Vor Handelskrieg der EU-Kommission gegen USA?

27. Februar 2025von 2,8 Minuten Lesezeit

Die EU-Kommission wird „entschlossen reagieren“ auf Trumps Entscheidung, 25 % EU-Zölle zu erheben. Dabei ist noch gar nicht klar, wie genau die Zölle ausssehen sollen und wen sie treffen würden. Die EU-Kommission jedenfalls nicht, sondern die Länder und da ist nicht klar wen, wie, was und wie hoch.

Die EU-Kommission kündigte an, „entschlossen und unverzüglich gegen ungerechtfertigte Handelshemmnisse“ vorzugehen, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, dass seine Regierung sehr bald einen Zoll von 25 % auf Importe aus der Europäischen Union einführen werde. Brüssel ist jedenfalls wieder dabei präventiv Öl ins Feuer zu gießen.

Trump hatte sich für Anfang April zum Ziel gesetzt, reziproke Zölle einzuführen, die den Einfuhrzollsätzen anderer Länder entsprechen und deren andere Beschränkungen ausgleichen würden. Seine Handelsberater betrachteten die Mehrwertsteuer der europäischen Länder als eine Art Zoll.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte am 26. Februar als Reaktion auf Trumps Äußerungen: „Die EU wird entschieden und unverzüglich gegen ungerechtfertigte Hindernisse für einen freien und fairen Handel vorgehen, auch wenn Zölle dazu verwendet werden, legale und nichtdiskriminierende Maßnahmen in Frage zu stellen.

„Die EU wird europäische Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher immer vor ungerechtfertigten Zöllen schützen“, so der Sprecher.

Auf die Frage in einer Kabinettssitzung, ob er sich für einen Zollsatz für Waren aus der EU entschieden habe, antwortete Trump: “Wir haben eine Entscheidung getroffen, und wir werden sie sehr bald bekannt geben, und sie wird im Allgemeinen 25 Prozent betragen, und das wird für Autos und all die Dinge gelten.“

Er erklärte auch, dass die EU gegründet wurde, „um die Vereinigten Staaten zu verarschen“.

Als Reaktion auf diese Bemerkung sagte der Sprecher der Europäischen Kommission: „Die Europäische Union ist der größte freie Markt der Welt. Und sie war ein Segen für die Vereinigten Staaten.“

Der Sprecher sagte, dass die EU durch die Schaffung eines großen und integrierten Binnenmarktes ‚den Handel erleichtert, die Kosten für US-Exporteure gesenkt und Standards und Vorschriften in 27 Ländern harmonisiert hat‘.

„Infolgedessen sind US-Investitionen in Europa hochprofitabel“, fügte der Sprecher hinzu.

„Europa steht für Dialog, Offenheit und Gegenseitigkeit. Wir sind bereit, Partnerschaften einzugehen, solange Sie sich an die Regeln halten. Aber wir werden auch unsere Verbraucher und Unternehmen bei jedem Schritt schützen. Sie erwarten nicht weniger von uns.“

Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, war in Washington und sollte am 26. Februar mit US-Gesetzgebern zusammentreffen, wie ein Sprecher mitteilte. Sie war nicht für ein Treffen mit Beamten der Trump-Regierung vorgesehen. Das Trump Team meidet offenbar die Brüsseler Eurokraten. Außenminister Rubio war nach den Nachrichten aus Rumänien nicht mehr bereit der Außenbeauftragten in der EU-Kommission, Kaja Kallas, einen Termin zuzugestehen.

Die EU erhebt derzeit einen Zoll von 10 Prozent auf Personenkraftwagen, was dem Vierfachen des US-Zolls von 2,5 Prozent entspricht. US-Beamte haben sich auch über die europäische Mehrwertsteuer von mindestens 17,5 Prozent beschwert.

Die US-Zölle würden zu einem ernsthaften Handelskonflikt führen, sagte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Store am 26. Februar gegenüber der Nachrichtenagentur NTB.

Norwegen ist kein Mitglied der EU, aber in Handelsfragen eng mit der Union verbunden.

Bild von Valdas Miskinis auf Pixabay

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5 Kommentare

  1. Jan 28. Februar 2025 um 7:23 Uhr - Antworten

    Die EU hat noch immer keinen strategischen Öl- und Gaslieferanten gefunden, der Putins Gas ersetzten kann und der die Lieferungen nicht zur Erpressung nutzen kann.

  2. Daisy 28. Februar 2025 um 5:56 Uhr - Antworten

    Europa steht für Dialog, Offenheit und Gegenseitigkeit
    Haha… Die EU ist NICHT Europa, Pt. 1, und die EUdSSR steht für Tsenzur, Verbot der unabhängigen Wissenschaft und der Wahrheit, Verbot der rechten Opposition und der Meinungsfreiheit. Weiters ruiniert sie mit den Green Deal die Wirtschaft und mit der WHO die Gesundheit und das Leben der Bürger… dafür steht sie.

    Trump rate ich, 25% Zoll auf Fracking Gas, von dem die EU ja nun abhängig ist, einzuheben. Die EU hat sich selbst aufs Abstellgleis gestellt. Keine Rohstoffe, die Energierversorgung auf Windräder umgestellt und dafür die Natur zerstört, Massen von arbeitslosen Fickificki-Fachkräften hereingewunken, die immer öfter Anschläge verüben…

    Macht einfach die Energiezufuhr noch teurer, damit es schneller geht, danke!

  3. Ogmios 27. Februar 2025 um 18:26 Uhr - Antworten

    „Die EU wird europäische Unternehmen, Arbeitnehmer und Verbraucher immer vor ungerechtfertigten Zöllen schützen“, so der Sprecher.

    Da hat wohl jemand nicht verstanden, wofür Zölle da sind, nämlich um die heimischen Unternehmen, Verbraucher und den heimishcen Markt vor dem Ausland zu schützen. Die Zölle werden ja auch auf importierte Waren im Verkauf aufgeschlagen, damit die heimische Bevölkerung die Waren von heimischen Unternhemen kauft.

    Da die „EU“ wirtschaftlich am Boden ist und die Produktion in das „Ausland“ auslagerte, wird nahezu alles nur noch importiert, selbst die grundlegensten Dinge.

    Es ist ja völlig absurd, dass heimische Produkte teuerer sind, als importierte.
    Außerdem will wohl „Trump“ auch damit erreichen, dass, wie schon seit dem Ende des 2. Weltkriegs, Know-How von Europa in die USA abwandert, weil die USA selbst viele Probleme in verschiedenen Bereichen hat, allem voran in der technischen Entwicklung.

    • Ogmios 27. Februar 2025 um 18:29 Uhr - Antworten

      Ich habe noch vergessen:

      Die „EU“ erhebt bereits zum Teil sehr hohe Zölle auf Importe aus den USA, allen voran Nahrungsmittel, was ja nicht so schlecht ist.

  4. Varus 27. Februar 2025 um 16:52 Uhr - Antworten

    Das Trump Team meidet offenbar die Brüsseler Eurokraten. Außenminister Rubio war nach den Nachrichten aus Rumänien nicht mehr bereit der Außenbeauftragten in der EU-Kommission, Kaja Kallas, einen Termin zuzugestehen.

    Das sind alles kleine Scharmützel – ich hoffe, die haben einen guten Plan, wie man das korrupte Brüsseler Gebilde mit Bellizismus in alle Richtungen demontieren kann. Darauf allerdings kleine Abweichung – nicht wie bekloppt US-Waffen kaufen, sondern sich mit BRICS arrangieren und sparen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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