Low Carb: Kennedy stellt Ernährungspyramide auf den Kopf

9. Januar 2026von 3 Minuten Lesezeit

In den USA wird nun eine kalorienarme, fett- und proteinreiche Ernährung empfohlen. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy hat damit die bisherigen Empfehlungen um 180 Grad gedreht und die berühmte „Ernährungspyramide“ auf den Kopf gestellt.

Vorweg sollte vermutlich gesagt werden: Ein mündiger Bürger braucht nicht den Staat, um zu wissen, wie er sich richtig ernähren soll. Freilich wird trotzdem von supranationalen Institutionen wie der WHO bis zu staatlichen Behörden erklärt, wie man sich zu ernähren hat. Dass es diese Institutionen gut mit unserer Gesundheit meinen, kann man – freundlich formuliert – bezweifeln. Entsprechend den neuen Ernährungsempfehlungen des US-Gesundheitsministeriums hat man bisher sogar eine völlig falsche Ernährung empfohlen.

Denn die aktualisierten Dietary Guidelines for Americans für den Zeitraum 2025–2030, veröffentlicht vom Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium, stellen die bisherigen Empfehlungen völlig auf den Kopf. Das klassische Modell der Ernährungspyramide galt bis 2011 und empfahl eine breite Basis aus Kohlenhydraten. Kennedy empfiehlt nun den Fokus auf nährstoffreiche, unverarbeitete Lebensmittel.

Die neue Pyramide dreht das klassische Modell um: An der Spitze, also dem kleinsten Anteil, befinden sich hochverarbeitete Lebensmittel und zugesetzter Zucker, die minimiert werden sollen. Die breite Basis bilden hingegen hochwertige Proteine wie mageres Fleisch, Fisch, Eier und pflanzliche Alternativen, ergänzt durch gesunde Fette aus Avocados, Nüssen und Ölen. Früchte, Gemüse und Vollkornprodukte nehmen einen prominenten Platz ein, während Milchprodukte und Getreide moderat empfohlen werden.

Grundsätzlich geht es darum, verarbeitete Produkte – darunter auch Brot und Nudeln – zurückzudrängen. Die neuen Guidelines warnen explizit vor „highly processed foods“ und fordern eine Reduzierung von Zucker auf unter 10 Prozent der täglichen Kalorien. Alkoholkonsum wird strikter reguliert, und pflanzliche Proteine wie Bohnen oder Linsen werden neben tierischen Quellen gleichwertig gefördert. Kennedy sagt zu dem Schritt:

„Wenn ein ausländischer Gegner die Gesundheit unserer Kinder zerstören, unsere Wirtschaft lahmlegen und unsere nationale Sicherheit schwächen wollte, gäbe es keine bessere Strategie, als uns von hochverarbeiteten Lebensmitteln abhängig zu machen. Es ist schockierend, dass unsere eigene Regierung diese katastrophalen Veränderungen unserer Ernährung mitverursacht hat. Der Schaden ist real.“

Durch diesen Ansatz soll die Prävalenz von Adipositas, Diabetes und Herzkrankheiten sinken, die in den USA epidemische Ausmaße angenommen haben. Jedoch ist diese Form der Ernährung – proteinreich und keine Angst vor natürlichen Fetten – in der Regel weitaus teurer als billige kohlenhydratreiche Ernährung. Vor allem wenn man auf eine entsprechende Qualität bei Fleisch und Fisch achtet.

Dass der Mensch eigentlich nicht besonders viel Kohlenhydrate braucht, dürfte bereits Lehrmeinung sein. Trainiert man nicht gerade für einen Marathon oder sonstige energieaufwändige Ausdauersportarten, kann der Körper auch durch Fette seine Energie beziehen. Dabei braucht es nicht die berühmte „Keto-Diät“, die versucht, Kohlenhydrate auf ein Minimum zu reduzieren. Doch tägliches Brot oder Nudeln oder Reis sind weit weniger nahrhaft als gesunde Fette, Fleisch oder Fisch mit Gemüse.

Kennedys Ansatz ist durchaus radikal. Denn WHO und damit fast alle Mitgliedsstaaten empfehlen weiterhin eine hohe Menge an Kohlenhydraten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass mehr als 50 Prozent der zugeführten Kalorien aus Kohlenhydraten besteht – eine High-Carb-Diät. Offenbar glaubt man dort, dass jeder Deutsche ein Ausdauersportler sei, der täglich 2 Stunden oder mehr Laufen oder Radfahren geht…


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6 Kommentare

  1. M aus W 12. Januar 2026 um 7:15 Uhr - Antworten

    Man sollte diese Vorgaben nicht vernachlässigen – was in Deutschland von Institutionen wie der DGE vorgegeben wird landet in Mensen, Kantinen, Schulen und Kindergärten auf den Tellern…

    Ich habe zwar selbst in Anbetracht der 1-Ei-pro-Woche wenig Hoffnung, würde mich aber auch im Bezug auf den Nachwuchs über eine Änderung bei der DGE freuen.

