
Trump glaubt sinngemäß Kuba vernichten zu dürfen
In der gottähnlichen Anwandlung von US-Präsidenten äußerte Donald Trump, er könne Kuba zusammenbrechen lassen, und er habe den Präsidenten Syriens eingesetzt. Und wie im Fall des Völkermordes in Gaza berichten die Medien als Normalie darüber. Aber man braucht nicht bis Hitler zurück zu gehen, sondern kann, etwas verklausulierter, ähnliche Aussprüche von früheren US-Präsidenten finden. Insofern ist nur der Ton ein anderer geworden. Was das mit der Aufklärung und dem Multipolarismus zu tun hat, versuchen wir zu erklären.
Wir erinnern uns. Immer wenn die USA Soldaten in die Welt schicken (Beispiel Afrika und Ebola), um Krisen zu bekämpfen, schickte Kuba stattdessen Ärzte und Pfleger. Daran erkennt man seit Jahrzehnten den Unterschied der gesellschaftlichen Ordnung. Und die passt so gar nicht in die US-Vorstellungen eines kleinen Inselstaates vor der eigenen Haustüre. Kuba bedroht die USA in keiner Weise. Weder durch jene sagenhaften „Drogenlieferungen„, noch durch irgendwelche Waffen. Höchstens die bewaffneten und nicht selten kriminellen Exilkubaner, welche unbedingt die Insel zurück in den quasi-Feudalismus bringen wollen, stellen ein Sicherheitsrisiko für die US-Gesellschaft dar. Natürlich sieht Trump das ganz anders.
Trotzdem erklärte Trump am 29. Januar 2026 „eine nationale Notlage“ bezüglich Kuba und drohte mit Zöllen auf Länder, die Öl an Kuba liefern, um den Druck zu erhöhen. Er bezeichnete Kuba als „failed nation“ (gescheiterter Staat) und sagte, das Land „will not be able to survive“ (wird nicht überleben können) unter dem anhaltenden Öl-Embargo und den Sanktionen. Er verteidigte diese Maßnahmen als notwendig, um die kubanische Regierung zur Verhandlung zu zwingen, und erwähnte, dass Kuba ein „humanitarian threat“ (humanitäre Bedrohung) darstelle. Lächerlicher konnte man nicht argumentieren.
Die sagenhafte Bedrohung der USA durch Kuba
Schon Anfang Januar 2026 hatte Trump in einem Interview gesagt, Kuba sei „ready to fall“ (bereit zum Fallen), und implizierte, dass militärische Intervention unnötig sei, da der wirtschaftliche Druck ausreiche, um das Regime zu destabilisieren. Er betonte, dass Kuba ohne Öl und Geld „no anything“ (nichts) habe und drängte auf ein „Deal„, um eine humanitäre Krise zu vermeiden.
Dann am 1. Februar 2026 erwähnte er, dass die USA „starting to talk to Cuba“ (anfangen, mit Kuba zu reden), während der Druck zunimmt, und warnte, dass Kuba ohne Zugeständnisse kollabieren werde. Diese Aussagen passen in Trumps breitere Politik der „maximum pressure“ gegen Kuba, die auf der Blockade aufbaut und durch die Unterbrechung von Öl-Lieferungen aus Venezuela verstärkt wurde. Trump erklärte, durch die Sanktionen Kuba „befreien“ zu wollen.
In seiner „Executive Order“ beschreibt er Kuba genau so, wie man die gegen Russland vorgerückten NATO-Länder beschreiben könnte, welche sogar mit US-Soldaten gespickt sind. Lesen Sie selbst und setzen Sie die Namen der NATO-Länder, die neu in Richtung Osten hinzukamen als Kuba, und die USA als Russland.
