Israelische Folterlager in vernichtendem Bericht als „lebende Hölle“ von israelischer Menschenrechtsorganisation entlarvt

26. Januar 2026von 4,5 Minuten Lesezeit

Der Bericht „Lebende Hölle“ von B’Tselem dokumentiert brutale Praktiken, darunter Zwangsentkleidung, Genitalverstümmelung, Elektroschocks, Hundeangriffe und anale Vergewaltigung mit Gegenständen. Überlebende berichten von Hunger, schwerer Dehydrierung und Verätzungen, die zu dauerhafter Erblindung führten.

Die führende israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem hat in einem vernichtenden neuen Bericht systematische Folter, sexuelle Gewalt und unmenschliche Behandlung palästinensischer Gefangener in israelischen Haftanstalten dokumentiert. Der am Donnerstag, 22. Januar, veröffentlichte Bericht mit dem Titel „Living Hell” (Lebende Hölle) basiert auf Aussagen von 21 freigelassenen Häftlingen. Er enthüllt brutale Praktiken – darunter Zwangsentkleidung, Genitalverstümmelung, Hundeangriffe und anale Penetration mit Gegenständen –, während die israelischen Behörden die Leichen von mindestens 84 verstorbenen Gefangenen zurückhalten, von denen viele Anzeichen von Organraub und Verstümmelung aufweisen. Trotz ihrer Schwere wurden die Ergebnisse von den westlichen Medien weitgehend ignoriert, was dringende Fragen nach der internationalen Komplizenschaft bei den eskalierenden Menschenrechtsverletzungen Israels aufwirft.

Die Zeugenaussagen zeichnen ein erschütterndes Bild vom Leben in israelischen Gefängnissen, wo Häftlinge – viele ohne Anklage – Hunger, Elektroschocks und psychische Qualen erdulden müssen. Muhammad Abu Tawilah, ein 35-Jähriger aus Gaza, berichtete, dass er mit Zigaretten und Salzsäure verbrannt wurde, wodurch er auf einem Auge erblindete.

Ein anderer Gefangener berichtete, dass er von einer einzigen Gurke und verdorbenem Brot pro Tag lebte, während er unerbittlichen Schlägen ausgesetzt war. „Sechs Tage lang bekam ich nur eine Flaschenkappe Wasser pro Tag zu trinken“, sagte er. „Ich wurde ununterbrochen geschlagen und gelegentlich mit Elektroschocks gefoltert.“

Die vielleicht verstörendsten Enthüllungen betreffen sexuelle Gewalt. Sami al-Sa’i, ein Vater von sechs Kindern aus Tulkarem, sagte aus, dass drei Wachen ihn mit einem Holzstock vergewaltigten, während sie „lachten und spotteten“. Tamer Qarmut, der aus einem Krankenhaus in Gaza entführt worden war, brach zusammen, als er seinen eigenen Übergriff beschrieb: „Die Demütigung war so stark, dass ich ohnmächtig wurde.“

Solche Misshandlungen sind keine Einzelfälle, sondern institutionalisiert. Der rechtsextreme israelische Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, hat sich offen mit den harten Haftbedingungen gebrüstet und gleichzeitig Gesetze zur Hinrichtung palästinensischer „Terroristen“ vorangetrieben.

Israels Kriegsverbrechen bleiben ungestraft, während die Welt zusieht

Der Bericht hebt auch die absichtliche Behinderung der Rechenschaftspflicht durch Tel Aviv hervor. Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz wurde die Inspektion von Gefängnissen untersagt, während freigelassene Häftlinge mit erneuter Verhaftung rechnen müssen, wenn sie sich äußern.

„Die israelischen Behörden drohten jedem, der Informationen über seine Erfahrungen weitergab, mit erneuter Verhaftung”, so B’Tselem. Unterdessen finden palästinensische Familien, die die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen erhalten, diese oft entstellt vor – einige mit genähten Schnitten, die auf Organraub hindeuten.

In den Einrichtungen des israelischen Strafvollzugsdienstes sind etwa 9.000 palästinensische Sicherheitshäftlinge inhaftiert. Die meisten von ihnen wurden nie vor Gericht gestellt, darunter auch Verwaltungshäftlinge, die für jeweils sechs Monate inhaftiert sind, wobei diese Haft regelmäßig verlängert wird, oft über Jahre hinweg.

Der Geschäftsführer von B’Tselem, Yuli Novak, verurteilte das israelische Gefängnisnetzwerk als „de facto Folterlager“, das Teil einer umfassenderen Kampagne der „ethnischen Säuberung“ im Gazastreifen und im Westjordanland sei. Dennoch bleibt die internationale Reaktion verhalten. Während westliche Medien ausführlich über Vorwürfe gegen die Hamas berichteten, wurden die weitaus schwerwiegenderen Menschenrechtsverletzungen Israels – die nun von eigenen Menschenrechtsgruppen bestätigt wurden – mit Schweigen quittiert.

Das Schweigen des Westens zu den Missbräuchen Israels stellt eine stillschweigende Billigung des Völkermords dar, ermutigt weitere Gräueltaten und entlarvt gleichzeitig die Heuchelei westlicher Politiker, die behaupten, die Menschenrechte zu verteidigen. Diese Komplizenschaft sorgt für die fortgesetzte Unterdrückung der Palästinenser, da die weltweite Untätigkeit ihr Leiden unter einem System der Apartheid und ethnischen Säuberung normalisiert.

