, bei denen es nachträglich durch Dämmung zu erheblichen Fäulnisschäden gekommen ist – Schäden, die hätten vermieden werden können, wenn im Vorfeld gründliche Untersuchungen und Berechnungen durchgeführt und nur die offensichtlichsten Probleme behoben worden wären [Sie haben also den Regierungs-Unsinn für bare Münze genommen und bereichern sich an den Ergebnissen: Bravo!].“
So interessant das alles auch sein mag, hier der Kommentar der zuständigen Regierungsbehörde, Elisabeth Sæther vom Öl- und Energieministerium:
Das Energielabel-System soll Informationen über den Energiestatus eines Gebäudes im Vergleich zu anderen ähnlichen Gebäuden bereitstellen, damit Verbraucher beim Kauf oder der Anmietung von Gebäuden leichter vergleichen können. Da der tatsächliche Energieverbrauch von den Nutzern abhängt, werden standardisierte Verbrauchswerte verwendet, um eine aussagekräftige Vergleichsgrundlage zu schaffen.
Wir haben kürzlich das Energielabel-System angepasst, um es besser auf bestehende Gebäude auszurichten. Durch die Änderungen können mehr Gebäude die Energieeffizienzklasse A erreichen, und der Gebäudebestand verteilt sich gleichmäßiger auf die verschiedenen Energieeffizienzklassen. Dies erleichtert den Wechsel zwischen den Klassen und soll die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen fördern. Im neuen Energielabel-System unterstützen wir zudem besser Lösungen zur Entlastung des Stromnetzes, wie beispielsweise Fernwärme.
War also alles ein Irrtum? Man beachte den üblichen Unsinn und die wunderbare Art und Weise, wie eine andere, wenn auch nicht gestellte Frage beantwortet wird.
Viel bedeutender wiederum erscheint die Frage, ob sich seit Bekanntwerden dieser Informationen etwas geändert hat – und dies ist mit einem eindeutigen „Nein“ zu bewerten. Weder haben sich empörte Hauseigentümer mit einer Sammelklage gegen die von der Regierungsbehörde manipulierten Liegenschaftspreise gewendet noch ist das Thema in den letzten knapp zwölf Monaten erneut auf das Tapet gekommen.
Daher an dieser Stelle die rhetorische Frage: Welchen Zweck haben diese S.M.A.R.T.-Meter also? Während der Corona-Pandemie vernahm man hie und da den Hinweis, dass man damit nun „per Mausklick“ ganze Stadtviertel von der Stromversorgung abschneiden könne.
Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.
Von den mit der drahtlosen Dauerübertragung der Messergebnisse Strahlungswerten einmal ganz abgesehen.
Bild Michael Paetzold, Lizenz: Creative Commons by-sa-4.0, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=141575682
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