Algerien erhält russische Su-57 Stealth-Kampfflugzeuge noch im Jahr 2025

23. Mai 2025von 3,4 Minuten Lesezeit

Algerien ist Spannungen mit den Nachbarländern und seinem früheren Kolonialherren Frankreich ausgesetzt. Insbesondere Marokko wird von Israel, Frankreich und den USA unterstützt. Algerien hat die stärkste Luftwaffe in Afrika, die jetzt nochmals westlichen Waffen überlegener wird.

Auf der internationalen Waffen- und Militärtechnikmesse MILEX in Minsk bestätigte Russland, dass der erste ausländische Kunde für den Kampfflugzeug der fünften Generation Su-57 noch vor Ende 2025 mit der Inbetriebnahme der Flugzeuge beginnen werde. „Der erste ausländische Kunde der Su-57E wird das Flugzeug bereits 2025 in Betrieb nehmen“, erklärte die zuständige Behörde.

Nach Berichten von US-Militärmaginen kommentieren russische Staatsmedien, dass die Su-57 „das weltweit einzige Kampfflugzeug der fünften Generation ist, das seine Fähigkeit in einer realen Kampfumgebung unter Beweis gestellt hat, westliche Luftabwehrsysteme effizient zu bekämpfen“. Dies folgt auf einen Bericht der algerischen Staatsmedien vom 12. Februar, in dem erstmals langjährige Berichte bestätigt wurden, dass das Land der erste Kunde für die Su-57 geworden sei. Darin wurde bekannt gegeben, dass die Auslieferung der Flugzeuge noch in diesem Jahr beginnen solle und algerische Piloten derzeit in Russland ausgebildet würden.

Damit wird Algerien das erste Land der Welt sein, das ein Kampfflugzeug der fünften Generation außer der F-35 importiert, und das erste Land in Afrika oder der arabischen Welt mit einer solchen Fähigkeit. Algerien wird damit wie Ägypten, das auf chinesische Top-Kampfflieger wie die J-10C setzt, Luftüberlegenheit gegenüber Kontrahenten rundherum gewinnen.

In einer Zeit der sich verschlechternden Beziehungen zwischen Algerien und seiner ehemaligen Kolonialmacht Frankreich wird dies auch die Luftwaffe des afrikanischen Staates bei der Einführung von Fähigkeiten der fünften Generation um Jahre vor die französische Luftwaffe bringen.

Die algerische Luftwaffe gilt bereits als die mit Abstand größte Kampfkraft der Flotten afrikanischer, arabischer und mehrheitlich muslimischer Länder, wobei der NATO-Angriff auf das Nachbarland Libyen im Jahr 2011 als wichtiger Faktor für erneute Investitionen in fortschrittliche Luftkampfkapazitäten angesehen wird.

Selbst US-Militärmagazine beschreiben die Sicherheitslage des Landes als alles andere als günstig, da befreundete arabische Regierungen in Libyen und Syrien durch westliche und türkische Interventionen gestürzt wurden, während die Türkei und Israel, die beide als Gegner gelten, die Verteidigungsfähigkeiten des Nachbarlandes Marokko weiter ausbauen und Truppen in das Land entsenden.

Mit Al-Qaida verbundene dschihadistische Kräfte in Libyen, die als feindlich gegenüber Algerien gelten, haben ebenfalls umfangreiche türkische Unterstützung erhalten, unter anderem für offensive Drohneneinsätze. Große von den USA geführte Militärmanöver in der Region scheinen unterdessen auch Angriffe auf algerisches Territorium zu simulieren.

Eine der größten Ungewissheiten bei der Beschaffung neuer russischer Kampfflugzeuge durch Algerien bleibt, ob das Land die derzeit von der russischen Luftwaffe eingesetzte Basisversion Su-57 oder die wesentlich leistungsfähigere Su-57M1-Variante mit verbesserten AL-51F1-Triebwerken erwerben wird, deren Produktion voraussichtlich 2025 beginnen soll.

Die Su-57M1 verfügt über ein neues Radar und eine breitere Zelle, die besser für längere Überschallflüge und zur Verringerung der Radarrückstrahlfläche geeignet ist.

Die algerischen Bestellungen dürften den russischen Bemühungen um den Export der Su-57 weiteren Schwung verleihen, nachdem das Interesse ausländischer Kunden an dem Flugzeug aufgrund seiner intensiven Kampftests im ukrainischen Kriegsgebiet Berichten zufolge gestiegen ist. Dazu gehörten Luftverteidigungsunterdrückung, Luft-Luft-Kämpfe und Einsätze in stark verteidigtem feindlichem Luftraum. Zu den potenziellen Kunden, die voraussichtlich vor 2030 Aufträge erteilen werden, gehören Indien, Vietnam und Nordkorea. Das indische Verteidigungsministerium bestätigte im März, dass es einen Erwägung eines großen Lizenzproduktionsvertrags für die Kampfflugzeuge.


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2 Kommentare

  1. cwsuisse 24. Mai 2025 um 6:23 Uhr - Antworten

    Die SU ist vermutlich deutlich pteiswerte als die F-35.

  2. McAviti 23. Mai 2025 um 22:38 Uhr - Antworten

    Interessanter Hinweis auf die agyptischen Streitkräfte. Der bei uns durch den Ukrainekrieg medial dominierende Dualismus Russland vs. The West dürfte nur ein Teil der Wahrheit sein:

    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/luftschlacht-ueber-dem-indus-den-klassischen-luftkampf-wird-es-nicht-mehr-geben-li.2327633

    Klingt nach einer plausiblen Einschätzung, dass der Verbund der Syteme den Vorteil ausmacht, und die Kampfstärke einzelner, isolierter Waffensysteme in einem Krieg in den Hintergrund tritt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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