Polnische Strompreise steigen wegen Windflaute

9. November 2024von 3,4 Minuten Lesezeit

Die riskante Energiepolitik  mit Windkraft und Photovoltaik bringt nach Deutschland nun auch die Strompreise in Polen zum Steigen. Die Sorge, ohne Strom dazustehen, ist für Investoren größer als die Sorge um fehlende Arbeitskräfte.

Als kürzlich in Polen der Wind nicht mehr wehte, waren viele Unternehmen ohne Strom. Glücklicherweise waren keine Haushalte betroffen, aber aufgrund der Stromknappheit stiegen die Strompreise um mehrere Dutzend Prozent. Ähnliches war so ziemlich gleichzeitig in Deutschland passiert, als Windstille die Inbetriebnahme von 0,7 GW Ölkraftwerken erfordert hatte und den Import von 14 GW Atomstrom.

Nicht alle Unternehmen reagierten auf die Aufforderungen des polnischen Übertragungsnetzbetreibers (PSE), zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen oder den Verbrauch einzuschränken. Deutschland und Schweden kamen schließlich mit Exporten nach, ebenso wie die Ukraine, die einen Teil ihrer überschüssigen Energie loswerden musste, schreibt Polens Business Insider.

Die Tatsache, dass die Ukraine Strom nach Polen schickte, ist eine Ironie des Schicksals, denn der Abgeordnete Paweł Kowal sagte kürzlich im Radio Zet, dass Polen „billigen Strom“ aus seinen Kohlekraftwerken abzüglich der Kosten für das Emissionshandelssystem (ETS) verkaufen muss.

Nach Angaben von BI leidet Polen seit dem 5. November unter Windmangel, was zu einem Rückgang der Stromerzeugung aus Windkraftanlagen auf 19,8 GWh und am Tag darauf auf 6 GWh führte.

Von der Flaute war also nicht nur Deutschland betroffen, sondern auch größere Teile Europas. Das bestätigt wieder die Erkenntnis, dass unzuverlässige Quellen wie Wind und Photovoltaik nicht mehr als 10% der Erzeugung ausmachen dürfen um nicht die Energieversorgung zu gefährden.

Der für den 6. November festgesetzte Spotpreis für Strom stieg auf bis zu 882 PLN (204 Euro) pro MWh. Als es PSE schließlich gelang, Importe zu bekommen, fiel der Preis am nächsten Tag auf 543 PLN. Dies ist immer noch eines der höchsten Preisniveaus in Europa, das nur von leicht höheren Preisen in Rumänien, Ungarn, Serbien und Mazedonien übertroffen wird.

Wobei das Preisniveau in Europa schon lange erheblich über dem im Rest der Welt liegt, dank der Politik der EU-Kommission und den Sanktionen gegen Russland.

Ende Oktober hatte es ein ähnliches Problem mit einem Rückgang der Windkraft gegeben, aber die Photovoltaik konnte die Lücke schließen. Jetzt, da die Tage immer kürzer werden, gibt es auch immer weniger Energie von der Sonne.

In diesem Fall müssen konventionelle Kraftwerke einspringen, und in Polen gibt es noch immer hauptsächlich Kohlekraftwerke. Doch die Kosten für deren Betrieb machen sie derzeit aufgrund der EU-Emissionsvorschriften unrentabel.

„Wenn es uns bis Anfang der 2030er Jahre nicht gelingt, die Lebensdauer der Kohlekraftwerke zu verlängern, und es besteht ein hohes Risiko, dass uns das aus technischen Gründen nicht gelingt, unabhängig von rechtlichen Lösungen, werden wir etwa 12 GW Gaskraft benötigen (…) und wir haben derzeit 3 GW unter Vertrag“, sagte Grzegorz Onichimowski, Präsident von PSE, auf einer Pressekonferenz.

Unterdessen wurde der jüngste Rückgang der Windturbinenproduktion nicht durch die Inbetriebnahme des größten Gaskraftwerks in Polen kompensiert. Die Stromerzeugung aus Gas hat zwar täglich neue Rekorde aufgestellt, konnte aber die Verluste bei der Erzeugung aus Windkraftanlagen nicht ausgleichen.

Die Inbetriebnahme eines Gaskraftwerks in Polen zeigt übrigens die Absurdität der geplanten Zerstörung des Erdgas-Verteilnetzes in Österreich auf.

