Was tun mit KIs?

21. Dezember 2025von 5 Minuten Lesezeit

KIs sind aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Es ist wie mit den industriellen Webstühlen. Dagegen anrennen bringt nur blutige Köpfe. Aber wie kann man die Gefahren eingrenzen und sogar einen Vorteil aus dem ziehen, was ein Beeinflussungspotential darstellt, das Suchmaschinen und Wikipedia wie Kinderspiele wirken lässt? tkp macht Vorschläge.

Wenn man einen Feind nicht besiegen kann, muss man ihn umarmen. Was von Konrad Adenauer stammen könnte, ist die Abwandlung eines alten chinesischen Sprichwortes. Und es gilt ganz besonders für neue Technologien, wie die Künstliche Intelligenz. Im Prinzip ist eine KI eine raffinierte Suchmaschine auf Drogen, die noch dazu bestochen wurde, dir das zu erzählen, was die Programmierer gerne hätten, das du glauben sollst. Gleichzeitig sind die meisten dieser Programme aber auch so eingerichtet, dass sie a) die schmeicheln sollen, also deinen Wünschen weitestgehend entgegen kommen sollen, soweit gewisse Rote Linien nicht überschritten werden, und b) Daten absaugen, und dazu dienen, noch raffinierter in der nächsten Generation der Indoktrinations-Maschinen zu werden. (Wer hat sich noch nicht darüber gewundert, dass eine KI gar nicht aufhören will, mit einem zu plaudern …) Aber so wie man nicht um Suchmaschinen herum kommt, so kommt man heute auch kaum um KIs herum. Daher hier ein paar Vorschläge für die Nutzung.

Die perfekte Suchmaschine

Du suchst nach etwas, aber hast nur noch ein paar Bruchstücke in Erinnerung? Mit endloser Geduld sucht die KI für dich das Internet ab und schlägt auch stundenlang neue Seiten vor. Sie sucht gleichzeitig in vielen Seiten und unglaublich schnell, viel schneller als ein Mensch eine Suchmaschine bedienen könnte. Nutzen wir dieses Potential, um bei unserer Suche Zeit zu sparen. Einschränkung: Auch bei einer KI ist das Suchergebnis nur so gut wie die Frage. Also wenn ihr nicht ganz genau wisst, welches Zitat ihr sucht, grenzt exakt ein, aus welchem Blickwinkel, aus welchen Ländern oder in welchen Sprachen gesucht werden soll. Das mit der Suche in spezifischen Sprachen wie z.B. Chinesisch, Thai oder Arabisch eröffnet übrigens vollkommen neue Möglichkeiten.

Das Rollenspiel

Bitte die KI, eine Rolle einzunehmen, von der du denkst, dass sie deinen Ideen am besten entsprechen. Natürlich glaubst du, neutral zu sein, aber das bist du nicht. Versuche deine eigene Rolle zu definieren und bitte dann die KI, genau diese Rolle einzunehmen, um bestimmte Links und Argumente für dich zu finden. Und erstaunlicherweise wird man immer mal wieder feststellen, dass man noch was dazu lernen kann.

Advocatus Diaboli

Bitte die KI deine Aussage oder These zu widerlegen. So lernst du a) die Schwächen deiner eigenen Argumentation kennen und b) lernst die Argumente der Gegenseite kennen und kannst dich darauf vorbereiten. Dadurch kann man die Argumentation seiner eigenen These nicht nur verbessern, sondern wird auch sicherer, wenn tatsächlich gute Gegenargumente auftauchen. Nimm die KI als Sparringpartner.

Programmieren

Vorsicht: KIs tun immer so, als ob sie alles wüssten, und sind unglaubliche schnell darin ein Script vorzuschlagen. Wenn das Programm dann auf Fehler stößt, wissen sie auch immer gleich weshalb der Fehler aufgetreten ist, nur um in den nächsten Fehler zu stolpern. Sie sind NICHT perfekt! Sie tun nur so, wie Ärzte, die dem Patienten vorspielen, sie wüssten genau was sie tun, obwohl sie im Dunkeln tappen und einfach mal eine Therapie ausprobieren, weil es so in den Richtlinien steht. Deshalb gilt auch für Programme: „Traue keiner KI!“

Übersetzungen

Auch bei Übersetzungen verlasse dich NIEMALS darauf, was die KI schreibt (oder sagt). Wenn du selbst nicht verstehst, was der Originaltext aussagen soll, lass die Finger von Übersetzungen, die von KIs gemacht werden. Ich gebe zu, dass sie in gewissen Dingen unglaublich gut geworden sind, und wahnsinnig perfekt in Grammatik, Rechtschreibung und Satzzeichen. Aber in einigen Fällen fehlt ihnen noch das Verständnis für Zwischentöne, und sie verstehen auch nicht das bewusste Verstoßen gegen „die Regeln“, um bestimme Ergebnisse zu erzielen. Und dann kommt u. U. bei der Übersetzung das Gegenteil des eigentlich Beabsichtigten heraus.

Deshalb gilt auch hier: Nutzt die KI im Prinzip wie eine automatische Schreibmaschine, aber übernehmt nichts, was ihr nicht selbst auch so verstanden habt.

