
Von Kazan in die Zukunft
In der Berichterstattung der westlichen Medien hat der BRICS-Gipfel in Russland kaum stattgefunden. Die Ergebnisse waren nicht so spektakulär wie die von Johannesburg 2023 mit seiner Erweiterung. Welche Entwicklungen deuten sich an und welche sind eher nicht zu erwarten?
Viele Erwartungen, die im politischen Westen mit dem BRICS-Gipfel vom 22. bis 24. Oktober 2024 im russischen Kazan verbunden waren, haben sich nicht erfüllt. Die westlichen Medien hatten sich kaum mit diesem Treffen beschäftigt. Für sie stand im Vordergrund die Frage, wer sich daran beteiligt und vor allem, wer nicht. Besonders letzteres wurde mit Schadenfreude und Häme hervorgehoben und als Beweis für Russlands Isolation herausgestellt. Auch suchte man nach Signalen für den weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine.
Enttäuschung
Am Schluss kam dann noch Aufregung darüber auf, dass UN-Generalsekretär Guterres dem Gipfel durch seine Anwesenheit höhere Weihen verlieh und Putin einen Propagandaerfolg verschaffte. Aber über die Themen, die besprochen wurden, die Beschlüsse, die gefasst, und die Entwicklungen, die sich andeuteten, erfuhr der westliche Medienkonsument nur wenig aus den sogenannten Qualitätsmedien. Vielleicht waren diese aber auch außer Stande zu verstehen, was sich da anbahnt.
Auch für westliche Kapitalismus-Kritiker war der Gipfel eher enttäuschend. Hatte man 2023 in Johannesburg noch die Ausweitung des Verbandes von fünf auf inzwischen zehn Mitglieder als einen neuen Höhepunkt scheinbar antiwestlicher Entwicklung gefeiert, so blieben in Kazan vergleichbare Paukenschläge aus. Die von westlichen Kapitalismuskritikern erhoffte Fortsetzung einer Politik der Abkehr vom Dollar wurde nicht bestätigt, eher scheint sich diese zu verlangsamen.
Auch die Hoffnung auf eine Festigung des Verbandes zu einem klar antiwestlichen Bündnis, das die Multipolarität und den Niedergang des politischen Westens fest in den Blick nimmt, hat sich nicht erfüllt. Wenig deutet darauf hin, dass die Konfrontation beschleunigt und die westliche Vorherrschaft stärker bekämpft werden soll. Das ersehnte Gegengewicht zum westlichen Kapitalismus scheint sich noch nicht abzuzeichnen. Da nützen auch alle Zahlen nichts, die man so gerne bemüht, um sich mit der wachsenden Bedeutung des BRICS Mut und Hoffnung zu verschaffen. Ernüchterung hat viele Kapitalismus-Kritiker erfasst. Man weiß nicht, was man von Kazan halten soll.
Finanzkontrolle
Nun ist das BRICS ja nicht der Erfüllungsgehilfe von westlichen Interessen. Die Mitglieder des Verbandes haben eigene Vorstellungen, die sich nach den Bedürfnissen ihrer Völker richten, nicht nach denen der goldenen Milliarde. Und zu diesen Interessen scheint fürs erste weniger die Abkehr vom Dollar zu gehören und schon gar nicht die Entwicklung einer eigenen Währung. Zu groß scheinen in diesem Punkt die Unterschiede zwischen den BRICS-Staaten. Das hängt zusammen mit dem unterschiedlichen Entwicklungsstand ihrer Wirtschaften und auch deren Einbindung in die westlichen Märkte.
Die westliche Hoheit über das globale Finanzsystem erweist sich doch als wesentlich stärker und umfassender, als viele Beobachter der Vorgänge vermutet hatten. Das dürfte selbst für Vertreter von BRICS-Staaten gelten. Besonders die USA mit ihrer gewaltigen Markt- und Militärmacht scheinen doch noch mehr Asse im Ärmel zu haben, als allgemein angenommen wird und bekannt ist. Die Angst vor amerikanischen Sekundär-Sanktionen geht um und lässt selbst chinesische Banken sehr vorsichtig werden in ihren Kontakten zu Russland.
Dasselbe gilt auch für türkische Geldhäuser, über die seit dem Beginn des Krieges viele Warenströme und Zahlungsvorgänge zwischen Russland und anderen Staaten unter Umgehung von Sanktionen abgewickelt wurden. Es ist für die USA nicht so einfach, Staaten zur Einhaltung von Sanktionen zu zwingen wie man am Beispiel Indiens sieht. Dagegen scheint es leichter, die Banken selbst unter Druck zu setzen, indem man ihnen mit Sekundärsanktionen durch die US-Finanzaufsicht droht, wie unlängst durch die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen.
Besonders die internationalen Banken fürchten um ihr Geschäft. Denn es besteht die Gefahr von Strafzahlungen, der Beschlagnahmung von Vermögenswerten und dem Ausschluss aus dem amerikanischen Markt. Die Eingriffe der USA gehen mittlerweile so weit, dass selbst die Verwendung russischer Kreditkarten zu Sanktionen gegen Banken führen kann, die diese als Zahlungsmittel akzeptieren. Das behindert nicht zuletzt auch den Handel der BRICS-Staaten untereinander, vor allem den zwischen Russland und China.
Besonders im Bereich der Abkopplung vom Dollar hat das Treffen in Kazan wenig spektakuläre Neuerungen gebracht. Schon vor dem Gipfel hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Erwartungen in dieser Hinsicht gedämpft: „Was die einheitliche BRICS-Währung betrifft, denken wir derzeit nicht über dieses Thema nach, sie ist noch nicht reif. Wir müssen sehr vorsichtig sein, hier müssen wir schrittweise und langsam vorgehen“ (1).