Eine Beispiel dafür ist der alt-rechtsextreme FPÖ-Europaabgeordnete Harald Vilimsky und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion „Patrioten für Europa“, die sich schon seit längerem am israelischen Regime anbiedern:

Historisch gesehen erinnert solche systemische Brutalität an die schlimmsten Exzesse kolonialer Regime und Apartheid-Systeme, in denen Entmenschlichung den Weg für Massengräuel ebnete. Heute unterstreicht die Straffreiheit Tel Avivs eine globale Doppelmoral. Während Russland wegen Kriegsverbrechen mit Sanktionen belegt wird, erhält Israel trotz Beweisen für Völkermord, Folter und Unterdrückung der Medien Milliarden an US-Militärhilfe.

Die Schlussfolgerung des Berichts ist eindeutig: Israels Folterapparat arbeitet mit voller staatlicher Zustimmung, von Politikern bis hin zu Gefängniswärtern. Wie Novak warnte: „Die internationale Gemeinschaft gewährt diesem Regime weiterhin vollständige Immunität.“ Ohne dringende Intervention wird die „lebende Hölle“, die palästinensische Gefangene erdulden müssen, weiterbestehen – ein deutlicher Beweis für die selektive Empörung der Welt.

Bild: Cover B’Tselem

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Netanjahu-Partei nähert sich EU-Patrioten an

Folter an gefangenen Palästinensern und Unruhen in Israel

Staatsräson: Folter?

Israel verhaftet ehemalige oberste Militär-Anwaltin

Wiedergeburt der Irgun 1948? Oder wie Israel Krieg zwischen Iran und USA stiftet

UNO Menschenrechte Organisation: Zunahme von Kriegsverbrechen Israels gegen Palästinenser

Die Komplizen beim Völkermord in Gaza

7 Kommentare

  1. Peter Ruzsicska 26. Januar 2026 um 11:22 Uhr - Antworten

    Wenn das Verbrechen in aller banalsen Bestialität nahezu völlig größträumlich sozialisiert ist, d. h. wenn das Individuum das Verbrechen fundamental mitträgt (völlig gleichgültig aus welchen Begründungen) und dieses so offen ersichtlich sowie gleichzeitig völlig dissoziert, verleugnet oder sogar umso vehementer bejaht als auch fortführt…

    • Peter Ruzsicska 26. Januar 2026 um 11:32 Uhr - Antworten

      … das Verbrechen in aller banalsten Bestialität…

      So sind alle Vergleiche mit sämtlichen historischen Tatsachen selbstangebracht.
      Das Tabu, besonders das von Oben verordnete und gleichzeitig dessen beharrliche Omerta des Subalternen über letzteres, hatte sich immer schon längst selbst erledigt.
      Das Schweigen ist irgendwann so laut, alles zu übertönen.

  2. Peter Ruzsicska 26. Januar 2026 um 11:14 Uhr - Antworten

    Sind bestialische Herrschaftsexzesse zu weit fortgeschritten, ist schlicht abzuwarten, bis sich die Herrschaftsszenarien selbst weitgehend abgefackelt haben – Naturgesetze können nie überwunden werden. Wie auch nicht der Schmerz, den banalen Tatsächlichkeiten menschlicher Hybris direkt ins Auge zu blicken.

  3. Peter Ruzsicska 26. Januar 2026 um 11:03 Uhr - Antworten

    Politik ist banalbestialisches Interessensmanagement – Ethik, Moral, Recht sind dabei sprachlich opportune Hilfsmittel, welche sich immer gegenüber tatsächlich waltenden Gewaltverhältnissen günstigstenfalls im Nachrang befinden.

    Zur schmerzlichen Erinnerung:

    Herrschaftsprobleme, auch solche Probleme welche durch Herrschaft herbeigeführt, sind niemals mittels Moral, Ethik als auch Recht aller Art lösbar.
    Da Herrschaft selbst, Moral, Ethik als auch Recht grundsätzlichst immer zu Gunsten des Hegemons opportun zurechtdefiniert bzw. in definitionsobskuranten Diskursräumen als pässliche Erzählungen reinster Willkür prächtig postuliert, verlautbart und gebietet etc… – Das ist fundamentale Herrschaftstechnik.

    Moral, Ethik als auch Recht sind Hausordnungen von Sozialräumen verschiedenster Art und charakterisieren schlicht ausgesprochen als auch verschriftlicht sowie unausgesprochen konkludent interpretierbare Interessen.
    Die Interpretation von Hausordnungen aller Art ist den Gleichgewichtszuständen von Kräftegefügen der jeweiligen Sozialräume mit allen Folgen und Widersprüchlichkeiten letztlich selbst unterworfen, da der Mensch schließlich ein soziales Lebewesen als auch naturgemäßer Freiheitsentfaltung ist.

    Herrschaft ist einfach.
    Nichtung ist Güte.
    Der Vorteil, welchen sich der Geringe zu erheischen wähnet, nähret immer dessen Untergang.

  4. Picard001 26. Januar 2026 um 10:51 Uhr - Antworten

    Danke für den Hinweis auf B’Tselem – da kann man den ewigen Verdrängern und Gutmenschen etwas entgegenhalten! Und man sieht, welche wesentliche Aufklärung von den staatsfinanzierten Lügenmedien ignoriert wird, die dann unabhängige Medien übernehmen müssen.

  5. Jan 26. Januar 2026 um 10:38 Uhr - Antworten

    Fürchterlich!

  6. OMS 26. Januar 2026 um 10:33 Uhr - Antworten

    Die Auserwählten dürfen das. Wie die Amis, die dürfen auch alles! Nur die vom Westen ernannten Bösen dürfen nichts. Und wer über die Bösen positiv berichtet, oder die EU, Israel oder Amerika medial anpatzt, kommt auf die EU-Sanktionsliste und wird seiner Lebensgrundlagen beraubt. Schöne neue Weltordnung könnte man fast meinen. (Sarkasmus bitte beachten)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge