Gläserne Gesundheit durch die Hintertür

19. Dezember 2024von 3,5 Minuten Lesezeit

Österreicher und gesetzlich Versicherte in Deutschland sind Zwangsteilnehmer einer elektronischen Gesundheitsakte sofern sie der elektronischen Speicherung und Weitergabe ihrer Daten nicht widersprechen. Privatversicherte Deutsche müssen sich dagegen nicht herausoptieren.

Deutsche Privatversicherungen sind gezwungen die Zustimmung ihrer Versicherungsnehmer für eine elektronische Patientenakte einzuholen. Daher wird List und Tücke angewandt, um auch diese Versicherten in die Falle der digitalen Speicherung von Gesundheitsdaten zu locken.

Es klingt wie eine kostenlose Serviceleistung. Ihr privates Versicherungsunternehmen teilt Ihnen mit, dass es für Sie kostenlos Ihre Krankenversichertennummer (KVNR) beantragt. Per Login, QR-Code oder auf dem übersandten Formular müssen Sie lediglich Ihre Daten ergänzen und schon wird für Sie Ihre persönliche KVNR von einer „informationstechnischen Servicestelle der gesetzlichen Krankenversicherung“ (ITSG GmbH) erzeugt. Eine notwendige Petitesse, die Ihre Gesundheitsversorgung sicherstellen wird. Schließlich sei die KVNR lebenslang nur für Sie gültig. Es soll beruhigen, dass die Rechenzentren der „Telematikinfrastruktur“ in Deutschland beheimatet wären.

Man sollte spätestens dann misstrauisch werden, wenn mitgeteilt wird, dass diese KVNR für alle Krankenversicherten aufgrund des Implantateregistergesetzes benötigt werden würde. Um Versorgung, Sicherheit und Qualität von Brust- und Gelenkimplantaten künftig zu verbessern, wäre es auch für jeden prothesenfreien Menschen notwendig, in diesem Register eingetragen zu sein. Wie bitte? Im Nebeneffekt würde diese Eintragung als „kartenlose, digitale Identität im Gesundheitswesen“ dienen und den „Zugang zu digitalen Anwendungen und Services“ ermöglichen.

Werbung
Siegernahrung: Glutenfreie Ernährung für Höchstleistung
  • Siegernahrung: Glutenfreie Ernährung für Höchstleistung
  • RIVA
  • riva Verlag
  • Djokovic, Novak(Autor)

Die seit 2010 überfällige Aktivierung des damals gegründeten Registers für Implantate wird jetzt als Schuhlöffel benutzt, um den zustimmungspflichtigen Privatversicherten die Freigabe für ihre gläsernen Gesundheitsdaten zu entlocken. Ein Brustimplantat braucht ohnehin niemand und eine Gelenkprothese wird im Notfall weder vorenthalten, noch würde bei einem planbaren Eingriff eine spätere Eintragung in ein Register Probleme verursachen. Aber es wird schon einmal gedroht, dass die Beantragung einer KVNR mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne. Und schließlich hätte man ohne KVNR keinen Zugang zur eigenen elektronischen Krankenakte. Wie furchtbar! Hat man doch auch jetzt keinen unmittelbaren Zugang, zu dem was Kliniken und Ärzte dokumentieren. Aber Medizin war und ist ein Geschäft mit Ängsten.

Tatsächlich ist bisher lediglich seit dem 1.7.2024 in Deutschland eine Meldung von Brustimplantaten vorgeschrieben. Für alle übrigen Implantate gibt es – entgegen des Anscheins, den Versicherer erwecken – noch gar keine Registrierung! Es gibt also keinerlei Grund, die indirekte Zustimmung zu einer digitalen Gesundheitsidentität in irgendeinen Zusammenhang mit einem möglicherweise sinnvollen oder erforderlichen Implantat zu bringen.

Nicht der Versicherte benötigt die digitale Identität, sondern das Versicherungsunternehmen ist nach dem Sozialgesetzbuch §290 dazu verpflichtet. Ein Spiel mit gezinkten Karten.

Krankenversicherer sind nicht die Treuhänder von Versichertengeldern, sondern verstehen sich als Saugrüssel des medizinisch-industriellen Komplexes. Sie garantieren für die Medizinindustrie die Einnahmen unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage. Krankheit erwünscht, wie die Covid-Impfkampagnen gezeigt haben. Da Daten als zukünftige Währung gelten, müssen diese jetzt angesaugt werden – wie absurd die Argumente auch sind. Ausführlich kann man all diese Finten der Medizinindustrie in meinem „Der betrogene Patient“ nachlesen.

Es ist zu befürchten, dass sich die meisten Versicherten über den Tisch ziehen lassen werden, da die Medizin seit Jahrhunderten mit Ängsten jongliert, um eine Zustimmung zu unnützen und schädlichen Behandlungen zu erwirken. Inzwischen hat man die Angst auf zukünftige Risiken ausgedehnt, die nur gegen Schutzgeld und mit Schutzverpflichtungen gemeistert werden könnten. Wie immer im Leben ist die Entscheidung aber einfach, wenn man unter Zugzwang gesetzt wird: ein seriöses Angebot ist immer freiwillig. Wer einen anderen nötigt, hat keine lauteren Absichten.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht.


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



eImpfpass und Impfpflicht: Zur aktuellen Lage

Nicht-Antwort auf Anfrage zu eImpfpass mit evidenzwidrigen und unwissenschaftlichen Behauptungen

Erhebliches öffentliches Interesse an eImpfpass wegen „Volksgesundheit“? Datenweitergabe an EU, WHO, Pharma? Impfpflicht?

MFG: ID Austria ist Schritt zur totalen Überwachung

4 Kommentare

  1. Jurgen 20. Dezember 2024 um 20:24 Uhr - Antworten

    Also ich will eine Gesundheitskasse, die echte Heilung macht. Krankenkassen sind dagegen nur zum Abkochen da (Umverteilen der Gelder) und zur Verwaltung von Kranken.

  2. Sabine Schoenfelder 19. Dezember 2024 um 17:56 Uhr - Antworten

    „ …ein seriöses Angebot ist immer freiwillig. Wer einen anderen nötigt, hat keine lauteren Absichten.“ 👍🌹

  3. Karsten Mitka 19. Dezember 2024 um 16:32 Uhr - Antworten

    Umkekehrt ist es genauso, als gesetzlich Versicherter in Deutschland wird man im digitalen Widerspruchsformular der Krankenkasse bis zum finalen Klick beweihräuchert, welche immensen Vorteile man doch mit der ePA hätte und ob man es sich nicht doch nochmal überlegen wolle, selbst im Bestätigungsschreiben des Widerspruchs geht es damit noch weiter.

    • Jan 19. Dezember 2024 um 19:08 Uhr - Antworten

      Aus so etwas ergibt sich auch ein Menschenbild. Für wie blöd halten die einen? Dass man nach der Abmeldung wieder anmeldet, weil auf der Bestätigung ein hübscher Satz steht?

      Es würde mich interessieren, wie hoch die Erfolgsquote ist!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge