5 Stunden Epstein-Verhör im Kongress

12. Februar 2026von 2,7 Minuten Lesezeit

Am Mittwoch musste sich US-Justizministerin Pam Bondi einer Kongressanhörung zur Causa Epstein stellen. Fünf Stunden stand die Trump-Vertraute im Verhör. Die Affäre spitzt sich weiter zu.

Trump und seine Administration geraten durch die Epstein-Files immer weiter unter Druck. Beispielhaft dafür war die gestrige Anhörung der Justizministerin: Überlebende saßen im Publikum, trugen Shirts gegen die starken Schwärzungen und wurden mehrmals erwähnt, doch Bondi ignorierte sie demonstrativ und forderte stattdessen, über die angeblich großartigen Erfolge der Trump-Präsidentschaft zu sprechen.

Die oppositionellen Demokraten (und vor allem der abtrünnige Republikaner Thomas Massie) werfen Bondi vor, Namen potenzieller Mitwisser – darunter mächtige Figuren mit Nähe zu Trump – zu schützen. Jerry Nadler aus New York fragte direkt: „Wie viele von Epsteins Mittätern haben Sie angeklagt?“ Die Antwort: null. Nadler stellte fest: „Die Antwort auf meine Frage […] ist null.“ Er warf Bondi vor, Verbrechen zu ignorieren, während Bondi ablenkte und von „Theater“ sprach.

Noch schärfer wurde es bei Rep. Ted Lieu (Demokrat aus Kalifornien), der Bondi vorwarf, unter Eid zu lügen – speziell zu Trumps Beziehung zu Epstein. Lieu: „Sie lügen gerade unter Eid.“ Bondi konterte aggressiv und behauptete wieder, dass Epstein nur von den „großartigen Dingen“ ablenken würde, die Trump schaffe.

Gegen Jamie Raskin, den ranghöchsten Demokraten im Ausschuss, sagte sie giftig: „Sie gescheiterter Anwalt – nicht einmal ein Anwalt.“ Raskin hatte sie zuvor beschuldigt, Opfer zu ignorieren und Täter zu schützen: „Sie stellen sich auf die Seite der Täter und ignorieren die Opfer. Das wird Ihr Vermächtnis sein, wenn Sie nicht schnell handeln, um den Kurs zu ändern.“

Die Demokraten haben – soviel hat die Anhörung deutlich gezeigt – das Thema Epstein für sich so richtig entdeckt. Seltsamerweise erst sechs Jahre nach dem (angeblichen) Selbstmord – und erst, seit Trump das Weiße Haus erobert hat. Die nun veröffentlichten Akten waren auch unter Biden schon verfügbar. Damals forderte aber niemand die Veröffentlichung oder gar weitere Ermittlungen. Nun sehen die Demokraten plötzlich eine politische Justiz.

Die Abgeordnete Nancy Mae warnte danach in den Medien vor „welterschütternden Namen“ aus Politik und Medien – das, was Bürgerjournalisten seit vielen Jahren sagen.

In der Öffentlichkeit – auch in der MAGA-Bewegung – gerät Bondi immer weiter unter Druck. Trump steht aber demonstrativ hinter ihr. Die Anhörung endete ohne neue Enthüllungen oder Zusagen zu Anklagen – ein Schauspiel aus Wut, Ausweichen und persönlichen Angriffen, weit entfernt von sachlicher Aufklärung über eines der dunkelsten Kapitel der US-Geschichte. Für Trump wird die Epstein-Causa ein ziemlicher Supergau. Der Geist ist aus der Flasche und scheint nicht mehr einzufangen zu sein. Die Schwärzungen dürften sich – so wie es aktuell aussieht – nicht ändern.


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Ein Kommentar

  1. Pusteblume 12. Februar 2026 um 14:27 Uhr - Antworten

    „… Trump und seine Administration geraten durch die Epstein-Files immer weiter unter Druck. …“
    Dann haben sich die US-amerikanischen weltweiten Raubzüge; aktuell auf Kuba und Grönland bald erledigt; zugunsten von Kuba und Grönland (Dänemark). Vielleicht ist für Bondi und Trump noch ein Pätzchen auf unbefristete Dauer im Kittchen oder in der Klapse frei(?)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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