Windräder gefährden und töten große Zahlen von Fledermäusen und Vögeln

27. September 2025von 4,2 Minuten Lesezeit

75 % der deutschen Windkraftanlagen töten in zwei Monaten jeweils 70 Fledermäuse. In Deutschland gibt es mehr als 30.000 Windkraftanlagen. Von 11 gefährdeten Vogelarten sind 48 % aufgrund von Tötungen durch Wind- und Solaranlagen bereits von Auswirkungen auf ihre Wachstumsraten auf Populationsebene betroffen.

In einem „Aufruf gegen Ignoranz und Vernachlässigung” enthüllten Forscher das Massaker an Fledermauspopulationen durch Windkraftanlagen in Deutschland. Laut einer Studie von Christian C. Voigt mit dem TitelWind turbines without curtailment produce large numbers of bat fatalities throughout their lifetime: A call against ignorance and neglect“ (Windkraftanlagen ohne Leistungsbegrenzung verursachen während ihrer gesamten Lebensdauer eine große Anzahl von Todesfällen bei Fledermäusen: Ein Aufruf gegen Ignoranz und Vernachlässigung) wurden an drei untersuchten Windkraftanlagenstandorten in Deutschland innerhalb von zwei Monaten 209 Fledermäuse getötet. Das entspricht etwa „70 Opfern pro Windkraftanlage”.

Diese Todesraten an Windkraftanlagen gelten aber noch immer als zu niedrig angesetzt, da sie die Todesfälle während der Sommer-/Herbstwanderung nicht berücksichtigen. Die drei untersuchten Windkraftanlagen wurden ohne jegliche Schutzmaßnahmen zur Verringerung der Fledermaussterblichkeit errichtet und betrieben.

Etwa drei von vier der 30.000 Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland ähneln diesen drei Anlagen aus der Studie, da sie keine Einschränkungen oder Schutzmaßnahmen für Fledermauspopulationen bieten.

Da EU-Bürokraten und Politiker davon ausgehen, dass die Errichtung von Windkraftanlagen einen positiven Nettoeffekt auf das Klima der Erde hat, können wir davon ausgehen, dass das Fledermaussterben noch Jahrzehnte andauern wird.

Ich habe erst gestern wieder bei Windrädern die Frequenz der Umdrehungen bei moderatem Herbstwind und starker Bewölkung beobachtet. Bei einem Windrad von Enercon, offenbar Typ E-138 EP3, das mit 138 m Rotordurchmesser das kleinste im derzeitigen Angebot ist, kam ich auf 20 Umdrehungen pro Minute. Für einen Umlauf braucht ein Rotorblatt also 3 Sekunden. Der Kreisumfang errechnet sich mit 138 x 3,14 = 433,32 m. Somit legt die Rotorspitze 144,45 Meter pro Sekunde zurück. Mal 3,6 kommen wir auf eine Geschwindigkeit von 520 km/h.

Weder Vogel noch Fledermaus haben eine Chance einem Rotorblatt selbst bei „nur“ 300 km/h auszuweichen oder es auch nur rechtzeitig kommen zu sehen oder zu orten.

Wind- und Solaranlagen töten mittlerweile 48 % der prioritären Vogelarten mit „Auswirkungen auf die Population”

Zu dem Schluss kam eine Studie in Kalifornien. Von den 23 untersuchten gefährdeten Vogelarten Kaliforniens (Schleiereulen, Steinadler, Roadrunner, Gelbschnabelkuckucke…) haben Wissenschaftler festgestellt, dass 11 Arten derzeit einen Rückgang ihrer Populationswachstumsrate um mindestens 20 % verzeichnen, weil Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren sie töten und/oder ihren begrenzten Lebensraum zerstören.

Die Studie von Tara J. Conkling et al mit dem TitelVulnerability of avian populations to renewable energy production“ (Anfälligkeit von Vogelpopulationen gegenüber der Erzeugung erneuerbarer Energien) erschein im März 2022.

Die Umstellung der Energieinfrastruktur von fossilen Brennstoffen auf „erneuerbare“ Energien hat in den USA insgesamt von 2009 bis 2019 einen Anstieg der Wind- und Solarenergieerzeugung um 300 % bzw. 9.400 % ermöglicht. Bundesweit wird allein die Solarenergiebranche voraussichtlich von einer Energiekapazität von 0,4 GW im Jahr 2009 auf 75 GW im Jahr 2025 anwachsen.

