Desinformation über Austritt Ungarns aus der EU und Beitritt zu den BRICS-Staaten

22. September 2025von 3,9 Minuten Lesezeit

Egal wie oft Orbán betont, dass er in der EU bleiben will, und egal wie katastrophal ein Austritt aus der EU für die Wahlchancen seiner Partei wäre, alle paar Monate verbreitet sich wie auf Knopfdruck das Gerücht, dass er austreten will.

Es wurde eine Desinformationskampagne in deutscher Sprache gestartet, wonach Ungarn aus der Europäischen Union austreten und den BRICS-Staaten beitreten soll. Obwohl die Informationskampagne auf völlig falschen Informationen basiert, verbreitete sie sich rasch in den sozialen Medien, darunter auch eine übersetzte Version in Tschechien.

Wer steckt hinter diesen Kampagnen? Soros oder eine von ihm finanzierte Organisation, ist das erste was einem dazu einfällt. Es könnten auch oppositionelle Aktivisten in Ungarn sein, aber da einige dieser Kampagnen in Fremdsprachen wie Deutsch geführt werden, könnten es auch staatliche Geheimdienste, ausländische NGOs und andere zwielichtige Akteure sein, die Ungarn diskreditieren wollen. Angesichts der bevorstehenden nationalen Wahlen in Ungarn in diesem Jahr ist davon auszugehen, dass diese Kampagnen noch häufiger werden.

Diesmal berichtete die tschechische Nachrichtenagentur Novinky, die normalerweise kein Freund der Regierung Orbán ist, dass der Beitrag über den Austritt Ungarns aus der EU aus vielen Gründen falsch ist.

„Schließlich hatte Ungarn bis Ende letzten Jahres die Präsidentschaft der Europäischen Union inne. Im November fand sogar ein informelles Treffen des Europäischen Rates in Budapest statt, bei dem die Budapester Erklärung zur Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der Union verabschiedet wurde“, schrieb die Zeitung.

Darüber hinaus erklärte der ungarische Außenminister Peter Szijjártó, dass die BRICS „für viele Länder eine attraktive Organisation“ sei und sein Land bereit sei, mit ihr zusammenzuarbeiten, aber eine Mitgliedschaft komme zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage.

Was den Austritt Ungarns aus der EU betrifft, so gibt es seit einiger Zeit Gerüchte darüber, insbesondere von Seiten der Opposition, die sich bewusst ist, dass die Ungarn fest entschlossen sind, in der EU zu bleiben.

„Ähnliche Berichte über einen Austritt Ungarns aus der Europäischen Union gab es bereits 2023. Damals sollte Orbán in seiner Neujahrsrede den Austritt des Landes aus der EU-27 verkünden. Letztendlich wurde die Panik durch Faktencheck-Projekte und die ungarische Botschaft in Prag gemildert. Obwohl Orbán die Europäische Union seit langem kritisiert, erwägt er keinen Austritt. Im Gegenteil. Seiner Meinung nach würde dies Ungarn eher schaden“, schrieb Novinky.

Tatsächlich hat Orbán im Laufe der Jahre wiederholt betont, dass sein Land die EU auf keinen Fall verlassen werde. Stattdessen verfolgt er das konkrete Ziel, die EU zu einer Kraft zu machen, die die nationale Souveränität respektiert und insgesamt eine konservativere Organisation ist – sicherlich eine große Herausforderung für ein derzeit von der Linken dominiertes Brüssel. Zu diesem Zweck war Orbán maßgeblich an der Gründung der Fraktion „Patrioten Europas“ im Europäischen Parlament beteiligt.

Wenig überraschen kommen auch von EU-Politikern wie dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk immer wieder derartige Gerüchte:

„Lieber Donald,

Machen Sie sich nicht zu große Hoffnungen. Ungarn wird die EU nicht verlassen. Wir werden sie mit der @PatriotsEU umgestalten und sie wieder in den Zustand versetzen, in dem sie sich befand, als Polen und Ungarn der EU beitraten.