„Umgekehrt wird ein Schuh daraus“
„Die kubanische Regierung hat außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, die den Vereinigten Staaten schaden und sie bedrohen. Das Regime verbündet sich mit zahlreichen feindseligen Staaten, transnationalen Terrorgruppen und anderen Akteuren, die den Vereinigten Staaten feindlich gesinnt sind, und unterstützt diese. Dazu gehören die Regierung der Russischen Föderation (Russland), die Volksrepublik China (VR China), die Regierung des Iran, die Hamas und die Hisbollah. So beherbergt Kuba beispielsweise unverhohlen gefährliche Gegner der Vereinigten Staaten und lädt sie ein, hochentwickelte militärische und nachrichtendienstliche Kapazitäten in Kuba zu stationieren, die die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten unmittelbar bedrohen. Kuba beherbergt Russlands größte ausländische Einrichtung für Fernmeldeaufklärung, die versucht, sensible Informationen zur nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten zu stehlen. Kuba baut seine enge Zusammenarbeit im Bereich Nachrichtendienst und Verteidigung mit der VR China weiter aus. Kuba heißt transnationale Terrorgruppen wie die Hisbollah und die Hamas willkommen und schafft für diese Gruppen ein sicheres Umfeld, damit sie wirtschaftliche, kulturelle und sicherheitspolitische Verbindungen in der gesamten Region knüpfen und versuchen können, die westliche Hemisphäre, einschließlich der Vereinigten Staaten, zu destabilisieren. Kuba leistet seit Langem Verteidigungs-, Geheimdienst- und Sicherheitshilfe für Gegner in der westlichen Hemisphäre, um die Sanktionen der Vereinigten Staaten und internationaler Akteure zu unterlaufen, die die Stabilität der Region sichern, die Rechtsstaatlichkeit wahren und die nationale Sicherheit und Außenpolitik der Vereinigten Staaten schützen sollen. Kuba versucht weiterhin, die Bemühungen der Vereinigten Staaten zur Bekämpfung der Bedrohungen durch feindliche Staaten, transnationale Terrorgruppen und andere Akteure mit böswilliger Absicht, auch in der westlichen Hemisphäre, zu sabotieren.“
Die Welt vs USA und Israel
Der Fall der Erpressung und des Wirtschaftskrieges gegen Kuba ist so eindeutig, dass es im Jahr 2024 nur zwei Gegenstimmen gab, die von den USA und Israel, welche einer UN-Resolution der Generalversammlung, durch die die USA verurteilt wurde, widersprachen. Jedes Jahr finden seit 33 Jahren solche Abstimmungen im Herbst statt. Und nach 2024 wurden immer wieder US-Diplomaten heftig aktiv, damit die Verurteilung nicht mehr ganz so eindeutig erkennbar sei.
Die letzte Abstimmung der UN-Generalversammlung zur US-Blockade gegen Kuba fand am 29. Oktober 2025 statt. Das Ergebnis war 165 Stimmen dafür, 7 dagegen (USA, Israel, Argentinien, Ungarn, Paraguay, Nordmazedonien und Ukraine) und 12 Enthaltungen. Die Resolution trug die Bezeichnung A/80/L.6 und den Titel „Necessity of ending the economic, commercial and financial embargo imposed by the United States of America against Cuba“ (auf Deutsch: „Notwendigkeit der Beendigung des von den Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba verhängten wirtschaftlichen, kommerziellen und finanziellen Embargos“). Sie fordert die USA auf, die jahrzehntelange Blockade zu beenden, und verurteilt deren Auswirkungen auf Kuba, wobei sie auf internationale Normen und den UN-Charta verweist.
Wo ist die Zeit der Aufklärung geblieben?
Trump ist der zu Fleisch gewordene Beweis, dass sich die Menschheit gesellschaftlich und sozial seit tausenden von Jahren nicht verändert hat. Die so genannte Zivilisation ist lediglich ein Nebel, der über Instinkte und Gier zum Wabern gebracht wurde, die Technik lediglich ein Vorhang, hinter dem sich die Akteure verstecken. Alles was man uns in den Schulen und Universitäten über die so genannten universalen Menschenrechte und ein angebliches Völkerrecht erzählten, war gelogen.
