Lkw fahren zu schnell: mehr CO2, mehr Lärm

Wer auf Autobahnen und Österreichs Straßen unterwegs ist hat, sicher schon die Erfahrung gemacht, dass Tempolimits meist und oft sogar grob überschritten werden. Dass liegt einerseits daran, dass es relativ selten Tempokontrollen gibt und andererseits daran, dass die Strafen gering sind, weit geringer als etwa in der Schweiz.

Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass mehr Tempokontrollen 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden würden. Die Hälfte bis zwei Drittel davon entfällt auf LKW. Ab März soll der FPÖ Versuch von Tempo 140 wieder fallen. Das ist positiv, aber Tempo 130 ist sowohl für den CO2 Ausstoß als auch die Lärmerzeugung noch zu hoch.

Auch hier eine Berechnung des Umweltbundesamtes: Tempo 100 statt 130 bringt jährlich 400.000 Tonnen weniger CO2. Tempolimits bringen uns also schneller ans Klimaziel. Und für LKW wäre sinnvoll generell auf Tempo 70 zu beschränken und in lärmgeplagten Gebieten auf Tempo 60.

Aber die Temporeduktion hat auch andere positive Effekte. An einigen Autobahnabschnitten sind die Anrainer besonders starkem, gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt. In Niederösterreich etwa an der A22 im Bezirk Korneuburg sowie in Klosterneuburg oder in Tirol im Inntal und auf der Brenner Route. Derzeit wird rücksichtslos der Verkehr und besonders der Transit mit LKW gegenüber den im Land lebenden Menschen bevorzugt.

Lärm erzeugen bei höherem Tempo im wesentlichen das Reifengeräusch und die aerodynamischen Geräusche. Für die Reduzierung des Lärms ganz wichtig ist die Senkung der Höchstgeschwindigkeit. Das Reifen-Fahrbahn-Geräusches steigt mit der dritten bis vierten Potenz der Geschwindigkeit, die des aerodynamischen Geräusches mit ungefähr der sechsten Potenz. Wie Lärm entsteht und wie Größe und Zahl der Reifen ihn beeinflussen habe ich hier beschrieben:

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