WEF 2026: Krise unter Trump

20. Januar 2026von 3,3 Minuten Lesezeit

Der WEF-Gipfel der globalistischen Elite aus Politik und Wirtschaft hat begonnen. Erstmals wird er von BlackRock-Boss Larry Fink geleitet, zum zweiten Mal besucht Donald Trump als Präsident Davos. Sein Besuch überstrahlt alles.

Die USA zerschmettern gerade die internationale Ordnung und wollen die Welt neu ordnen. Trump droht der NATO offen mit einem militärischen Konflikt, begräbt die Cashcow „Klimawandel“ samt dazugehöriger Industrie, erklärt EU-Europa in der „Nationalen Sicherheitsstrategie“ zur Gefahr und kennt in Südamerika keine Grenzen mehr. Das trifft Davos, wo sich die westliche Oligarchie seit Jahrzehnten zu Koordination, Geschäften und Politiken trifft, hart – und das ist jetzt schon spürbar.

Spätestens ab 2008 gab sich das WEF einen linken, sozialdemokratischen Anstrich. „Gerechte“ Steuerpolitik, soziale Gerechtigkeit, Anti-Korruption und vor allem Klima und Nachhaltigkeit: Diese Schlagwörter wurden jahrelang in den offiziellen Verlautbarungen ganz oben gespielt. Das WEF wurde „progressiv“, „linksliberal“. Man hielt die Regenbogenflagge – gestützt vom Großkapital – hoch.

Das ändert sich jetzt schon. Die Schlagwörter sind in den Ankündigungen für 2026 stark zurückgedrängt worden, ebenso wie die Klimaagenda. Verschwunden ist der Kurs noch nicht, aber die Regenbogenfahne hängt mindestens auf Halbmast. Trotzdem ist die politische und ökonomische Elite wieder vor Ort. Ein paar Teilnehmer: von der Leyen, Merz und Macron, Selenskyj, He Lifeng (Vizepremier von China), Jolani (Machthaber von Syrien), Isaac Herzog (Präsident von Israel), NATO-Chef Rutte, WHO-Tedros, dazu 850 CEOs der größten Firmen, unter anderem jene von Nvidia, Microsoft, JPMorgan, Anthropic, DeepMind, Palantir.

Davos zieht die Elite weiter an – trotz aller Probleme um Klaus Schwab und um die erodierende Ordnung. Und man fantasiert bereits fleißig. Sheikh Bandar bin Mohammed bin Saoud Al-Thani, Gouverneur der Zentralbank von Katar, verlangte am Podium am Dienstag mehr „Effizienz“: „Das wird auch dazu beitragen, das Ziel einer bargeldlosen Wirtschaft zu erreichen“, sagte er offen. Das ist die Agenda in Davos, bei der man sich einig ist – die dortigen Journalisten werden dann wieder schreiben, dass niemand die Absicht hätte…

Überstrahlt wird das WEF 2026 aber von Donald Trump. Er wird zum zweiten Mal nach 2018 in Davos erscheinen – und das mitten im diplomatischen Konflikt mit NATO-Europa. Am Mittwoch soll er sprechen; am Dienstag goss er mehr Öl ins Feuer und veröffentlichte private Nachrichten von Macron an Trump.

„Wir stimmen in der Syrien-Frage vollständig überein. Wir können große Dinge in Bezug auf Iran erreichen. Ich verstehe nicht, was du mit Grönland machst. Lass uns versuchen, große Dinge zu tun: 1. Ich kann nach Davos am Donnerstagnachmittag ein G7-Treffen in Paris organisieren. Ich kann Ukrainer, Dänen, Syrer und Russen am Rande einladen. 2. Lass uns am Donnerstag in Paris gemeinsam zu Abend essen, bevor du in die USA zurückkehrst.“

Mit der Veröffentlichung wäscht Trump Macron den Kopf – es trägt sicher nicht zur Entspannung bei. Er zeigt der Welt, wie EU-Spitzenpolitiker reagieren, wenn sie ökonomisch unter Druck gesetzt werden. Und er bestätigt Robert Fico, dass die EU-Führer nicht ernst genommen werden.

Und in diese Richtung dürfte auch der Auftritt von Trump in Davos gedeutet werden. War er 2018 noch relativ auf Vermittlung aus, fährt er dieses Mal aus einem anderen Grund hin. Er verlangt Ehrerbietung – von den CEOs und den Politikern.

„Er schlägt ihnen auf den Kopf und sagt ihnen, wer das Sagen hat. Er macht ihnen klar, dass sie im Grunde genommen keine Rolle mehr spielen, wenn sie sich nicht mit ihm verbünden“, analysiert ein Politikwissenschaftler im Vorfeld.

Für die kritische Öffentlichkeit allerdings auch eine Gefahr: Trumps Besuch wird alles überstrahlen, die brisanten Meldungen werden aber auf der Nebenbühne getätigt werden.

Bild „Swiss Air Force – WEF 2015“ by Kecko is licensed under CC BY 2.0.

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