Was Trump praktiziert, war schon von Thukydides (ca. 460–400 v. Chr.) einem athenischer Historiker und General, der den Peloponnesischen Krieg (431–404 v. Chr.) zwischen Athen und Sparta detailliert beschrieb, erklärt worden.
„Der Starke tut, was er kann, und der Schwache erleidet, was er muss.“
Der Dialog spielt im Jahr 416 v. Chr. während des Peloponnesischen Krieges. Die Insel Melos (heute Milos) war eine neutrale Kolonie Spartas und wollte unabhängig bleiben. Athen, das als imperialistische Seemacht agierte, sandte eine Flotte und Gesandte, um Melos zur Unterwerfung zu zwingen. Die Athener argumentierten nicht mit Moral oder Recht, sondern purer Macht: Sie forderten Tribut und Allianz, andernfalls drohte Zerstörung. Die Melier appellierten an Gerechtigkeit, Neutralität und die Götter, betonten ihre 700-jährige Freiheit und warnten vor den langfristigen Risiken für Athen (z. B. dass andere Staaten sich gegen sie wenden könnten). Die Athener wiesen das ab und erklärten, dass Recht nur zwischen Gleichstarken gilt – ansonsten herrscht das Recht des Stärkeren.
Ja, die Aufklärung (Enlightenment) war ein intellektueller und philosophischer Versuch, den antiken Grundsatz des „Rechts des Stärkeren“ – wie er im Melier-Dialog von Thukydides formuliert wird – zu entkräften und stattdessen ein Zusammenleben auf der Basis von Vernunft, universellen Gesetzen, moralischen Prinzipien und Ordnung zu etablieren. Dieser Wandel markierte einen Bruch mit der reinen Machtpolitik und legte den Grundstein für moderne Konzepte wie Menschenrechte, Demokratie und internationale Rechtsordnung.
Aber wir sind nun ganz offen wieder um 2000 Jahre zurückgeworfen, nachdem Deutschland und Europa ganz stolz in China eine Museumstour über die Aufklärung finanziert hatten, um den „zurückgebliebenen“ Völkern die unglaublichen philosophischen und ethischen Vorzüge der europäischen Aufklärung nahe zu bringen.
Die Nachfolge der Aufklärung
Die Aufklärung sah den antiken Realismus als primitiv an, und das kann man bis heute so sehen. Plato hatte bereits in „Der Staat“ das „Might makes right“ (Macht verschafft Recht) der Sophisten abgelehnt, und die Aufklärung baute darauf auf, indem sie Moral und Recht als unabhängig von physischer Macht etablierte. Spätere Denker wie John Rawls (20. Jahrhundert) knüpften daran an und argumentierten, dass Gerechtigkeit „fairness“ erfordert, nicht bloße Macht. D.h. der Kampf zwischen Gewalt und Macht als Prinzip des Zusammenlebens und des Einsatzes von Fairness und vereinbarten Regeln und Grundsätzen, ist so alt wie die Geschichtsschreibung selbst.
Im Prinzip muss man heute sehen, dass der so genannte Multipolarismus als Nachfolge der Aufklärung gesehen werden kann. Denn er führt das Prinzip von Fairness und Vereinbarungen an Stelle von Macht und Gewalt ein. Die offizielle westliche Interpretation des Multipolarismus sieht das nicht so, weil sie sagt, dass lediglich zwischen Machtpolen eine „Fairness“ herrsche. Multipolarismus sei eher ein Symptom des Endes der aufklärerisch-liberalen Epoche als ihr Nachfolger. Er repräsentiere einen pragmatischen Realismus in einer post-unipolaren Welt, der die idealistischen Ziele der Aufklärung – eine vernunftbasierte, universelle Ordnung – oft konterkariere.