Industrieministerin Marzena Czarnecka sagte auf der gleichen Konferenz, dass die Kohle durch die Kernenergie ersetzt werden wird. Leider soll das erste Kernkraftwerk in Polen erst 2040 in Betrieb gehen, und die Erfahrung zeigt, dass bei solchen Investitionen mit Verzögerungen zu rechnen ist.

So oder so ist eine Situation, in der es im polnischen System an Strom mangelt, schlecht für die Wirtschaft. Für Investoren ist das Risiko, dass ein Werk oder eine andere Einrichtung ohne Strom bleibt, eine noch größere Sorge als der Mangel an Arbeitskräften.


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3 Kommentare

  1. Wolliku 10. November 2024 um 5:23 Uhr - Antworten

    Unsere Wirtschaftseliten haben sich dem woken Zeitgeist unterworfen, wohlwissend um die Gefahr einer schleichenden oder auch abrupten Deindustrialisierung. Aber die Wähler hier und drüben vom großen Teich merken es. Es geht ihnen ans Fell mit Leuten in der Führung, die nicht wissen und verstehen was sie da eigentlich tun. Kamala Harris konnte mit einem herzerfrischenden Lachen nicht kompensieren, dass sie bei ihren wirtschaftlichen Zielen nur undefinierte Allgemeinplätze den Leuten mitzuteilen hatte. Nur woker Krams reichte den Amis nicht und zeitverzögert wird es auch den Europäern nicht reichen. Es wird auch nicht helfen, wenn die EU-Eliten sich eine nicht direkt gewählte Führung gönnen, mit einem dubiosen Verständnis von Meinungsfreiheit. Die können noch eine Zeitlang herumkrautern, aber der Bach fließt immer schneller abwärts. Die Energiewende ist gescheitert, die Sanktionen sind es auch und quasi auch alles was wir landläufig Diplomatie nennen. Nicht nur die Ukraine und die EU will Sicherheit, sondern Russland auch. Die Ukraine wird kein Aufmarschgebiet der Nato werden können. Das weiß und wußte jeder der geopolitisch bis drei zählen kann. Schluss mit dem Schwachsinn der Eskalation. Laßt den Geist der Charta von Paris wieder aus der Flasche und stopft dafür den verwirrten Klimageist da rein. Oder muss das alles der Donald machen?

  2. Jan 9. November 2024 um 14:07 Uhr - Antworten

    „Die Sorge, ohne Strom dazustehen, ist für Investoren größer als die Sorge um fehlende Arbeitskräfte.“

    Das ist gelogen!

    Richtig muss es heißen: Niemals! Niemals, niemals, niemals, niemals, NIEMALS unterstützen Investoren eine andere Partei als jene, die ihnen schadet.

    „Reißt meinen Kindern die Organe heraus, tötet meine Eltern, foltert meine Frau zu Tode! Niemals würde ich jemanden wählen, der mein Wohl im Sinne hat, NIEMALS!“ So denken Investoren!

    Das ist meine Lehre aus vier Jahren Gesprächen.

    Die einzige Möglichkeit besteht darin, die Schädigungen schnell derart hoch zu treiben, dass die irren Masochisten, ca 60% der Bevölkerung, physisch daran gehindert werden, weitere Schäden für sich und andere einzufordern. Egal ob als Spritze, Krieg oder Energiepolitik. Die fordern aber noch im Zustand von Joe Biden lautstark die atomare Verseuchung Europas!

    Haben Investoren oder Wirtschaftsverbände sich gegen die Bestellung von Leyen, gegen Milliarden für Selensky, gegen Hotelschließungen oder den Impfzwang gewandt? Gegen die WHO-Verträge? NIEMALS!

    Wie kann man sich von Wokismus und ORF einwickeln lassen?

    Natürlich hat man Ausgleichszahlungen gern genommen, aber es war doch auch damals klar, dass dies zu Abschwung, Inflation und Überschuldung führt.

    Die haben alle einen Dachschaden!!!

  3. Satya 9. November 2024 um 10:54 Uhr - Antworten

    Windräder absorbieren Windenergie und wandeln sie in E-Energie um. Die in E-Energie umgesetzte Windenergie fehlt in der Atmosphäre, was zum abflauen von Wind führt.
    Photovoltaiksysteme, die große Flächen in der Natur bedecken schaden der Photosynthese der Pflanzen, da sie den Boden bedecken. Auch hier sind die Lebensfeinde am Werk.

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