
Grün vs. LMP: Enttäuschte „Ehemalige“ erzählen – Teil 2
Weitere enttäusche Grün-Wähler berichten, warum sie statt Grün jetzt lieber Liste Madeleine Petrovic wählen.
Bereits im ersten Teil meiner Umfrage „Ex-Grüne über die Liste Madeleine Petrovic“ wurde deutlich, dass sich nicht die Wähler der Grünen geändert haben, sondern die Partei selbst ihre Wurzeln und Werte verloren zu haben scheint. Das bestätigte sich in den weiteren Gesprächen.
Eva aus Wien
Ich war immer Wechselwählerin, habe auch mehrfach Grün gewählt. Als Werner Kogler gesagt hat, dass er nicht mit Sebastian Kurz koalieren würde, habe ich das letzte Mal die Grünen gewählt. Das war eine Entscheidung, die ich bereut habe, da ich es hasse, angelogen zu werden. Aber ich war und bin in vielen Bereichen von grünen Themen überzeugt. Mir liegt an Naturschutz und Tierschutz, ich bin gegen die Globalisierung und kaufe beim Bauernmarkt ein. Mir sind Themen wie „Regionalität“ wichtig – und das verbinde ich nun mal eher mit Grün als mit einer anderen Partei.
Aber die Grünen haben versagt. Die Frage ist nicht, wo sie versagt haben. Die Frage ist: „Wo nicht?“ Für mich eines der schlimmsten Dinge sind die Verschandelung der Natur und die Kriegshetzerei. Und ob Anschober, Mückstein oder Rauch – keiner der grünen Gesundheitsminister war für mich in der Corona-Zeit als Grüner erkennbar. Ihre Entscheidungen hatten und haben nichts mit grünen Werten zu tun. Entweder haben alle versagt oder eine Agenda verfolgt, die ich nicht vertrete. Der Umgang mit der Bevölkerung ist äußerst kritikwürdig. Menschen als Nazis und Schwurbler zu bezeichnen, andere Meinungen nicht zu akzeptieren, den Menschen die Eigenverantwortung über ihren Körper abzusprechen – was hat das mit Grün zu tun? Man wird wie ein Trottel behandelt. Wenn man mir erklärt, dass ich einen Deckel auf den Kochtopf tun muss, um Strom zu sparen, während sich die Politik keine Gedanken darüber zu machen scheint, wie man ab 1.1.2025 noch Gas bekommen wird, wenn die Ukraine den Gashahn zudreht. Die Klimalüge zipft mich auch an. Photosynthese scheint unbekannt, da fühle ich mich echt „verarscht“, um es mal deutlich zu sagen.
In der LMP sehe ich schon eine Möglichkeit, muss aber erst drüber nachdenken, ob ich sie wähle, da ja das Risiko besteht, dass sie weniger als 4% bekommen. Es bleiben bundesweit nur FPÖ oder LMP, wenn man maßnahmenkritisch ist. Madeleine Petrovic hatte ich aus den Augen verloren. Ich hatte sie im Tierschutz verortet, wusste nicht, dass sie wieder richtig aktiv ist. Ich kannte zwar die „Grünen gegen Impfpflicht“, aber dass Madeleine Petrovic dabei ist, ist mir erst später aufgefallen. Wir waren ja im ständigen Empörungsmodus, sodass ich nicht mitbekommen habe, dass sie politisch wieder tätig ist.
Gabi aus Graz
Auf Landes- und Gemeindeebene bin ich schon seit Jahren deklarierte KPÖ-Wählerin, weil die in Graz und der Steiermark gute Arbeit leisten. Bis auf 2019 habe ich aber auf Bundesebene Grün gewählt, da ich mich dort mit meinen Prioritäten – das sind Tierschutz, Naturschutz und Demokratie – gut aufgehoben gefühlt habe. Das hat sich geändert.
