Strom aus Windenergie – teuer und massiv umweltschädlich

13. August 2024von 3,7 Minuten Lesezeit

Viel Strom aus Wind zu gewinnen ist sehr teuer. Wind ist etwas billiger als Kohle, aber nur wenn es windig ist. Große Energiekonzerne verabschieden sich bereits von Windenergie, aber die EU mit ihren „Grünen Geschäften“ (dem Green Deal) will uns noch weitere Windräder am Land und offshore im Meer aufs Auge drücken.

Zuverlässiger Strom aus der kinetischen Energie des Windes wird teuer: Je mehr Windkraft, desto mehr Kohle-, Erdöl- oder Gasstrom wird benötigt, aber der Preis für den Strom aus diesen Kohlenwasserstoffen steigt, weil weniger Stunden zur Verfügung stehen, um die Kosten zu decken. Insbesondere in Europa wird diese verfehlte Energiepolitik immer schädlicher, führt zu Wohlstandsverlust, Abwanderung von Produktionsbetrieben und Insolvenzwellen.

Gleichzeitig nehmen die Schäden für Umwelt, Landwirtschaft, Tiere und Menschen weiter zu. Wie sich die „Fiesen Fasern“ – Carbonfaser-Verstärkte-Kunststoffe und GFK Glasfaser-Verstärkte-Kunststoffe – auf Umwelt und Gesundheit auswirken hat zuletzt Kollege Sander-Faes hier beschrieben.

In einer Studie mit dem TitelRe-Defining System LCOE: Costs and Values of Power Sources“ (Neudefinition der System-LCOE: Kosten und Werte von Energiequellen) beschreibt Yuhji Matsuo die ökonomischen Auswirkungen von Windkraft. Die Ergebnisse hat Bjorn Lomborg in dieser Grafik zusammengefasst:

Tatsächlich wird Wind umso teurer, je mehr Windräder und Windparks gebaut werden. Aber nicht nur das, Windparks führen auch zur Erderwärmung, wie mehrere Studien gezeigt haben.

Die Erkenntnis, dass Wind ökonomisch nicht sinnvoll eingesetzt werden kann spricht sich in der Industrie herum. Zwei der größten europäischen Energieunternehmen geben die Stromgewinnung durch Offshore Wind auf.

Im Mai gab der britische Öl- und Gasriese Shell (Umsatz 2023: 317 Mrd. USD) bekannt, dass er Mitarbeiter aus seinem Offshore-Windgeschäft entlässt, weil das Unternehmen laut Bloomberg beschlossen hat, sich auf Märkte zu konzentrieren, die „den größten Wert für unsere Investoren und Kunden liefern“. Bloomberg berichtete außerdem, dass der Personalabbau nach dem Ausscheiden von Spitzenmanagern in den Geschäftsbereichen Offshore-Windkraft und erneuerbare Energien erfolgte.

Letzten Monat verhängte Murray Auchincloss, der CEO des Öl- und Gasriesen BP, einen „Einstellungsstopp und pausierte neue Offshore-Windprojekte“. Laut Reuters legt der neue CEO „inmitten der Unzufriedenheit der Investoren über die Energiewende-Strategie mehr Gewicht auf Öl und Gas“ und BP (Umsatz 2023: 208 Mrd. $) kürzt Investitionen in „groß angelegte, kohlenstoffarme Projekte, insbesondere in Offshore-Windkraft, die erst in einigen Jahren Geld einbringen werden“.

Die Schritte von BP und Shell sind nur die jüngsten Beispiele für die Schwierigkeiten, mit denen der Offshore-Windsektor konfrontiert ist, der aufgrund höherer Zinsen, des Widerstands der Bürger und der ausufernden Kosten ins Trudeln geraten ist. Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Projekte an der Ostküste der USA, darunter Skipjack Wind in Maryland, Park City Wind in Connecticut und South Coast Wind in Massachusetts, wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit gestrichen. Insgesamt wurden nach Angaben von Ed O’Donnell, einem Nuklearingenieur und Leiter des in New Jersey ansässigen Unternehmens Whitestrand Consulting, etwa 14.700 Megawatt Offshore-Windkapazität gestrichen. Zum Vergleich: Etwa 15.500 Megawatt an Kapazitäten sind derzeit in der Entwicklung, im Bau oder in Betrieb.

Natürlich passen diese Zahlen nicht zu dem Tsunami an Hype über Offshore-Windenergie, der in den großen Medien erschienen ist. Aber die harte Realität ist, dass Amerikas Offshore-Windsektor eine subventionsabhängige Industrie ist, die von ausländischen Unternehmen dominiert wird, die mit einigen der größten Klima-NGOs unter einer Decke stecken, darunter das NRDC (Bruttoeinnahmen: 555 Millionen Dollar) und der Sierra Club (Bruttoeinnahmen: 184 Millionen Dollar).

Diese und andere NGOs, darunter die National Wildlife Federation (Bruttoeinnahmen: 142 Mio. $) und die Conservation Law Foundation (Bruttoeinnahmen: 17,5 Mio. $), führen den schändlichsten Umweltverrat der modernen Geschichte an. Anstatt sich für den Schutz von Meeressäugern einzusetzen und die Industrialisierung unserer Ozeane zu stoppen, fördern sie eifrig die Errichtung von Hunderten von Offshore-Windkraftanlagen mitten im bekannten Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Nordatlantischen Glattwals.

