Neuer Eiserner Vorhang: NATO-Nordostgrenze wird Minenfeld

27. Juni 2025von 2,1 Minuten Lesezeit

Die Grenze zwischen der EU und Russland sowie Belarus wird zum Minenfeld. Dafür treten fünf EU-Staaten aus dem Antipersonenminen-Sperrvertrag aus. 

Der Eiserne Vorhang ist zurück: Die Grenze zwischen Polen und Belarus ist mit einer Mauer gesichert. Nun wird die EU-Russland/Belarus-Grenze massiv vermint. Und zwar mit eigentlich geächteten Sprengfallen. Ein Minengürtel aus Antipersonenminen soll über Tausende europäischer Kilometer gezogen werden. Um diese geächteten Waffen nutzen zu können, treten die fünf EU-Staaten aus dem Ottawa-Abkommen aus, das die Nutzung dieser Minen verbietet.

Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen werden aus der Konvention von 1997 austreten. Noch im Juni soll diese formelle Austrittserklärung bei der UNO eingereicht werden. Dann ist der Weg frei, um diese Minen wieder zu produzieren, zu lagern und zu verlegen. Mitten in Europa, an der russischen Grenze, wird die idyllische Landschaft dann zu einem tödlichen und explosiven Feld werden.

Insgesamt spricht man hier von einer Länge von über 3.400 Kilometern. Ob die gesamte Grenze zwischen der EU und Russland beziehungsweise Belarus vermint wird, ist nicht bekannt. Dass aber alle Grenzstaaten einen Austritt aus dem Ottawa-Abkommen beabsichtigen, deutet auf eine großflächige Verlegung hin. Die „Bild“, ein für Deutschland wichtiges Presseorgan der NATO, spricht von „Millionen Minen“. Aktuell ist noch nicht entschieden, welche Regionen und Zonen mit den Sprengfallen ausgestattet werden sollen.

Allein Litauen plant, für rund 800 Millionen Euro Anti-Panzer- und Antipersonenminen zu bestellen. In Litauen ist die Angst vor einem russischen Überfall besonders groß, da es durch die russische Enklave Kaliningrad sowohl im Westen als auch im Osten an Russland grenzt. Dazu kommt die Grenze zu Belarus. In der Bevölkerung ist die Unterstützung für den Eisernen Vorhang jedoch weitaus geringer als in der Politik.

Das Ottawa-Abkommen, das völkerrechtlich bindend ist, wurde von 164 Staaten ratifiziert. Es verpflichtet zur Vernichtung von Lagerbeständen, zur Räumung verlegter Antipersonenminen und zur Opferhilfe. Die drei militärischen Großmächte USA, Russland und China sind dem Abkommen nie beigetreten.

Der Eiserne Vorhang nimmt Form an und deutet deutlich auf einen neuen Kalten Krieg statt auf Entspannung hin. Vom hohen Norden bis nach Polen ist die Grenze bereits fixiert, nur noch nördlich des Schwarzen Meeres ist die Grenzlinie umkämpft. Die russische Offensive in der Ukraine ist zuletzt wieder ins Stocken geraten.


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8 Kommentare

  1. Jurgen 29. Juni 2025 um 12:37 Uhr - Antworten

    Aha! Die neue Zonengrenze der EU zum Osten, DDR 3.0, jetzt nur im ganz großen Stil. Hat die deutsch-alliierte EU wirklich ganz Europa erobert? Hinweis: der Bund und deutsches Recht wird komplett in die EU abgewickelt und die deutschen Handelsregister dabei bis 2030 gelöscht…

  2. Toilettentieftaucher 27. Juni 2025 um 18:31 Uhr - Antworten

    Damit möchte man weniger die Russen fernhalten, sondern viel eher die eigene Bevölkerung vor dem Überlaufen „schützen“.

    • Jurgen 29. Juni 2025 um 12:40 Uhr - Antworten

      Wegrennen gilt bald nicht mehr (dem auswandernden Personal droht auch heute schon eine Extrasteuer des Bundes wg. entgangenen Gewinns (Steuern+Abgaben) bis 2030…

  3. Patient Null 27. Juni 2025 um 11:43 Uhr - Antworten

    Finnland

    Denn sie wussten nicht was sie tun, als sie der NATO beitraten, könnte ich mir vorstellen. Ein Land was mal eben von Neutral auf Krieg umgekrempelt wird und das ohne Bedrohung, naja vielleicht eingebildete. Jubeln die Leute da immer noch? Die Lappen hatten damals auf jeden Fall nicht gejubelt, als die USA anfingen ihre Stützpunkte in die Zuggebiete der Rentiere reinzubauen. Jetzt dürfen sie jedenfalls mit der neuen NATO 5% Doktrin auch einen Großteil ihres Einkommens in die Aufrüstung versenken und ihre Moral im Mülleimer der Geschichte. Wohl bekomms.

  4. peru3232 27. Juni 2025 um 11:08 Uhr - Antworten

    Ich sage mal: gut für die Russen! Je stärker dieser Vorhang wird, desto besser geschützt vorm westlichen Wahnsinn. Es bleibt ohnehin nur abwarten, irgendwann zerstört sich das EU-Regime selbst und gegenseitig, denn schlußendlich wird das ganze Waffenarsenal zur gegenseitigen Zerfleischung eingesetzt werden. Je stärker die Grenze dazwischen desto besser gegen marodierende Banden und verführte Überläufer

    • Reinhard Hardtke 27. Juni 2025 um 11:44 Uhr - Antworten

      Genau das ist mir auch sofort beim lesen dieses Artikels eingefallen. Gut für die Russen. Und vor allem kann Großbritanien jetzt beruhigt sein*. Gefahr einer russischen Invasion gebannt ;-)

      *https://tkp.at/2025/06/26/kriegshysterie-uk-mit-vorbereitungen-auf-ueberfall/

  5. Jan 27. Juni 2025 um 10:54 Uhr - Antworten

    Der Neue Eiserne Vorhang is sinnlos, da die Ressourcenverteilung eine Kooperation erfordert. Anti-Personen-Minen sind einfach nur satanische Agenda.

    Die Verrückten werden noch ein paar Jahre an der Macht bleiben, bis sie sich selbst umgebracht haben.

    Vielleicht lässt sich die Verlegung noch etwas verzögern?

  6. Satya 27. Juni 2025 um 10:26 Uhr - Antworten

    Die wollen die Grenzen auf Ewig fixieren, was sich als unmöglich herausstellen wird. Das hat man in der DDR gesehen. Eine neue Zonengrenze soll möglicherweise ein Auswandern verhindern und Grenzübertritte in Richtung Russland erschweren. Wäre Russland wirklich am Einmarsch in Westeuropa interessiert, wären diese Minen kaum ein großes Hindernis. Es geht wie immer wiedermal um Geld & Gewinn, sowie Verbreitung von ideologischem Schwachsinn.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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