EU-CO2-Vorgabe: Neubau bald unleistbar

18. Juli 2024von 2,2 Minuten Lesezeit

Langsam dämmert es, was der „Green Deal“ bedeutet: Sogar die Baubranche schlägt bereits Alarm.

Was der sogenannte Green Deal der EU anrichtet kann, wird langsam auch der Baubranche klar. Im April hat die EU die neuen Vorgaben zur Energieeffizienz von Gebäuden beschlossen. Das könnte in den nächsten Jahren bis zu Enteignungen führen (TKP hat berichtet). Für Neubauten ist ein „Nullemissionsgebäude“ künftig „Standard“ – ab 2030 dürften Neubauten keine Emission mehr ausstoßen. Unmöglich umsetzbar, heißt es von der Baubranche.

Neubau nicht mehr leistbar

Aber die EU ist gewillt am Plan zur sogenannten „Klimaneutralität“ festzuhalten. Selbst die Bild sieht es bereits ziemlich dramatisch: „Werden bald keine Wohnungen mehr gebaut?“ fragt sie am Mittwoch. Geheizt darf im Neubau nur noch mit einer CO2-freien Heizung werden, Klimaanlagen müssten wohl auch weg. Zudem bräuchte es eine „völlig neue Bauweise“, sagt der Verband der deutschen Bauindustrie: „Keine großen Glasfronten mehr, begrünte Fassaden.“

Wenn die EU-Vorgaben exakt umgesetzt werden – und das plant das grüne Wirtschaftsministerium – dann würden die Kosten des Bauens (und damit auch des Wohnens) massiv steigen. Der Verbandschef glaubt sogar, dass die „Bautätigkeit zum Erliegen kommen“ würde.

Habeck muss bis 2025 einen Gesetzesentwurf an die EU übermitteln. Das konkrete Gesetz ist den Mitgliedstaaten überlassen, nur das Ziel ist auf EU-Ebene vorgegeben. Ein übliches EU-Verfahren, das wieder einmal zeigt, wie viel staatliche Souveränität übrig ist. Die EU selbst formuliert das so:

„Jeder Mitgliedstaat wird seinen eigenen nationalen Zielpfad festlegen, um den durchschnittlichen Primärenergieverbrauch von Wohngebäuden bis 2030 um 16 Prozent und bis 2035 um 20-22 Prozent zu senken. Bei Nichtwohngebäuden müssen sie die 16 Prozent der Gebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz bis 2030 und die 26 Prozent der Gebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz bis 2033 renovieren. Die Mitgliedstaaten werden die Möglichkeit haben, bestimmte Kategorien von Wohn- und Nichtwohngebäuden, einschließlich historischer Gebäude oder Ferienhäuser, von diesen Verpflichtungen auszunehmen.“

Auch für Hausbesitzer – und nicht nur für Hausbauer – kann das Gesetz aber 2030 richtig ungemütlich werden. Zwar versichern EU und Faktenchecker, dass keinerlei Enteignungen oder ähnliches geplant wären. Doch die Realität schlägt sich schon jetzt nieder: Viele Wohnungen dürfen nicht mehr vermietet werden, weil sie sie (angeblich) zu Klima-Ineffizient sind. Durch diese Vorgabe kommt der Paris Wohnungsmarkt noch mehr unter Druck. Die Mieten sind kaum mehr leistbar. Dabei sind es bis 2030 noch einige Jahre.

Bild „ArchivTappen30Album6e648 Zimmererarbeiten Neubau, Dachstuhl, Oberbayern, 1930er“ by Hans-Michael Tappen is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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12 Kommentare

  1. schicju 30. Juli 2024 um 14:23 Uhr - Antworten

    Tja, GB hat es gerochen und ist noch vorher abgesprungen, nicht zum ausdenken wenn die Lords aus ihren Luxusschlössern ausziehen müssten.

  2. Saltysailor 19. Juli 2024 um 8:56 Uhr - Antworten

    Die Regierung macht es unter der Hofburg doch vor! Bunker! – Alle Häuser werden mit Erde zugeschüttet und begrünt. Gewohnt wird künftig in Erdhöhlen. GRüneAlternativeBauform, kurz GRAB genannt…
    Und jetzt jubelt wieder den an eurer Stelle regierenden Vertretern geschmierter Parteien und den etwa 400 superreichen Parteispendern zu, die in den Parteien das Personal bestimmen und tut weiterhin, was sie zur Ausübung der Macht über euch brauchen: Zur bereits entschiedenen Wahl gehen statt direkt konkrete Arbeitsaufträge zu bestimmen, für deren Umsetzung der Umsetzende haftet.

  3. Andreas I. 19. Juli 2024 um 8:35 Uhr - Antworten

    Hallo,
    das ist schon seit Jahrzehnten eine riesige Umweltbelastung mit den Vorschriften zur Wärmedämmung. Ökonomisch umsetzbar sind die mit Styropor und einem Putz mit Glasfaserarmierung, sprich sämtliche Fassaden sind Sondermüll.

