3 Jahre Sanktionen gegen Russland: EU-Wirtschaft in der Rezession und explodierende Kosten

14. Juni 2025von 2,7 Minuten Lesezeit

Das Sanktionsregime der EU begann 2014 nach dem Maidan Putsch und dem Anschluss der Krim an Russland. Seit Februar 2022 wird es laufend verschärft, sehr zum Schaden der Wirtschaft.

Mehr als drei Jahre nach der Ausweitung des Konflikts durch den Einmarsch russischer Truppen ist die Bilanz der vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen durchwachsen, berichtet il Giornale: Italien und Europa müssen mit explodierenden Energiekosten, unterbrochenen Lieferketten und einem schwächelnden internationalen Handel fertig werden. Der Krieg geht jedoch weiter.

Während der Internationale Währungsfonds für 2021 ein jährliches Wachstum der Weltwirtschaft von 3,8 % prognostizierte, ist diese Zahl heute auf 3,3 % gesunken, wobei die EU mit +1,6 % gegenüber den prognostizierten +2,6 % am stärksten betroffen ist.

Der Rückgang ist kein Zufall. Hinter diesen Zahlen stehen die Energiekrise, die im Herbst 2022 zu einer Verdreifachung der Strompreise geführt hat, die aggressivste geldpolitische Straffung in der Geschichte des Euro, bei der die EZB die Zinsen innerhalb eines Jahres um 400 Basispunkte angehoben hat (auch wenn sie im letzten Jahr wieder auf 2 % gesenkt wurden), und der Einbruch der Exporte nach Russland und Deutschland, das gerade wegen seiner Abhängigkeit von billigen Gas in eine Rezession gestürzt ist.

Dennoch erklärte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis kürzlich, dass man in Bezug auf die Sanktionen „mehr hätte tun können”.

Am Beispiel Italien zeigt der Artikel was genau die massiven wirtschaftlichen Schäden verursacht. Insgesamt beträgt der Schaden allein für Italien zwischen 2022 und 2024 171,4 Milliarden Euro, was 2,9 % des jährlichen BIP entspricht. Diese Zahl umfasst 16,6 Milliarden Euro an ausgefallenen Exporten nach Russland und in die Ukraine, 22,9 Milliarden Euro an Verlusten im Handel mit Deutschland und 76,3 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten für Energieimporte.

Doch trotz dieses Tsunamis hat sich Italien besser behauptet als Partner wie Frankreich und Deutschland und ist zwischen 2021 und 2024 um 3,2 % gewachsen. Dies ist das Verdienst eines diversifizierten Produktionssystems, das Schocks besser abfedern kann, aber auch einer schmerzhaften Erkenntnis: Die Globalisierung ist kein Spiel mit positiver Summe mehr.

Die Sanktionen haben ein asymmetrisches Embargo geschaffen, mit einer strengeren Blockade der Importe aus Russland (91,2 Milliarden Euro, davon 68 % aus Öl, Kohle und Gas) als der Exporte nach Moskau (48 Milliarden). Die EU will nämlich die Sektoren treffen, die den Krieg finanzieren. Die Folge? Der Preis für russisches Rohöl (Urals) ist gesunken, aber die Gesamtexporte Moskaus sind dank der Hinwendung zu China und Indien nur um 12 % zurückgegangen.

Russland freut sich daher über ein Wirtschaftswachstum von etwa 4,5%, das heuer sogar 5% erreichen soll. Es gibt eine relativ hohe Inflation von um die 10%, allerdings wachsen die Löhne und Gehälter noch starker und damit verbessert sich die wirtschaftliche Situation der Lohnabhängigen sogar. Die Hoffnung auf Unzufriedenheit unter den Bürgern Russlands hat sich damit komplett als Illusion erwiesen. Die Zustimmung für Präsident Wladimir Putin liegt konstant über 80%.

An dieser wirtschaftlichen Entwicklung wird auch das 18. Sanktionspaket nichts ändern, mögen die beide Kriegskommissarinnen Leyen und Kallas das noch so sehr heraufbeschwören.

© European Union, 2025, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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3 Kommentare

  1. Jan 14. Juni 2025 um 18:54 Uhr - Antworten

    Deutschland und Europa haben keinen strategischen Energiepartner. Aber die Dumpfbacken haben gemeint, eine Person mit kognitiven Mängeln muss auch einmal Minister sein dürfen. Spätrömische Dekadenz!

  2. cwsuisse 14. Juni 2025 um 14:43 Uhr - Antworten

    Man darf die negativen wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland & Co aus den EU-Sanktionen gegen Russland als Kollektivstrafe für politische Dummheit einordnen, welche unsere Gesellschaft befallen hat, die wie im Deutschland der 30iger Jahre, falschen Einfluesterungen unbesehen folgt.

  3. triple-delta 14. Juni 2025 um 13:00 Uhr - Antworten

    Wir können froh sein, so intellektuell limitierte Politiker in Westeuropa zu haben. Denn die beiden Projekte, die sie verfolgen, schließen sich gegenseitig aus. Das eine Projekt ist die Kolonisierung Osteuropa, letztlich Russlands, und das andere ist die Zerstörung der westeuropäischen Industrie zum Vorteil der USA. Damit sinkt die Fähigkeit selbst Kriege zu führen mit dem wirtschaftlichen Niedergang. Das kann uns schlußendlich das Leben retten.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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