Ich bin grün geblieben, die Grünen sind von ihren eigenen deklarierten Zielen und Werten weggedriftet. Das lässt sich am besten an Beispielen aus ihrem Grundsatzprogramm erläutern, über das ich als Mitglied des grünen Bundeskongresses 2001 auch mit abgestimmt habe und das bis heute noch gültig ist. Da steht unter Grundwerten „selbstbestimmt“: „Grüne Politik orientiert sich an der Autonomie jedes/r Einzelnen, an ihrer Würde und ihrem Recht an einem selbstbestimmten Leben.“ Das wurde leider von den Grünen in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr gelebt. Die unter ihrer Regierung verordnete Impfpflicht und andere Corona-Maßnahmen sprechen eine völlig andere Sprache. Ein anderes Beispiel ist die Globalismus-Kritik, die man im Programm findet. Ich zitiere: „Der gegenwärtige Globalisierungsprozess ist durch eine hohe Konzentration politischer und ökonomischer Macht gekennzeichnet. Mächtige ‚global players‘, transnationale Institutionen, Kapitalströme und private Rechtssysteme entziehen sich der politischen Regulierung sowie öffentlicher und demokratischer Kontrolle.“ Auch das kann ich heute noch zu 100% unterschreiben. Würde ich es aber nicht wortwörtlich im grünen Grundsatzprogramm lesen, sondern öffentlich als meine eigene Meinung kundtun, würde ich dafür von den Grünen wahrscheinlich als verdeckte Antisemitin diffamiert. Nur zwei von unzähligen Beispielen, warum ich mich über die heutigen Grünen so aufrege.
Ich bin kein Mitglied der LMP, behalte mir aber vor, diese Kleinpartei zu wählen, die die grünen Ideale nach wie vor hochhält und lebt. Als Gesamtpaket erscheint mir die LMP nach reiflicher Überlegung als die beste Alternative. Madeleine Petrovic hat über Jahrzehnte bewiesen, dass sie Tierschutz, Naturschutz und Demokratie authentisch und konsequent lebt.
Maria aus Klagenfurt
Ich war früher Wechselwähler, habe mehrfach grün gewählt. Als Alexander Van der Bellen Madeleine ablöste, hat er in Klagenfurt eine hervorragende Rede gehalten. Er kam sehr glaubwürdig rüber und die Inhalte haben mich überzeugt. Ich lebe möglichst bio und gesund, habe auch meine Kinder so erzogen. Nachhaltigkeit war mir immer ein Anliegen, ich habe Müll getrennt, als es noch nicht modern war und auch die Familie in die Richtung bewegt. Neben Umweltthemen hat mich die Basisdemokratie angesprochen. Ich finde es wichtig, dass man als Bürger mitreden kann, dass Entscheidungen von unten nach oben getroffen werden. Auch wenn es manchmal nicht rund lief, wusste ich, dass dieser Ansatz der Richtige ist.
Aber die jetzigen Grünen haben damit nichts mehr zu tun, sie haben die Demokratie und ihre Werte verraten. Was in den Corona-Jahren und auch danach passiert ist, ist meiner Meinung nach unzumutbar und wurde von den Verantwortlichen nicht verhindert. Ich vertraue ihnen nicht mehr, sie sind, von wem auch immer, gelenkt. Selbst beim Thema Frieden und Neutralität haben sie versagt. Van der Bellen schritt als Bundespräsident nicht ein, als
1.) die österreichische Verfassung
2.) das österreichische Parlament
3.) die Menschenrechte
4.) die Kinderrechte
5.) der Nürnberger Codex ausgehebelt wurden und
6.) die Zensur und Propaganda der Regierungsparteien und ihrer „oppositionellen Helfer in den österreichischen öffentlich-rechtlichen Medien überhand nahm.
In der Corona-Zeit haben mich zuerst die Informationen der Blauen aufrecht gehalten, aber ich war da nie aktiv. Ich schaute mich bei Kleinparteien um, die ähnliche Ideen vertraten. Zur LMP kam ich eigentlich per Zufall. Das Thema Frieden und ECHTE Neutralität steht über allem. Es ist für mich DAS Zukunftsthema, für meine Kinder und Enkel möchte ich mit allen zusammenarbeiten und mich vernetzen, die sich an diesem Thema orientieren. Ich war daher auf vielen Friedensveranstaltungen in Wien, Steyr und Graz. Beim Friedenssommerfest hat mich Monika Henninger-Erber angesprochen und mir den Flyer in die Hand gedrückt. Ganz oben stand Neutralität und aktive Friedenspolitik. Nur deshalb bin ich stehen geblieben und wir kamen ins Gespräch. Sie hat gemerkt, dass ich aktiv werden will und hat mich zur Pressekonferenz von Madeleine in Klagenfurt eingeladen. Ich habe mir die Reden dort angehört und war begeistert. Seitdem bin ich aktiv dabei.
