Irland baut seine Neutralität ab

12. Juni 2024von 2 Minuten Lesezeit

Kein Platz für neutrale Länder: Wie in Österreich, wird auch in Irland am Abbau der Neutralität gearbeitet.

Auch in Irland, gemeinsam mit Österreich und Malta die letzten neutralen EU-Staaten, wird die Neutralität immer mehr abgebaut. Aktuell liegt ein Vorschlag am Tisch, der Irland den Beitritt zu einer EU-Militärinitiative zum Schutz kritischer Infrastrukturen auf dem Meeresboden vor Sabotage, Terrorismus und Spionage ermöglicht. Es wird von allen Seiten davon ausgegangen, dass der Vorschlag angenommen werden wird.

Kriegsvorbereitung kreuzt Neutralität

Das EU-Projekt ist Teil des PESCO-Rahmens, in dem die EU-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um die Fähigkeiten ihrer Streitkräfte zu verbessern – so die offizielle Erklärung. Es geht um die „Kriegstauglichkeit“ der EU. Die sich immer weniger von der NATO unterscheiden lässt.

Geleitet wird das Projekt von Italien, neben Deutschland das vielleicht wichtigste NATO-Land. Beteiligt sind sieben EU-Staaten, Irland will dazu, da vor zwei Monaten in einer nationalen Risikobewertung Schäden an der unterseeischen Infrastruktur als Hauptrisiko für Irland genannt wurden: „Der Schritt der Regierung würde bedeuten, dass sich Irland anderen EU-Ländern anschließt, um seine Überwachungs- und Aufklärungsmaßnahmen auszubauen“, heißt es in der irischen Presse.

Der unabhängige irische Abgeordnete Cathal Berry erklärte, Irland brauche die Hilfe Europas, um die Infrastruktur zu schützen, darunter ein Dutzend Datenkabel, Energiepipelines, insbesondere Gas, und die Stromverbindungsleitung zwischen dem Vereinigten Königreich und Irland. Als neutrales Land geht das nicht mehr, so die Propaganda.

Die irische Regierung wird außerdem einen Plan zur Teilnahme an Cyberverteidigungsübungen genehmigen, die von der Europäischen Verteidigungsagentur geleitet werden.

Clare Daly, die irische EU-Abgeordnete, war eine der lautesten Stimmen in Straßburg gegen die NATO. Nun hat sie es nicht mehr in das Haus geschafft. Ihr Kommentar zum Beitritt Irlands zur militärischen Initiative betrifft auch Österreich:

„Man kann es drehen und wenden, wie man will. Es gibt keinen Platz für ein neutrales Land in der „gemeinsamen Verteidigung“. Die EU ist dabei, den „Verteidigungsturbo“ zu zünden, und Irland wird mit hineingezogen. Eine massive Bedrohung für unsere Sicherheit und ein Angriff auf die Neutralität, die mehr denn je gebraucht wird, da sich Europa auf einen Krieg vorbereitet.“

Bild „Irish flag… in Ireland“ by Iker Merodio | Photography is licensed under CC BY-ND 2.0.

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7 Kommentare

  1. Fritz Madersbacher 12. Juni 2024 um 21:10 Uhr - Antworten

    „Ihr Kommentar … betrifft auch Österreich: … ein Angriff auf die Neutralität, die mehr denn je gebraucht wird, da sich Europa auf einen Krieg vorbereitet“
    In solchen Zeiten zeigt sich ganz deutlich der antiimperialistische Charakter prinzipientreuer Neutralität:
    Niemals sich mißbrauchen lassen für (fremde) Großmachtinteressen! Das war die Lehre aus dem „Anschluss“, der Annexion 1938, und das ist genau dasjenige, was die NATO-Quislinge unseres Landes an der Neutralität stört, die sie am liebsten auf der Stelle abschaffen möchten (dem Beispiel Finnlands und Schwedens folgend), die sie mit ihrer praktizierten Politik sabotieren und ruinieren, deren Nutzen sie den Menschen auf jede mögliche Art und Weise ausreden möchten …

  2. Christoph Bodner 12. Juni 2024 um 17:26 Uhr - Antworten

    Die Lehre vom „gerechten Krieg“ bzw vom moralisch erlaubten Verteidigungskrieg geht nicht auf das Evangelium zurück, sondern auf Augustinus, einem nordafrikanischen Bischof aus dem vierten Jahrhundert, der von Katholiken als Kirchenlehrer verehrt wird. Im frühen Christentum hieß es noch: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“ Vor kurzem haben Kirchenfunktionäre Wahlempfehungen für Pro-Europa-Parteien abgegeben ohne deren NATO-Affinität zu kritisieren. Ist das Verhalten dieser Hirtendarsteller wirklich christlich oder nur augustinisch?

  3. Jurgen 12. Juni 2024 um 16:09 Uhr - Antworten

    Die Tiefseekabel in die USA sollte man besser schon jetzt kappen… bevor es ein zweites Nordstream Desaster der digitalen Art gibt…

  4. Peter Ruzsicska 12. Juni 2024 um 14:44 Uhr - Antworten

    Schon allerlängstens mitgehangen sowohl als auch mitgefangen ins Totalste Verrecken Aller Zeiten.

    Athen den Meliern gegenüber rückargumentiert, als diese auf ihre Neuttalität pochten:
    „Tue der Starke was er könne und erleide der Schwache was er müsse“
    Nachdem Athen die Melier überrannte, die Reste deren Wehrhaften gegen Sparta hetzte, sowie die Übrigen Melier nichtete, versklavte etc., unterlag schließlich Athen Sparta.

    Jeder ziehe z. B. aus der Geschichte die Schlüsse, welcher er zu ziehen vermag.

  5. Patient Null 12. Juni 2024 um 13:03 Uhr - Antworten

    Es ist ein Irrglaube mit Aufgabe der Neutralität bekommt man mehr Sicherheit. Die EU hat ja lange (kriegs) getrommelt, das zahlt sich jetzt aus. Die Leute haben leider selber denken abgeschaltet.
    Fehlt jetzt noch die Schweiz. Da gibts auch schon Bestrebungen. Forciert von Einwanderern.

    • Sofie Kampulek 12. Juni 2024 um 13:33 Uhr - Antworten

      Ich persönlich halte Kriegstreiber, Waffen- Hersteller, -Lobbisten und -Lieferanten für Vasallen der Hochfinanz und seelenlose Massenmörder. Wir sollten mit denen nichts am Hut haben und daher schleunigst die EU verlassen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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