Von den Befürwortern des explosionsartigen Ausbaus der Wind- und Solarenergie befasst sich niemand mit den massiven Auswirkungen, die dieser beispiellose Wandel auf die lokalen Ökosysteme hat – insbesondere auf gefährdete Wildtierpopulationen.

Die Wiener Grünen plakatierten im letzten Wahlkampf sogar, dass sie die Vögel nicht mehr hören können. Das ist allerdings kein Wunder, sieht man sich wie massiv die Region rund um Wien mit Windrädern verunziert wurde.

Die Autoren der Studie schreiben in der Zusammenfassung:

„Die Auswirkungen erneuerbarer Energien reichten weit über den Standort der Energieerzeugung hinaus und beeinträchtigten Vogelpopulationen in weit entfernten Regionen entlang kontinentaler Migrationsrouten. Populationen von Arten, die mit Graslandschaften in Verbindung stehen, in denen Windkraftanlagen standen, waren am anfälligsten für Windenergie. Populationen nachtaktiver Zugvogelarten waren am anfälligsten für Solarenergie, obwohl sie in der Regel nicht mit Wüsten in Verbindung stehen, in denen sich die von uns untersuchten Solaranlagen befanden.“

Um einen „Effekt auf Populationsebene” auf eine gefährdete Vogelart zu haben, haben die Autoren einer neuen Studie klargestellt, dass die durch Wind- und Solarenergie verursachten Todesfälle in Kalifornien einen „Rückgang der Populationswachstumsraten um mindestens 20 %” für die 23 von ihnen analysierten priorisierten Vogelarten bewirken müssen.

Eine Studie aus Schweden hatte übrigens gezeigt, dass die Eiersterblichkeit in der Nähe von Windräder erhöht ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Vibrationen während der Tage 5 bis 8 der Entwicklung von Hühnereiern die Sauerstoffaufnahme in der Allantois-Membran hemmen können. Die Windräder produzieren Infraschall mit niedrigen Frequenzen unterhalb des hörbaren Bereichs, der sich über große Distanzen ausbreitet und auch in 50 km noch  messbar ist.

In diesem TKP-Buch findet sich alles Wissenswerte über die Schäden durch Windparks:


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6 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 28. September 2025 um 9:47 Uhr - Antworten

    Klima ist Vergangenheit https://de.wikipedia.org/wiki/Klima und kann nicht geschützt werden!!

    Alps were Ice-Free around 3,350 Years Ago, According to the Peer-Reviewed Literature Published in ‚Nature‘
    2023_05_28
    https://fackel.substack.com/p/alps-were-ice-free-around-3350-years

    Alpengipfel waren vor 6000 Jahren bis hoch hinauf eisfrei
    2020_12_17
    https://www.swissinfo.ch/ger/alpengipfel-waren-vor-6000-jahren-bis-hoch-hinauf-eisfrei/46231498
    New glacier evidence for ice-free summits during the life of the Tyrolean Iceman
    2020_12_17
    https://doi.org/10.1038/s41598-020-77518-9

    Gletscherschmelze legt Römerzeit-Siedlungen und Weltkriegsbomber frei
    2024_09_10
    https://www.derstandard.de/story/3000000235733/gletscherschmelze-legt-roemerzeit-siedlungen-und-weltkriegsbomber-frei

    Eisfreie Alpen zu Ötzis Zeit_ Ein Realitätscheck
    2024_09_26
    https://tkp.at/2024/09/26/eisfreie-alpen-zu-oetzis-zeit-ein-realitaetscheck/

    Melting Glacial Ice in Norway Reveals Intact Bronze-Age Arrow
    “Most of the ice here in Norway will be gone in this century. You can say that we are melting back in time,” said archaeologist Lars Holger Pilø.
    2023_09_26
    https://hyperallergic.com/846838/melting-glacial-ice-in-norway-reveals-intact-bronze-age-arrow/

    Gegen die Klimalüge: Eisschmelze in Rocky Mountains gibt 5.900 Jahre alten Wald frei
    2025_03_05
    https://report24.news/gegen-die-klimaluege-eisschmelze-in-rocky-mountains-gibt-5-900-jahre-alten-wald-frei/

