Ein von der norwegischen Regierung eingesetztes Expertengremium hat einen Bericht zu den Folgen des Klimawandels für die norwegische Gesellschaft bis zum Jahr 2100 vorgelegt. Das zentrale Ergebnis: kaum spürbare Folgen oder Kosten. Der ÖRR berichtete allerdings anders.
Selbst wenn man dem orthodoxen Klimanarrativ folgt, hat der Klimawandel für Norwegen keine nennenswerten Auswirkungen. Der für die Regierung erstellte Bericht kommt zu einer nüchternen Analyse: Die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Klimawandels für Norwegen belaufen sich im Jahr 2100 auf 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung, sofern die weltweite Klimapolitik umgesetzt wird. Sollte dies nicht geschehen, könnten sie bis zu 0,5 Prozent betragen. Man beachte den Konjunktiv.
Der Abgeordnete Tor Mikkel Wara von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (FrP) und klimapolitische Sprecher seiner Partei betont in einem Gastbeitrag für den öffentlich-rechtlichen Sender NRK: „Der Lebensstandard und die Lebensqualität werden mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2100 deutlich höher sein als heute – unabhängig davon, ob es Klimawandel gibt oder nicht.“
Wara kritisiert jedoch die Berichterstattung von NRK über den Bericht scharf. In den Hauptnachrichten am selben Tag habe der Sender ausschließlich über negative Folgen für die Fischerei berichtet. Auch der ausführlichere Artikel auf NRK.no habe die insgesamt geringen Kosten nicht erwähnt. Obwohl NRK über eine eigene Klimaredaktion verfüge, sei dieser zentrale Befund unerwähnt geblieben.
Die Berichterstattung ist ein Beispiel dafür, wie „Klimajournalismus“ funktioniert. Der Bericht enthalte zwar keine objektiven Fehler, hinterlasse aber insgesamt einen irreführenden Eindruck: dass der Klimawandel weitaus größere Probleme mit sich bringe, als die Untersuchung tatsächlich feststelle. Was gegen dieses Narrativ spricht, werde ausgelassen.
Der Rechtspolitiker sieht darin ein wiederkehrendes Muster. Bereits mehrfach habe NRK ein verzerrtes Bild gezeichnet, etwa durch die unkritische Wiedergabe dramatischer Prognosen. So habe Außenminister Espen Barth Eide im Januar 2025 den Klimawandel mit einem Atomkrieg verglichen, ohne kritische Nachfragen der Journalisten. Im März 2023 zitierte NRK UN-Generalsekretär António Guterres mit der Aussage, die Menschheit sei „auf dünnem Eis, das schnell schmilzt“. Keiner der sechs beteiligten Journalisten habe darauf hingewiesen, dass die zitierte Forschung auch zeige, dass der Wohlstand weltweit steigen werde – Klimawandel hin oder her.
Es fänden sich genügend Beispiele von anderen öffentlich-rechtlichen Sendern. Der norwegische Sender ist hier alles andere als eine Ausnahme.
Wara warnt vor den Folgen solcher „Untergangsjournalistik“. Diese könnten schwerwiegend sein, sowohl für das Publikum als auch für das Vertrauen in die Medien selbst. Eine systematische Unausgewogenheit in der Berichterstattung könne die Glaubwürdigkeit von NRK und anderen Medien untergraben. Das ist wohl schon passiert. Und so werde ein „Expertenbericht“, der nicht das sagt, was Politik und Medien wünschen, so zurechtgebogen, dass er dann doch wieder passt.
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Lauterbach will den Klima-Lockdown
Island macht Klima zur Sicherheitsbedrohung
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.