Warum SUVs und LKW mehr Lärm erzeugen als PKW

In den vergangene Jahrzehnten ist der Transport von Gütern auf der Bahn zurückgegangen, der Verkehr von LKWs dagegen stark gestiegen. Die Politik hat konsequent die Bahn vernachlässigt und Geld in die Straße gesteckt.

In den letzten Jahren haben vor allem die Neukäufe von SUVs stark zugelegt. Das zeigt sich zb darin, dass in den vergangenen drei Jahren sowohl der durchschnittliche Verbrauch als auch die CO2 Emission der Neuwagen deutlich zugenommen hat.

Eine ganz wichtige Rolle spielt dabei das gefahrene Tempo – der Lärm steigt mit dritten bis sechsten Potenz der Geschwindigkeit.

Wie entsteht Lärm durch Fahrzeuge?

Es gibt im Wesentlichen drei Quellen. Die erste ist der Motor, zumindest bei den Verbrennern. E-Autos sind dagegen erfreulich leise. Bis 30 kmh ist er die wesentliche Quelle des Lärms, der Diesel in Regel lauter als die Benziner. Im Bereich 30 bis 50 kmh, beginnt das Reifengeräusch zu dominieren und den Motor bei den Verbrennern zu überlagern.

Und so entsteht das Reifengeräusch: Durch die Rauheit der Fahrbahn und das Reifenprofil werden die Profilstollen und die Karkasse in Schwingungen versetzt und strahlen Luftschall ab. Der Reifen-Latsch (Reifenaufstandsfläche) ist der Bereich, mit dem der Reifen den Untergrund berührt. Beim Abrollen wird nun der Reifen zusammengedrückt und die Luft, die sich im Profil im Bereich des Latsch befindet wird nach vorne herausgedrückt und dahinter wieder angesaugt. Dadurch entstehen aerodynamische Geräusche, sog. Airpumping.

Breitere und höhere Reifen haben massivere Stollen und eine größere Karkasse. Das ergibt einen größeren Resonanzkörper und sie strahlen daher lauteren Luftschall ab. Die derzeit am häufigsten auf Autobahnen und Schnellstraßen anzutreffenden LKW haben meist 12 Reifen, 6 am Motofahrzeug und 6 am Auflieger. Die machen selbst bei dem erlaubten Höchsttempo 80 einen ordentlichen Lärm, etwa 10 mal so viel wie ein PKW bei Tempo 130.

Auch SUVs verfügen über höhere und meist breitere Reifen als normale PKW. Da sie Tempo 130 fahren dürfen, sind sie ebenfalls lauter als normale PKW mit kleineren Reifen. Breitere Reifen erzeugen übrigens mehr Feinstaub und Mikroplastik, das die Meere belastet.

Aerodynamische Geräusche

Bei hohen Geschwindigkeiten entstehen an der Karosserie und an Anbauteilen lärmerzeugende Luftwirbel. Bei Autobahngeschwindigkeiten und „leisen“ Reifen-Fahrbahn-Kombinationen können die aerodynamischen Schallquellen deutlich dominieren.

Auch hierbei sind wieder die LKW dank ihres meist kastenförmigen Aufbaus und erheblich größerer Stirnfront lauter als PKW. Ähnliches trifft auch auf die SUV zu, wobei wieder die höhere erlaubte Geschwindigkeit zu Buche schlägt.

SUV  steht übrigens für Sports Utility Vehicle – in etwa Sport-LKW.

Nötige Maßnahmen

Ganz klar geht es zunächst darum den Individualverkehr zu stärken. Ein Zug löst hunderte private Vehikel ab oder transportiert dutzende bis hunderte Container und das alles wesentlich leiser.

Ganz wichtig ist die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit. Das Reifen-Fahrbahn-Geräusches steigt mit der dritten bis vierten Potenz der Geschwindigkeit, die des aerodynamischen Geräusches mit ungefähr der sechsten Potenz.

Vor allem in Ballungsräumen muss daher die Höchstgeschwindigkeit deutlich reduziert werden. In Wien etwa gilt auf den Autobahnen Tempo 80 bzw 60 für LKW. Das muss dringend auch auf die Speckgürtel rund um die Städte wie etwa den Bezirk Korneuburg oder auf empfindliche Regionen wie die Tiroler Täler ausgedehnt werden.

In die KFZ Steuer sollte nicht nur Verbrauch eingehen, sondern auch Gewicht und Reifengröße und zwar progressiv.

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