Damals dienten die Brüsseler Bürokraten dem Volk und nicht sich selbst. Damals mischten sich die Brüsseler Bürokraten nicht in die internen politischen Debatten der Mitgliedsstaaten ein, wie sie es heute in Polen und Ungarn tun“, konterte Orbán Anfang des Jahres gegenüber dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk.

Novinky hat die Zahlen genauer unter die Lupe genommen.

Es stellte sich heraus, dass 85 Prozent der ungarischen Exporte in EU-Märkte gehen, was ein wichtiger Grund dafür ist, dass Ungarn keine Pläne hat, die EU zu verlassen. Ungarn ist zusammen mit anderen Ländern stark in die deutsche Lieferkette integriert. Außerdem ist es ein Binnenland, was einen Austritt umso schwieriger macht.

Die Ungarn wiederum unterstützen den Verbleib in der EU voll und ganz. Umfragen zeigen, dass bis zu 85 Prozent der Ungarn in der Union bleiben wollen.


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10 Kommentare

  1. cwsuisse 23. September 2025 um 10:00 Uhr - Antworten

    Die EU – Kommission hat die Desinformation in Europa so weit vorangetrieben, dass man keinen Meldungen der Mainstream – Medien mehr Glauben schenken kann.

  2. Nurmalso 23. September 2025 um 7:21 Uhr - Antworten

    Ungarn hat so gut wie keine Rohstoffe zu bieten. Was mir bekannt ist, hat Ungarn paar Transistorbücher herausgebracht, aber sonst so hat Ungarn nichts schlaues an Know-how zu bieten. Die Karikó ist nach USA ausgewandert, weil sie dachte die wird die außer Landes die Größte. Doch auch da war die Erfindung ihrer modifizierten N1-Methyl-Pseudo-Uridinbase für den mRNA-Impfstoff nur ein Flop und hat Milliarden Menschen nur Leid gebracht.

  3. Daisy 23. September 2025 um 6:24 Uhr - Antworten

    Ungarn wird die EU solange nicht verlassen, solange es Geld von ihr bzw. von den Nettozahlern erhält; es ist Nettoempfänger. Weiters erhält ja Orban auch immer was für seine div. Androhungen. Am Ende fällt er regelm. um, weil man ihn bestochen hat.

    Dass er es schafft, die EU zu ändern, ist unrealistisch. Sobald die EU crasht (das wird bald sein), tritt Ungarn aus und wendet sich den BRICS zu, mit denen es bestimmt schon Gespräche darüber geführt hat. Ein weiterer Grund, der den Austritt beschleunigen könnte, ist das Ende der Öl-Versorgung über die Druschba – diesen Winter (btw ich habs Haus schon mit Brennholz voll – innen und außen). Auch Fico ist ein ähnlicher Fall, der sich aber auch immer wieder kaufen lässt. Übrigens mit nicht vorhandenem Geld, geliehen, Nullen am PC, nicht gedruckt…

    Ähnlich werden sich in weiterer Folge alle ehem. Ostblockstaaten verhalten. Italien kommt als nächstes…schließlich bleibt Schland übrig und wird islamisch…afrikanisch/arabisch..man wird dort aber auch das Klima nicht mehr retten wollen, sondern von Ackerbau und Viehzucht (das Fettschaf ersetzt das Schwxin) leben, denn Deutschland hat ja gute Böden, anders als zB in Syrien oder Afghanistan, wo man herkommt. Erdöl gibt es keins, aber gewiss klappt der Mohnanbau..

    Österreich kann sich retten und wird zu einem Alpen-Mozartkugeln-Disneyland. Nur Wien wird islamisch und sich nach einem Referendum an die Türkei anschließen analog Krim zu Russland. Mit den bladen Sozibürgermeistern ist es dann aus. Frägt sich aber, wovon die dann leben, wenn sie kein Geld mehr vom Bund erhalten. In Wien kann man nur wenig Ackerbau betreiben…nun, vielleicht vom Drogenhandel und Führungen in Schönbrunn, was aber eher unrealistisch ist, eher wird das gesprengt, ebenso wie der gute alte Steffl…

