
Veranstaltungstipp: Filmsymposium in Wien
Wie wird Krieg im 21. Jahrhundert geführt, was sind seine Techniken, wer seine Soldaten? Diese Fragen geht das Wiener „Omniwar-Symposium“ auf den Grund.
„Pop Corn“ präsentiert am 15. Jänner 2025 um 19:30 im Freien Wort, 9., Rögergasse 24-26 den ersten Vortrag des Omniwar-Symposiums mit David A. Hughes: „Resisting the Global Technocratic Coup: Seeing the Bigger Picture.“ Deutsch synchronisierte Erstaufführung.
Die Veranstaltung wirbt mit einem einleitenden Text:
Ziel des Symposiums ist es, die neuesten Entwicklungen im Bereich der Wissenschaft, der Technologie und des Militärs zu überblicken und in größere Zusammenhänge einzuordnen. David A. Hughes analysiert das Zeitgeschehen aus einer politikwissenschaftlich-historischen Perspektive. Es geht um Technokratie und Transhumanismus, die nicht zuletzt im Nationalsozialismus und im eugenischen Denken ihre Wurzeln haben.
Die Geschichte des 21. Jahrhunderts ist geprägt von extremer Ungleichheit. Zu ihrem Verständnis ist es notwendig, sich zunächst und zuvorderst mit den Machtverhältnissen in der eigenen, westlichen Hemisphäre sowie der Hegemonie der USA kritisch auseinanderzusetzen (David Vine, United States 2020).
Ein zentraler Machtfaktor sind hier die großen Technologiekonzerne, die in enger Verbindung mit dem militärisch-finanziellen Komplex und dem Bereich des Geheimdienstes stehen. Für die Einordnung von Wissenschaft und Forschung in diesen Machtkomplex ist von zentraler Bedeutung, dass die classified scientific research in Bezug auf „acquisition rate, by holding size, or by contributors“ (Peter Galison, Removing knowledge, 231) fünf- bis zehnmal umfangreicher ist als die open literature.
Wenn allerdings 80-90% der Forschung nicht zugänglich sind und Wissen gleich Macht bedeutet, stehen wir vor einem gewaltigen und geheimen Imperium, das gegen Unwissende eingesetzt werden kann.
Der Anspruch, für eine kollektive Ignoranz in der allgemeinen Bevölkerung in Hinsicht auf diese Art Wissenschaft zu sorgen (Seumas Miller, Dual Use, 2), läuft wohl dem weitläufigen Verständnis von Demokratie zuwider. Die Study Group on Technology and Power hat sich am 21. September 2024 in einem wissenschaftlichen Symposium den hier skizzierten Fragen gewidmet.
Die den modernen Techniken der Kriegsführung gewidmete Filmreihe Pop Corn zeigt die präsentierten Vorträge und Diskussionen des Symposiums an fünf Filmabenden erstmals in einer deutsch synchronisierten Fassung.
Ziel ist eine breite Diskussion über die Gefahren anzuregen, die von der extremen Ungleichheit im 21. Jahrhundert und von der Verwobenheit von Militär, Technologie und Wissenschaft ausgehen.
Der Eintritt ist frei, gegen eine freie Spende gibt es eine Packung Popcorn zum Film.
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