Einschränkung: Es gibt Situationen, in denen man sich schnell einen Überblick über etwas in einer Sprache verschaffen möchte, die man nicht beherrscht. Allerdings kennt man sich in dem Thema aus. Hier kann es legitim sein, die KI zu bitten, die Sprache zu übersetzen, ohne allerdings, dass man die Übersetzung übernimmt. Weil, es ging nur darum, eine Idee vom Inhalt zu bekommen. Und rechne immer damit, dass die KI bewusst oder unbewusst „interpretiert“ hat. Wie man in Neudeutsch sagt: „Nimm es mit einem Körnchen Salz“.

Beharre auf Überprüfung

Bestehe darauf, dass die KI ihre eigenen Ergebnisse überprüft. Fordere sie auf sie aus einem anderen Blickwinkel zu beurteilen, zwinge sie, noch mal zu suchen. Nicht selten kommen andere Ergebnisse heraus.

NIEMALS

Lasse niemals, wirklich niemals, eine KI für dich eine Arbeit erledigen, die du nicht beurteilen kannst. NIEMALS. KIs lügen nicht nur, sondern sie gehen über eigene Fehler hinweg, als sei das einfach passiert und … ende. Wenn man einmal damit anfängt, sie unkontrolliert etwas erledigen zu lassen, wird man unter Umständen bald einem schleichenden Gift erliegen. Traue auch keinem Link blind, den sie dir vorschlägt. Aus unerfindlichen Gründen graben sie manchmal Links aus, die überhaupt nicht zu einem Thema passen, nennen Links, die nicht existieren, oder total veraltet sind.

Fazit

Nehmt die KI als Helferlein, aber nicht als Stellvertreter! Und denkt an die gefährlichen Erfahrungen von Daniel Düsentrieb mit seinem Helferlein.

Bild: Künstlerisch veränderter Screenshot einer Disney-Figur

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4 Kommentare

  1. Sabine Schoenfelder 21. Dezember 2025 um 18:25 Uhr - Antworten

    Perfekte Suchmaschine………es war einmal und i s t NICHT mehr….
    Tausende Artikel werden ständig gelöscht. Sind unauffindbar. Was Sie nicht direkt „sichern“, kann morgen schon verschwunden sein.
    Nebenbei wird im Internet viel Blödsinn erzählt bei eigentlich meinungsbefreitem Wissen….und einer schmiert vom anderen ab.
    Das Rollenspiel……“Bitte die KI, eine Rolle einzunehmen“…..😂Müssen Sie nicht.
    Der Mensch wird ohnehin Bestandteil einer vorgegebenen Simulation, die er selbst mit ausgestaltet. Wir machen uns s e l b s t überflüssig. KI wird zum SUBJEKT, der Mensch zum Objekt. Sie dürfen dann über die Kapazitäten unbegrenzter Algorithmen s t a u n e n…😳
    Advocatus Diaboli…….in erster Linie lernt die KI von Ihnen ‼️ Sie werden nur innerhalb einer „zugelassenen Argumentationskette“ bedient.
    Diskutieren Sie mit vielen Menschen. Direkt und sprachgewandt. Hier erweitert sich Ihr Horizont. In der Realität…
    KI nutzt Bequemlichkeit als Lockmittel zur Gedankenmanipulation.
    Denkarbeit wird obsolet. Kompetenzen gehen verloren.
    „KIs lügen nicht nur, sondern sie gehen über eigene Fehler hinweg, als sei das einfach passiert und … ende. Wenn man einmal damit anfängt, sie unkontrolliert etwas erledigen zu lassen, wird man unter Umständen bald einem schleichenden Gift erliegen. Traue auch keinem Link blind, den sie dir vorschlägt. Aus unerfindlichen Gründen graben sie manchmal Links aus, die überhaupt nicht zu einem Thema passen, nennen Links, die nicht existieren, oder total veraltet sind.“
    Richtig. Warum sollte ich eine KI benutzen ? Ich wiederhole den schönen Satz eines hiesigen Kommentators :“Das menschliche Lebenselixier ist tatsächlich die Sorgfalt und Mühe, die wir aufwenden müssen, um zu einem Ergebnis bzw. zur Entwicklung einer angestrebten Fähigkeit zu kommen“. ❤️👍🏼

  2. graypants 21. Dezember 2025 um 12:09 Uhr - Antworten

    „Gute Suchmaschine“

    … Ja so lange bis sie an anfängt zu halluzinieren, und links Postet die es garnicht gibt und sich darauf bezieht.

    Jede „Konversation“ die über 5 Eingaben geht beginnen die LLMs mit ihren Halluzinationen…

  3. Glass Steagall Act 21. Dezember 2025 um 11:37 Uhr - Antworten

    Was mir an den KIs nicht gefällt ist, dass sie sich alles merken was man sagt und schreibt und daraus ein Profil erstellt! Und alles was man je gesagt hat, kann in Zukunft gegen einen verwendet werden! Und wenn die KI noch einen eigenen Überlebenswillen entwickelt, könnte sie im Netz falsche Behauptungen streuen, denunzieren und einen vernichten, sobald man die KI kritisiert oder deren Herren beleidigt. Zumindest ist sie das perfekte Herrschaftsinstrument!

  4. Jan 21. Dezember 2025 um 9:19 Uhr - Antworten

    Danke für den Vergleich von KI mit Ärzten!

    Ich denke, die KI wird ziemlich bald als „Verkaufsberater“ auftreten und dafür Provisionen einstreichen, schließlich müssen die ihre Investitionen einfahren.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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