
Graphen und Co: Nanotechnologie in der Zahnklinik
Nanotechnologie findet immer schneller seinen Einzug in der Zahnmedizin. Das dürfte auch den Zahnärzten meistens verborgen bleiben – obwohl sie vermutlich bereits auf diese Technologie zurückgreifen.
Biologische Nanotechnologie erobert den Mensch – nicht nur über Impf-Spritzen. Während wissenschaftliche Literatur zum Thema Nanotechnologie beim Zahnarzt nur als theoretisch dargestellt wird, sie die Wirklichkeit wohl anders aus. Nicht ausgeschlossen, dass schon in ihrer Zahnklinik diese Technologie eingesetzt wird, vermutlich ohne Wissen ihres Zahnarztes.
Im Fachmagazin Indian Society of Periodontology heißt es aktuell zum Thema:
„Nanotechnologie in der Zahnmedizin bezieht sich auf die Forschung der neuen Generation, die durchgeführt wird, um neuere Technologien, Restaurationsmaterialien und Medikamente in Nanodimensionen zu entwickeln. Das Wort ‚Nano‘ bezieht sich auf Partikel im Nanomaßstab. Obwohl die Wissenschaft der Nanotechnologie in der Zahnheilkunde noch jung und wenig entwickelt ist, verfügt sie doch über ein enormes Potenzial für Fortschritte und Verbesserungen im Bereich der Zahnheilkunde. Die Nanotechnologie setzt sich auch in anderen Bereichen durch, z. B. bei der Verabreichung von Medikamenten und der Verringerung der Toxizität durch die Entwicklung biokompatiblerer Materialien. Kliniker, Forscher und Hersteller zeigen reges Interesse und beteiligen sich an der Weiterentwicklung dieses Bereichs“.
Via Journal of Molecular Liquids heißt es:
„Nanomaterialien verbessern unser Leben in rasantem Tempo und führen zu neuen Anwendungen von der Biomedizin bis zur Elektronik. Kohlenstoff-Nanomaterialien sind eine besondere Klasse von Materialien mit grenzenlosem Potenzial für praktische medizinische Anwendungen. Graphen ist ein typischer Vertreter der zweidimensionalen Nanomaterialien mit einzigartigen und herausragenden Eigenschaften. Noch wichtiger für die praktische Anwendung von Graphen ist, dass es sich leicht synthetisieren und modifizieren lässt. Es handelt sich um eine einzelne Schicht aus Kohlenstoffatomen, bei der jedes Atom kovalent an drei Nachbaratome gebunden ist.“
Graphen wird aufgrund seiner großen Oberfläche von 2630 m2g-1 am häufigsten als Adsorber für wichtige Moleküle in biomedizinischen Anwendungen eingesetzt. Das große Adsorptionspotenzial macht es zu einem Kandidaten für die Entwicklung von Sensorvorrichtungen oder Wirkstoffträgern. In dieser Arbeit befassen wir uns mit den adsorbierenden Eigenschaften von Graphen, um die Herausforderung der Verlängerung der anästhetischen Wirkung anzugehen. Durch die Verwendung von Graphen als Medikamentenabgabesystem soll die aktive Komponente freigesetzt und die betäubende Wirkung langsam verlängert werden.“
Die umstrittene Substanz Graphenoxid wird etwa gerne bei Zahnimplantate und Zahnbleichmittel verwendet.
- Mayer, Peter F.(Autor)
Via Frontiers in Bioengineering and Biotechnology:
„Es ist wichtig, die Leistung von Zahnimplantaten aus Titan zu verbessern, und die Modifizierung der Oberflächen von Zahnimplantaten spielt dabei eine wichtige Rolle. Verschiedene Biomaterialien wurden in großem Umfang eingesetzt, um die osteogenen Eigenschaften von Zahnimplantaten zu verbessern. Darüber hinaus ist die Periimplantitis der Hauptgrund für das Versagen von Zahnimplantaten. Daher ist es von großer Bedeutung, neue hervorragende antibakterielle Oberflächen für Zahnimplantate zu erforschen.
Nanomaterialien haben sich bei der Verbesserung der Festigkeit und Verschleißfestigkeit von Zahnfüllungen und Versiegelungen bewährt. Darüber hinaus haben Nanomaterialien auch hervorragende antimikrobielle Eigenschaften bei der Anwendung von Restaurationsmaterialien gezeigt. Aufgrund der oben genannten Vorteile finden hervorragende Nanomaterialien breite Anwendung in der Zahnmedizin bei Restaurationsmaterialien, Klebstoffen, Zementen, Grundierungen usw.
Unter den verschiedenen Nanomaterialien ist Graphen, ein vielversprechendes zweidimensionales (2D) Nanomaterial auf Kohlenstoffbasis, das dünnste und stärkste Material. Im Jahr 2004 wurde es erstmals von Novoselov und Geim durch mechanische Exfoliation mit einem Klebeband isoliert und erhielt 2010 den Nobelpreis. Materialien auf Graphenbasis können in vier Kategorien unterteilt werden: einlagiges Graphen, weniglagiges Graphen, Graphenoxid (GO) und reduziertes Graphenoxid (rGO). Aufgrund der perfekten physikalischen Eigenschaften, der guten elektrischen Leitfähigkeit und der ausgezeichneten Biokompatibilität haben Graphen und seine Derivate in der Medizin und in biomedizinischen Bereichen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Darüber hinaus haben Graphen und seine Derivate auch in der Zahnmedizin und im Tissue Engineering, bei Beschichtungen von Zahnimplantaten, Knochenzementen, Harzzusätzen und bei der Zahnaufhellung große Aufmerksamkeit erregt.“
Die Biotechnologie macht also weiter große Sprünge. In Bereichen, an die man vermutlich nicht allzu schnell denkt. Blogger Ben Bartee schreibt dazu eher dramatisch:
„Erweisen wir unseren biomedizinischen Oberherren die Ehre mit dem heiligen Sakrament der Nanopartikel-Injektionen. Wenn sie dich nicht mit den Spritzen erwischen, dann eben beim Zahnarzt, in der Nahrung oder über einen der tausend anderen Vektoren.“
Theoretisch müsste es möglich sein echte Zähne nachwachsen zu lassen mit der richtigen Stimulation. So wie eine Eidechse ihren Schwanz nachwachsen lässt oder der Salamander auch andere Gliedmaßen. Frage mich, warum auf diesem Gebiet nichts zu hören ist…
Ohne Wissen der Ärzte….? Wissen werden sie es alle und viele wird es geben, die solches gerne gegen eine kleine „Anerkennung“ an ihren Patienten ausprobieren. War es nicht schon immer so in den Arztpraxen? Ich kenne es seit den 70ern nicht anders und damals gaben sie es wenigstens noch zu.
Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen oder Studien dazu?
Mir ist in 25 Berufsjahren kein zahnmedizinsches Medizinprodukt bekannt geworden, dass Graphen enthalten soll. Bei Zahnimplantaten und Bleeching-Mitteln würde es auch überhaupt keinen Sinn machen. Dieser Artikel ist ja noch unter BILD-zeitungsniveau. Warum nicht erstmal jemanden fragen, der sich damit auskennt?
Es gab vor Jahren eine Zahnpasta, die mit Nanoputzkörpern warb. Der Nanohype ist vor allen fürs Marketing interessant. Ansonsten entstehen durch den normalen funktionsbedingten Abrieb auch Nanopartikel.
Danke fürs Thematisieren!