  4. Jurgen 18. Juli 2024 um 20:46 Uhr - Antworten

    Alles heute schon machbar! Nur die Wege und Preise der etablierten Bauindustrie sind damit obsolet.

  5. Sabine Schönfelder 18. Juli 2024 um 20:20 Uhr - Antworten

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  6. Sabine Schönfelder 18. Juli 2024 um 20:18 Uhr - Antworten

    Jeden Tag ein neues Gesetz und bitte Insekten fressen, Heizpumpen anschaffen, tu dies nicht, mache Folgendes, denke n u r…., trinke nie, vergesse bloß nicht, wage niemals, usw. ‼️
    Kriminelle werden Regierende, Dumme agieren als Politiker. Friede ist Nazi und Pandemien sind auf der Tagesordnung. Die Medien nur noch Propagandarohre und Panikverbreiter, Kriegstreiber und Staatsorgane.
    …und wir genießen das Leben. 😁👍. Jetzt erst recht. 😂
    Die können uns mal….😇🎶🥂Nichts wird so heiß gegessen, wie gekocht wird.

  7. Georg Uttenthaler 18. Juli 2024 um 17:54 Uhr - Antworten

    GLÜCK muss man haben! Österreich wird in 2 Monaten die Regierung in die Wüste jagen und das Elend hat ein Ende!!!….Während in Deutschland die Ampel jetzt endlich mal Ernst mit der Abschaffung von Deutschland macht. Die Restkapazitäten der deutschen Energieerzeugung müssen in Kürze nur noch zum Aufrechterhalten des grünroten Märchenfernsehens ausreichen. Mehr brauchts wirklich nicht! Lasst uns dies dann in aller Ruhe genießen, ihr lieben Demonstranten für diese ÖKO-sozialistische Demokratur. Oder?

    Da der Ampel-Regierung ja grundsätzlich der Sinn für Realität und Lebenswirklichkeit fehlt, kann es zwangsläufig nur zum Wunschdenken im Ergebnis kommen. So ist es auch mit der Kompetenz. Da es der Ampel-Regierung grundsätzlich an Fachwissen fehlt, kann dies zwangsläufig nur zur Inkompetenz führen, was ja ganz offensichtlich ist.
    Hinzu kommt noch die heran gezüchtete, ideologische Idiotie und Irrationalismus und schon sind wir im besten Deutschland, seit der Gründung der BRD, gelandet. Die Welt lacht über uns. Wer solche Figuren mit niedrigstem IQ in der Welt herumreisen läßt, da kann man sich nur schämen.

    • Petra Göllwarth 19. Juli 2024 um 9:36 Uhr - Antworten

      Alles richtig, aber Sie werden in 2,1 Monaten feststellen, dass auch in Österreich die politische Mitte erodiert ist und es nur noch extreme Ränder gibt, so dass die Bürger durch Wahlen keine Veränderungungen mehr erreichen können.
      Ich orakele mal, dass sich in der politischen Zusammensetzung in Österreich nach den Wahlen, ebensowenig wie in D und der EU, nichts zum Besseren wenden wird.

  8. Fritz Madersbacher 18. Juli 2024 um 17:33 Uhr - Antworten

    „Aber die EU ist gewillt am Plan zur sogenannten „Klimaneutralität“ festzuhalten“
    „Klimaneutralität“ statt Neutralität scheint auch das Motto etlicher Politiker/-innen verschiedener Couleur in Österreich zu sein. Die Absurdität des vorderen Begriffs durchschauen sie nicht (vergleichbar dem Begriff „Covid-Pandemie“, wo das mit dem Durchschauen auch nicht so ganz geklappt hat), den Inhalt des zweiten Begriffes verstehen sie nicht oder lehnen ihn ab …

  9. Ralf Krug 18. Juli 2024 um 16:08 Uhr - Antworten

    Das Büro, an den ich beteiligt bin, wurde schon vor 24 Jahren als „3-Liter-Haus“ (heute Effizienzklasse A+) gebaut. Angenehm im Winter, angenehm im Sommer, jährliche Heizkosten 3 EUR je m². Die überschaubaren baulichen Mehrkosten haben sich voll gelohnt.
    rakru

  10. Hasdrubal 18. Juli 2024 um 14:52 Uhr - Antworten

    2030, 2033… Das Böse Medium brachte gestern den Artikel von Dagmar Henn „Eingeleitet vom Attentatsversuch: Die gefährlichsten Wochen des Jahrhunderts“ – demnach bleiben der westlichen Oligarchie einige Wochen Zeitperspektive vor dem tiefen Fall. Nach diesem wird das Gebäude-Energie-Dingsbums hoffentlich verklappt – wenn westliche „Eliten“ sich in einen Weltkrieg flüchten, dürften jetzige Bauten in Westeuropa bald ähnlich wie in Bachmut aussehen.

    • Jan 18. Juli 2024 um 23:53 Uhr - Antworten

      Wenn die Injektionen einmal richtig wirken, brauchen wir nicht mehr so viel Wohnraum.

      Im CO2-Narrativ kann man viel unterbringen!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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