  2. Axel 11. Januar 2026 um 11:43 Uhr - Antworten

    Getreide ist Gift (mal nach WGA googeln). Da Frühstück ohne Brot schwierig ist, empfehle ich Verzicht in Form von Intervallfasten. Ob Erbsen- oder Linsennudeln wirklich eine gute Alternative sind, weiß ich nicht; ich befürchte, dass für die Herstellung auch nicht so gesunde Stoffe erforderlich sind. In jedem Fall ist viel Gemüse sinnvoll.

    Gesunde(!) Fette (Olive, MCT, Walnuss) sind mit Sicherheit die bessere Alternative als Kohlenhydrate.Da es jedoch schwierig ist, davon ausreichende Mengen zu konsumieren, esse ich auch KH, bevorzugt aus pflanzlichen Quellen.
    Den raffinierten Zucker verwende ich nicht mehr, falls Süßung wirklich erforderlich ist, nehme ich hochwertigen Honig (also keinesfalls aus Nicht-EU, sprich China-Gepansche) oder Xylit.

    Zur ausreichenden Deckung des Proteinbedarfs esse ich auch Fleisch aus artgerechter Haltung (wobei zugegebener Maßen Innereien besser als Muskelfleisch wären) und ergänze zusätzlich Kollagen; Gemüse alleine reicht m.E. nicht.

    Fisch ist mir zu sehr mit Schwermetallen belastet und kommt nur selten auf den Tisch. Das Omega-3 hole ich mir aus Algenöl.

    Als Getränke kommen für mich daheim nur gereinigtes Wasser, Kaffee, Tee und frisch aus Bio-Obst gepresste Säfte in Frage. Und ok, ich gebe es zu, auch trockener Bio-Rotwein.

    Und da dann trotzdem immer noch genug Schadstoffe aufgenommen werden, die regelmäßige Entgiftung nicht vergessen! Mein Tipp: Bärlauch- und Korianderessenz zum Ausleiten, Zeolith zum binden. Sicher auch sinnvoll ist einmal jährlich eine Schwefelkur (ich nehme anorganischen Schwefel, wird z.B. in Karlsbad aus Kännchen geschlürft; MSM oder DMSO sind sicher gute Alternativen).

    Und die gute Nachricht: Ab und zu ungesund (ca. 20%) essen macht durchaus Sinn, um das körpereigene Abwehrsystem zu triggern, sprich auf Trab zu halten, sofern man ansonsten (Vitamin D, Mineralien etc.) den Körper gut versorgt.

  3. Glass Steagall Act 9. Januar 2026 um 23:00 Uhr - Antworten

    Amerikas Problem Nr. 1 sind die vielen zuckerreichen Süßgetränke, angefangen mit Coca Cola und Pepsi Cola! Danach folgen die vielen Süßspeisen, wie Kuchen und Snacks. Dann folgen die hochverarbeiteten Industrienahrungsmittel wie die Fertigpizza, die energiereichen Cornflakes-Produkte und viele weitere! Auch Industrie-Käseprodukte, Ketchup und süße Cremes und Sahne. Man muss sich nur einmal ansehen, was die Superdicken in den USA so alles essen, dann wird einem klar, warum sie so aussehen!

    • Daisy 10. Januar 2026 um 5:47 Uhr - Antworten

      Ja, Fett, Zucker und Chemie…verbunden mit null Bewegung.

    • Daisy 10. Januar 2026 um 5:49 Uhr - Antworten

      Schon lange nicht gesehen, da ich nicht mehr fernsehe…s. „Mein Leben mit 300 Kilo“…

  4. federkiel 9. Januar 2026 um 15:43 Uhr - Antworten

    Zitat: “ Doch tägliches Brot oder Nudeln oder Reis sind weit weniger nahrhaft als gesunde Fette, Fleisch oder Fisch mit Gemüse.“

    Dazu ist zu sagen, daß es mittlerweile ausgezeichnete Nudeln aus Linsen(teig) gibt, und Brot kann man sich aus Hafernmehl/Schrot/Flocken selbst machen, denn der glykämische Index von Hafer ist äußerst niedrig.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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