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Wissenschaft

Der Fall Jalen Hurts: Ein NFL-Star, ein Blutgerinnsel

0 Kommentare 21. Oktober 2026 6 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Es ist eine Meldung, die im Sportteil beginnt und im Gesundheitsressort enden müsste. Der Quarterback der Philadelphia Eagles, Jalen Hurts, wird die gesamte Saison ausfallen. Die Diagnose: tiefe Venenthrombose und beidseitige Lungenembolien – Blutgerinnsel, die sich in seiner linken Wade bildeten und in seine Lunge wanderten.

Was offiziell als Folge eines Tritts mit Stollenschuhen und eines Langstreckenflugs nach London dargestellt wird, wirft eine Frage auf, die in den Mainstream-Medien bestenfalls am Rande gestreift wird: Warum häufen sich seit 2020 plötzlich Blutgerinnsel bei jungen, durchtrainierten Spitzensportlern? Der Frage geht Dr. Peter A. McCullough, Kardiologe und einer der profiliertesten Kritiker der Corona-Impfpolitik, in einem Beitrag für Focal Points nach.

Er hat eine Antwort geliefert, die in den mainstream Medien kaum Gehör findet. Hurts, so McCullough, habe sich im Juli 2021 öffentlich zur COVID-19-Impfung bekannt. Die Spike-Proteine aus der Impfung, so seine These, könnten den Auslöser für eine Gerinnungsstörung gesetzt haben, die Jahre später klinisch manifest wurde.

Was offiziell bekannt ist

Die Faktenlage, wie sie von den Eagles und der NFL veröffentlicht wurde, ist dokumentiert. Hurts erlitt am 4. Oktober im Spiel gegen die Los Angeles Rams einen Tritt mit Stollenschuhen in die Wade. Am Donnerstag, dem 8. Oktober, meldete er die Verletzung dem medizinischen Personal – nach zwei vollen Trainingseinheiten . Am Freitag flog das Team nach London. Nach dem Samstagstraining ordnete das Team einen Ultraschall an – und diagnostizierte eine oberflächliche Venenthrombose in der linken Wade . Die Ärzte in London, so die offizielle Darstellung, hätten entschieden, dass „Aktivität und Mobilität wichtig seien und Jalen sicher spielen könne“ . Hurts spielte. Er warf 21 von 40 Pässen für 220 Yards und einen Touchdown bei der 17:19-Niederlage gegen die Jacksonville Jaguars .

Zurück in Philadelphia, zeigte ein zweiter Ultraschall am Mittwoch, dem 14. Oktober, dass sich das Gerinnsel bewegt hatte. Am Donnerstag wurde er für das Spiel gegen Carolina gesperrt, am Samstag auf die Injured Reserve Liste gesetzt. Am Montag dann die Nachricht: Das Gerinnsel hatte sich gelöst und war in beide Lungenflügel gewandert .

Die NFL hat ihre medizinische Abteilung verteidigt. Chefarzt Dr. Allen Sills sprach von einer „sehr konservativen, sehr patientenzentrierten und angemessen vorsichtigen“ Vorgehensweise . „Man kann nicht sagen, dass der Prozess fehlerhaft war, nur weil das Ergebnis so aussieht“, sagte Sills. „Manchmal tun wir in der Medizin alles richtig, und die Krankheit schreitet voran„. Die NFL Players Association hingegen forderte eine Untersuchung: Die Liga habe mitgeteilt, dass keine Überprüfung geplant sei – aber bevor Schlüsse gezogen würden, müsse „vollständig untersucht werden, was passiert ist“ .

Die Frage nach dem Impfstatus

Im Juli 2021 bestätigte Hurts Reportern während des Trainingslagers, dass er gegen COVID-19 geimpft sei. Das ist kein Geheimnis. Es ist eine öffentlich dokumentierte Tatsache. Und es ist der Punkt, an dem McCullough ansetzt.

