Frühzeitige Smartphone-Nutzung verschlechtert psychische Gesundheit bei jungen Frauen

3. August 2025von 4,5 Minuten Lesezeit

Fast die Hälfte der jungen Frauen, die im Alter von fünf oder sechs Jahren ein Smartphone erhielten, berichten heute von Selbstmordgedanken, verglichen mit nur 26 Prozent derjenigen, die ihr Smartphone erst mit 13 Jahren oder später bekamen.

Ähnliche, aber geringere Auswirkungen wurden bei jungen Männern beobachtet. Die psychische Gesundheit verschlechterte sich mit zunehmendem Alter bei der ersten Nutzung eines Smartphones drastisch: Bei denjenigen, die im Alter von fünf Jahren ein Smartphone erhielten, lag der Wert bei nur einem Punkt, während diejenigen, die bis zum Alter von 13 Jahren warteten, 30 Punkte erreichten. Gemessen wurde dies anhand von 47 Indikatoren für emotionale, soziale und kognitive Funktionen.

Eine neue internationale Studie des Global Mind Project hat einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem frühen Besitz eines Smartphones und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit im frühen Erwachsenenalter festgestellt. Fast die Hälfte der Frauen, die ihr erstes Gerät im Alter von fünf oder sechs Jahren erhielten, berichten heute von Selbstmordgedanken.

Die Studie von Tara C. Thiagarajan et al mit dem TitelProtecting the Developing Mind in a Digital Age: A Global Policy Imperative“ (Schutz der sich entwickelnden Psyche im digitalen Zeitalter: Eine globale politische Notwendigkeit) erschien im Juli dieses Jahres im Journal of Human Development and Capabilities.

Sie untersuchte mehr als 100.000 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren in 163 Ländern – dem Kern der Generation Z, der ersten Generation, die von frühester Kindheit an mit Smartphones und sozialen Medien aufgewachsen ist. Das Global Mind Project unter der Leitung der Neurowissenschaftlerin Dr. Tara Thiagarajan von Sapien Labs analysierte Daten von fast zwei Millionen Menschen, um zu verstehen, wie sich der frühe Kontakt mit Smartphones und sozialen Medien auf die langfristige emotionale, soziale und kognitive Funktionsfähigkeit auswirkt.

Es zeigt ein konsistentes und beunruhigendes Muster: Je früher ein Kind sein erstes Smartphone bekommt, desto schwerer sind seine psychischen Probleme im frühen Erwachsenenalter. Zu den alarmierendsten Ergebnissen gehört, dass 46 Prozent der jungen Frauen, die ihr erstes Smartphone im Alter von fünf oder sechs Jahren erhielten, heute Selbstmordgedanken haben, verglichen mit nur 26 Prozent derjenigen, die bis zum Alter von 13 Jahren oder älter gewartet haben. Bei Männern ist die Rate ebenfalls erhöht und steigt je nach Alter bei der ersten Smartphone-Nutzung von 17 Prozent auf 28 Prozent.

Die Werte für das psychische Wohlbefinden, gemessen auf einer Skala mit 47 psychologischen Funktionen, sanken je nach Alter bei der ersten Smartphone-Nutzung dramatisch. Diejenigen, die ihr erstes Smartphone im Alter von 13 Jahren erhielten, erreichten im Durchschnitt 30 Punkte auf der Wohlbefindenskala. Bei denjenigen, die bereits im Alter von fünf Jahren ein Smartphone erhielten, sank der Wert auf nur einen Punkt.

Andere schwerwiegende Symptome, darunter Halluzinationen, Realitätsverlust und emotionale Dysregulation, traten bei frühen Smartphone-Nutzern deutlich häufiger auf. Junge Frauen waren besonders anfällig und wiesen deutlich höhere Raten an Selbstbildproblemen, emotionaler Instabilität und verminderter Resilienz auf. Junge Männer hingegen berichteten von größeren Schwierigkeiten mit Empathie, Gelassenheit und emotionaler Stabilität.

Während der Rückgang weltweit zu beobachten ist, waren die englischsprachigen Länder, insbesondere die USA, Großbritannien, Kanada und Australien, stärker betroffen als ihre Altersgenossen in Afrika, Südasien und dem Nahen Osten. Die Forscher führen dies sowohl auf die frühere durchschnittliche Verbreitung von Smartphones als auch auf ein „größeres Volumen an schädlichen, hypersexualisierten oder ausbeuterischen Inhalten” in englischsprachigen digitalen Räumen zurück, die durch KI-gestützte Social-Media-Algorithmen angetrieben werden.

