Internationale Stimmen zum FPÖ-Wahlsieg

30. September 2024von 3,3 Minuten Lesezeit

Wie hat die Welt die österreichische Nationalratswahl und den Sieg von Herbert Kickls FPÖ wahrgenommen? 

Politischer Erdrutsch in Österreich: Erstmals in der Geschichte der Republik haben weder SPÖ noch ÖVP die Nationalratswahl gewinnen können. Sieger ist die FPÖ, die sich als einzige Parlamentspartei eine Alleinstellung – ob Covid, Ukraine, Medien, Migration – erarbeiten hat können. An dieser Stelle sei nicht weiter über Motive oder Hintergründe der Wahl gesprochen. Stattdessen wollen wir wissen, wie die Welt den Wahlsieg Kickls aufgenommen hat.

Hier einige Stimmen aus dem In- und Ausland gesammelt.

Während die FPÖ-Feier durch 200 Polizisten geschützt werden musste, sagte Polit-Kommentator und Stiftungs-Chef Sebastian Bohrn-Mena: „Die Springerstiefel marschieren wieder“. Tatsächlich ist aber (glücklicherweise) keine SA, die die Opposition von der Straße prügelt, weit und breit zu sehen. Höchstens sind es Antifa-Demos einiger Studenten mit kaum Rückhalt im Volk, die auf der Straße ihren Unmut verkünden.

Und damit auf die Internationale Bühne.

Viktor Orban, FPÖ-Verbündeter in Brüssel, zeigt sich in Budapest naturgemäß hocherfreut: „Ein weiterer Sieg für die Patrioten: ein historischer Sieg für die FPÖ in Österreich! Gratulation an Herbert Kickl.“ Ursula von der Leyen, normalerweise besonders schnell, wenn es darum geht, dem Wahlsieger zu gratulieren, hat sich bisher nicht geäußert. Bemerkenswert.

Der einflussreiche The Economist, ein wesentliches Medienorgan des westlichen Imperiums, denkt im Wahlbericht an Orban und schreibt abwertend: „Ein Sieg für Herbert Kickl, einen Möchtegern-Viktor Orban.“

Das Wall Street Journal, ebenfalls ein wichtiger Player im transatlantischen Kosmos, schreibt: „Rechtsextreme Freiheitliche Partei gewinnt historische Unterstützung in Österreich Das Wahlergebnis spiegelt einen Trend in ganz Europa wider, wo der Zustrom von Migranten in einigen Ländern zu einer politischen Fragmentierung geführt hat.“

Der umstrittene Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke gratulierte: „Herbert Kickl war damals Innenminister (Ibiza-Video, Anm.) und hat die Ränkespielchen von Sebastian Kurz aus nächster Nähe miterlebt — und seine Konsequenzen gezogen. Auch das ist ein Grund, warum der versierte Stratege Kickl vom polit-medialen Komplex so sehr gefürchtet wird wie kein anderer Politiker vor ihm. Wir dürfen also auf die Regierungsbildung gespannt sein! Der Sieg der FPÖ ist nicht nur ein Sieg für Österreich — er strahlt weit über die Grenzen der Alpenrepublik hinaus und ist eine gute Weichenstellung für Europa.“

Kickl, im (Neu)-Rechten Lager durchaus ein Popstar, erhielt von allen möglichen bekannten internationalen Figuren dieser Szene Zuspruch. Etwa vom Briten Tommy Robinson oder von Compact-Chef Jürgen Elsässer. Ein Trump-Kampagner schreibt etwa:

„Das österreichische Volk hat gesprochen, ein weiterer Sieg für die „Patriots for Europe“: ein historischer Sieg für die FPÖ in Österreich! Herzlichen Glückwunsch an Herbert Kickl!“

