Neue Munitionsfabrik in Ukraine: Rheinmetall erhält Auftrag

24. Juli 2024von 1,9 Minuten Lesezeit

Eine neue Kriegsfabrik in der Ukraine wird wesentlich auf Rheinmetall aufbauen. Das hat der deutsche Rüstungskonzern am Mittwoch bekanntgegeben. 

Der Krieg, das Geschäft: Im Februar wurde der Bau einer neuen Munitionsfabrik in der Ukraine angekündigt. Nun hat Rheinmetall dafür einen Auftrag bekommen, „der den Startpunkt für die Realisierung des Projektes setzt“, erklärt der deutsche Rüstungskonzern. Über das ukrainische Partner-Unternehmen wird Rheinmetall auch für den Betrieb der Anlage verantwortlich sein – sobald dort Munition produziert wird. Das soll innerhalb der nächsten zwei Jahre passieren.

Partner Rheinmetall

Der Auftrag umfasst „die komplette technische Ausstattung der Fabrik bis hin zur Inbetriebnahme“. Ohne Rheinmetall geht also nichts bei der neuen ukrainischen Rüstungsfabrik. Insgesamt hat der Auftrag einen „Gesamtwert im niedrigen dreistelligen MioEUR-Bereich“, meldet man aus Düsseldorf. Ukrainisches Geld wird das nicht sein, denn die Ukraine wäre ohne Hilfen aus den Westen bekanntlich zahlungsunfähig. Zudem liegt es auf der Hand, dass die künftige Produktionsstätte im Visier Russlands sein wird. Verbucht wird das Geld bei Rheinmetall aber ohnehin bereits im kommenden Quartal.

Entsprechend stolz und zufrieden meldet sich Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG: „Wir lassen unseren Worten Taten folgen und schaffen mit unserem Partner ein Ukrainisches Kompetenzzentrum für Munition. Die Beauftragung unterstreicht das Vertrauen in die Kompetenz und in die Fertigungskapazitäten Rheinmetalls. Wir sind dankbar, das Land bei der Re-Industrialisierung und bei der Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit unterstützen zu dürfen.“

Aktuell sollen „Maßnahmen zur Vorbereitung der benötigten Infrastruktur“ in der Ukraine stattfinden. Außerdem steht ein „Joint-Venture“ kurz vor der Gründung. Dabei handelt sich um einen Deal zwischen Rheinmetall und einem ukrainischen Staatsbetrieb. Die beiden Unternehmen werden den Betrieb des Werks dann leiten – sofern es jemals fertiggestellt werden sollte.

Es ist bereits das zweite Projekt ähnlicher Sorte. Im Juni eröffnete man in der Westukraine ein Panzerwerk, das vom „Public-Private-Unternehmen“ Rheinmetall Ukrainian Defense Industry LLC betrieben wird. Noch heuer soll aus diesem Werk Schützenpanzer an das ukrainische Militär übergeben werden.

Bild „El cañón Rheinmetall L-55“ by Contando Estrelas is licensed under CC BY-SA 2.0.

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



18 Kommentare

  1. audiatur et altera pars 25. Juli 2024 um 10:44 Uhr - Antworten

    Der Link zu Rheinmetall ganz oben ist was für die Südtribüne. Hier einer für die Mittelklasse:
    https://ir.rheinmetall.com/investor-relations/news/voting-rights-announcements/
    Nebem ein wenig Fiskus aus Norwegen die üblichen Verdächtigen, aber auch über 10 Prozent Franzosen, oder etwa nicht? Dann schaumamal dort:
    https://investors.societegenerale.com/en/financial-and-extra-financial-information/share/shareholder-structure

    Und vermutlich rätselt selbst die VIP-Tribüne, welchen natürlichen Personen im Grunde alles zu erheblichen Teilen gehört und wohin alle PPP-Kröten am Ende zwingend hinwandern. Das wär doch mal was für Wikileaks, nicht? Denkste. Ist nicht. Außer Rätselraten um Rockefellers und Rothschilds. Meinte Karl Kraus am Ende neben Gott bloß eine Karikatur oder meinte er diese ernst?

    Transparenz? Absolute Fehlanzeige! Internatianal orientierte Erbenzähler mögen sie gar nicht. Wer trotzdem lachen will, der versuche mal mit unserem Ex-Fearmonger-Bastifantasti hier zu „recherchieren“:
    https://thielcapital.com/
    Hm, wo bleibt sie bloß, die datenmäßige Pride Parade für die Oligarchenetage?