Martin aus Bad Schallerbach
Ich habe früher nicht nur Grün gewählt, sondern bin Wechselwähler. Ich schau mir vor jeder Wahl die Programme an. Wo es die meisten Übereinstimmungen gibt, setze ich mein Kreuzchen. Die Grünen haben mir in der Vergangenheit oft mit ihrem Programm am meisten zugesagt. Dabei ging es mir primär um die Themen Tier- und Umweltschutz. Das liegt mir am Herzen, aber es muss ein echter Tier- und Umweltschutz sein, kein Greenwashing.
Und genau in dieser Hinsicht haben die Grünen versagt. Ihre Kernthemen werden nicht gelebt, es ist nur Augenauswischerei. Sie können sagen: „Wir haben eh was gemacht“, aber das war in meinen Augen nichts Brauchbares. Das Renaturierungsgesetz ist einfach schlecht gestaltet. Mit Windrädern wird Natur zerstört statt sie zu schützen. Ihr Fokus liegt eben auf dem ominösen CO2/Klimaschutz-Thema, statt konkret Umweltschutz zu betreiben. Dann ist in den letzten fünf Jahren mit Unterstützung der Grünen so viel passiert, dass es gar nicht mehr geht, die zu wählen. Bei Ausgrenzung und Impffaschismus haben sie kritiklos mitgemacht. Und auch die jetzige Kriegstreiberei, die Zerstörung der Neutralität und die Waffentransporte passten mit Grün überhaupt nicht zusammen. Die Tatsache, dass die letzten drei Gesundheitsminister für die Coronamaßnahmen verantwortlich waren, wird auch wohl kaum zu einer wirklichen Aufarbeitung führen. Sie können wohl schlecht ihren eigenen Minister politisch verurteilen.
Bei der LMP engagiere ich mich jetzt selbst. Das begann zufällig. Ich war in einer Telegram-Gruppe, in der viel über LMP gepostet wurde. Ich habe dann den Admin dort angeschrieben, mich mit ihm getroffen und war kurz danach Teil des Teams. Wenn ich mit den Menschen dort spreche, kommt authentisch rüber, dass es ihnen um Grund- und Menschenrechte, um echten Umwelt- und Tierschutz, um Frieden und um die Corona-Aufarbeitung geht. Also genau die Themen, die mir wichtig sind.
Persönlicher Nachtrag
Auch ich bin eine ent-täuschte Grüne. Ich habe die Partei in Deutschland Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre mitgegründet. Seit Joschka Fischer in einer Rede in mit den Worten „Auschwitz ist unvergleichbar. Aber ich stehe auf zwei Grundsätzen: Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus. Beides gehört bei mir zusammen.“ den ersten deutschen Kriegseinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg legitimierte, gehören er und einige andere Verantwortliche aus dieser Partei in meinen Augen vor Gericht.
Gerhard Schröder gab Jahre später zu, dass es sich bei diesem Krieg um einen klaren Bruch des Völkerrechts gehandelt hat. „Da haben wir unsere Flugzeuge (…) nach Serbien geschickt, und die haben zusammen mit der NATO einen souveränen Staat gebombt – ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben hätte.“ Aber wenn „die Guten“ das Völkerrecht brechen, ist das wohl „ok“.
Darum hoffe ich, dass mit der LMP eine Partei in den österreichischen Nationalrat einziehen wird, die sich wieder für Frieden und Neutralität einsetzt. Denn wie sagte Willy Brandt?
„Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts.“
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Ex-Grüne über die Liste Madeleine Petrovic – Teil 1
Urgestein der Grünen Bewegung tritt mit der LMP zur Nationalratswahl an
Leider schaffe ich es nicht, meinen Senf zu behalten!
Anfangs dachte ich, ich wäre in der grünen „Gemeinschaft wohl alleine.
Seit vielen Stellungnahmen bei TKP und die in diesen 2 Teilen direkt angesprochenen und herausgeforderten Aussagen, kann ich mich über die gleichen Wurzeln der Kritik nur mehr freuen.
Herausgefordert auch durch meinem besten Freund, einem ex SPÖ Bürgermeister und ewigen Duellanten, der aber sehr viel „Basis Grün“, mehr als die die es tun sollten, vertreten hat, habe ich mal ausnahmsweise die Wahlprogramme gelesen. Die könnten ja auch mal eingehalten werden. Vor allem könnten es die kleinen neuen ernster nehmen, was sie vorher von sich geben.
Liste Petrovic, die Kommunisten, MFG und sogar die SPÖ bleiben über , wenn es um den sogenannten „kleinen Mann“ die „normale Frau“ geht!
Und was die Liste Petrovic betrifft – und ich höre viele Interviews von allen Seiten – ist mir von dieser Liste noch keine/keiner untergekommen, die für mich nicht den Nagel getroffen hätte.
