Trumps Zollpläne: Europas Autowirtschaft unter Druck

28. März 2025von 3,2 Minuten Lesezeit

Ab Anfang April will die USA unter Donald Trump 25-Prozent-Zölle auf Autoimporte aus der EU erheben, um die heimische Produktion zu stärken. In Brüssel wächst die Sorge, Leyen versucht eine Versöhnung mit Trump.

Anfang April werden die USA Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte erheben. Der EU wird mit weiteren, noch umfangreicheren Zöllen gedroht. Damit will Trump die Produktion in die USA verlagern – ob das gelingt, bleibt offen. In Brüssel ist man jedenfalls mehr als besorgt. Amerika ist der wichtigste Markt für deutsche Autos.

Bisher mussten europäische Hersteller 2,5 Prozent auf den Fahrzeugpreis aufschlagen. Umgekehrt fallen für US-Autos, die in die EU geliefert werden, 10 Prozent an. Tatsächlich waren die EU-Zölle bisher deutlich höher als jene, die die USA erhoben haben. Das ist für Trump jedoch nicht besonders interessant. Er will schlichtweg importierte Autos teurer machen, um Autos „Made in USA“ zu fördern. Würde die EU also alle Zölle auf US-Autos aufheben, hätte das wohl wenig Wirkung. Man versucht dennoch intensiv, Trump zu besänftigen. Gegenzölle wurden nicht erlassen; stattdessen wurde der EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič nach Washington geschickt.

Ursula von der Leyen bekommt bei Trump weiterhin keinen Termin. Sie erklärte lediglich: „Ich bedaure zutiefst die US-Entscheidung, Zölle gegen europäische Autoexporte zu verhängen. Als große Handelsmacht und starke Gemeinschaft von 27 Mitgliedstaaten werden wir gemeinsam unsere Arbeitnehmer, Unternehmen und Verbraucher schützen.“

13,1 % aller von Deutschland exportierten Fahrzeuge gehen in die USA. Kein Wunder also, dass sich die deutsche Politik entrüstet zeigt. „Es muss mit voller Wucht reagiert werden“, heißt es etwa von Armin Laschet, der hinzufügt: „Für den Außenhandel ist Brüssel zuständig. Brüssel muss handeln, nicht Berlin.“

Die Zölle sind im Vergleich zudem nicht so protektionistisch, wie die EU glaubt. Neben der Tatsache, dass die EU bereits 10 Prozent auf importierte Autos aus den USA erhebt, kommen in den EU-Ländern auch noch Einfuhrumsatzsteuern hinzu. In Deutschland betragen diese stolze 19 Prozent. Die USA kennen diese Steuer nicht – zudem wird die Einfuhrumsatzsteuer auf Basis des Kaufpreises zuzüglich Export-Transportkosten, Versicherungskosten und Zollgebühren berechnet. Die tatsächlichen „Zölle“ der EU auf US-Autos entsprechen deshalb knapp 30 Prozent, rechnen Kritiker vor.
Vielleicht auch deshalb, weil die EU eigentlich protektionistischer ist als die USA, gibt es vorerst keine Gegenmaßnahmen. Man will abwarten, ob Trump die Zölle am 2. April tatsächlich verhängt, und dann Mitte April handeln. Im Hintergrund versucht von der Leyen eine Versöhnung mit Trump.

Der Blog Lost in EU berichtet:

Ihr Kabinettschefs Seibert war nämlich auch in Washington. Wenn nicht alles täuscht, hat er Trump angeboten, dass die EU noch mehr Flüssiggas und noch mehr Waffen aus den USA kaufen könnte – wenn der die EUropäer nicht allzu hart rannimmt.

Mehr US-Gas und Waffen also statt weniger. Sahra Wagenknecht – nun außerparlamentarische Opposition – hätte nämlich diesen Vorschlag:

Die sinnvollste Antwort auf Trumps Zollkrieg wäre eine Reduzierung von US-Frackinggas auf dem europäischen Markt. Das geht aber nur, wenn wir auch wieder mehr Gas aus Russland kaufen und vor allem aufhören, anstelle billigen russischen Pipeline-Gases teures, über Umwege importiertes russisches Flüssiggas einzukaufen. Billigeres Gas wäre auch die beste Konjunkturspritze für die deutsche Wirtschaft. Eine solche Reaktion wäre im Gegensatz zu vielen anderen Vorschlägen nicht zulasten, sondern zugunsten der europäischen und deutschen Verbraucher. Anstatt uns in eine Zollspirale hineinzumanövrieren, sollten wir uns aus der neuen Energieabhängigkeit von den USA befreien. Dazu gehört auch die Instandsetzung von Nord Stream, wobei der Verkauf an einen US-Investor nach Möglichkeit noch verhindert werden muss.

Bild „20180607_194329“ by t_bucher is licensed under CC BY-ND 2.0.

