Ford verabschiedet sich von größeren E-Autos

16. Dezember 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Der Ford F-150 Lightning verschwindet in seiner bisherigen Form von der Bildfläche. Der US-Automobilhersteller Ford hat weitreichende Änderungen an seiner Strategie für Elektrofahrzeuge angekündigt.

Der F-150 Lightning wurde noch vor wenigen Jahren als Symbol für den elektrischen Aufbruch der US-Pick-up-Kultur gefeiert. Sinnvoll war das Fahrzeug aber nur für relativ kurze Strecken aber wohl kaum geeignet für raues Gelände oder gar Sand oder Wüstenpisten. In Afrika etwa setzt man auf Diesel, 4-WD und ordentliche Reichweite. E-Autos sind daher so gut wie unbekannt.

Aber das ist noch nicht alles. Das Unternehmen erklärte gestern, dass es die Produktion der meisten größeren EV-Modelle einstellen werde, da die Kundennachfrage geringer als erwartet ausgefallen sei.

Stattdessen werde man sich darauf konzentrieren, größere Modelle wie den legendären Pickup F-150 sowohl mit klassischen Verbrennungsmotoren als auch mit Hybridmotoren anzubieten. Ford erklärte außerdem, dass es nicht mehr beabsichtige, einen zuvor geplanten neuen elektrischen Nutzfahrzeug-Van für den europäischen Markt zu produzieren.

Die Elektrofahrzeugsparte – Ford e – wird sich künftig auf die Entwicklung kleinerer, erschwinglicherer Fahrzeuge konzentrieren.

„Dies ist eine kundenorientierte Veränderung“, so Ford-Präsident und CEO Jim Farley. Er fügte hinzu: „Die betriebliche Realität hat sich geändert.“

Der Autohersteller gab außerdem bekannt, dass er sein Joint Venture mit dem südkoreanischen Batteriehersteller SK On beendet habe. Ford kündigte an, seine unausgelasteten Produktionsanlagen für EV-Batterien umzurüsten, um in ein neues Geschäftsfeld einzusteigen, das Batterie-Energiespeicher für Rechenzentren und die Stromnetzinfrastruktur anbietet.

Die bedeutende strategische Neuausrichtung wird sich in den kommenden Jahren stark auf die Basis von Ford auswirken. Insgesamt rechnet das Unternehmen aufgrund von Abschreibungen auf Vermögenswerte, notwendigen Anpassungen an Produktionsanlagen und anderen Faktoren mit Kosten in Höhe von 19,5 Milliarden US-Dollar (16,6 Milliarden Euro).

Letztendlich, so Farley in einer Erklärung, würden die Anpassungen das Unternehmen stärker und profitabler machen.

Ford hob auch seine Prognose für 2025 an und erklärte, dass es nun für 2025 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 7 Milliarden US-Dollar (6 Milliarden Euro) erwarte, was einer Steigerung von mehr als 500 Millionen US-Dollar gegenüber früheren Schätzungen entspricht.

Ford kündigte außerdem an, seine Produktionskapazitäten in den USA auszubauen und Tausende zusätzliche Mitarbeiter im ganzen Land einzustellen. Die strategische Neuausrichtung des zweitgrößten US-Automobilherstellers spiegelt die politischen Veränderungen unter US-Präsident Donald Trump wider.

Seit seinem Amtsantritt hat Trump die großzügigen Steuervergünstigungen für Elektrofahrzeuge gekürzt und eine Lockerung der Vorschriften für Fahrzeugemissionen vorgeschlagen.

Corqe, CC0, via Wikimedia Commons

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3 Kommentare

  1. Der Zivilist 17. Dezember 2025 um 9:37 Uhr - Antworten
  2. Verschwoerungspraktiker 17. Dezember 2025 um 9:29 Uhr - Antworten

    „….einstellen werde, da die Kundennachfrage geringer als erwartet ausgefallen sei.“

    Ein fadenscheinige Ausrede dafür, dass die Systemprostituierten in den Vorstandsetagen, wie in Europa, sich darauf verlassen haben, dass die Konkurrenz verboten wird und der Subventionsregen weiterhin anhält.
    Farley und seine Kollegen sind für eine beispiellose Geld- und Arbeitsplatzvernichtung verantwortlich. In den USA findet das, Trump sei Dank, ein relativ schnelles Ende. Die dusseligen Europäer, mit Flinten-Uschi an der Spitze, warten noch bis 2030 auf das Transformationswunder und Umstellung der Automobilkapazitäten in Rüstungskapazitäten.

    Da kauft man sich doch lieber wieder einen schicken US V8 mit Euro 5, oder 6, und streckt den europäischen Herstellern den Mittelfinger entgegen.

  3. Jan 16. Dezember 2025 um 20:34 Uhr - Antworten

    Eine Fehlinvestition von 16,6 Mrd EUR ist eine Katastrophe! Das frisst den Gewinn von drei Jahren.

    Gerade am Äquator sollten sich Solar- und Elektrofahrzeuge lohnen, auch weil sie eine autarke Einheit bilden können. Zudem reduziert keine Winterkälte die Batteriekapazität.

    Außerdem solls ja so preisgünstig sein, da die Sonne keine Rechnung schickt und der Emotor weniger Teile hat. Wenns am Äquator nicht funktioniert, wie solls dann nördlich der Alpen laufen?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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