Venezuela-Wahl: Maduro gegen USA

18. Juli 2024von 2,5 Minuten Lesezeit

Nächste Woche stellt sich Nicolas Maduro der Wiederwahl. Es ist eine Richtungsentscheidung für Venezuela. 

In zehn Tagen findet in Venezuela die Präsidentschaftswahl statt. Nicolas Maduro will eine weitere Amtszeit und genieß im Volk durchaus breite Unterstützung. Trotzdem steht Maduro unter Druck. Sein Herausforderer Edmundo González liegt laut manchen Umfragen vor Maduro. Er wird von María Corina Machado unterstützt, die offen von den USA gefördert wird und deshalb von der Wahl ausgeschlossen wurde. Sollte González tatsächlich gewinnen, könnte sich das sozialistische Venezuela mit einem Schlag in Luft auflösen und in ein zweites Milei-Argentinien verwandeln: Das umfangreiche Staatseigentum Venezuelas würde dann mit einem Schlag an die USA ausgeliefert werden.

Sanktionen und Fortschritt

Doch es gibt auch Umfragen, die Maduro einen klaren Sieg prognostizieren. 53 Prozent der Bevölkerung unterstütze demnach die Vereinigte Sozialistische Partei und befreundete Parteien. Eine Umfrage vom 8. Juli sagte 56 Prozent für Maduro bei der Wahl voraus. Ein anderes Institut hat Maduro ebenfalls bei 56 Prozent, González dagegen bei 20 Prozent. Zudem steht die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Sanktionspolitik der USA.

Das die Meinungsumfragen so weit auseinandergehen, ist in Venezuela üblich. Durch die Umfragen lassen sich also keine ernsthaften Rückschlüsse ziehen. Ein oppositionsnaher Politikwissenschaftler gab aber zu bedenken, dass viele Institute die Opposition bei den letzten Wahlen stark überschätzt hatten.

Durch die Sanktionen kämpft Venezuela noch immer mit seiner Wirtschaft, allerdings geht es stetig leicht bergauf. So gab der Tourismusminister zuletzt etwa bekannt, „dass die Ankünfte internationaler Besucher in Venezuela im (ersten Halbjahr) 2024 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2023 bisher um 202 % gestiegen seien.“ Und das, obwohl nicht viele Airlines Direktflüge nach Venezuela anbieten. Es ist nur eine Kennzahl, die nach oben zeigt.

Auch deshalb dürfte Maduro, der Nachfolger von Hugo Chavez, immer beliebter im Land werden. Von Juan Guaidó, den selbsternannten Präsidenten und WEF-Jünger, hört man schon länger nichts mehr. Dagegen werben sogar Oppositionspolitiker für Maduro. Etwa Carlos Prosperi, der selbst im Vorwahlkampf der Opposition angetreten ist. Nun erklärt er, dass Maduro der einzige sei, „der einzige, der Wirtschaftswachstum und einen nationalen Dialog zwischen den verschiedenen Parteien garantieren könne.“

Zudem beschuldigte er die Opposition, Staatsgelder zu veruntreuen: „Dies ist nichts weiter als Diebstahl.“ Dabei geht um die Staatskonzerne Monómeros (Agrochemie) und Citgo (Raffinerien und Tankstellen). Vermögenswerte dieser Unternehmen im Ausland wurden der Guaidó-Bewegung zugeschlagen. Weiters warnte der Oppositionelle, dass González das Land destabilisieren wolle – auch mit Paramilitärs.

Es wird also durchaus spannend in Venezuela. Doch bisher hat Maduro alles überstanden – auch jegliche Einmischung des US-Imperiums – und ist mittlerweile seit 11 Jahren Präsident. Nächste Woche hat er die nächste Prüfung vor sich.

Bild Palácio do Planalto from Brasilia, Brasil, 29.05.2023 – Visita Oficial do Presidente da República Bolivariana da Venezuela, Nicolás Maduro (52935016107)CC BY 2.0

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4 Kommentare

  1. Rene 19. Juli 2024 um 2:04 Uhr - Antworten

    Danke für ihren Beitrag, ich sehe das sehr ähnlich und wünsche mir nichts mehr als daß die Sanktionen eingestellt und die ständige Einmischung seitens der USA und EU aufhört. Ich lebe in Venezuela und spüre seit über 2 Jahren viele Verbesserungen der wirtschaftlichen Lage trotz der anhaltenden Sanktionen. Mit der Wahl der Ultrarechten Opposition hätten die Menschen nichts gewonnen … Maria Corina verkörpert dasselbe Programm wie Milei in Argentinien. Mein Kanal: https://t.me/Venezuela_Info_Channel

  2. Hasdrubal 18. Juli 2024 um 14:37 Uhr - Antworten

    Sollte González tatsächlich gewinnen, könnte sich das sozialistische Venezuela mit einem Schlag in Luft auflösen und in ein zweites Milei-Argentinien verwandeln: Das umfangreiche Staatseigentum Venezuelas würde dann mit einem Schlag an die USA ausgeliefert werden.

    Es wäre erstaunlich, würden die Leute dort für derartiges Verschenken stimmen – auch wenn der real existierende Michel für Ausgeraubt-Werden mit Freude stimmen würde. Eventuell könnte Maduro mit marktwirtschaftlichen Reformen ein wenig nachjustieren – wie in China vor ein paar Jahrzehnten.

  3. Jan 18. Juli 2024 um 13:30 Uhr - Antworten

    Venezuela hat eine Menge Öl und dürfte eine Priorität in den globalen Strategien haben – also hinter der CO2-Ablenkung für die Sklaven. Das Problem: die Infrastruktur ist extrem veraltet und man muss viel investieren, bevor man etwas fördern kann.

    Es gibt Verträge mit Russland, es könnte also sein, dass eine Komplettübergabe des Landes russisches Militär auf den Plan ruft.

    • Ralf Weber 19. Juli 2024 um 13:53 Uhr - Antworten

      Ja,Öl haben sie genug nur waren sie zu blöd die Anlagen zu erhalten!Zuvor wurde es aber quasi verschenkt.Wer diese Steinzeitkommunisten gut findet kann nicht ganz dicht sein.Beispiel:EINHEITSPREIS für GEMÜSE!Ja,klar weil alles Gemüse gleich schnell wächst…das hatte zur Folge das der Anbau manchmal teurer war als der erlaubte Verkaufspreis.Natürlich wurde dann nicht mehr angebaut.Wer hungern will ist also bestens bedient.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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