Offensichtlich scheint man sich zumindest in Russland der unterschiedlichen Interessen bei den einzelnen BRICS-Mitgliedern bewusst zu sein und will keine neuen Konfliktherde schaffen. Für die sanktionierten Staaten des Verbandes wie Russland und den Iran ist dieses Thema drängender als für Länder wie Indien, Südafrika oder Brasilien. Dennoch zeigen sich alle BRICS-Staaten „zutiefst besorgt über die negativen Auswirkungen illegitimer einseitiger Zwangsmaßnahmen, einschließlich illegaler Sanktionen, auf die Weltwirtschaft, den internationalen Handel und die Erreichung nachhaltiger Entwicklungsziele“ (2).
Alle BRICS-Staaten scheinen sich der Gefahren bewusst zu sein, die durch westliche Sanktionen für ihre eigene Entwicklung drohen, auch wenn sie derzeit unterschiedlich davon betroffen sind. China, selbst bereits Leidtragende von westlichen Sanktionen, verhält sich zurückhaltend in diesen Währungsfragen. Die westlichen Märkte haben großen Anteil am chinesischen Warenabsatz und damit am Wohlstand seiner Bevölkerung. Vermutlich will man neben den bereits bestehenden Zöllen nicht noch weitere Belastungen für die chinesische Wirtschaft riskieren durch westliche Angriffe auf das chinesische Finanzwesen. Zudem sind neue Zölle ab Januar zu befürchten, wenn Donald Trump sein Amt als US-Präsident antritt.
BRICS im Nachteil
Wenn auch die BRICS-Staaten nach Zahlen zum politischen Westen aufgeschlossen haben, ja teilweise an ihm vorbeigezogen sind, so darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass die Macht über die Finanzmärkte und die globalen Institutionen wie IWF, Weltbank und den Institutionen der UNO immer noch beim Westen liegt. Hinzu kommt, dass BRICS nicht diese geschlossene Organisation ist, wie der Name den Eindruck erweckt. Der Westen ist dagegen einheitlicher verfasst. Er verfügt über gemeinsame Militärbündnisse und eine sogenannte regelbasierte Ordnung, deren Regeln er selbst festlegt und ihnen gegenüber anderen Nationen Geltung verschafft.
Zudem hat er in China und Russland gemeinsame Feinde aufgebaut, die er zu einer Bedrohung für sich erklärt und gegen die er sich zu einem Block zusammengeschlossen hat. Über eine solche Blockbildung verbunden mit gemeinsamen ständigen Militäreinrichtungen verfügen die BRICS-Staaten nicht. Sie verstehen sich nicht als Bündnis und schon gar nicht anti-westlich. Sie sind ein mehr oder weniger loser Verbund von Staaten, die sich im Wunsch nach wirtschaftlicher Entwicklung zusammen gefunden haben.
Sie haben noch nicht einmal eine einheitliche Führung, keine gemeinsamen Institutionen, die vergleichbar denen der Europäischen Union verbindlich für alle Mitglieder sind. Die BRICS verfügen nicht einmal über ein gemeinsames Sekretariat, das die Arbeit des Bundes zwischen den Gipfeltreffen fortführt. Das einzig wirkliche Zentrum des Verbandes, in dem alle Mitglieder in einer festgefügten Form miteinander verbunden sind, ist die Neue Entwicklungsbank (NDB). Sie arbeitet ständig und unabhängig von Gipfeltreffen, aber selbst diese ist nicht alleiniges Zentrum aller BRICS-Staaten, da auch andere Staaten, die nicht den BRICS angehören wie Algerien, an ihr beteiligt sind und Anteile erwerben können.
Daran wird deutlich, wie locker und lose dieser Verband ist. Insofern wäre eine antiwestliche Ausrichtung, die von vielen im Westen herbei gesehnt oder befürchtet wird, vermutlich eher schädlich als hilfreich. Es bestünde die Gefahr, dass eine solche Ausrichtung, würde sie zu einer Verbindlichkeit erhoben werden, die Spannungen, die ohnehin schon in Form von Nachbarschaftskonflikten bestehen, durch politische Auseinandersetzungen verstärken würde.
Neue Aufgaben
Aber man scheint sich darüber im Klaren zu sein, dass dieser mehr oder weniger ungeordnete Zustand auf Dauer nicht so bleiben kann, will man nicht an Handlungsfähigkeit einbüßen. So kommt denn auch in der Abschlusserklärung die Bereitschaft zum Ausdruck, „die institutionelle Entwicklung von BRICS weiter zu fördern“ (3). Man denkt also darüber nach, Institutionen zu schaffen, die die Arbeit der BRICS verstetigen und zwischen den richtungsweisenden Gipfeltreffen fortsetzen.
Trotz des großen Interesses anderer Staaten, selbst des NATO-Staates Türkei, sich dem Verband anzuschließen, wurden in Kazan keine neuen Mitglieder aufgenommen. Wie weit die Verdopplung der Mitgliederzahl nach dem Gipfel von Johannesburg bereits verarbeitet ist, kann nicht genau gesagt werden. Klar ist jedenfalls, dass die Entscheidungsfindung schwieriger geworden ist durch diese starke Erweiterung der Mitgliederzahl. Denn diese bringt neue Interessen ein und auch zum Teil sehr unterschiedliche wirtschaftliche wie politische Voraussetzungen mit sich. In entwickelten Ländern wie China und Russland sind sie andere als beispielsweise in Ägypten oder gar Äthiopien.
Damit andere Staaten sich nicht mit ihrem Beitrittsinteresse hingehalten fühlen wie etwa die Türkei seit Jahrzehnten durch die Europäische Union, wurde ein neuer Kreis für Interessenten geschaffen, den der BRICS-Partnerländer. Diese können an den Sitzungen der BRICS teilnehmen, sind aber noch nicht stimmberechtigt. Damit sind sie bereits in der Arbeit und Entwicklung des Verbandes eingebunden mit der Aussicht auf Aufnahme. Die Erweiterung der BRICS macht nicht nur Institutionen notwendig, die die Arbeit zwischen den Gipfeltreffen weiter tragen. Sie verlangt auch die Ausarbeitung von Kriterien, nach denen neue Mitglieder aufgenommen werden.