Die Studie ergab auch, dass zwar Smartphones das Übertragungsmedium sind, aber offenbar soziale Medien einen Großteil des Schadens verursachen.

Der Zugang zu sozialen Medien erklärt etwa 40 Prozent des Zusammenhangs zwischen frühzeitiger Smartphone-Nutzung und schlechten psychischen Gesundheitsergebnissen. Cybermobbing (10 Prozent), gestörte Familienbeziehungen (13 Prozent) und Schlafstörungen (12 Prozent) spielten ebenfalls eine bedeutende Rolle, wobei viele dieser Faktoren durch Social-Media-Plattformen, die eine rund um die Uhr Nutzung fördern, noch verstärkt werden. Insbesondere Schlaf erwies sich als kritischer Faktor. Kinder mit frühzeitigem Smartphone-Zugang leiden häufig unter erheblichen Schlafstörungen, nicht nur durch soziale Medien, sondern auch durch Spiele, Streaming und andere bildschirmbasierte Aktivitäten.

Autoren fordern Politik zur Einführung von Altersbeschränkungen für Smartphones auf

Als Reaktion auf diese Ergebnisse fordern die Forscher umfassende politische Änderungen, um den Zugang von Kindern zu Smartphones und sozialen Medien zu regulieren.

Zu ihren Empfehlungen gehören Mindestalterbeschränkungen für den Besitz von Smartphones und den Zugang zu sozialen Medien, idealerweise nicht vor dem 13. Lebensjahr, obligatorische digitale Kompetenzvermittlung, bevor Kinder sozialen Medien beitreten dürfen, abgestufte Zugangsbeschränkungen, bei denen jüngere Kinder nur einfache Telefone ohne Internet oder Social-Media-Apps nutzen dürfen, sowie eine strengere Durchsetzung der Altersbeschränkungen und Strafen für Technologieunternehmen, die diese nicht einhalten.

„Genauso wie wir den Konsum von Alkohol und Tabak sowie das Führen von Kraftfahrzeugen aufgrund der Risiken für die Entwicklung von Körper und Geist auf ältere Jugendliche und Erwachsene beschränken, sollten wir auch Smartphones und soziale Medien während der entscheidenden Entwicklungsjahre einschränken“, so die Autoren.

Die Gefahr dabei ist allerdings, dass diese Forderung von der Politik – insbesondere von den EU-„Führern“ für weitere Zensurmaßnahmen genutzt wird.

Image by Cyn Yoder from Pixabay

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4 Kommentare

  1. Karsten Mitka 3. August 2025 um 17:39 Uhr - Antworten

    Und schon im Babyalter vorgemacht von den meisten Eltern, da wird sich mit Kippe im Maul und Smartphone in der Hand über den Kinderwagen gebeugt. Sehe ich leider allzu oft.

  2. Gabriele 3. August 2025 um 14:55 Uhr - Antworten

    Sollte niemanden wundern, bei all den Forderungen, die auf diesem Weg an Kinder und junge Mädchen herangetragen werden – wann sie perfekt und wann sie „fehlerhaft“ sind (eh immer…) und was sie dafür „leisten“ sollen, als normal zu gelten. Dazu kommt die woke Community, die das Geschlecht in Frage stellt. Zudem noch muss man „Powerfrau“ mit Beruf und perfekte Mutter von perfekten Kindern sein. Und ein Sexpüppchen für den Freund oder Ehemann, der sein „Wissen“ darüber aus widerlichen Pornos bezieht, wo bereits alles als normal gilt, was früher aus guten Gründen als abartig galt. Da soll frau nicht psychisch krank werden?? Und Männer vielleicht oft lieber schwul, als sich einem gesunden männlichen Vorbild und damit einer Realität zu stellen, in der er nicht nach dem morgendlichen Duschen (falls er das noch schafft) bereits dem Burnout anheim fällt und sich gleich wieder hinlegt. Frauen wollen auch keine solchen Partner, nehme ich an. Die klügeren bösen „alten weißen Männer und Frauen“ meines Alters haben nicht umsonst schon nach den ersten Handys gemeint: Das wird irgendwann böse enden…
    Wenn man heute den Leuten schon sagen muss, wie sie für eine Stunde das dämliche Kastl weglegen ohne hysterisch zu werden, ist unsere Gesellschaft wahrlich am Ende.

  3. Patient Null 3. August 2025 um 11:17 Uhr - Antworten

    Man hat 20 Jahre nichts gemacht, jetzt wirds schwierig das wieder rauszukriegen. Das einfachste wäre schonmal die aus Schulen zu verbannen. Scheitert derzeit daran das wir keine einheitliche Bildungspolitik haben und einige, speziell die Grünen, meinen Erziehung ist unnötig.

  4. local.man 3. August 2025 um 11:16 Uhr - Antworten

    Diese modernen Wanzen die gleichzeitig Unterhaltung bieten, lösen nicht aus sich heraus die Probleme aus.
    Ein Verbot für Kinder bedeutet zudem auch wieder eine Kontrolle der sich irgendwie alle unterziehen müssen, sonst kann man dies ja schlecht beurteilen. Wie sollte diese Kontrolle aussehen? Kaufen kann so eine Wanze ja auch das Elternteil, also müsste die Nutzung überwacht werden.
    Dies bedeutet also eine Art Identifikation vor und während der Nutzung.
    Also müssen alle sich einer Kontrollfunktion unterwerfen..

    Dies ist also abzulehnen, da es nur die Macht der Herrschenden über jeden stärkt bis maximiert.

    Zudem diese ganzen Probleme von Selbstmord bis Depression usw. daher rühren, da man sich nun oberflächlich wie alles gemacht und geworden ist, permanent vergleicht.

    Die Vergleiche und wie man angeblich sein sollte, also diese Illusionen aus Hollywood und Social Media verfälschte Realität, wird zum Maßstab, der vor allem im Bereich Schönheit die Frauen/Mädchen zerstört körperlich, seelisch und mental und im Bereich Männlichkeit, Alpha, dicke Muskeln Waschbrettbauch, die Männer triggert und sie ebenso massiv immer mehr konform macht. Wobei es bei den Männern noch eine gespaltene Idiologie gibt. Die die von Hollywood geschürt wird, vom braven verweiblichten Mann und die von Social Media Videos Gegenbewegung, die aus jedem einen toxischen Alpha machen will.
    Beide Extreme entfremden ebenso.

    Genau aus dieser Problematik, und wie extrem gut diese Bespielung des Denkens durch diese Scheinrealität funktioniert, ergeben sich gesellschaftlich massive Probleme und das seit Jahrzehnten zunehmend.

    Zudem es auch eine Art Inflation der Idiale gibt. Es steigert sich hier zusehens zu etwas, dass man im Grunde nicht mehr erreichen kann, wenn man nicht nachhilft durch Ops, Spritzen usw.

    Das was die Ebene darüber passiert ist aber ebenso beachtlich.
    Die Menschen werden schleichend zusehens auch emotional, immer mehr zu so eine Art Maschine gewandelt.
    Ich merke dies im Verhalten, im Aussehen und in der Art und Weise wie Beziehungen funktionieren, wie menschliche Wärme, Herzensgüte, das Leben sozusagen aus den Menschen weicht und ersetzt wird durch diese Gleichschaltung zur eher emotionslosen, aber äußerlich perfekten Fehlidentität.

    Wir verlernen was Leben eigentlich ist und ersetzen dies mit der Scheinrealität, leben zusehens im Digitalen und verhalten uns auch alle so, als müsse jeder Handgriff sitzen. Ein Schaulaufen sozusagen im Supermarkt ebenso wie im Beruf.

    Das diese Verhalten den Menschen aber zerstören, man am Abend Heim kommt, wo man unbeobachtet sein kann und alles abfällt an Schauspiel, man wieder Mensch sein kann, schlussendlich es in Depressionen, Lebensmüdigkeit, innere Leere und Einsamkeit mündet, ist natürlich eine logische Folge dieser verfälschten Lebensweisen.

    Eine Gesellschaft ist krank gespielt und wird durch Vorgaben in denen man sich bewegen kann, permanent manipuliert.
    Weicht man davon ab, wird man sehr schnell als nicht normal, bis hin zu systemfeindlich etikettiert.

    Ausbrechen ist ebenso sehr schwer, da unsere angebliche Freiheit nur eine Eintscheidungsfreiheit in vorgegeben Rahmen mit bestimmter Auswahl ist. Diese macht uns erst konform und hält die Systemstabilität aufrecht.

    Abweichen davon ist nicht nur unerwünscht, weil es diese Normen der Gesellschaft in Frage stellt, sie wird dann sogar bekämpft, wenn es das System gefährdert. Solange man sich in der bereitgestellten Weidefläche aufhält und sich berechenbar so verhält, wie die Wahlmöglichkeiten es zulassen, hat man auch keine Probleme und gilt als ordentlicher Bürger, der seine Existenz als Ratte im Käfig nicht erkennt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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