Taifun zerlegt Windpark in China

13. September 2024von 2,4 Minuten Lesezeit

Die Rotorblätter von Windrädern werden aus Verbundwerkstoffen angefertigt, die eine Reihe von giftigen Bestandteilen haben. Davon wird einiges im normalen Betrieb durch Abrieb freigesetzt. Dazu kann es zu katastrophalen Unfällen kommen wo insbesondere Glasfaser- und Carbonfaser-Bestandteile (GFK/CFK) ernsthafte Risiken für Umwelt, Tiere und Menschen darstellen.

Über so einen Unfall bei einer Offshore Windturbine in Nantucket, die gefährliche Glasfasersplitter in der Gegend verteilt hatte, hat TKP hier berichtet. Die Strände wurden in „Müllhalden“ verwandelt, die mit Treibgut und scharfen Glasfasersplittern gefüllt waren, wie Lokalmedien berichteten. Noch schlimmer hat es einige Windräder des Wenchang Windparks erwischt, wie oben im Bild zu sehen.

Der Supertaifun Yagi, der stärkste Sturm, der dieses Jahr Asien getroffen hat, entlud seine Kraft über der südlichsten Provinz Chinas, Hainan, und beschädigte einen Windpark schwer, als er auf die Küste traf.

Der Sturm hatte schwerwiegende Auswirkungen auf das Windkraftwerk Wenchang, ein Projekt, das von der Huaneng Hainan Company einer Vergrößerung und Modernisierung unterzogen wird. Das Kraftwerk sollte seine Infrastruktur modernisieren, 32 veraltete Turbinen durch 16 neue, taifunresistente Modelle ersetzen und seine Kapazität auf 104 MW erhöhen.

Der Windpark einst

und jetzt

Der Begriff „erneuerbare“ Energieträger bekommt hier eine ganz neue Bedeutung.

Bei derartigen Unfällen werden Teile mit scharfkantigen Bruchflächen freigesetzt sowie alle Arten von toxischen Partikeln. Men geht von einer Gesundheitsgefährdung wie bei Asbest aus. Die Einsatzkräfte, die die verteilteen Bruchstücke zu entsorgen haben, müssen Schutzanzüge der höchsten Sicherheitsklasse verwenden.

Hier ein Auszug aus einem Artikel von Kollegen Sander-Faes über das Schadpotential der Rotorblätter:

Carbon/GFK/CFK sind für Menschen und Tiere toxisch und stehen im Verdacht, in hohen Dosen fortpflanzungsgefährdend und krebserregend zu sein (u.a. Bisphenol-A) und werden mit Asbest gleichgesetzt (UBA 2020). Ihre unmittelbare Wirkung im Körper ist noch wenig untersucht. Allerdings ist die Erregung von Krebs wohl unstreitig. Es herrscht natürlich Forschungsbedarf, wie bei allen solchen Stoffen. Allerdings erfolgt insbesondere bei militärischen Unfällen (Absturz von Fluggeräten mit Material-Anteilen von Carbon/GFK/CFK) die Beseitigung der mit Carbon/GFK/CFK belasteten Rückstände stets mit erheblichem Aufwand und nur unter Verwendung kompletter GanzkörperSchutzanzügen (PSA) für das eingesetzte Fachpersonal und durch Beseitigung/Austausch der Erdoberfläche auf und in der sich Reste des Materials befinden oder befinden könnten) Ebenso reichen die Kenntnisse um gegenüber diesen Stoffen ein Deponieverbot festzulegen (§ 6 DepotG)…

Mehr zum Thema:

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Offshore Windturbine zerlegt sich – verstreut gefährliche „Glasfasersplitter“

Quelle Titelbild: https://t.me/bastaberlin/2315

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7 Kommentare

  1. Jurgen 15. September 2024 um 18:08 Uhr - Antworten

    Na sieh mal einer an, da bleibt dann nur noch sofortiger Sondermüll übrig ohne den fadenscheinigen Nutzen Energiegewinnung! Waren die auch versichert gegen Sturm (wie das World Trade Center 2001 gegen Terrorismus)?

    • Jurgen 15. September 2024 um 18:11 Uhr - Antworten

      Zur Entsorgung hilft nur die Verbrennung der Trümmer mit Knallgasflamme…

  2. Sabine Schoenfelder 14. September 2024 um 9:36 Uhr - Antworten

    Kein zuverlässiger Strom, deshalb t r o t z d e m fossile Energien im EINSATZ !
    Dazu noch jede Menge Umweltdreck und Gefahren für Mensch u n d Tier..
    Ohne Wind 👉 kein Strom, bei viel Wind, 👉 Überlastung der Systeme und bei heftigem Wind 👉Zerstörung.
    Eine Intelligenzleistung aus dem Hause TOTALVERBLÖDUNG.
    Gratulation.

  3. Wolliku 13. September 2024 um 21:57 Uhr - Antworten

    Wie immer wenn Menschen neue Technologien implementieren, das ganze Spektrum von Folgen und Risiken wird nicht abgearbeitet. Die Belastung der Umwelt durch nicht abbaubare Fasern und die Umwandlung von Wind (kinetische Energie) in Wärme vor Ort sind nur zwei Aspekte, die immer noch unterschätzt werden. Extremwetter zeigt zudem die Grenzen auf, bei Windrädern und Solarmodulen. Der Begriff „erneuerbare Energien“ bekommt einen unerwarteten Sinn, aber der Steuerzahler hat es ja.

  4. anamcara 13. September 2024 um 19:56 Uhr - Antworten

    -„Tag für Tag rückt ein 50-köpfiger Spezialtrupp in Ganzkörper-Schutzanzügen aus, um die scharfkantigen Bruchstücke einzusammeln.
    Die Bilder sind verstörend, wie in dem verlinkten NDR-Video vom 1. Februar 2023 zu sehen ist…“
    Der Bericht zu dem Unfall an der Windkraftanlage bei:
    https://www.windkraftfreiesgrobbachtal.de/fiese-fasern-die-im-erdreich-versickern-darum-haben-windanlagen-in-waeldern-und-schutzgebieten-nichts-zu-suchen/

    -Nachfolgend eine Übersicht: Unfallereignisse an Windkraftanlagen / Windparks
    http://www.keinewindkraftimemmerthal.de/images/Windkraft/Unfallliste_immer_aktuell.pdf

  5. Jan 13. September 2024 um 19:05 Uhr - Antworten

    Die Ausbreitung derartiger Partikel soll 1km betragen, was mir für den Fall eine Sturmes wenig erscheint. Auf der Fläche führt das zu 4 km2. Wie soll man 4 km2 abtragen?

    • Daisy 14. September 2024 um 6:35 Uhr - Antworten

      Och, man könnte einen Hochsicherheitszaun rund um das Areal errichten…

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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