
Google arbeitet an Ausschaltung von Konkurrenz bei Android
Google hatte einst auf die offene Software Android gesetzt um den Smartphone-Markt zu erobern. Nun geht der Digital-Multi daran Software-Konkurrenz auszuschalten, die die Privatsphäre achtet und vor Datenklau sowie Überwachung schützt. So hat man begonnen dem sicheren auf Android basierendem Betriebssystem GrapheneOS Schwierigkeiten zu machen.
Konkret geht es hier um das Unternehmen Niantic, die zwei Computerspiele auf dem Markt haben, nämlich Ingress und Pokemon Go. Niantic brachte im November 2012 Ingress auf den Markt und zwar als Start up innerhalb von Google. Im Oktober 2015 wurde Niantic selbständig, kurz bevor Alpabet als Holding von Google gegründet wurde. Das Unternehmen unter CEO John Hanke erhielt etwa 60 Millionen Venture Finanzierung, gefolgt von weiteren etwa 200 Millionen im November 2017 und 245 Millionen Dollar im November 2019. Im Juli 2016 brachte Niantic sein jetziges Flaggschiff Produkt Pokemon Go auf den Markt.
Seit kurzer Zeit ist Niantic bei Ingress dabei Google bei der Bekämpfung von Konkurrenz für Android zu helfen. Android war immer Open Source und die Lizenz, die auch für Google gültig ist, verlangt, dass auch alle Änderungen Open Source bleiben. Deshalb muss Google immer den Quellcode für Android veröffentlichen und andere Entwickler können ähnlich wie Google damit eigene Android Varianten auf den Markt bringen. Davon gab und gibt es bisher einige Distributionen zum Beispiel Cyanogen, LineageOS, Fire OS von Amazon, EMUI von Huawei, HyperOS von Xiaomi und die sicherste gegen Überwachung und für die Privatsphäre, nämlich GrapheneOS.
Insbesondere ist GrapheneOS beliebt weil es zwar sicher ist und gegen Überwachung durch Google geschützt, aber dennoch Google Services zur Verfügung stellt. Der wachsende Erfolg stört Google und deshalb wird Ingress Nutzern derzeit dauernd diese Meldung eingeblendet:
- Siegernahrung: Glutenfreie Ernährung für Höchstleistung
- RIVA
- riva Verlag
- Djokovic, Novak(Autor)

Für das wichtigere Spiel Pokemon Go gibt es diese Einschränkung nicht, zumindest bisher noch nicht. Sie läuft definitiv dem Sinn der Open Software querkant zuwider.
Ingress ist offenbar nicht die einzige App, mittels derer Google gegen andere Android Versionen vorgeht. Bei GraphenOS finden sich sehr aufschlussreiche Ausführungen zum Thema Authentifizierung:
„Apps, die die Play Integrity API oder die veraltete SafetyNet Attestation API verwenden, um die Authentizität/Integrität des Betriebssystems zu prüfen, können GrapheneOS unterstützen, indem sie stattdessen die Standard-Android-Hardware-Attestation-API verwenden und unsere offiziellen Release-Signierschlüssel zulassen. Die Hardware-Attestierungs-API von Android bietet eine viel stärkere Form der Attestierung als die Play Integrity API mit der Möglichkeit, die Schlüssel alternativer Betriebssysteme auf eine Whitelist zu setzen. Außerdem wird so eine unnötige Abhängigkeit von den Google Play-Diensten und den Play Integrity-Servern von Google vermieden.
Seit Android 8 müssen Geräte mit Unterstützung für Hardware-Attestierung ausgeliefert werden. Sie können die Hardwarebescheinigung auf Geräten mit Android 8 oder höher verwenden, wenn die Systemeigenschaft ro.product.first_api_level nicht auf 25 oder niedriger gesetzt ist, was darauf hindeutet, dass sie mit Android 8 oder höher mit Hardwarebescheinigungsunterstützung als obligatorisches Merkmal eingeführt wurden.“
Mit anderen Worten bietet Android eine stärkere und bessere Möglichkeit der Prüfung der Authentizität/Integrität des Betriebssystems, also die von Google Play. Niantic spielt da mit, wahrscheinlich weil das Unternehmen noch immer von Google abhängig ist. Die Methoden von Google erinnern stark an die von Bill Gates‘ Microsoft mit denen alle Konkurrenten im Bereich Browser, Office Software und Betriebssystem vernichtet wurden. Auch Nokias höchst erfolgreiche Handysparte wurde ein Opfer von Microsoft, was Google erst den Weg zur Marktdominanz von Android ermöglicht hat.