Seine Argumentation: Das Spike-Protein – ob aus der Infektion oder aus der mRNA-Impfung – sei direkt in den Gerinnseln nachgewiesen worden. Eine Studie von De Michele et al., veröffentlicht im Journal of Hematology & Oncology im August 2022, habe „Beweise für SARS-CoV-2-Spike-Protein auf entnommenen Thromben von COVID-19-Patienten“ gefunden. McCullough verweist zudem auf eine Arbeit von Hulscher et al., veröffentlicht im Medical Research Archives im Juli 2026, die eine „Persistenz von Impfstoff-mRNA, Plasmid-DNA, Spike-Protein und genomischer Dysregulation über 3,5 Jahre nach COVID-19-mRNA-Impfung“ dokumentiere.

Das ist eine schwerwiegende Behauptung. Und sie wird von der etablierten Wissenschaft und den Gesundheitsbehörden bestritten. Die offizielle Position lautet: Die mRNA und das Spike-Protein werden innerhalb weniger Tage bis Wochen abgebaut. Die Impfstoffe seien sicher und effektiv. Die Hulscher-Studie wiederum ist methodisch umstritten: Es handelt sich um einen Einzelfallbericht (n=1) ohne Kontrollgruppe, der in einer Publikation veröffentlicht wurde, die von Kritikern als „Pay-to-Play“-Journal ohne strenge Peer-Review eingestuft wirdrd TrialSite News.

Doch die Liste der Sportler, die seit 2020 mit Blutgerinnseln ausgefallen sind, ist lang. McCullough nennt Nelly Korda, Deion Sanders, Victor Wembanyama, Damian Lillard, Zack Wheeler, Ausar Thompson, Brandon Ingram, Taylor Moton, Chris Bosh und Sportmoderator Kirk Herbstreit. Deion Sanders, der selbst jahrelang mit Gerinnseln kämpfte und sich 2021 zwei Zehen amputieren lassen musste, sagte diese Woche über Hurts: „Ich weiß, was er durchmacht. Ich bete wirklich für ihn. Und ich bete zu Gott, dass es nicht das ist, was ich denke“. Sanders leidet allerdings an arteriellen Gerinnseln, Hurts an venösen – ein medizinisch relevanter Unterschied.

Das ist eine Häufung, die Fragen aufwirft – auch wenn Kausalität damit nicht bewiesen ist. Die offizielle Sportmedizin erklärt solche Fälle mit mechanischen Belastungen, Reisestrapazen und anatomischen Besonderheiten. McCullough erklärt sie mit einer zusätzlichen Variable: der Impfung.

Was das bedeutet

Man muss McCullough nicht in allem folgen, um zu erkennen, dass hier ein blinder Fleck in der öffentlichen Debatte existiert. Die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfungen und Gerinnungsstörungen wird von den Leitmedien nicht gestellt – jedenfalls nicht in diesem Fall. Stattdessen konzentriert sich die Berichterstattung auf die Frage, ob die Eagles Hurts hätten spielen lassen dürfen, und auf die Verteidigung der Liga durch ihren Chefarzt .

Das ist eine legitime Frage. Aber es ist nicht die einzige.

Die NFL hat kein Protokoll für Blutgerinnsel, wie Sills einräumte: „Wir haben kein Protokoll dafür“ . Das ist bemerkenswert für eine Liga, die jährlich hunderte Millionen Dollar in die Gesundheit ihrer Spieler investiert. Sills verwies darauf, dass die Liga und die Spielergewerkschaft Gerinnsel „jährlich untersuchen und verfolgen“ – aber ein standardisiertes Verfahren für den Umgang mit einem Spieler, bei dem unmittelbar vor einem Transatlantikflug eine Thrombose diagnostiziert wird, existiert offenbar nicht .

Jalen Hurts wird sich erholen. Die Eagles erwarten eine „vollständige Genesung“ . Er wird Blutverdünner nehmen, darf keinen Kontaktsport ausüben, bis er sie absetzt. Dann wird er zurückkehren. Und die Frage, ob sein Impfstatus eine Rolle gespielt haben könnte, wird nicht gestellt werden – zumindest nicht in den offiziellen Kanälen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild: All-Pro Reels, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

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