Aber sicher ist, dass die Zahl der Mitglieder und Interessenten wachsen wird. Denn die Welt ist auf dem Weg in eine neue Ordnung, in der alle Staaten gleich sind in der Berücksichtigung ihrer Interessen und ihrem Wunsch nach Sicherheit. Auch das hat der Gipfel von Kazan in seiner Abschlusserklärung als klares Ziel zum Ausdruck gebracht und weist damit den Weg in eine neue Zukunft.
(1) Wsgljad vom 18. Oktober 2024: Putin: Die Frage einer einheitlichen BRICS-Währung ist noch nicht reif
(2) Tass vom 23. Oktober: Kasaner Erklärung des BRICS-Gipfels
(3) infobrics vom 24. Oktober 2024 Erklärung von Kasan auf BRICS-Gipfel verabschiedet
Bild President.az, 2024 BRICS Summit (1729758535), CC BY 4.0
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Rüdiger Rauls ist Reprofotograf und Buchautor. Er betreibt den Blog Politische Analyse.
Hallo,
die BRICS+ sind ein Wirtschaftsbündnis
Die Unterscheidung zwischen Westen und westlicher Vorherrschaft mag manchem zu fein sein, aber genau da liegt der Punkt: Gegen die Vorherrschaft zu sein bedeutet eben nicht , gegen den Westen an sich zu sein. Daher können dann falsche Erwartungen kommen, einfach weil es an dieser feinen Unterscheidung scheitert.
BRICS Bridge, BRICS Clear und BRICS Pay sind m.E. bemerkenswerte Ergebnisse. Ich schätze, wenn man sich damit näher befassen würde, dann bekäme man ein sachlicheres Bild von den BRICS+, aber je sachlicher ein Bild, desto weniger kann man persönlich hineinprojizieren, also das ist durchaus ein Nachteil von Sachlichkeit. :-D
Das haben Sie schön aufgedröselt….;)))
Ich denke, es ist die Projektion (des Westens), die diese Unterscheidung verhindert. Man ist so voll von totalitärem Vernichtungsdenken, dass man sich sein Gegenüber ebenfalls nur gleichermaßen feindlich vorstellen kann.
Das Schlimmste daran finde ich: dieser Totalitarismus findet sich (im Westen) in allen Lagern auf allen Seiten (zu unterschiedlichen Themen).
Gemeint sind jene Westler, die den real existierenden Ostblock-Sozialismus nie erleben mussten, davon jedoch ständig schwärmen und uns erzählen, wie grandios wir dort gehabt haben? Ich war nach dem Sozialismus-Fall froh, dass die kranke Perversion mit Mängeln und Armut endlich vorbei ist – bis mich West-Revival erwischte.
Im heutigen Russland gibt es weitestgehend Marktwirtschaft und Unternehmertum – dennoch hat Putin den dortigen Oligarchen angesagt, dass die sich aus der Politik rauszuhalten haben. Das scheint mir die optimale Lösung des Problems, dass Oligarchen und Konzerne die Politik kaufen können – worauf die freie Marktwirtschaft doch noch vorbei ist und einer korrupten Habeckonomics made by WEF weicht.
@Varus
2. Dezember 2024 um 9:29 Uhr
Es ist schon klar und Sie haben es ja häufig genug dargelegt, dass Sie als bürgerlich denkender Mensch zutiefst aufgeschreckt werden durch das Wort „Sozialismus“, in welchem Zusammenhang auch immer es auftaucht – meistens falsch verwendet und propagandistisch missbraucht und verfälscht.
Aber die große Mehrheit des russischen Volkes hat nicht den „real existierenden Ostblock-Sozialismus“ als schlimmste Periode erlebt, sondern das, worin dieses Verlassen des sozialistischen Weges über Jahrzehnte hin schließlich gemündet ist: in die „Jelzin-Periode“, gekennzeichnet durch eine Fast-Übernahme des Landes durch den Kapitalismus der westlichen Monopole, die quasi im letzten Moment verhindert werden konnte, mit Putin als politischen Exponenten der nationalen russischen Bourgeoisie vor allem in den kleineren Unternehmen und verbliebenen Staatsbetrieben.
Das russische Volk ist – anders als Sie – weniger erschreckt vom Niedergang des Landes unter sich selbst „kommunistisch“ nennenden verbürgerlichten Parteiführern, die vom „real existierenden Sozialismus“ schwadronierten, sondern mehr davon, wohin das schließlich führte: zum wirtschaftlichen Ausverkauf und Verrat an den Interessen des Landes und seiner Bevölkerung.
Mit schlampigen, den Kapitalismus glorifizierenden „Analysen“, die dann von einem plötzlich und unerwartet hereinbrechenden „West-Revival“ überrascht werden, ist nichts gewonnen …
Vielleicht liegt es an den düsteren 2,5 Jahrzehnten, die ich im sozialistischen Murks leben musste? Und bitte nicht damit kommen, dass es der falsche Sozialismus war und der „richtige“ großartig sein würde – diese Leier habe ich im Ostblock viel zu oft gehört.
@Varus
2. Dezember 2024 um 18:18 Uhr
„Vielleicht liegt es an den düsteren 2,5 Jahrzehnten, die ich im sozialistischen Murks leben musste?“
„Sozialistisch“ ist für Sie ein Wort , bei dem Sie jedes Nachdenken abblocken und verweigern. Soll sein, ist Ihre Sache. Jetzt leben Sie jedenfalls, wie ich auch, in den aktuellen „düsteren Jahrzehnten“, die, wenn man die Analyse der (kapitalistischen) Ursachen nicht durchführt oder verweigert, „plötzlich und unerwartet“ über uns hereingebrochen sind wie die schweren bis tödlichen Folgen jener mRNA-Genpräparate, deren Gefährlichkeit einfach verdrängt und verleugnet werden …
Hallo,
als jemand, der in der DDR aufgewachsen ist, weiß ich, was ausreichend bis gut funktionierte und das waren staatliche Gesundheitsversorgung und staatliche Energie-Infrastruktur.
Was schlecht funktionierte, war z.B. Handwerker in Genossenschaften zu drängen, mit zentralisierter Materialversorgung. Oder Konsumgüterproduktion in volkseigenen Schwerindustrie-Kombinaten. Diese Bereiche funktionieren privat besser.
Naja und dagegen seit 1990 die Erfahrungen in der BRD, keinerlei Probleme bei Konsumgütern (außer Klopapier:)), aber zu viel Privatwirtschaft z.B. im Gesundheitswesen und in der Energieversorgung.
Darum ist meine Schlussfolgerung, dass Dogmatismus nicht funktioniert, alles sozialistisch / staatlich versagt in einigen Bereichen, alles liberal / privat versagt in anderen Bereichen. Es müsste das privat sein, was privat besser funktioniert und es müsste das staatlich sein, was staatlich besser funktioniert. Das wäre Pragmatismus.
@Andreas I.
2. Dezember 2024 um 17:45 Uhr
„Darum ist meine Schlussfolgerung, dass Dogmatismus nicht funktioniert, alles sozialistisch / staatlich versagt in einigen Bereichen, alles liberal / privat versagt in anderen Bereichen. Es müsste das privat sein, was privat besser funktioniert und es müsste das staatlich sein, was staatlich besser funktioniert. Das wäre Pragmatismus“
Das war und ist die (vor allem sozialdemokratische) Doktrin der „sozialen Marktwirtschaft“. Warum ist sie gescheitert, sobald sich die ökonomischen Interessensgegensätze verschärft haben? Das ist ganz einfach und brutal eine Frage der Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, und wenn wir noch so naiv auf seine Neigung zur Wohltätigkeit vertrauen (Stichwort „es müsste“). Wer soll das Wohlergehen der Menschen garantieren wenn nicht sie selbst? Nur: wir werden völlig anders „sozialisiert“, besser konditioniert und indoktriniert …
An Fritz Madersbacher Hallo,
,,Wer soll das Wohlergehen der Menschen garantieren wenn nicht sie selbst?“
Demokratie (ohne die Einschränkung ,,parlamentarische“) und Rechtsstaatlichkeit sind die Voraussetzungen. Aber da wäre ich wieder bei der psychologischen Ebene, Eigenverantwortung setzt ein erwachsenes Selbstbewusstsein voraus …
Die Zukunft hängt von der realen Verfasstheit von Ländern und ihren Institutionen ab, in die diese eingebunden sind. Die Gipfelteilnehmer verkörpern diese nur zum Teil und das sehr vage.
Ein loser Zusammenschluss muss deshalb nicht weniger wert sein als bröckelnde Institutionen, die den Zenit längst überschritten haben.
Die NATO hat inzwischen weltweit ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Auch die EU als Kriegsunion ist überhaupt nicht welttauglich, wenn es um die Zukunft geht. Die Marktmacht des Westens scheint tatsächlich noch eine bedeutende Rolle zu spielen.
Aber die jüngere Bevölkerung in den BRICS-Ländern wird unsere alternde im Westen zusehends auf Augenhöhe bringen, ob wir wollen oder nicht.
Selbst wenn in Österreich ein erweiterter Pensionistenwahlverein im pinken Mäntelchen die Regierung stellt.
Hier darf die arbeitende Mehrheit – FPÖ-Wähler, nicht wahlberechtigte Zuwanderer und Nichtwähler haben bei ihnen eine überwältigende Mehrheit – zwar Steuern zahlen und die gleichgeschaltete Presse fördern, hat aber offiziell nichts zu sagen.
Diese Mehrheit macht aber trotzdem wesentlich die reale Verfasstheit des Landes aus. Und sie sorgt auch am ehesten dafür, dass es noch eine Zukunft hat.
„Diese Mehrheit macht aber trotzdem wesentlich die reale Verfasstheit des Landes aus. Und sie sorgt auch am ehesten dafür, dass es noch eine Zukunft hat.“
Natürlich sorgt sie am ehesten für eine Zukunft: diese Mehrheit ist der Anteil, der anpackt.
Ich möchte Ihre These noch erweitern: die Zukunft hängt auch vom Grad an Anarchismus-Fähigkeit innerhalb einer Gesellschaft ab. Eine Gesellschaft, die in sich klare Regeln (durch Erziehung, Schule etc. also aus sich selbst heraus!) aufweist und weniger vom Gesetzgeber „abhängig“ ist, entwickelt einen stärkeren inneren Kompass. Diese Art von Selbstbewusstsein ist dann die Basis jeder wahren demokratischen Gesinnung und dem Bewusstsein, die Zukunft selbst gestalten zu können und zu wollen. Meiner persönlichen Erfahrung nach sind klassische Arbeiter und weniger Gebildete darin deutlich talentierter, einen solchen Kompass zu entwickeln.
Ich arbeite derzeit sowohl im Theater als auch auf „Baustellen“ der Eventbranche. Da „Künstler“, dort „Hackler“. Ich habe viel zu lachen, aber oft ist es schlicht zum Heulen, wie weit entfernt diese beiden Milieus sind. AmS schaffen die „dummen Hackler“ es kein bisschen, abstrusere Verschwörungstheorien zu zimmern als das, was diese „Künstler“ für Realität halten. Ich sollte ein Buch darüber schreiben….;)))
therMOnukular
Der „innere Kompass“ ist ein ganz wichtiger Schlüsselbegriff heute geworden!
