Trump gegen die BBC

13. November 2025von 4,4 Minuten Lesezeit

Großer Skandal rund um die BBC und eine manipulierte Doku, um gegen Donald Trump zu agitieren. Aber ist es tatsächlich ein Skandal oder eher nur Spektakel, exakt so, wie die Medienmaschine funktioniert?

Im Oktober strahlte die Dokumentarserie Panorama der BBC eine Folge über den „Aufstand“ vom 6. Januar aus. Dort wurden – „versehentlich“ – zwei Reden von Donald Trump zusammengeschnitten, sodass es so aussah, als hätte er die Menschen ausdrücklich zum Sturm auf das Kapitol aufgefordert (was er nicht getan hat, aber das ist altbekannt). Die BBC ist ein weltweit führendes Leitmedium der etablierten Mainstreammedien, fast so wichtig wie die großen Nachrichtenagenturen.

Auf öffentlichen Druck der Trump-Regierung hin hat die BBC nun den „Fehler“ zugegeben, und sowohl Generaldirektor Tim Davie als auch Nachrichtenchefin Deborah Turness sind zurückgetreten. Aber das war eher nur der Anfang der Geschichte.

Trump droht der BBC, sie auf 1 Milliarde Dollar zu verklagen, wenn sie nicht bis Freitag, den 14. November, eine vollständige Rücknahme und Entschuldigung veröffentlicht. Anstatt der Forderung von Trump zu folgen, schloss sich die gesamte antinationale Kulturgesellschaft – in Großbritannien und außerhalb – zusammen, um „Solidarität“ mit der BBC zu beweisen.

Hier ein Beispiel:

Die Debatte wird schnell absurd. Weil natürlich jeder weiß, dass die BBC sich als „journalistischer“ Gegner von Trump positioniert hat – so wie der restliche Mainstream. Sie sehen sich weiter als Journalisten, sind aber viel eher Aktivisten, die versuchen, ihre „Demokratie“ (gemeint sind staatliche Förderungen für ihre Medien) gegen den „Rechtsruck“ zu verteidigen.

Es ist ein ideologiegetriebener Journalismus, der politisch eingreifen und lenken will. Es gibt viel krassere Beispiele als diese BBC-Doku. Aber sie betrifft eben Trump und die BBC, das ist ein anderes Kaliber als Der Standard und Kickl.

Der britische Off-Guardian erinnert in seinem Stück über BBC vs. Trump auch an die berüchtigte BBC-Geschichte von 9/11, wo die Reporterin vom eingestürzten WTC-7-Gebäude berichtet, während es direkt im Hintergrund zu sehen ist – es stürzte erst 30 Minuten später ein: „Bezeichnenderweise haben weder die BBC noch die Reporterin selbst jemals eine echte Erklärung für diesen Vorfall geliefert und sicherlich nie dessen Auswirkungen sinnvoll untersucht. Tatsächlich haben sie sich große Mühe gegeben, so zu tun, als wäre nichts passiert.“

Und so folgt die Position britischer Journalisten über die BBC:

Die BBC ist nicht voreingenommen. Um voreingenommen zu sein, braucht man Charakter. Man braucht Persönlichkeit, Ideen und Meinungen.

Die BBC ist schlimmer als voreingenommen, sie ist ein moralisch leerer Schwachsinns-Schlauch, der „die Wahrheit“ wiederholt, wie sie ihm von oben diktiert wird … und immer mehr Menschen wissen das oder spüren es zumindest. Der angeblich stark sinkende Zahl der Gebührenzahler ist ein Beweis dafür.

Das bringt uns zurück zu Donald Trump und seiner anhängigen Klage.

Es handelt sich um einen künstlichen Konflikt, der darauf abzielt, die Fans beider Seiten zufrieden zu stellen, indem bereits bestehende Vorstellungen verstärkt werden. Die engagierten Zuschauer sind so sehr von der falschen Spaltung gehirngewaschen, dass sie nicht einmal mehr dasselbe sehen; ihre Augen sind von vorprogrammierten Interpretationen getrübt.

TEAM A sieht in den Nachrichten, wie der große, böse Tyrann Trump die wohlmeinende (aber in diesem Fall versehentlich im Unrecht befindliche) BBC angreift. Sie glauben, dass sie die anständige Minderheit sind, die der Macht die Wahrheit sagt.

TEAM B sieht dieselben Nachrichten und sieht, wie Daddy Donald von den Medien zu Unrecht schikaniert wird, weil er für eine gute Sache kämpft.

Trump erhält einen Schub für seine schwindende Glaubwürdigkeit als Außenseiter, die britische Regierung kann Unterstützung für die arme kleine BBC mobilisieren.

So gesehen sind in diesem Kampf tatsächlich beide Seiten die Gewinner. Für den Off-Guardian ist die Geschichte deshalb an-sich ein Fake. Doch das muss gar nicht sein. Vielleicht ist es einfach so, dass die BBC als Medienmacht des globalisierten Liberalismus die neue Ordnung darstellt, jene Ordnung, die kommen soll und wo auch Washington von einer technokratisch-transhumanistischen Kaste entmachtet ist, die jenseits der USA und anderer Nationalstaaten steht. Diese Kaste regiert über Stellvertreter wie Davos, UNO, Tech- und Pharmakonzerne.

Trump dagegen repräsentiert die alte Ordnung: America First, die USA sagt der Welt, wie es zu laufen hat und Widerspruch wird nicht geduldet.

Der Off-Guardian glaubt das eher nicht:

Wer gewinnt also im Fall Trump gegen die BBC?

Seien Sie am Ende nicht überrascht, wenn es zu einer Art Reform der „ideologisch vereinnahmten“ BBC kommt, die eine „vorübergehende Erhöhung“ der Rundfunkgebühren oder eine Änderung der Zahlungsweise oder höhere Strafen für die Verweigerung der Zahlung oder was auch immer erfordert … Wir alle wissen inzwischen, wie das funktioniert.

Aber wer gewinnt und mit wie viel Vorsprung, ist nicht der springende Punkt der Geschichte; das Spektakel ist es. Wählen Sie eine Seite und jubeln Sie.


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3 Kommentare

  1. therMOnukular 13. November 2025 um 14:24 Uhr - Antworten

    Ein herrliches Schauspiel – vor allem weil es direkt in die „Aufklärungs-Kampagne gegen Desinformation“ des ORF hineingrätscht……die „Story“:

    Als Reaktion auf einen dieser „Desinformations-Warnhinweise“ des ORF schrieb ich wie so oft eine bissige Mail an die beiden Autorinnen. Die „Faktenchecker“ des ORF waren daraufhin empört und wiesen jede Manipulation ihrerseits expressis verbis zurück, da man ja zu Objektivität,…blabla verpflichtet sei, wie man betonte.
    Kurz darauf tingelte die BBC-Meldung durch alle Medien. LeMonde, Indian Times, Jerusalem Post, NYT,…etc einmal rundherum – nur der ORF blieb stumm.
    Ich verlinkte den „Faktencheckern“ ein paar internationale Schlagzeilen und fragte nach, ob diese Meldung dem ORF derzeit etwas unpässlich wäre und er sie deshalb verschweigt.
    Die übernächste Nacht dann endlich: von ca 2:00 Nachts bis irgendwann vor dem Aufstehen war ein „Artikel“ online.
    Die Headline kam ohne Hinweis auf den Skandal daher (Motto „Trump droht BBC mit Klage“); die „Erläuterung“ war Trumps „Unzufriedenheit“ mit der „Bearbeitung“ eines TV-Beitrages (ja wirklich „Bearbeitung“ statt Manipulation); die wesentlichen Details wie die 2 Rücktritte fand man erst im letzten Absatz.

    Q.E.D.

    Also schrieb ich ein weiteres bissiges Mail, eh klar, die sollen ja wissen, dass man aufmerksam mitliest (denn davor fürchten die sich am meisten)…..;))
    Seit den BBC-Headlines ist man beim ORF jedenfalls etwas schmähstad geworden. Für den Moment wenigstens.

  2. Jan 13. November 2025 um 13:13 Uhr - Antworten

    Es ist eine Ablenkung von wichtigeren Themen.

  3. Hausmann_Alexander 13. November 2025 um 12:29 Uhr - Antworten

    Bei diesem Skandal der BBC
    geht es grob gesagt ums Geld.

    Welche Skandale hatte die BBC noch (70er, 80er Jahre, nach seinem Tod meldeten sich immer Opfer)?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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