Ninatic (oder Google) schreibt zwar in der angezeigten Meldung, dass die Google Play-Integrität nicht erfüllt wird, aber am Anfang ist von Android die Rede. Android Distributionen gibt es, wie bei Linux eben üblich – Android basiert auf dem Linux-Kernel – sehr viele. Und es sind alles legitime Android Betriebssysteme. Von gerootet oder von Jailbreak kann keine Rede sein.
Niantic und Google verletzten die Lizenzbedingungen von Android und den Geist der Open Software. Google hat Android benötigt um im Markt für Smartphone Betriebssysteme erfolgreich zu werden. Nun versucht man die Konkurrenz, das bessere Android mit schmutzigen Mitteln aus dem Markt zu drängen.

Sucht man im Google Play Store danach, so wird man mit einer glatten Lüge konfrontiert. Denn natürlich funktioniert Ingress weiter, Google nutzt es nur um GrapheneOS zu bekämpfen.

Bei Pokemon Go hat Google im Play Store dagegen keine Probleme mit GrapheneOS.
Google arbeitet übrigens eng mit der EU und staatlichen Behörden zusammen um die Zensurmaßnahmen des Digital Services Act (DSA) auszuweiten und umzusetzen. Oder wahrscheinlich ist es eher umgekehrt – die EU arbeitet im Auftrag von Google und dem digital-finanziellen Komplex daran die politische Opposition zu zensieren und Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Recht auf unbeobachtet Kommunikation (Briefgeheimnis) oder Erwerbsfreiheit abzuschaffen. Und dabei stören natürlich Betriebssysteme erheblich, die die Privatsphäre schützen sowie Datenklau und Überwachung verhindern.
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Ich finde es schon überhaupt sehr bezeichnend, dass „gerootet“ oder „jailbroken“ als etwas schlechtes angesehen wird. Fakt ist: Das Telefon ist ein persönlicher Computer (PC). Wenn ich selbst als Eigentümer und Hauptbenutzer nicht auch die höchsten (administrator-)Rechte habe, bzw. einfach erlangen darf, dann bin ich doch schon entmündigt. Die Apple-Welt drückt es sogar noch deutlicher aus „jailbreak“ heißt, aus dem Gefängnis auszubrechen. Wunderbar, da ist der Nutzer also direkt in einem Gefängnis, und daraus auszubrechen wird als etwas schlechtes angesehen…
Davon abgesehen, dass es bei modernen Android-Geräten, selbst mit datenschutzfreundlichen Android-Derivaten, inzwischen auch so dermaßen verkompliziert wird, root-Rechte zu erlangen, dass es sich fast nicht lohnt, diesen Aufwand zu betreiben. Womit schon erkennbar ist, wie sehr man sich freiwillig in dieses Gefängnis begibt (selbst wenn ich ansonsten grundsätzlich niemals persönliche Daten auf einem Android-Gerät mit Google im Auslieferungszustand, ohne privatsphärenfreundliches Derivat, speichern könnte).
„Be evil“ ist doch Google’s Motto, oder?
Auf meinem Handy läuft Graphene OS, lustigerweise funktioniert das bevorzugt auf Google Pixel Geräten. Zum einen glaube ich nicht, dass jemand der auf Datenschutz aus ist ein blödes Spiel spielt, auf der anderen Seite kann man sich einen zweiten Benutzer erstellen, dort die Play Dienst aktivieren um zum Beispiel die meisten Banking Apps und sonstigen Kram benutzen, schaltet man diesen Benutzer wieder ab verlieren alle dort installierten Apps ihre Berechtigungen und werden abgeschaltet.
Erstaunlicherweise hält der Akku Tage ohne das Heimfunken von Google jeden Tag
Darauf kann man sehr sicher erfolgreich für sich selber eine Wette mit Dritten eingehen, dass die SiAjEj überall ihre Krallen drinhat. Diese Paranoiker der SiAjEj gehörten schon viele Jahre in die Klapse, wahlweise in den Knast gesteckt.
Mein Tipp: Google Play Store lässt sich abmelden. Und zwar in Einstellungen/Konten. Dort kann man das Konto Google löschen. Den Apps kann man div. Berechtigungen entziehen und sie auch einfach nur offline benützen. Android sollte nicht zum Telefonieren und Mailen benützt werden.
