Politik für mehr Straßenverkehr? A22 Ausbau bei Stockerau bringt mehr Verkehr, Lärm und CO2

Was ist die Aufgabe eines Verkehrslandesrates? Mehr Verkehr zu produzieren und damit mehr Lärm für die Anrainer im Bezirk Korneuburg und mehr CO2 um die Klimakrise zu verschärfen? Oder geht es um eine umwelt-, gesundheits- und damit menschenfreundliche Entwicklung der Mobilität?

Leider ist die Haltung der Politiker in der Regel, dass dem Auto vor den Menschen der Vorzug gegeben wird und Verkehrsprobleme durch den Ausbau von Straßen gelöst werden sollen. In Wirklichkeit tritt aber so gut wie immer eine Verschlechterung ein. Bekannt ist das Beispiel einer zugestauten Autobahn in Kalifornien. Die ursprünglich zwei Spuren wurde auf 16 ausgebaut mit dem Effekt, dass nach anfänglich 2 Spuren mit Stau, dann Stau auf 16 Spuren herrschte. Die Lösung brachte dann ein Rückbau und eine parallel geführte Bahnstrecke – die Bahn braucht weit weniger Platz, hat eine wesentlich höhere Kapazität und schadet Umwelt und Klima kaum.

Straßen erzeugen Verkehr

Österreich hatte noch in den 1970er Jahren ein dichtes Bahnnetz, das in der Folge stückweise zugunsten von Straßenbau vernichtet wurde. Zahlreiche Nebenbahnen wurden eingestellt und teils sogar die Gleise herausgerissen wie zwischen Stammersdorf und Pillichsdorf.

Welchen Effekt der Ausbau von Straße oder Bahn hat, lässt sich gut an der Entwicklung der Pendlerzahlen zwischen 2008 und 2014 erkennen. Zwischen Wien und St. Pölten wurde die Westbahn ausgebaut. 2008 pendelten täglich 13.520 Personen mit dem Auto nach Wien, 2014 waren es nur mehr 11.940, also ein Minus von 12 Prozent.

In der Region Gänserndorf wurde dagegen die Schnellstraße ausgebaut und die Zahl der Pendler mit PKW nahm von 8.475 in 2008 um satte 58 Prozent auf 13.400 im Jahr 2014 zu. Das Fazit also: Neue Straßen verursachen mehr Straßenverkehr, der Ausbau der Bahn reduziert ihn. Das macht nicht nur Sinn zur Reduktion von Verkehrsstau, sondern nützt auch Umwelt und Klima.

Und was macht die Politik

Zum Beispiel bei der Marchfeldschnellstraße verwies das Büro von Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko zwar auf die Zuständigkeit der Asfinag, aber auch auf die Notwendigkeit des Ausbaus für die Bevölkerung und die Entwicklung der Region.

Die Waldviertelautobahn wird intensiv betrieben und mit Gutachten forciert. „Wir sind der Meinung, dass die sogenannte Europaspange und der gleichzeitige Ausbau der Franz-Josefs-Bahn wirtschaftlich positive Effekte für das nördliche Niederösterreich erzielen kann. Dabei ist keine Rede von einer Transitstrecke für die LKW der europäischen Nachbarn. Wir würden das Waldviertel und das westliche Weinviertel damit nur näher an die wirtschaftlich starken Player im Umfeld rücken“, so Schleritzko.

Mit dem Ausbau der Bahn hat er recht, mit einer Autobahn im Wald- und Weinviertel wird nur mehr Straßenverkehr- auch auf den anderen Autobahnen wie A22, S1, S3, S5 und S10 – erzeugt. Wie dieses „Näherrücken“ aussieht, kann man sich jeden Tag in der Früh und am Abend bei den Straßen, die das Waldviertel mit dem Rest von NÖ verbrinden gut ansehen. In der Früh strömen geschlossene Kolonnen heraus, am Abend wieder zurück. Zu beobachten eben beim Gänserndorf Korridor oder bei der Verbindung Gföhl-Krems.

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