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10 Kommentare

  1. cwsuisse 9. April 2025 um 22:28 Uhr - Antworten

    Die US-Regierung hält die EU-Kommission für demokratie- und freiheitsfeindlich. Da wird es natürlich schwer mit einem Termin.

  2. Michael Rosemeyer 28. März 2025 um 23:27 Uhr - Antworten

    Falsch,
    USA passen ihre Zölle den EU-Zöllen an. Siehe Durchschnittlich erhobene Importzölle auf ausgewählte Produkte in den USA und der Europäischen Union im Jahr 2022 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1557974/umfrage/erhobene-importzoelle-auf-ausgewaehlte-produkte-in-den-usa-und-der-eu/
    Russischer Geheimdienst:

    Beispiel PkW
    US Zoll auf EU-Auto 2,5%
    EU Zoll auf US-Auto 10%

    Füt fast alle Produktgruppen erhebt die EU höhere Zölle als die USA

  3. local.man 28. März 2025 um 19:48 Uhr - Antworten

    Nun, Zölle dienten und dienen ja nicht einer Strafe.
    Sie hatten und haben im Grunde immer einen Zweck.
    Sie sollten die Wirtschaft im Lande und die Arbeiter schützen, damit diese eben nicht abhaut und da produziert, wo die keiner Lohn zahlen muss, keine Umweltstandards herrschen und man eben total billigst produzieren kann.
    Denn wenn ein Zoll an der Enfuhr existiert, dann werden eben hier die Kosten wieder soweit rausgezogen, dass die Wirtschaft gleich hier im Land bleiben kann und soll und die Löhne der Leute stabil bleiben und mitwachsen.

    Zölle haben also eine doch schon wichtig Grund.
    Globalisten wollten aber gerne in z.B. Hochlohnländer wie GER abkassieren.
    Als die Zölle weggefallen sind, stand man hier im Land unter Druck, mit den Löhnen z.B. aus dem damaligen China konkurrieren zu müssen, eben damit die Wirtschaft nicht abhaut.
    DIe Leute in China bekamen im Grunde fast nichts, die Umwelt durfte gnadenlos verseucht werden und die Profite sprudelten.
    Aber nun musste hier im Land gehandelt werden.
    Zölle weg, deutsche Löhne zu noch.. Hartz 4 musste her, die Löhne runter und Dumping beim Lohn für jeden automatisch rein. Zeitarbeitsboden hatten also Hochkonjunktur, da diese als schmarotzende Zwischenhändler, auch Zuhälter genannt, die Konzerne mit billigen Arbeitern versorge und man heuern und feuern konnte nach Herzenslust.

    Der Niedergang im Lande begannt sich stark zu beschleunigen und die Gewinner sind und waren die Globalisten und ihre Konzerne eben.
    Das hängt alles zusammen.. Zölle sind also gar nicht so böse wie man meinen mag.

    Nur aktuell werden sie nun wieder als Waffe eingesetzt.
    Denn jetzt haben wir ein anderen Blatt auf der Hand und sind verletzlich, da die Wirtschaft und die Strukturen ausgelagert sind und nun alles globaler funktioniert.
    Jetzt werden Zölle erstmal wieder mehr eine Waffe sein, die Menschen weiter zu verarmen und gegeneinander auszuspielen, da die Zölle nun die Preise treiben und die Löhne nicht mitziehen können.

    Wir sind mal wieder einem ekelerregenden Spielchen der Herrschenden unterworfen und diese machen weiter ihre Gewinne und jammern ein wenig wie immer, wie schlecht es ihnen geht.
    Die kleinen Betriebe hier werden jetzt noch mehr ins Schwitzen kommen, vor allem wenn Rohstoffe auch noch Zölle haben werden.
    Das jeder gegen jeden wird noch weiter zunehmen und unsere liebe Marionettenregierung samt Medien, wollen die Zügel im Hartz4 wieder anziehen, um jeden zu allem zu nötigen, weil der Feind ist natürlich klar definiert.
    Wenn es für den Krieg nicht Putin ist, fürs Klima nicht die böse Luft, oder eine böse Seuche anrückt, dann sind es die Erwerbsarbeitslosen, die als Sog nach „Unten“ herhalten müssen und wenn wir die alle nicht hätten, wenn jeder Erwerbsarbeitslose endlich in einen 1€ Job kostenfrei arbeitet, dann wird hier im Land für uns alle das Paradies Einzug halten.. 100%… Wers glaubt..
    Das System erzeugt zudem durch Fortschritt immer mehr Erwerbsarbeitlosigkeit, die die Politikdarsteller im Auftrag dann mit maximaler Härte bekämpfen wollen und sollen, in Wahrheit wird das Umverteilunsgrad noch etwas härter neu angeschoben.