Das geistige Immunsystem zur richtigen Ausrichtung sollte nach dem Impfdesaster vielfach doch gestärkt, die Macht der WHO dagegen geschwächt sein.
Ob nicht Hackler die besseren Lebenskünstler sind, wäre wirklich eine spannende Frage, über die Sie schreiben sollten.
„Auch die Hoffnung auf eine Festigung des Verbandes zu einem klar antiwestlichen Bündnis, das die Multipolarität und den Niedergang des politischen Westens fest in den Blick nimmt, hat sich nicht erfüllt.“
BRICS ist entstanden, weil der Westen untergeht. Da hilft keiner nach, auch wenn sich das so manche hier im Westen schon wünschen, weil sie die mit dem Ende einhergehenden Turbulenzen und Begleiterscheinungen wie totale Enteignung und Zwang zur Dekadenz nicht mehr aushalten können. Man hat eine tiefe Sehnsucht nach der alten Normalität und sieht sie neidvoll bei den BRICS Staaten, zB die dort veranstalteten BRICS Spiele ganz ohne Pxdertanz und von Männern verprügelten Frauen…
Der Westen zerstört sich ganz allein. Man kann nun in die BRICS Länder auswandern, um dem Wahnsinn zu entrinnen oder sitzt hier wie auf einem Schiff, das untergeht und schaut zu, wie das Wasser steigt.
China ist ein Klotz am Bein der BRICS, denn es ist zu sehr mit WHO, WEF & Co verwickelt und abhängig von den Handelsbeziehungen, weswegen es auch den Klimawahn nicht stoppen mag, denn es verdient daran. Selbst hält man sich ganz einfach nicht an die Deindustrialisierung. Auch die Türkei tanzt auf mehreren Hochzeiten – weder Erdogan noch Xi sind ehrliche und verlässliche Freunde so wie etwa Kim. Putin ist das bestimmt bewusst. Ich denke, Putin hofft immer noch, wieder einen Frieden mit den Europäern zu erlangen. Er war immer prowestlich eingestellt und hat bei uns viele Freunde. Das ist wohl auch der Grund für sein vorsichtiges Handeln. Er môchte nicht alle Türen zumachen, alle Verbindungen für immer durchschneiden. Die Hetze und Kampagnen der woken Systempresse werden nur von einer ganz kleinen Minderheit unterstützt, jenen, die ihre Kindern sterilisieren lassen für das Klima, Genexperimenten opfern usw. Die USA bauen unter Trump diesen Irrsinn ohnehin ab und die EU wird sich immer mehr verschließen wie einst die UdSSR, ihre Menschen enteignen, verchippen usw. Bis es doch irgendwer schafft, aus diesem Gefängnis auszubrechen. Die Mauer, diesmal digital, wird wieder fallen.
Das europäische Volk liebt Russland und will keinen Krieg. Aber unsere Regierungen ignorieren Wahlergebenisse. Nun haben sie die Demokratie abgeschafft. Als nächstes darf nur noch gegen die Opposition demonstriert werden. Das ist wie die Zxnsur bestimmter Meinungen, um so zu tun, als wäre die Mehrheit hinter ihnen. Doch ist das eben falsch. Wir wissen es und Putin weiß es auch. Ich wünsche ihm daher: „Live long and prosper…“
Wie die NATO zur Zeit „denkt“, hat eine NATO-Admiral ausgeplappert. Man überlegt einen Präventivschlag gegen Russland analog wie das ja auch Israel immer wieder praktiziert, anscheinend um Großisrael zu erschaffen. Und der „Westen“ will ganz offensichtlich an Russlands Ressourcen heran. Statt sie günstig und friedlich zu erwerben, möchte er sie besitzen und teuer an seine Untertanen verkaufen. In Russland nimmt man das sehr ernst und stellt sich darauf ein.
Der „Westen“ (diese Spaltung geht leider auch von unserer un- und abgewählten Führung aus) habe nur ein Mittel, so etwas durchführen zu können: Das sind ballistische Raketen von Atom-U-Booten mit Nuklearsprengköpfen, schreibt Alexander Timochin in seiner Analyse. „Für den Fall, dass sie sich zum Zeitpunkt des Schlags in Gewässern in der Nähe Russlands – zum Beispiel im Mittelmeer – befinden. Der Westen hat keine anderen Mittel.“
Man überlegt, wie man das abwehren kann. So weit sind sie schon. Die NATO verliert den Stellvertreterkrieg in der Ukraine und ihre Marionetten die Wahl in den USA, und so versucht sie nun, bevor Trump Frieden schaffen kann, Russland direkt mit Atombomben anzugreifen. Da denkt man, es ist nicht nur Biden nicht ganz richtig im Kopf…
Lula begehrt noch mehr die Mohre von 300 Milliarden jährlich, welche der Westen vage „für Klima“ verspricht. Aber auch China verbiegt sich hier – wenn aber Trump offen vom Betrug redet, ist es in China oder Westeuropa genauso Betrug wie in den USA. Irgendwann kriegt es jeder mit – dann läuft das Schwindeln nicht mehr. Mit Gewalt abzocken, dann ist es nicht mehr Betrug, sondern purer Raub.
Kommen China, Brasilien und Russland nicht darauf, dass die Komplizenschaft sich nicht mehr auszahlt? Besonders wenn der Westen bereits darüber redet, „für Klima“ Amazonas konfiszieren zu wollen – ich habe mal einen Artikel dazu verlinkt.
