Fast 70 % der Ungarn gegen EU-Beitritt der Ukraine

26. Mai 2025von 4,2 Minuten Lesezeit

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán wird bei seiner Ablehnung eines EU-Beitritts der Ukraine von immer mehr Ungarn unterstützt und hat damit auch die Oberhand im Wahlkampf.

Die Ungarn lehnen die Aufnahme der Ukraine in die EU mit überwältigender Mehrheit ab, was der Anti-Orbán-Opposition schaden könnte, die die Ukraine und deren Bestrebungen auf einen EU-Beitritt unterstützt. Eine aktuelle Umfrage des ungarischen Nézőpont-Instituts zeigt, dass die Ablehnung eines möglichen EU-Beitritts der Ukraine in der ungarischen Bevölkerung zunimmt. Der Anteil der Beitrittsgegner ist von 62 Prozent im April auf 67 Prozent gestiegen, während die Zustimmung von 29 Prozent auf 23 Prozent zurückgegangen ist.

Dieser Trend hält trotz der Bemühungen von Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Tisza-Partei, die mit der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament verbunden ist, an, der eine Unterschriftenaktion für den EU-Beitritt der Ukraine initiiert hat. Auch die pro-ukrainische Stimmung hat in Ungarn in letzter Zeit zugenommen. Es wird allgemein erwartet, dass Magyar bei den nationalen Wahlen im nächsten Jahr gegen den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán antreten wird.

<blockquote class=“twitter-tweet“><p lang=“en“ dir=“ltr“>🇭🇺 More than 5.2 million Hungarians now oppose Ukraine joining the EU. That’s an increase of over 300,000 in just a few weeks according to a new Nézőpont poll.<br><br>📊 Despite pro-Ukraine campaigning and Péter Magyar’s signature drive, public opposition to Ukraine’s EU membership has… <a href=“https://t.co/Y1JdL24NmH“>pic.twitter.com/Y1JdL24NmH</a></p>&mdash; Zoltan Kovacs (@zoltanspox) <a href=“https://twitter.com/zoltanspox/status/1926906921589600763?ref_src=twsrc%5Etfw“>May 26, 2025</a></blockquote> <script async src=“https://platform.twitter.com/widgets.js&#8220; charset=“utf-8″></script>

Die Ungarn gehören jedoch seit langem zu den skeptischsten Nationen gegenüber der Ukraine. Zum einen wären die Kosten für die Integration der Ukraine enorm. Gleichzeitig hat Brüssel Ungarn Milliarden an Finanzhilfen vorenthalten, während es der Ukraine, die kein EU-Mitglied ist, Dutzende Milliarden zur Verfügung gestellt hat.

Außerdem gibt es Befürchtungen, dass billige Agrarprodukte aus der Ukraine den europäischen Markt überschwemmen würden, wenn die Ukraine Mitglied wird, was nicht nur viele ungarische Landwirte, sondern auch Landwirte in der gesamten EU in eine schwierige Lage bringen würde. Laut der ungarischen Nachrichtenagentur Magyar Nemzet gibt es auch Bedenken hinsichtlich einer Kürzung der Agrarsubventionen für ungarische Landwirte und des Zustroms gentechnisch veränderter Produkte.

Hinzu kommt die lange Geschichte der Diskriminierung der ungarischen Minderheit in der Ukraine, einschließlich der Einschränkung ihrer Sprachrechte.

Kurz gesagt, die Debatte um die EU-Mitgliedschaft der Ukraine polarisiert die ungarische Öffentlichkeit, allerdings generell in Richtung einer Ablehnung des Beitritts der Ukraine. Ministerpräsident Viktor Orbán bekräftigt, dass er die Mitgliedschaft der Ukraine unterstützen würde, wenn sie den Ungarn Vorteile brächte, argumentiert jedoch, dass die aktuellen Bedingungen für Ungarn nachteilig seien.

<blockquote class=“twitter-tweet“><p lang=“en“ dir=“ltr“>Ukrainian EU membership? Letting Ukraine join the Union would open the floodgates to drain our resources. Hungary won&#39;t foot that bill. ❌ <a href=“https://t.co/Zx29lW2hHa“>pic.twitter.com/Zx29lW2hHa</a></p>&mdash; Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) <a href=“https://twitter.com/PM_ViktorOrban/status/1926524403828842975?ref_src=twsrc%5Etfw“>May 25, 2025</a></blockquote> <script async src=“https://platform.twitter.com/widgets.js&#8220; charset=“utf-8″></script>

Im Gegensatz dazu setzt sich Péter Magyar aktiv für den Beitritt der Ukraine ein.

Dies scheint für Magyar eine aussichtslose Angelegenheit zu sein, aber seine Unterstützung richtet sich möglicherweise eher an Brüssel als an Ungarn. Mit seiner anhaltenden Unterstützung für die Ukraine signalisiert er seinen Anhängern, dass er Orbáns Haltung zur Ukraine aufgeben wird, was wiederum mehr Geld für Magyar von internationalen Gebern bedeuten und den Druck auf Orbán aus Brüssel aufrechterhalten könnte.

Anfang März kündigte Orbán eine nationale Konsultation (Referendum) an, bei der die ungarischen Bürger ihre Meinung zur EU-Mitgliedschaft der Ukraine äußern können. Diese läuft bis zum 20. Juni. Mitte Mai zeigen Daten des Nézőpont-Instituts, dass etwa 5,2 Millionen ungarische Befragte den EU-Beitritt der Ukraine ablehnen, was einem Anstieg von über 300.000 gegenüber dem Vormonat entspricht. Damit macht die Gruppe der Beitrittsgegner nun mehr als zwei Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung aus.


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