  2. suedtiroler 25. Juli 2024 um 10:33 Uhr - Antworten

    es ist ein westliches Projekt, also bitte „Friedensfabrik“ oder „Verteidigungsfabrik“ schreiben.
    wir haben ja auch Verteidigungsminister und -ministerien, und nicht etwa Rüstungs- oder Kriegsminister. das hat immer nur die Gegenseite!

  3. Nurmalso 24. Juli 2024 um 21:58 Uhr - Antworten

    Die Munitionsfabrik ist garantiert in den Kellerräumen eines Krankenhauses untergebracht. Wird für die Russen sehr schwer sein dagegen was zu machen.

    • Heintz Möller 24. Juli 2024 um 23:07 Uhr - Antworten

      entweder Kinder-Krankenhaus oder Entbinungsstation

  4. Kinesiologie Köhn Potsdam 24. Juli 2024 um 21:03 Uhr - Antworten

    Pax-Terra-Musica, ein Friedenfestival – ab heute in Friesack bei Potsdam – USA sitzen auf auf einem riesigen Schuldenberg – die brauchen den Krieg, wir nicht. https://www.potsdam-aufstehen.de/2024/07/24/pax-terra-musica-ein-friedenfestival-ab-heute-in-friesack-usa-sitzen-auf-auf-einem-riesigen-schuldenberg-die-brauchen-den-krieg-wir-nicht/

    • Pierre 25. Juli 2024 um 8:04 Uhr - Antworten

      Papperger hat sich wohl verschrieben. Er meinte sicher „Beitrag zur (weiteren) DE-Industrialisierung“ oder?

      Denn Munitionsfabriken braucht man, um Sachen effizient kaputt zu machen. Für den nachhaltigen Aufbau einer Wirtschaft taugen sie wenig.

  5. Kinesiologie Köhn Potsdam 24. Juli 2024 um 21:02 Uhr - Antworten

    Pax-Terra-Musica, ein Friedenfestival – ab heute in Friesack – USA sitzen auf auf einem riesigen Schuldenberg – die brauchen den Krieg, wir nicht. https://www.potsdam-aufstehen.de/2024/07/24/pax-terra-musica-ein-friedenfestival-ab-heute-in-friesack-usa-sitzen-auf-auf-einem-riesigen-schuldenberg-die-brauchen-den-krieg-wir-nicht/

  6. Hans Hirzel 24. Juli 2024 um 20:45 Uhr - Antworten

    Fraglich wird nur sein ob die Fabrik schon vor der Fertigstellung zum Angriffsziel der Russen wird, oder ob die warten bis sie steht. Mit ihren Präzisionswaffen werden sie das Ziel kaum verfehlen und hoffentlich informiert sein wann eine „Begehung“ durch die Kriegstreiberin Strack-Zimmermann stattfindet.

  7. Andreas I. 24. Juli 2024 um 20:20 Uhr - Antworten

    Hallo,
    naja wenigstens ist ein Link eingefügt.

    Vom Artikelautor erfährt der Leser:
    ,,Nun hat Rheinmetall dafür einen Auftrag bekommen, „der den Startpunkt für die Realisierung des Projektes setzt“.
    Jaaa geht runter wie Öl, „der den Startpunkt für die Realisierung des Projektes setzt“. unser täglich PR-Gelaber gib uns heute! DAS ist es doch, was die Leser interessiert – und deswegen ist es das, was man im Artikel zitieren muss.

    Bei Rheinmetall steht gleich in der Überschrift:
    ,,Rheinmetall erhält Auftrag zur Lieferung einer Fertigungsanlage“

    Das hätte man natürlich auch im Artikel zitieren können.
    Aber wen interessieren schon konkrete Informationen, z.B. darüber, um was für einen Auftrag es sich konkret handelt?!

  8. Patient Null 24. Juli 2024 um 18:30 Uhr - Antworten

    „Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, sichert der Staat ab sofort bei Investitionen in der Ukraine neben möglichen Eigentumsschäden bis zum Vollverlust der investierten Summe“

    Null Risiko plus max Gewinn.