Wenn Trump und die Republikaner den Wokeismus nächstes Jahr immer mehr zurückdrängen, werden die WEF/WHO-Länder – Kanada, West-EU, Australien – allein mit dem Irrsinn bleiben. Entweder errichten sie eine Diktatur mit Enteignungen und Gulag oder sie geben auf. Wie auch immer, der Schaden ist jetzt schon immens. Ich denke, dass sie auch aus diesem Grund in einen großen Krieg flüchten wollen.
Gute Analyse von Rainer Rupp:
„Willkommen im lukrativen Geldkreislauf der Klimaindustrie“. Er verwendet darin zB das Wort „Presstituierte“… :-) Er schreibt, wohin die versprochenen 300 Mrd wohl fließen werden, nämlich in den Rachen der sattsam bekannten Krisengewinnler…gut, dass man es im „bösen Medium“ lesen kann. Man weiß dort also auch Bescheid.
Die BRICS-Staaten agieren gemeinsam aber geleitet durch ihre individuellen Interessen, während die Satelliten der USA den amerikanischen Vorgaben auch Folge leisten, wenn dies ihren eigenen Interessen zuwiderläuft. Ein Beispiel dafür ist die Deindustrialisierung Deutschlands im Interesse der amerikanischen Russlandpolitik. Die globalen Handelsvolumina, welche nicht mehr mit dem US-Dollar bezahlt werden, nehmen ständig zu. Dies werte ich als Zeichen, dass das Fazit des Artikels falsch ist.
Dafür schätze ich diesen Autor so sehr. Weil er regelmäßig zwar so tut, als würde er das westliche Narrativ kritisieren und entblättern, aber dabei gleichzeitig sämtliche (aus Ignoranz und Inkompetenz falschen) Grundvorraussetzungen und Talking-Points desselben (Narrativs) präsentiert und seine (dadurch gleichermaßen falschen) Schlussfolgerungen darauf aufbaut.
Hier ja wieder: der Gedanke von BRICS als Art „Waffe“ gegen den Westen ist das Ergebnis des derzeit so destruktiven totalitären „Denkens“ dieses Westens bzw. seines Narrativs. Es muss natürlich gegen jemanden gerichtet sein und kann in der Vorstellung auch dieses Autors offenbar nicht einfach Ergebnis von Notwendigkeiten und Bedürfnissen sein. Der Autor tut so, als würde er die westliche Hegemonie beerdigen, hält dabei aber daran fest, Zentrum des Universums zu sein und nur Sieg oder Niederlage zu kennen.
Aus psychologischer Sicht: faszinierend.
Auch der Gartenexperte Herr Borell schrieb kürzlich irgendwas darüber, dass die restliche Welt sich gegen den Westen verbünden könnte (als seine Befürchtung). Solange im Westen Vereine wie WEF mit Spinnereien wie Entvölkerung „für Klima“ rumlaufen, keine schlechte Idee – statt sich mit vagen Versprechungen von Gelder-Manna aus dem Westen bestechen lassen.
Hallo,
wenn man BRICS Bridge, BRICS Clear und BRICS Pay ausblendet, dann kommt man zu anderen Schlussfolgerungen.
Es wirkt zwar etwas komisch, einen Artikel über den BRICS-Gipfel zu schreiben und dabei diese Ergebnisse weg zu lassen, aber naja, wenn ein Artikelautor sich halt auf anderes konzentrieren will… :-D
„Wenig deutet darauf hin, dass die Konfrontation beschleunigt und die westliche Vorherrschaft stärker bekämpft werden soll. “
Vielleicht ist die Ausrichtung von BRICS ja auch nicht konfrontativ, sondern schlicht zweckorientiert. Scheint als ob dieser Autor auch nicht besser versteht als die „Qualitätsmedien“, „was sich da anbahnt“.
Hallo,
wenn manche Artikelautoren wenigstens Schach spielen könnten, dann hätten sie etwas Übung in rationalem strategisch-taktischem Denken. Das könnte die Trefferquote von Gedanken zu geostrategischen Fragen möglicherweise erhöhen. Sie wüssten auch, dass es nichts irgendwie emotionales ist, eine Figur nicht zu schlagen, sondern dass das immer Kalkulation ist.
Und beim chinesischen Spiel Go, da werden Figuren bzw. Steine gar nicht geschlagen und nicht vom Brett genommen. Jeder behält die Steine, die er gesetzt hat. Es kommt nicht darauf an, dem Gegner was zu nehmen, sondern die eigenen Steine in bessere Positionen zu setzen. Und das kommt mir prinzipiell irgendwoher bekannt vor. :-)
@: „Das ersehnte Gegengewicht zum westlichen Kapitalismus scheint sich noch nicht abzuzeichnen“….und wird sich meiner Meinung nach auch niemals abzeichnen. Man betreibe mal Mengenlehre mit den BRICS-Staaten, den G20 und den UN-Mitgliedsstaaten und den WHO-Mitgliedsstaaten. Dann sieht man deutlich, dass man KEINERLEI Gegengewicht sieht. Vielmehr eine große, qausi weltweite Einheit.
Ich sehe das genau so, wie in der deutschen oder amerikanischen Parteienlandschaft: weder ist die AfD irgendein Gegengewicht zur Ampel, noch sind die Republikaner irgendein Gegengewicht zu den Demokraten. Es alles Polittheater, das der Weltwirtschaftselite dient, sprich: den derzeit Reichsten und den derzeit Mächtigsten.
@ „Denn die Welt ist auf dem Weg in eine neue Ordnung, in der alle Staaten gleich sind in der Berücksichtigung ihrer Interessen und ihrem Wunsch nach Sicherheit“:
Zumindest ist die Welt aus Sicht der Mächtigsten auf dem Weg in eine (sic!) neue Ordnung; sie nenne sie „neue Weltordnung“. Und die Welt ist nicht einfach so auf dem Weg, nein. Der Weg wird gemacht und gebaut und geebnet und die ganze Menschheit soll auf diesen „neuen Weg“ gebracht werden. Die Massen wollen dies jedoch nicht. Und viele Menschen wissen auch noch nicht, was läuft und warum.