Auch die Regierung Griechenlands hat Pläne Windparks rund um die griechischen Inseln zu errichten. die negativen ökologischen Auswirkungen und die enorm hohen Kosten für schwimmende Plattformen sind dabei egal.

Bild von andreas160578 auf Pixabay

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4 Kommentare

  1. Jurgen 13. August 2024 um 21:39 Uhr - Antworten

    Sondermüll und geht dazu noch schnell kaputt…

  2. Glass Steagall Act 13. August 2024 um 11:00 Uhr - Antworten

    Mein Vorschlag ist, Stromerzeugung aus sämtlichen Windrädern, Photovoltaik und Solarenergie nur noch dort zu verbrauchen, wo er erzeugt wird! Also KEINE Einspeisung in öffentliche Netze! Dann verpufft der Strom dort, wo er erzeugt wird und zwingt die Betreiber besser zu wirtschaften! Es werden weder überflüssige Windräder gebaut noch überflüssige Solarstromanlagen auf Dächern! Damit reguliert sich der Markt von von selbst. Und die Allgemeinheit hat nicht für den überflüssigen Strom zu bezahlen!

    Windparks zum Beispiel haben mit Öko wenig zu tun! Sie sind reine Wirtschaftsmodelle, weil ihnen selbst dann der Strom bezahlt wird, wenn er nicht gebraucht wird. Das sind Gelddruckmaschinen mit dem falschen Etikett von Umweltschutz! Warum sollte man so etwas überhaupt fördern? Das führt zu den bereits viel zu hohen Zahlen an überflüssigen Windrädern und den Problemen beim unzuverlässigen Flatterstrom!

    Überall dort wo der Staat künstlich Bereiche fördert, entstehen sogenannte unnatürliche oder toxische Bereiche, die den Markt verzerren und zu Fehlinvestitionen führen! Der Stromerzeugungsmarkt ist nur deswegen aus den Fugen geraten, weil Ideologen falsche Anreize gegeben haben, die zu den bekannten Folgen geführt haben und den Strom für alle viel zu teuer hat werden lassen!

  3. Jan 13. August 2024 um 9:45 Uhr - Antworten

    Seit Jahren müht man sich, höhere Ölpreise durchzusetzen. Hintergrund ist, dass Offshore- oder Fracking-Förderung sehr viel aufwändiger ist als Bohrtürme in Texas und zu höheren Produktionskosten führt.

    In den letzten Jahrzehnten haben sämtliche Versuche der OPEC+, höhere Preise durchzusetzen, um der US-Ölindustrie und Wind und Solar zu helfen, dazu geführt, dass die Absatzmengen eingebrochen sind.

    Steigt der Preis über ein bestimmtes Niveau, ist es für manche Branchen rentabler, die Arbeit einzustellen. Indien und Afrika sind da preissensibler als Europa. Es handelt sich um selbstorganisierende Systeme, es ist sehr komplex dies im Einzelnen darzustellen.

    Sinkt der Absatz lohnt sich die Förderung wegen der fehlenden Skalierung noch weniger.

    Ölkonzerne sind kapitalistische Unternehmen. Können sie nicht kostendecked arbeiten, stellen sie die Tätigkeit ein oder verlagern sich auf subventionierte und sichere Einnahmequellen.

    Es gibt die Idee, dass Ölmärkte funktionieren wie Kartoffelmärkte: je knapper das Angebot, desto höher der Preis. Diese Idee stimmt leider nicht. Es ist auch leicht einsichtig, dass dieses Modell Grenzen hat: kostet das kg Kartoffeln 1 Mio EUR, wird es nicht verkauft, die Kunden wechseln dann zu Kohl. Wird es unter den Gestehungskosten verkauft, wird es nicht hergestellt.

    Das ist so schwer ja nun nicht zu verstehen. Es ist auch kein moralisches Problem. Ws gibt keine moralische Pflicht für Ölkonzerne, ein Problem zu lösen, dessen Existenz die Gesellschaft sich weigert wahrzunehmen.

    25x soviele AKWs zu bauen, ein Kabel in den Weltraum oder in die Wüste Gobi zu ziehen, 15km tief zu bohren oder Schwungräder auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen ist nun einmal nicht bis Ende 2025 gemacht. Bei solchen Mammutprojekten muss man sich auch überlegen, wo denn die Investitionskosten herkommen können. Sie können nicht aus dem Wachstum kommen, da kein Wachstum erzeugt, sondern nur Bestehendes ersetzt wird.

    Diese Umstände führen zu Degrowth, egal ob eine Regierung das durch Unverstand auch noch fördert oder nicht.

    Degrowth führt leider auch zu einer Reduktion des Nahrungsmittelangebots, bis Bevölkerungsgröße und biologische carrying capacity ausgewogen sind.

    Je früher wir das verstehen, umso eher können wir uns darauf vorbereiten, um zumindest einem Teil unser Kids und Enkel eine Zukunft zu schaffen.

    Leider sieht das aus ideologischen und emotionalen Gründen sehr schlecht aus. Wir fällen die falschen Entscheidungen und werden daher unter die carrying capacity fallen, da wir nicht einmal diese nutzen können.

    Szenarien und Lösungsvorschlage sind seit 50 Jahren publiziert. Stattdessen rennen wir jenen hinterher, die uns anlügen.

    • Vortex 13. August 2024 um 23:17 Uhr - Antworten

      Gibt es hier im Blog keine Ingenieure, die z. B. solche Ideen (novam-research.com), auf ihre praktische Umsetzbarkeit analysieren können?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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