Zur Kleinpartei „Gaza“ muss ich nach hinzufügen: So intellektuell übergriffig, wie bei den Fragen bezüglich israelischer Regierung und deren maßlosen Rache an vor allem unschuldigen, habe ich den eigentlich geschätzten Michael Fleischhacker noch nie erlebt. Mit was das zusammenhängt werde ich eruieren.
Ich hoffe es hat nichts mit der Zusammenarbeit der 4 leidigen TV Sender zu tun bei denen wenigstens „Servus TV“, noch dazu als Privatsender hervorstach. (Da sich „Gaza“ ohnehin nur als Initiative gegen dieses Massaker etablieren wollte habe ich deren Programm nicht gelesen!)
Er wird doch kein Angebot vom ORF als Nachfolger, für den noch leidigeren Wolf haben?
@rudifluegl
19. September 2024 um 13:17 Uhr
„So intellektuell übergriffig, wie bei den Fragen bezüglich israelischer Regierung und deren maßlosen Rache an vor allem unschuldigen, habe ich den eigentlich geschätzten Michael Fleischhacker noch nie erlebt. Mit was das zusammenhängt werde ich eruieren“
Zufällig ist mir gerade diese Sendung untergekommen. Ihr Moderator hat sich erstaunlicherweise – oder ist das bei uns normalerweise? – nie die Mühe gemacht, die israelische Propaganda-Darstellung des 7. Oktober auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen, wie es mittlerweise längst minutiös geschehen ist, vorbildlich etwa in der ‚independent news website‘ „The Grayzone“ des aus einer US-amerikanischen jüdischen Familie stammenden, mehrfach preisgekrönten Max Blumenthal. Auf der Basis von Unwissen und Vorurteilsbeladenheit werden nicht nur von Journalisten, sondern auch von den Politikern eines (schein-?)neutralen Landes menschenverachtende Urteile gefällt und Handlungen gesetzt, die im Großteil der Welt nur mehr Kopfschütteln und Verachtung hervorrufen …
Der sehr geschätzte Michael Fleischhacker gehört klar zu den besten Mainstreamjournalisten des Landes und ist als solcher ein Paradebeispiel. Er war am 11. September 2001 Chef vom Dienst der Presse und stieg sodann unter dem offiziellen Dogma vom Einsturz der „Twin Towers“ zu deren Chefredakteur auf. Das zentrale Dogma bei Corona war „Corona-positiv“ (statt wirklich krank). Als der „Ethikkommissar“ Valentin sich in Fleischhackers Servus-TV Sendung (mit Christian Schubert) hier einen schweren Fauxpas leistete („Muas ma des ned ein bisschen mehr differenzieren“), kann jeder Kundige im Video erkennen, was der eigentliche Job ist, wenn es um strategische Kernfragen geht, die sich mit entsprechender Chuzpe heute selbst als purster Gaga dauerhaft halten können:
https://lobdertorheit.substack.com/p/die-differenz-ein-fall-fur-den-kommissar
Wer A sagt, müsste aber auch B sagen. Sprich, wenn deutsche Grüne vor Gericht gehören, dann gehörte auch Gerhard Schröder vor Gericht, unter dessen Kanzlerschaft dieser erste deutsche Angriffskrieg zum allseits bekannten Zweck der Schaffung einer Balkan-Basis (für die folgenden, mit „9/11“ gerechtfertigten Angriffskriege – besser sagte man Raubzüge dazu) geführt wurde. Das wird aber niemals passieren. Weil insbesondere das Völkerrecht dort endet, wo die Macht beginnt. Diese Binsenweisheit den demokratisch gehaltenen Kindern vorzuenthalten ist zugleich die Hauptaufgabe des Haltungsjournalismus, dessen Funktion das bewusste Blödhalten der Bürger nicht nur zum Zweck der Machterhaltung, sondern meist auch in deren ureigenem ökonomischen Interesse ist. Nach einem ganzen Leben etwa in so einer außenpolitischen Redakteursrolle pfeift einem das eigene Gesicht dann oft die Züge eines veritablen Hais entgegen. Denn sie wissen durchaus genau, was ihr eigentlicher Job ist. Ob sie einen guten oder schlechten Job machen, ist deshalb oder trotzdem gar keine so einfache Frage.
Gut, dass es MLP gibt. Aber MFG kämpft erfolgreich schon länger für diese hehren Ziele.
Wählbar sind für mich MFG MLP und FPÖ!