    Ach herrlich oder? Diese Dauerverbrechen eines System von Verbrecher für Verbrecher und wir werden in der Matrix stetig totalverblödet.. Die Gewinner sind immer die Gleichen, selbst in Krisen und besonders dann, steigern die ihre eh schon riesigen zusammengeklauten Vermögen, nochmal um teils 2-3x soviel.
    Und vergessen wir nebenbei nicht die Verknappung der Energieerzeugung und die Migranten als Waffe, das Klima und und und.. Man sollte doch so langsam begreifen wie hier das System die Menschen maximal niederhält und das gewollt und geplant, die ganze zeit, jeden Tag aufs Neue für eine Minderheit die die Welt dominiert immer mehr und mehr…

    Aber der Feind muss klar definiert sein, damit es keiner merkt.. pssscht..!

  4. Der Zivilist 28. März 2025 um 11:31 Uhr - Antworten

    Der Xiaomi Su-7 hat mich ja schwer beeindruckt.

    Verlinken kann ich ja hier nicht, aber daß Carl Zha bei „Americans Crying at Letters to Li Hua on Chinese App RedNote“ ab Minute 21 das Huawei Ido Car vorstellt „unfortunately it is not available in the US, I wish it was“ kann ich schon mal schreiben.

  5. OMS 28. März 2025 um 11:06 Uhr - Antworten

    Den USA einfach nichts mehr gegen US-Dollar liefern, dann können sie den Dreck an ihren Stiefeln fressen! Wird aber nicht passieren, da man sich mit Russland zum Wohlwollen der USA angelegt hat.

  6. Der Zivilist 28. März 2025 um 10:59 Uhr - Antworten

    China kann’s halt besser.

    Aber warum soll man überhaupt die öffentlichen Flächen mit privaten Straßenmöbeln füllen ?

    10.000 km/a bei durchschnittlich 50 km/h macht unter 2,5% Nutzung p.a.

  7. Mia Wu Ast 28. März 2025 um 10:10 Uhr - Antworten

    Und welches Problem hätten wir, würde es z. B. auf Produkte des Coca-Cola Konzerns saftige Zölle geben? Insbesondere wenn die Einnahmen der Kariesprophylaxe zugeführt würden?
    Ich sehe da die Möglichkeit ohne „Steuererhöhungen“ (weil das hat uns die Verlierer-Koalition ja vor der Wahl versprochen) Einnahmen zu generieren, die dann zweckgebunden & sinnvoll investiert werden könnten.
    Auch Produkte von MikroSchrott wären für mich geeignete Kandidaten…

    • Der Zivilist 28. März 2025 um 11:04 Uhr - Antworten

      Die wässrige Genmaissiruplösung in rot-weiß etikettierten Polyethylenterephthalat Behältern wird doch in Deutschland hergestellt. Ich gebe mir alle Mühe, daß mir der Geisteszustand der Konsumenten nicht zum ‚Problem‘ wird.

    • Jan 28. März 2025 um 11:33 Uhr - Antworten

      Produkte von Mikroschrott geht nicht, da die politische Korruption diese erzwingt: man denke an das Aus der Münchner LiMux-Distribution oder daran, dass Hochschulen oder häufig arbeitsmarktpolitische Kurse die Verwendung von Mikroschrottprodukten zur Voraussetzung machen. Man zwingt dann einen Arbeitslosen zum Kauf von Mikroschrott – schlappe 600EUR! Natürlich lässt sich das Abdrehen, erfordert aber gewisse Kenntnisse.

      Selbiges Problem entsteht durch die de facto Verpflichtung zum Smartphone (die in den Sozialhilfesätzen nicht eingepreist ist). So, wie man das annehmen darf, haben diverse Firmen die öffentlichen Vertreter irgendwie „überzeugt“. Das Problem, das jetzt entsteht, ist aber nicht nur, dass der Staat die Nutzung proprietärer Soft- und Hardware samt Sicherheitsrisiken erzwingt, sondern dass damit natürlich auch ein Zwang zum Upgrade verbunden ist. Und diese Upgrades können mit privat genutzter oder geschriebener Software kollidieren, so dass es am Ende darauf herausläuft, ein Smartphone oder eine Rechnerinstallation für Behördenkontakte haben zu müssen.

      Das ist rechtlich natürlich nirgendwo abgebildet.

      Da ich mich diesbezüglich schon involviert habe, kann ich berichten, dass es meiner These von der Existenz von Dumpfbacken nicht entgegensteht!

  8. Jan 28. März 2025 um 9:55 Uhr - Antworten

    Als Deutschland als „kranker Mann Europas“ einen Ausweg gesucht hat, hat es auf Aushandelsungleichgewichte gesetzt. Durch die Senkung der Reallöhne haben Südeuropa und die USA den wirtschaftlichen Aufstieg und damit die deutsche Führung der EU bezahlt.

    Zum Dank hat Deutschland die Zahler als PIGS bezeichnet und ihnen Sparmaßnahmen aufgedrückt, insbesondere Griechenland.

    Dumpfbacken lassen einfach alles mit sich machen!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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