
Mehrere Staaten überlegen Aufbau einer „strategischen Bitcoin-Reserve“
Ausgehend von der neuen Trump-Administration könnte der Bitcoin vor weiterer – auch institutioneller – Akzeptanz und Adaption stehen und das Währungssystem durchaus verändern.
Der Bitcoin steht vor der psychologisch wichtigen Marke von 100.000 Dollar. Und das erste Kryptogeld (das ironischerweise kaum mehr als Geld verwendet wird, sondern als Wertanlage) wird immer beliebter, auch in institutionellen Kreisen. Regierungen überlegen zunehmend den Ankauf von Bitcoin. El Salvador war der Vorreiter, neue Pläne gibt es in den USA, Brasilien und Marokko. Auch andere Staaten lockern die Regulierungen.
Staatliche Pläne
Während Marokko das Krypto-Verbot, das seit 2017 gilt, wieder aufheben will, werden in den USA und Brasilien Pläne von einer „strategischen Bitcoin-Reserve“ diskutiert. Damit wäre eine nationale Anhäufung von Bitcoin gemeint, die ähnlich wie Gold, Devisen oder Rohstoffe gehalten wird. Solche Reserven dienen zur Absicherung gegen wirtschaftliche Krisen, Inflation oder Währungsmanipulation. Kann der Bitcoin hier dazu passen?
Je mehr Käufer sich für den Bitcoin finden, umso mehr wird der Preis steigen. Das liegt schlicht an seiner limitierten Form (maximal werden 21 Millionen Bitcoin jemals verfügbar sein). Bitcoin könnte also ein Weg sein, um die Geldentwertung zu bremsen, indem die umlaufenden Währungen (täglich werden mehr Dollar, Euros etc. „gedruckt) in Bitcoin investiert wird. Einen ambitionierten Vorschlag machte Cynthia Lummis, eine Senatorin aus den USA.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Sie brachte ein Gesetz ein, wonach die US-Zentralbank eine Million Bitcoin (etwa 5 Prozent des aktuell Bestandes) im Laufe von fünf Jahren ankaufen soll. Der aktuelle Preis wäre dafür rund 90 Milliarden Dollar. Für den US-amerikanischen Staat keine besonders große Summe. Die USA halten mehr als 8.000 Tonnen Gold -was etwa einen Preis von 700 Milliarden US-Dollar entspricht.
Lummis schlägt vor, die strategische Bitcoin-Reserve gegen das vorhandene Gold zu tauschen. Also etwas mehr als 10 Prozent des US-Goldes in Bitcoin zu investieren. Sie argumentiert, dass man damit den USA helfen könnte, ihre Schuldenlast zu verringern. Trump gab sich im Wahlkampf als Krypto-Präsident. Es ist also durchaus denkbar, dass der Plan Realität wird. Das Gesetz hat aber aktuell noch keine weiteren Unterstützer.
Aber solche Überlegungen werden offenbar nicht nur in den USA getroffen. Diese Woche legt ein Abgeordneter in Brasilien einen Gesetzesentwurf zur Schaffung einer „souveränen strategischen Bitcoin Reserve“ vor. Der Kongressabgeordnete Eros Biondini (Partido Liberal) schlägt vor, dass bis zu 5 Prozent der internationalen Währungsreserven Brasiliens in Bitcoin gewechselt werden sollen. Das wären aktuell rund 3,5 Milliarden Dollar. : Er argumentiert, dass durch die Einführung einer strategischen Bitcoin-Reserve, die Staatskasse diversifiziert wird und zu einem Pionier in der digitalen Wirtschaft etabliert wird.
Das der Vorschlag angenommen wird, gilt aber nicht als besonders wahrscheinlich. Kommt er doch von der Partei Bolsonaros.
Aber weltweit ändert sich der Umgang mit dem Bitcoin -außer in der EU. In Russland hat soeben ein Gesetz das Parlament passiert, das Bitcoin als Eigentum behandelt und von der Mehrwertsteuer befreit. Nur noch die Unterschrift Putins fehlt – eine Formsache. Hongkong schafft die Kapitalertragssteuer auf Kryptowährungen wieder ab, man will, so berichten internationale Wirtschaftsmedien wie die Financial Times, zum „globalen Krypto Zentrum“ werden. Dafür wird man aber wohl eine strategische Bitcoin-Reserve brauchen….
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