Seit 2 Jahren bin ich glücklicher Besitzer eines google freien Volla 22
https://volla.online/de/index.html
Dort gibt es per default keinen google play store, sondern nur F-droid und Aurora. Das Phone ist absolut googele frei (kein Account bei Google nötig). Die in beiden Stores vorhandenen Apps decken eigentlich alles ab. Es soll wohl auch möglich sein, google Dienste (und damit google play) zu aktivieren (hab ich noch nie probiert, würde eben der Verzicht auf Privatsphäre bedeuten). Ich muß nicht 100 Apps auf meinem Phone haben, weniger ist mehr. Dieses ständige „installiere unsere App“ nervt nur. Neuerdings möchte sogar mein Mobilfunkanbieter (Congstar) dass ich mir solche bekloppte App installiere, um meine Rechnungen und Verbräuche zu sehen. Nö, mach ich nicht. Keine Lust zu überprüfen, auf welche Daten die App zugreift.
Hier ein screenshot der USAGM Factsheet aus dem Jahr 2019: Man prahlt damit, welche Systeme und Software man de facto mit CIA-Geld ins Leben gerufen hat. Dazu gehört auch F-DROID und z.B. TOR, TAILS, und andere „Alternativen“ – siehe Artikel unter: report24.news/finanzierung-nachgewiesen-sicherer-messenger-signal-ist-ein-cia-projekt
Verstehe Bahnhof. Aber klar ist doch, dass die Großen sich gegenseitig die Augen auskratzen. Was Microsoft also mit unlauteren Wettbewerb gemacht hat machen nun die anderen Großen automatisch auch. Wollen allein auf der Welt bestimmen. Für solche Regulierungen sind eigentlich Gerichte zuständig, insofern die von den Großen nicht gekauft sind. Wie man sieht, das Zeitalter der Ausrottung alles Lebens gewinnt immer mehr an Fahrt. Das ist der Plan und dahin führt der Weg.
LineageOS ist sowieso der Standard unter CustomRoms. Aber auch hier steht zu befürchten, dass Google Play dort bald nicht mehr „out of the box“ funktioniert. Das ist aber vielleicht eine Chance für Alternativen wie F-Droid.
GrapheneOS – verstehe ich es als ‚Digital-Laie‘ richtig, daß dieses Betriebssystem jetzt nicht mehr nutzbar ist???
Nein natürlich ist es noch voll nutzbar. Google geht nur gegen einzelne Apps vor, damit User wieder zurückkehren zum Überwachungs-Android. Pokemon Go ist ja wie im Artikel erwähnt sehr wohl nutzbar.
Ein kleines, klitzekleines Teilchen habt ihr vergessen. Das alternative Android funktioniert nur mit Google Pixel Geräten ab 6. Alle anderen China Schleudern werden nicht unterstützt.
Es gibt doch auch noch andere Android-Custom-ROM. Und manche sind sogar inzwischen auch für Einsteiger installierbar. Schau mal nach im http://www.kuketz-forum.de.
Ich verstehe sowieso nicht, warum man sich die Mühe macht, ein Custom-ROM aufzusetzen und dann doch im Play Store Software holt (= mit Google-Konto).
Richtig, das habe ich mich ebenfalls gefragt. In Sachen anngepasster ROMs gibt es auf xda-developers.com eine recht breit gefächerte Auswahl an Alternativen. Alle Mobilfunkgeräte werde aber auch nicht unterstützt, was normal ist. Das Gros wird in der Freizeit einiger Entusiasten entwickelt und gepflegt. Eine Alternative zur Installation weiterer Programme wurde oben mit F-Droid genannt. Alternativ existieren weitere Quellen wie apkpure und apkmirror über welche sich die Pakete direkt herunterladen lassen zB für die DHL und deren Packstationen.
Wo kann ich Ingress sonst noch herbekommen??? Das ist im Artikel der Ausgangspunkt.
Weil man Googles Datensammelwut damit trotzdem schonmal deutlich einschränken kann. Ich selbst benötige einen einzigen Google Dienst, nämlich GPay, alles andere habe ich ausgesperrt. Ich habe RethinkDNS auf dem Gerät laufen, da kann man sehr genau kontrollieren, was gefunkt wird. Sperrt man beispielsweise die URL userlocation.googleapis.com, wird der eigene Standort nicht an Google gefunkt, dann noch die ganzen Analytics und die Firebase Geschichten, steht man schonmal wesentlich besser da, als ganz ohne. Spionage und Nachverfolgung durch andere Firmen sind natürlich auch Geschichte, durch entsprechend konfigurierbare, lokale Blockierlisten und/oder entsprechende DNS-Server. Die ganze Sache ist allerdings eher was für Profis bzw. man muß sich da schon ziemlich reinfuchsen.