Valentina Pop, Journalistin der Financial Times, wird bereits analytischer: “Wie Kickl, Wilders und die AfD in Ostdeutschland gezeigt haben, ist es nicht mehr notwendig, die eigene Marke zu entgiften, wie es Meloni und in geringerem Maße auch Marine Le Pen in Italien und Frankreich getan haben, um Wahlen zu gewinnen.“

Eine Journalistin des Indian Express schreibt über das Wahlergebnis in Österreich:

„Die rechtsextreme (far-right) Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) ist Spitzenkandidat für die Bildung der nächsten Regierung unter ihrem 55-jährigen Vorsitzenden Herbert Kickl. Kickls Partei erhielt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 29,2 % der Stimmen und lag damit fast drei Punkte vor der konservativen Volkspartei (ÖVP), die auf 26,5 % kam, aber nicht die Mehrheit erreichte. Er wird eine Koalitionsregierung bilden, wenn er Unterstützung findet. Er ist gegen Einwanderung und für Russland.“

Genauer ist da Tichys Einblick. Dort spekuliert der österreichische Richard Schmitt bereits über so manche Koalitionsszenarien. Fakt ist, dass Kickl zwar die Wahl gewonnen hat, aber noch nicht Kanzler ist. Und das Imperium wird wohl auf die ein oder andere Art zurückschlagen. Vielleicht sogar mit Sebastian Kurz.

Bild C.Stadler/BwagWien – Anti-Corona-Demo, 11. Dezember 2021CC BY-SA 4.0

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13 Kommentare

  1. R.Fongern 30. September 2024 um 17:00 Uhr - Antworten

    Wie ich soeben las,betreiben die deutschen Kartellparteien CDU,CSU,SPD,Grüne, FDP nicht, ein Parteiverbot der AfD durch Abstimmung im Bundestag.
    Hoffentlich wird die FPÖ nicht auch verboten,durch die feindseligen Konkurrenzparteien. Es braut sich in der Politik einiges zusammen.

  2. Dorothea 30. September 2024 um 14:17 Uhr - Antworten

    Jetzt musste ich extra nach „Springerstiefel“ googeln. Bei den Freiheitlichen sind mir die aber noch nicht aufgefallen, dafür aber bei den Demonstranten gegen die Demokratie. Auch bei den Gymnasiasten waren die geschnürten Dr. Martens in den 90ern ein Muss. Radikal waren meine Töchter aber nicht. Die lehnen nämlich Radikalität und Gewalt genauso ab wie ich. Egal ob von Links oder Rechts, aber auch nicht von der sogenannten Mitte. Denn auch psychische Gewalt ist ein Verbrechen, die man dazu nutzt, um Menschen zu zwingen, diverse „Maßnahmen“ zu befolgen.

    Weiters lehnen wir aber auch Haustyrannen und Narzissten ab, die aus lauter Selbstverliebtheit gerne auch handgreiflich werden.

  3. Glass Steagall Act 30. September 2024 um 12:36 Uhr - Antworten

    Ich kann den Österreichern nur gratulieren, die Stimme der Vernunft gewählt zu haben! In Deutschland sind wir noch weit entfernt von Vernunft. Hier wird zuviel Propaganda getrieben, weil Deutschland ein Schlüsselland für die EU ist. Die Eliten wollen Deutschland unter allen Umständen als ihre Bastion halten.

    Österreich dagegen ist weniger wichtig. Allerdings kann sich von hier aus eine Welle des Widerstands bilden! Jetzt muss die FPÖ halten, was sie versprochen hat! Allerdings ist noch nicht alles in trockenen Tüchern, da man einen Koalitionspartner braucht und die kommen aus dem Lager der bisherigen Unvernunft! Es wird sich zeigen, ob der Befehl von oben „ÖVP stoppen“ heißt, oder lasst sie mal machen.

    Was ich jedenfalls von den Medien für völlig unverschämt halte ist, dass immer die Bezeichnung „rechtsextrem“ verwendet wird, genauso wie für die AFD in Deutschland oder die Partei von Le Pen! Ich kann nichts extremes erkennen! Ich kann ausschließlich linksextreme Parteien sehen, die auch noch ideologisch völlig zerfressen sind und sich nicht im geringsten für die Bürger interessieren! Das sind keine demokratische Parteien mehr, das sind die Vorstufen von Diktaturen!