    • 1150 24. Juli 2024 um 18:54 Uhr - Antworten

      ja, dass nennt sich sozialkapitalismus –
      der gewinn wird privatisiert, der verlust sozialisiert
      schöner kann wirtschaft nicht gehen

    • Andreas I. 24. Juli 2024 um 20:32 Uhr - Antworten

      Hallo,
      von Oysmüller bzw. seinem Artikel erfährt man natürlich nicht, um was für einen Auftrag es sich konkret handelt, aber immerhin hat er einen Link eingefügt, also er hat praktisch um einen Link herum einen ,,Artikel“ fabriziert, aber naja, jedenfalls steht bei Rheinmetall:
      ,,Rheinmetall erhält Auftrag zur Lieferung einer Fertigungsanlage“

      Das verstehe ich so: Rheinmetall liefert, wird bezahlt und was nach Lieferung damit passiert, ist nicht direkt Problem von Rheinmetall, sondern von diesem ukrainischen Joint-Venture-PPP-Sonstwas.
      Da wäre natürlich interessant, wer das und die Lieferung der Fertigungsanlage finanziert, aber dazu bräuchte es ggf. jemanden, der recherchieren kann.

  9. therMOnukular 24. Juli 2024 um 16:19 Uhr - Antworten

    Ja, baut’s mal schön. In ein paar Monaten, wenn es sich lohnt (und es dann überhaupt noch relevant ist), fliegen einfach 2 Iskander daher und binnen Millisekunden könnt Ihr wieder von vorne anfangen……

    Dass das nix bringt ist allen klar.
    Aber Hauptsache das Geld des Steuerzahlers wird in eine Hand voll Dritt-Yachten investiert!

    • Andreas I. 24. Juli 2024 um 20:47 Uhr - Antworten

      Hallo,
      dabei frage ich mich:
      Liefert Rheinmetall überhaupt eine vollwertige Fertigungsanlage?
      Wenn man davon ausgeht, dass die Russen es dann sowieso zerschießen, dann könnte man ja auch gleich kurzlebige Technik liefern, das würde den Gewinn maximieren.
      Blöd wäre dann nur, wenn die Russen es doch nicht zerschießen würden, aber da es für die Russen sicherer ist, es so oder so zu zerschießen, kann man davon ausgehen.

  10. Ulrich5411 24. Juli 2024 um 15:52 Uhr - Antworten

    der nächste Lacher des Tages:

    Über das ukrainische Partner-Unternehmen wird Rheinmetall auch für den Betrieb der Anlage verantwortlich sein – sobald dort Munition produziert wird. Das soll innerhalb der nächsten zwei Jahre passieren.

    auch wenn sich die Frontlinien nur sehr langsam bewegen Richtung Westen, so rücken die Russen nur vor, wenn die Ukr. Stellungen und Strongholds pulverisiert wurden. Minimale rus. Verluste gegenüber max Ukr Verlusten.

  11. Publicviewer 24. Juli 2024 um 15:43 Uhr - Antworten

    Ja, super Idee, damit die Russen, am Tag der Einweihung, die gleich plattmachen können !!!

  12. Hasdrubal 24. Juli 2024 um 14:46 Uhr - Antworten

    Das soll innerhalb der nächsten zwei Jahre passieren.

    Sofern die heldenhafte Bandera-Soldateska bei Verlusten von 2 Tsd. täglich (ständig steigend) noch zwei Jahre halten kann… Zum Vergleich – das gesamte Land soll aktuell etwa 9 Millionen Beschäftigte zählen – die verbliebene Bevölkerung wird auf 15-20 Millionen geschätzt (ständig fallend).

    • Glass Steagall Act 24. Juli 2024 um 16:26 Uhr - Antworten

      Und vom deutschen Steuerzahler wird auch ein großer Beitrag für diesen unsinnigen Bau abgezweigt. Es gibt ganz andere Aufgaben und Probleme zu bewältigen, als Kriegsunterstützung der USA zu gewähren! Ach ich vergaß, Rheinmetall ist auch in der Hand von US-Aktionären! Der Deutsche zahlt für den Krieg und den Wiederaufbau der Ukraine und die amerikanischen Konzerne verdienen daran! Zur Belohnung dürfen wir auch noch für die Unterhaltszahlungen der ukrainischen Flüchtlinge aufkommen, denn der Ami zahlt nichts! Perfekt geregelt!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge