Österreich verweigert geschenkte Bitcoin

22. Juli 2025von 2,1 Minuten Lesezeit

Der österreichische Staat hätte eine kleine Summe Bitcoin übergeben bekommen, doch das Finanzministerium will die Kryptowährung nicht haben. 

Viele Staaten und mittlerweile auch die USA haben den Bitcoin in ihre Politik integriert und versuchen zu profitieren. El Salvadors Bitcoin-Investment steht im Juli 2025 teilweise bei einer halben Milliarde US-Dollar. Auch die USA und einzelne US-Bundesstaaten stehen vor der offiziellen Aufnahme von Bitcoin als Reserve. In Österreich ticken die Uhren aber langsamer. Das Finanzministerium verweigerte kürzlich eine Bitcoin-Schenkung.

Christian Friedl ist Mitinitiator des Volksbegehrens „Bitcoin für Österreich“. Mitte Juni brachte er eine sogenanntes Bitcoin Card-Wallet an die Poststelle des Finanzministeriums. Auf der Adresse lagen 0,00070021 BTC (Gegenwert mehr als 70 Euro), die Friedl dem Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) übergeben wollte. Dazu eine Anleitung:

Aus Gründen der Sicherheit und der langfristigen Verwaltbarkeit empfehle ich, das übertragende Guthaben baldmöglichst auf eine vom Bundesministerium für Finanzen selbst generierte Bitcoin-Adresse zu transferieren. Sollte das Bundesministerium für Finanzen die Zuwendung nicht annehmen wollen, ersuche ich um eine formlose Mitteilung sowie um Rückgabe der ungeöffneten Card-Wallet.“

Vom Finanzministerium kam keine Reaktion gegenüber Friedl. Aus einer parlamentarischen Anfrage ging hervor, dass das Finanzministerium zum 3. Juni – rund eine Woche vor Friedls Geschenk – keine Bitcoin oder andere Kryptowährungen in Besitz hat. Ein Medium fragte beim Ministerium für Friedl nach. Die Antwort: Das „Geschenk“ wird nicht angenommen und retourniert. Auf X sagte Friedl:

„Ich nehme an, dass damit vermieden werden soll, Bitcoin als Vermögenswert offiziell zu verbuchen und nach den Grundsätzen des Bundeshaushaltsgesetzes zu verwalten. Mir war und ist es wichtig, einen Beitrag zur Diskussion über den Umgang mit digitalen Vermögenswerten in Österreich zu leisten. Die Entscheidung des Finanzministeriums respektiere ich, auch wenn ich sie nicht teile.“

Sollten die 0,00070021 BTC in der Zukunft einen substanziellen Wert haben, werden sich die Bürger wohl über die Entscheidung des Finanzministeriums empören.

Die Krypto-Fachzeitschrift Blocktrainer schreibt dazu:

„Sollten die 0,00070021 BTC in der Zukunft einen substanziellen Wert haben, werden sich die Bürger wohl über die Entscheidung des Finanzministeriums empören. Dass Österreich in die Fußstapfen der USA treten wird, indem das Land ebenfalls eine strategische Bitcoin-Reserve errichtet, scheint zum aktuellen Zeitpunkt in jedem Fall höchst unwahrscheinlich zu sein.“

Bild „Bitcoin statistic coin ANTANA“ by antanacoins is licensed under CC BY-SA 2.0.

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6 Kommentare

  1. Leontinger 27. Juli 2025 um 13:30 Uhr - Antworten

    Sehr gute Erklärung des Bitcoin.
    Wie schaut die Bezahlung in echt aus? Ich kaufe zB ein Auto und bezahle in Bitcoin?

  2. Leontinger 24. Juli 2025 um 0:36 Uhr - Antworten

    Ich weiß zu wenig über Bitcoin.
    Nur, dass es ein großer Stromfresser ist.
    Und elektrische Energie kostet Geld.
    Oder ähnelt es dem Pyramidenspiel?
    Eine einfache Erklärung täte mir gut.
    Danke!