    Welch‘ eine Wohltat Herrn Kickl zu hören, aus dessen Mund nur vernünftiges zu hören ist! Mir ist er vor allem während der Corona Diktatur aufgefallen, wie präzise er alles hinterfragt und kritisiert hatte! Jetzt dürfte er Kanzler werden, wenn nicht noch etwas passiert. Er dürfte der vernünftigste Kanzler Europas werden! Mal sehen, wie die Eliten reagieren werden.

  4. R.Fongern 30. September 2024 um 12:34 Uhr - Antworten

    Gratulation an die FPÖ aus Deutschland. Österreich muß neu politisch organisiert werden und sicherstellen,kein Kalifat zu werden,wie es bereits in Deutschland mit dem Willen der Ampelregierung und der CDU-Opposition geschieht. Nun bleibt abzuwarten,was Von der Leyen gegen Österreich ausheckt,ähnlich wie gegen Ungarn mit erheblichen Sanktionen ?.

  5. audiatur et altera pars 30. September 2024 um 11:43 Uhr - Antworten

    Ich habe mir die Karte mit den Gemeindewahlergebnissen genau angesehen und stelle fest, dass der einst gesalbte Kurz in Österreich politisch mausetot ist. Denn es war klar die totalitäre Politik dieses politischen Parvenüs und seiner Entourage, die Kickl diesen großen Wahlerfolg (weit über die engen Grenzen der käuflichen Gatekeeper des betreuten Denkens hinweg) bescherte.

    Der erwähnte Richard Schmitt bemerkt bei Tichy (immer lustig!) zwar das gute Gedächtnis der Wähler „mehr als 3 Jahre zurück“ , negiert dieses dann aber pflichtschuldig in Sachen des gefallenen Messias Kurz. Warum? Weil er ein angestellter Journalist des “Alternativmediums” namens Exxpress ist. Dessen Chefin ist die schön glänzende Eva Schütz. Eine wohlhabende ehemalige Mitarbeiterin der Regierung …. Kurz ;-)

    Ob mehr als ein dauerrauschiges Vierterl der Österreicher (inklusive dem nüchternen Kickl) abseits des Kleinwalsertals abermals auf diesen Schmäh samt Führer reinfallen würde? Kaum! Sowas gelingt allenfalls im postfaktischen Homeland Batmans, das mit einem Phaserstreich Captain Tuckers die Operation Warp Speed um Lichtajahre ins Off katapultiert. In Austria heiratet eher der Großsponsor Peter seinen nächsten Felix unter einem Bürgermeister Ludwig, noch ehe letzterer statt Regierungen bei Ikea Gardinen bestellt…

    • audiatur et altera pars 30. September 2024 um 11:58 Uhr - Antworten

      Korrektur: Schmitt war Angestellter und Chefredakteur des Exxpress.

  6. Jan 30. September 2024 um 9:32 Uhr - Antworten

    Die Handpuppe von Peter Thiel soll eine systemkritische Reformpartei ersetzen?

    Nicht zu vergessen, dass Grundrechtsentzug ohne Notlage von den angeblich rechtsstaatlichen Parteien erzwungen wurde – bis heute ohne Strafverfolgung.

  7. Daisy 30. September 2024 um 9:25 Uhr - Antworten

    Der Anteil der Briefwähler liegt diesmal bei 22,6% aller Wahlberechtigten.
    Diese 22,6% haben gewählt, nicht so die 100% aller Berechtigten. Die Wahlbeteiligung lag bei 78%. So entspricht der Briefwahlanteil ca. 29% der abgegebenen Stimmen.