    • alt und konservativ 23. September 2025 um 8:59 Uhr - Antworten

      Liebe Daisy, eine m.M.n. ziemlich realistische Einschätzung. Allerdings ist mir nicht klar, wo, wann oder warum Orban umgefallen sein soll. Er ist, glaubt man dem ms, der ja durch diese kontraproduktive EU Kommission befeuert wird, einer der herbeifabulierten Beelzebuben in der EU. Eine eu, die ihre schmutzigen Finger in vielen Staaten, auch außerhalb der eu, hat. Regimechange könnte der 2. Vorname sein, da haben die Eurokraten viel von den US Amerikanern gelernt und übernommen. Dass Orban sich moderat anpasst ist natürlich dem Geld geschuldet, aber trotzdem ist bei ihm ein Mann noch ein Mann und eine Frau eine Frau und er hofiert auch nicht einen Krieg gegen Russland, egal wieviel Geld fließen soll. Davon abgesehen, werden seinem Land einige Mrd Euro, die ihm zustehen, vorenthalten mit der Begründung fehlender Rechtsstaatlichkeit. Wenn man bedenkt, wer diese Argumente aufführt, ist das doch geradezu lächerlich, wäre es nicht so traurig. Ich hoffe für die Ungarn, dass sie sich nicht von den globalistischen Gegnern Orbans hirnwaschen lassen und bei ihrer konservativen Linie bleiben. Orban und seine Ungarn haben wohl noch den „bösen“ gesunden Menschenverstand. Der fehlt hier dank jahrzehntelanger Hirnwäsche dem größten Teil der Wähler. In diesem Sinne: bitte nicht alles aus dem ms
      1 zu 1 übernehmen-nur selber denken macht schlau!

    • Varus 23. September 2025 um 11:03 Uhr - Antworten

      vielleicht vom Drogenhandel und Führungen in Schönbrunn, was aber eher unrealistisch ist, eher wird das gesprengt, ebenso wie der gute alte Steffl…

      Wieso sprengen, wenn die Bauten Devisen einbringen? Steffi könnte wie Haga Sophia zur Moschee werden, so Allah will (Friede sei mit ihm!). Der Vorteil für Touristen: Als wir 2008 in Istanbul waren, mussten wir für Haga Sophia bezahlen, während etliche Moscheen umsonst waren.

      • Daisy 24. September 2025 um 5:37 Uhr

        Eher wird der Steffl das Schicksal mit der Notre Dame teilen, die man kein zweites Mal wiedererrichten wird…

  4. Jan 22. September 2025 um 22:55 Uhr - Antworten

    „die EU zu einer Kraft zu machen, die die nationale Souveränität“

    Ein erster Schritt wäre es, die ungewählte Totengräberin auszuwechseln.

    Die BRICs sind wirtschaftlich interessant, sie haben Energie und wachsende Märkte, aber die Ungarn haben wohl nichts, was sie tauschen könnten?

    • alt und konservativ 23. September 2025 um 9:01 Uhr - Antworten

      Die Ungarn haben nicht mehr und nicht weniger als sie heute der eu bieten können. Scheinbar reicht das aber trotzdem für eine Mitgliedschaft. Warum sollte das bei den BRICS anders sein?

  5. rudifluegl 22. September 2025 um 20:34 Uhr - Antworten

    “ – sicherlich eine große Herausforderung für ein derzeit von der Linken dominiertes Brüssel.“
    Wenn das linke sind, zumal traditionelle Linke, dann befinde ich mich irgendwo in der Antimaterie wo sich explosionsgefährdete Huchs und Fasen nute Gacht zu zwitschern!
    Das sind stiefelleckende Schreckensgestalten die sich vor lauter tief bücken nicht bis zum Ars… der feudalen neoliberalen hochschlecken können. Weder von der rechten oder linken Seite. Auch nicht mit lang gezogener gespaltener Zunge.
    Um es mal ganz gewählt und sanft auszudrücken!

  6. Varus 22. September 2025 um 17:28 Uhr - Antworten

    Soros oder eine von ihm finanzierte Organisation, ist das erste was einem dazu einfällt.

    Wollte Trump nicht sich dieses gesamte Netzwerk vorknüpfen? Es wäre höchste Zeit – und bitte nicht nur in den USA.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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