    „Meilenstein“ für Klimaforschung mit Hilfe von Dinosaurier-Zähnen
    2025_08_08
    https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/goettingen-klimaforschung-mithilfe-von-dinosaurierzaehnen,klimaforschung-100.html
    Die Untersuchung zeigt, dass die Luft vor etwa 150 Millionen Jahren schon viel Kohlenstoffdioxid (CO2) enthalten habe. Laut der Wissenschaftler sogar viermal so viel wie zur Zeit vor der Industrialisierung – das heißt, bevor der Mensch große Mengen des Treibhausgases in die Atmosphäre ausstieß.
    Aktivere Pflanzen zu Zeiten der Dinosaurier
    Der höhere CO2-Gehalt in der Luft und die höhere durchschnittliche Jahrestemperatur führten dazu, dass die Pflanzen damals mehr Photosynthese betrieben haben, so die Forscher weiter

    NASA-Satellitendaten belegen „schockierend großen“ Düngeeffekt durch CO₂
    2021_10_20
    https://www.epochtimes.de/umwelt/nasa-satellitendaten-belegen-schockierend-grossen-duengeeffekt-durch-co%E2%82%82-a3625655.html
    • Environmental Drivers of Agricultural Productivity Growth: CO₂ Fertilization of US Field Crops
    …. We consistently find a large CO₂ fertilization effect: a 1 ppm increase in CO₂ equates to a 0.4%, 0.6%, 1% yield increase for corn, soybeans, and wheat, respectively. …
    https://www.nber.org/papers/w29320

  2. Gabriele 28. September 2025 um 9:10 Uhr - Antworten

    Auch hier: Zusätzlich die Strahlung von 5 G & Co…. basisblöd, wer denkt, das sei harmlos für egal welche Tierpopulation. Die Summe macht’s und vielleicht erleben wir bald einen so „stillen“ Frühling, dass die Menschen sich vor Panik in die Zunge beißen werden…. kein Laut mehr, kein Vogelgesang, kein Insekt weit und breit (jetzt schon in vielen Landstrichen)… aber dann haben wir ja das Smartphone und Smart-TV, damit uns nicht langweilig wird. Und die bösen Mücken können keine „Pandemie“ mehr auslösen, wir werden alle glücklich und gesund sein bis an unser (baldiges) Ende.

  3. OMS 27. September 2025 um 13:11 Uhr - Antworten

    Die grünen Naturschützer behaupten aber, dass die bösen Freigänger unter den Hauskatzen am Vogelsterben die Hauptschuld tragen! Dass wir bereits eine viel zu große Population an Rabenvögel und Raubvögel haben, welche den Singvögel den Rest geben, darf gar nicht gedacht oder angesprochen werden.

    • Karsten Mitka 28. September 2025 um 17:48 Uhr - Antworten

      Deswegen wollen die gleichen Tierschützer ja auch, daß Jäger freilaufende Katzen bejagen dürfen, also töten. Finde die Logik. Um das zu verhindern verlangt man vom Halter, daß die Katze das Haus/Grundstück nicht verlässt. Katzen weden sich sicher daran halten.

  4. Jan 27. September 2025 um 12:53 Uhr - Antworten

    Die Studie zeigt bezüglich Fledermäusen eine Lösung auf:

    „such as elevating the manufacturer’s cut-in speed to those critical wind speeds at which bats reduce their activity around wind turbines“

    • Vortex 27. September 2025 um 15:51 Uhr - Antworten

      Weitere Vorschläge sind zu überprüfen:

      Wissenschaftler sollten herausfinden, welche Schallfrequenzen, die rund um solche Windanlagen installiert wären, die Fledermäuse davon abhalten, im Bereich der Windräder hindurchzufliegen, und ähnliches für alle anderen Vogelarten, z. B. mittels aufgezeichneter Angriffsrufe (Jagdrufe) von div. Raubvögeln, wodurch alle kleineren Vogelarten sofort die Flucht ergreifen bzw. solche Gebiete meiden würden. Zusätzlich könnten aufblitzende Lichter auch reale Raubvögel evtl. vor Ort vertreiben.

      Es gibt Erfahrungswerte zum störungsfreien Betrieb von Flughäfen, die Aufträge an Spezialisten für Vogelabwehr* erfolgreich vergeben, die hier ebenfalls sehr hilfreich wären.

      birdbusters.eu/de/wie-bekomme-eine-kostenlose-vogelscheuche/
      aeroexpo.online/de/luftfahrt-hersteller/vogelscheuche-flughafen-4427.html
      vogelabwehr.at/de/vogelschlag-flughafen/

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