Was dabei übersehen wird, ist die Tatsache, dass der Multipolarismus, wie er z.B. zwischen den BRICS-Staaten praktiziert wird, als wichtigsten Kernpunkt als Zweck eine win-win-Lösung vorsieht. Was so gar nicht mit „der Gewinner bekommt alles“ übereinstimmt. Mit anderen Worten: die westliche Interpretation von Multipolarismus fokussiert auf die Einflussbereiche, und dass Fairness nur zwischen den großen Mächten existiere. Aber in der Praxis funktioniert auch innerhalb der Einflussbereiche Multipolarismus, indem Krisen und Vereinbarungen mit win-win-Ergebnissen angestrebt werden.
Der win-win-Ansatz in BRICS ist kein bloßer Slogan, sondern ein bewusster Kontrast zum „Recht des Stärkeren“ – er fördert Kooperation auch in Einflussbereichen und hat reale Erfolge (z. B. wachsende Süd-Süd-Handel). Natürlich birgt Multipolarismus Risiken: Ohne starke Institutionen, wenn der Druck, sich gegen die unipolare Welt wehren zu müssen wegfällt, könnte er zu fragmentierten Sphären führen, wo Fairness illusorisch ist. In der Praxis wird es von der Umsetzung abhängen – BRICS ist noch jung und könnte entweder eine echte Alternative werden oder in alte Machtdynamiken abrutschen.
Aber Multipolarismus, wie er von den BRICS-Staaten gelebt wird, kann man heute als Renaissance der Aufklärung ansehen.
Naja, die Vorwûrfe stimmen schon. Kuba wird traditionell von Russland als Stützpunkt gebraucht und nun gesellen sich die BRICS dazu. Kuba ist von Venezuela abhängig, das auch einen Militärstützpunkt Russlands hat, bald mit Oreshniks ausgerüstet – Kuba lieferte geheimdienstliche Unterstützung, China kaufte primär das billige Öl…. Deswegen meint Trump, dass es von selbst fällt, denn Venezuela ist unter KontroIle.
Ich könnte mir vorstellen, Kuba wird wie Hawaii ein weiterer Bundesstaat der VS. Es wäre nicht zu seinem Schaden…Kuba ist touristisch reizvoll…Hochseefischen und Rum. Und Rubio wird Statthalter in der Provinz…;-)
Daisy wieder in alter Manier als Trump-Propagandist.
„Es wäre nicht zu seinem Schaden“
Westliche Überheblichkeit. Wollten die Kubaner dies, hätten sie dies schon längst eingefädelt. Aber sie wollen Kubaner bleiben, diese Dummköpfe.
Aber Daisy und Konsorten wissen natürlich besser was für die Kubaner gut ist.
Wie gesagt, westliche Arroganz.
„Daisy und Konsorten“… keine Argumente, wie immer. Dabei sind sie ja eh nicht allein, der Autor schreibt ja im Plural Majestatis…mit „wir“ hat er sicher Jakob und Konsorten gemeint, was? :-) Schon allein die Überschrift, Trump möchte Kuba vernichten, ist ja sehr korrekt. Nein, Trump stellt nur fest, dass es bald zu Ende gehen wird. Er bietet seine Hilfe an…was aber hat Amerika von Kuba? Nix – Rum und Hochseefischen, Zuckerrohr und Zigarren, alte Amischlitten aus den 50ern. Kuba soll nicht weiter als Flugzeugträger für Russland und China fungieren, das ist alles, was es zu bieten hat.
Rubio ist Exilkubaner. Denn den wenigsten hat es unter komm. Herrschaft in Kuba gefallen (btw. Exilchinesen und Exilvenezolaner gibts auch zuhauf – warum wohl? Gibts Exil-Amis? Nö). Dass es für Kuba besser wäre, zu den USA zu gehören, ist logisch. Es war ein Scherzchen zudem, denn Trump hat nicht vor, es aufzunehmen, nur, wenns ihn anbetteln, nur nach Referendum.. Er lässt die Kubaner Kubaner sein, keine Sorge.