Tatsächlich wird nicht angestrebt, dass alle Staaten gleich sind. Das ist nicht nötig. Auch ist es nicht nötig die Staaten abzuschaffen. Es wird soll eine Eine-Welt-Regierung fest installiert werden, ohne dass es die Menschen merken. Das Theater soll weiterlaufen. Und die Staaten auf Wunsch -wie bei C- im Gleichschritt tun, was man Ihnen diktiert. Mithilfe beispielsweise der WHO oder den UN.
@: „Auch das hat der Gipfel von Kazan in seiner Abschlusserklärung als klares Ziel zum Ausdruck gebracht und weist damit den Weg in eine neue Zukunft“.
Zum Ausdruck gebracht wird stets viel, beispielsweiese von den UN der Weltfrieden. Und wir wissen, dass die derzeit 197 UN-Mitgliedsstaaten bestenfalls eine Lachnummer abliefern, wenn es um mehr als Lippenbekenntnisse geht. Und die BRICS geloben beispielsweise -wenn auch mit anderen Worten- sich an den Social Developement Goals zu orientieren.
Augen auf, Hirn an, eins und eins addieren, romantische BRICS-Vorstellungen schnellstens und für immer über Bord werfen: die BRICS stellen kein Gegengewicht „zum Westen“ dar. Sie wollen ja etwa auch sehr schnell eine digitale Währung einführen – genau wie „der Westen“.
@Hannes
30. November 2024 um 20:06 Uhr
„Man betreibe mal Mengenlehre mit den BRICS-Staaten, den G20 und den UN-Mitgliedsstaaten und den WHO-Mitgliedsstaaten. Dann sieht man deutlich, dass man KEINERLEI Gegengewicht sieht. Vielmehr eine große, quasi weltweite Einheit“
Ich weiss nicht, welche Mengenlehre Sie betreiben, aber die „große, quasi weltweite Einheit“ sehe ich nicht, wenn ich die internationale Entwicklung, vor allem die sich zuspitzenden militärischen Konfrontationen betrachte.
Es stimmt schon, dass die Kasan-Dokumente der BRICS-Staaten sehr diplomatisch und verbindlich gehalten sind, aber sie betonen – gegen den Westen gerichtet – das Prinzip der Nichteinmischung und die Souveränität aller Staaten. Es sind ihre nationalen Interessen verfolgende kapitalistische Staaten, die ins Schußfeld des Westens und seiner großen Monopole mit deren ökonomischen Interessen geraten sind.
„Große, quasi weltweite Einheit“ und immer drohender Gefahr eines nächsten Weltkriegs – wie ist das vereinbar?
Krieg ist eines der größten Geschäfte. Weltkrieg ist eines der allergrößten Geschäfte. Gleichzeitig kann „man“ mit einem Weltkrieg sich gleichzeitig dumm und dämlich verdienen und gleichzeitig zugucken, wie „sich“ die Anzahl der Menschen reduziert. Bevölkerungsreduktion und Eugenik sind bekanntermaßen wichtige Themen bei den selbstermächtigten Lenkern. Nennen Sie die, die ich oben mit „man“ bezeichnete, wie sie wollen; ich kenne folgende für mich gleichbedeutenden Bezeichnungen: Geldadel, Finanzelite, digital-finanzieller Komplex, militärisch-digital-finanzieller Komplex. Sicherlich gibt es noch einige andere Bezeichnungen – die in meinen Augen auch das selbe Grüppchen Menschen bezeichnet.
Und außerdem sieht mensch am sog. Zukunftspakt (https://de.wikipedia.org/wiki/UN_Zukunftspakt), dass alles immer GLOBAL geregelt werden soll. Jedoch gab es noch nie und wird es bis auf Weiteres sicherlich nicht geben: irgend ein GLOBAL demokratisch gewähltes Gremium. Selbst das „Demokratieprojekt EU“ scheint krachend zu scheitern (ganz gleich, ob dies von Anfang an geplant war oder nicht – es macht keinen Unterschied). Die Vorstellung, die die UN uns gibt ist selbst beim besten Willen definitiv so (1. global UND 2. undemokratisch) auch nicht annähernd als irgend etwas real Existierendes zu verwandeln und scheitert schon seit Jahren krachend (ebenfalls ganz gleich, ob dies von Anfang an geplant war oder nicht – es macht keinen Unterschied).
@Hannes
30. November 2024 um 22:16 Uhr
„Krieg ist eines der größten Geschäfte. Weltkrieg ist eines der allergrößten Geschäfte“
Das heißt ja nicht, dass die Kriegführenden unter einer Decke stecken. Im Gegenteil, sie versuchen jeweils, den Krieg zu gewinnen und ihre Interessen durchzusetzen (nicht, mit den Gegnern unter derselben Decke zu bleiben), deshalb gibt es Gewinner und Verlierer. Die Vorstellung, dass alle Regierungen der Welt unter einer Decke stecken, ist mit der Wirklichkeit nicht in Übereinstimmung zu bringen. Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg waren das Ergebnis der Widersprüche und Interessensgegensätze der beteiligten imperialistischen Mächte, und es gab immer Völker, Staaten und Regierungen, die nicht mitmachten. Und es gab revolutionäre Staaten, gegen die sich verdeckt und offen alle (kapitalistischen, imperialistischen) Mächte wandten. Alles Andere sind Zurechtlegungen aus welchem Bedürfnis immer, für deren „Belegung“ die Realität „passend gemacht“ werden muss …
Hallo,
der westliche Kapitalismus ist liberal; privat immer gut, Staat immer schlecht.
Der chinesische und der russische Kapitalismus ist post-sozialistisch; strategisch wichtige Sektoren sind staatlich.