    • local.man 27. Juli 2025 um 8:38 Uhr - Antworten

      Im Grunde ist der Bitcoin einfach nur ein Datensatz, der dann als Zahl ausgegeben wird für uns und dann mit unserer Fiat Währung ins Verhältnis gesetzt, aus der eine angebliche Wertigkeit entsteht.. Anfangs war der US Dollar mehr Wert als 1 Bitcoin, jetzt ist der Bitcoin nicht mehr Wert, der Dollar durch immer mehr Geld drucken weniger Wert. Der Bitcoin hat eine Maximalanzahl an möglichen zu generierenden Bitcoins, also Zahlen ausgedürckt in Hash-Werten, für die Maschinenlesbarkeit und andersrum für uns Menschen dann in verständlichen kurzen Zahlenwerten.
      Es ist also eine Falschdarstellung, wenn man dies immer mit einem Talersymbol abbildet.
      Besser wäre es, die Abbildung mit einem Datensatz-Abbild zu tauschen.

      Die eigentliche Idee hinter diesen Datensätzen ist, dass sie immer einzigartig sind und das es sich um eine verteilte Konten-Technologie handelt, mit der man Sicherheit generieren will und muss, damit kein Betrug entstehen kann.

      Die Verteilung des Hash-Wertes, also einer laaaangen Zahlenkette, um es einfach zu halten, wird auf viele Rechner verteilt und somit besteht eine riesige Menge an Abbildern, mit der man eine Transkaktion dann immer abgleichen kann und es somit sicher sein soll. Dabei bleibt wie beim Bargeld aber keine Speicherung von Daten einer Person übrig, (wobei ich das dennoch bezweifle, denn bei der Übertragung, muss ja auch ein Austausch von mindestens der IP passieren der Rechner.. aber das wird jetzt zu tief in die IT und zu kompliziert das zu erläutern.)
      Denn es ist einfach nur eine Zahl auf einem Rechner zu manipulieren, aber eben nicht eine bestimmte lange Zahlenkette auf Millionen und Milliarden Rechnern. Erst wenn mehr als 50% der Abgleiche positiv sind, wird eine Zahlung akzeptiert.

      Oder anders, je mehr Leute/Rechner, beim Bitcoin mitmachen, desto sicherer wird die Sache, weil die Anzahl der Bestätigungen mitwächst..
      Ok Quantencomputer werden dies wohl binnen wenigen Sekunden knacken dann haha.. aber soweit sind wir ja noch nicht.. Zumindest wir normales.. Ob die Herrschenden da schon dicht dran sind.. wäre denkbar.

      Man bezahlt also oder hält also Datensätze, die durch die DLT Distrubited Ledger Technologie, Verteilte Konten-Technologie, sicher und (angeblich) anonym sind…

      Der der Bitcoin ja mittlerweile riesig hoch geworden ist, wird er nun auch mit Komma hinter der ersten Zahl verwendet, was man als Satoshi bezeichnet.
      Pfennige sozusagen… ALso Statt 1 Euro 50 Cent, wären es dann 1 Bitcoin, 50 Satoshis….

      Dabei ist Satioshi nur der Vorname des angeblichen Erfinderes des Bitcoins…

      Ende..

  3. OMS 22. Juli 2025 um 16:35 Uhr - Antworten

    „Nur Bares ist Wahres“ sagt ein Sprichwort. Obwohl dieses Bare ja auf ein Schuldsystem aufgebaut ist, weil die Politik die Geldhoheit des Staates an Banken verscherbelt hat und somit die Souveränität des Staates und des Volkes verkauft und verraten hat. Und in Notzeiten regiert wieder der Tauschhandel. Ohne Strom kein Bitcoin, ohne Börse kein Handel. Dann wird Leistung gegen Leistung getauscht.

  4. Anna 22. Juli 2025 um 15:44 Uhr - Antworten

    Ich habe mit Bitcoin auch nichts am Hut.

    • ibido 22. Juli 2025 um 20:41 Uhr - Antworten

      Es geht nicht nur um den Einzelnen.
      Personen und Medien, die den Regierenden ein Stachel im Fleich sind, werden mit Kontosperrungen diszipliniert. Andere Banken verweigern Kontoeröffnungen. Zum Beispiel Michael Ballweg, Kayvan Soufi-Siavash (KenFM), Apolut. Mir fallen jetzt nicht alle ein.
      Da ist Bitcoin (derzeit) eine Möglichkeit alternative, aufklärende Medien zu unterstützen, wenn die mit Kontosperrungen gegängelt werden.
      Apolut hat da kürzlich wieder einen Aufruf getätigt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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