    Damit lassen sich gewiss ca. 4-5% der Stimmen erschwindeln, sodass es nicht ganz unverschämt wirkt. Die genauen Ergebnisse Urne zu Briefwahl werden ja vertuscht und verschwiegen. Die Umfragen wurden knapp vor der Wahl noch gedreht und sogar von einem Kopf-an-Kopf-Rennen wurde fantasiert, um sich nicht so extrem vom Wahlverhalten zu unterscheiden. Dennoch – die (V)P lag vermutlich weiterhin bei 21/22% und die Freiheitlichen hätten ohne Briefwähler wohl die Sperrminorität erreicht.

    So hat man es sich wieder gerichtet. Eine Koalition zw. SPÖ und (V)P geht sich im Fotofinish „arschknapp“ aus…

    Warum die FPÖ so pfuigack ist, dass keiner mit ihr regieren mag, bleibt ein Geheimnis. Weder ist Kickl rechtsextrem, noch ist er sonst irgendeines Verbrxchens schuldig. Er tickt sogar eher links und spricht sich sehr für mehr Demokratie aus. Er hat allerdings eine wirklich sehr störende Eigenschaft. Er hält sich an seine Wahlversprechen. Er ist für die Österreicher da und packelt nicht mit den Globalisten. Oh, wie schrecklich!

    Die Einheitspartei wird eine Koalition der Verlierer bilden analog der dt. Ampel. Sie wird Österreichs Wohlstand gänzlich abbauen, die Menschen digitalisieren und enteignen, um vom Great Reset erlöst zu werden….wenn wir nicht vorher schon im 3.WK dem Erdbeben gleichgemacht worden sind, zumal die Impfpflichtparteien ja auch unbedingt zur NATO wollen.

    • Daisy 30. September 2024 um 9:37 Uhr - Antworten

      Oh, Erdbeben ist Erdboden…

    • Jan 30. September 2024 um 9:37 Uhr - Antworten

      „Warum die FPÖ so pfuigack ist, dass keiner mit ihr regieren mag, bleibt ein Geheimnis.“

      Strafverfolgung wegen Pandemie – Grundrechte, Körperverletzung, Untreue – verzogern, bis hin zur Verjährung.

      • Daisy 30. September 2024 um 9:54 Uhr

        Volltreffer, mitten ins Schwarze. :-)

      • Vortex 30. September 2024 um 13:57 Uhr

        Nicht zu vergessen die Korrumpierung von Justitia, welches unter anderen juristischen Fehlleistungen auch die ORF-Haushaltsabgabe als Zwangsgebühr ermöglichte, was jetzt umfangreich und gezielt (hoffentlich rasch) aufgelöst wird …

    • W. Baehring 30. September 2024 um 12:23 Uhr - Antworten

      Zitat: „Die Einheitspartei wird eine Koalition der Verlierer bilden analog der dt. Ampel“.
      Genauso ist es leider. Das ist das neue Demokratieverständnis des „demokratischen“ Parteien-Kartells:
      Die Wahlverlierer bilden nicht nur mehrheitsfähige Koalitionen, sondern sie vehindern durch sämtliche zur Verfügung stehenden verfassungsrechtlichen Winkelzüge auch noch, den Wahlsieger und damit ca. 30% der Wähler wenigstens an der politischen Willensbildung teilhaben zu lassen. Sie (die in Wahrheit totalitären Antidemokraten) treten also fortlaufend die Demokratie mit Füßen und beweinen dann mit Krokodilstränen die angebliche Radikalisierung der Gesellschaft durch die Rrrrrrääääächten, der nur noch mit der (un) demokratischen Einheitsfront begegnet werden könne, getreu der Agenda: Der neue Totalitarismus wird nicht sagen: Seht her, ich bin der neue Totalitarismus, sondern er wird sagen: Seht her, ich bin die neue Demokratie.
      Sie verwechseln also absichtlich Ursache und Wirkung und ca. 70% der Wähler lassen sich (wieder) hinter die Fichte führen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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