Über Indien weiß ich wenig, aber eine 1:1-Kopie des Liberalismus kann ich mir in der indischen Kultur nur schwer vorstellen.
Iran ist eine Theokratie, Saudi-Arabien (Anwärter) eine Monarchie, Südafrika erscheint relativ westlich, aber auch vor dem Hintergrund einer eigenen Geschichte … westlichen Kapitalismus, d.h. liberalen Kapitalismus (privat immer gut, Staat immer schlecht), den findet man innerhalb der BRICS+ nicht.
„Hinzu kommt, dass BRICS nicht diese geschlossene Organisation ist, wie der Name den Eindruck erweckt. Der Westen ist dagegen einheitlicher verfasst. Er verfügt über gemeinsame Militärbündnisse und eine sogenannte regelbasierte Ordnung, deren Regeln er selbst festlegt und ihnen gegenüber anderen Nationen Geltung verschafft.
Zudem hat er in China und Russland gemeinsame Feinde aufgebaut, die er zu einer Bedrohung für sich erklärt und gegen die er sich zu einem Block zusammengeschlossen hat. Über eine solche Blockbildung verbunden mit gemeinsamen ständigen Militäreinrichtungen verfügen die BRICS-Staaten nicht“
Man kann immer eine unrealistische, von Wunschvorstellungen dominierte Sicht auf die Dinge haben (wie manche „westliche Kapitalismus-Kritiker“). Der lose Zusammenschluss der BRICS-Staaten ist ein Geschöpf des Westens, eine Notwehrreaktion auf die immer aggressivere Wirtschafts- und Militärpolitik des gegen den zunehmenden Verlust an Macht, Stärke und Einfluss verbissen ankämpfenden US-geführten westlichen Imperialismus.
Nicht das kapitalistische China oder Russland haben den Westen als Feind aufgebaut, sondern eben umgekehrt, wie im Artikel richtig festgestellt wird. Der Weg zur völligen Demontage und zum Zusammenbruch der westlichen Hegemonie ist noch weit und voller Windungen und Wendungen, aber zweifellos sind die weiteren Fortschritte zu einer friedlicheren Welt gebunden an eben diese Brechung der Macht des westlichen Imperialismus.
Das ist zu einer unaufhaltsamen historischen Strömung geworden, „denn die Welt ist auf dem Weg in eine neue Ordnung, in der alle Staaten gleich sind in der Berücksichtigung ihrer Interessen und ihrem Wunsch nach Sicherheit. Auch das hat der Gipfel von Kazan in seiner Abschlusserklärung als klares Ziel zum Ausdruck gebracht und weist damit den Weg in eine neue Zukunft“ (siehe oben)
Eine wesentliche Ursache für die immer größeren wirtschaftlichen Probleme vieler EU-Staaten und ganz besonders auch Österreichs ist, dass diese Länder nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben oder sich gegen deren Erkenntnis sträuben: es ist eine für das Überleben elementare Aufgabe z.B. der österreichischen Außenpolitik, mit der „globalen Mehrheit“ auf Augenhöhe, als neutraler Staat, nicht als Anhängsel des westlichen Imperialismus zu verkehren …
@Fritz Madersbacher
Sehr wichtig! Auf Augenhöhe bedeutet hierbei auch, überhaupt die Perspektive anderer verstehen können. Die logischerweise völlig anders sein muss und deshalb zu anderen Schlüssen und Strategien führt.
Nach so viel Hinabschauen auf quasi Untergebene fällt das hierzulande vielen schwer. Es würde aber entscheidende Wege zum Frieden eröffnen.
Dafür tun aktuell – in Verteidigung unserer eigenen Interessen – BRICS-Länder mehr. Auch weil sie vermutlich noch gesamtheitlicher denken können.
@Bernhard
2. Dezember 2024 um 20:40 Uhr
„Nach so viel Hinabschauen auf quasi Untergebene fällt das hierzulande vielen schwer“
Vielleicht gelingt uns ja – in unserer wirtschaftlichen Zwangslage – doch noch mehr Verstehen anderer Blickwinkel und Denkweisen. Die einst selbstgewählte immerwährende Neutralität unseres Landes würde das sogar von uns verlangen, es zu unserer Pflicht machen. Vielleicht begreifen wir noch rechtzeitig, dass das in unserem wohlverstandenen eigenen Interesse liegen würde …
Die BRICS verfügen über einen Großteil der erschlossenen, schnell förderbaren fossilen Ressourcen, wenn das US-Fracking ausläuft. Zudem ist die Marktverknappung (Nehammer konnte in Katar kein Gas einkaufen) nicht nur auf den geologisch bedingten Rückgang zurückzuführen, sondern auch auf den Mehrverbrauch der emerging markets, die sich in den BRICS einen.
Das führt zu folgenden Risiken:
Dauerrezession im Westen samt Risiko für den Dollar
Gefahr der Ressourcenaneignung durch Krieg
Instabilität der Demokratien wegen Rezession
Instabilität der Energieversorgung
Erpressungspotential der BRICS gegenüber dem Westen
Je mehr Zeit vergeht, desto größer wird das Risiko für den Westen und desto mehr Vorbereitungen können die BRICS treffen. Wenn der Dollar fällt, sind sämtliche Sanktionen hinfällig. Wind und Solar scheint kein Ersatz zu sein für fossile. Das kann auch die Waffenproduktion beeinflussen.
Daher denke ich, der Westen hat ein größeres Interesse an einem bald startendem Weltkrieg als die sich konsolidierenden BRICS.
Dann könnten russische oder iranische Firmen derer Zahlungen durch indische und andere Staatsbanken abwickeln, die vielleicht extra für solche Geschäfte gegründet würden? Wenn Indien bereits am Weiterverkauf vom russischen Öl verdient, ginge wohl auch das.