Anzeige gegen Schüler wegen Anti-Kriegs-Posting – Update: Keine Anzeige

31. Oktober 2025von 1,9 Minuten Lesezeit

Update: Der Bericht über einen Schüler, der nach einem Anti-Kriegs-Posting angezeigt worden wäre, war falsch. Der Fall dürfte sich gänzlich anders dargestellt haben, als von der Jungen Welt berichtet. Der Blogger Alexander Wallasch hat den Fall ausführlich recherchiert. Es ging demnach um ein ganz anderes Meme, offenbar mit SS-Bezug. Ein diesbezügliches Verfahren ist mittlerweile eingestellt.

Der am Freitag veröffentlichte nachfolgende Bericht war nicht richtig:

Ein Auftritt der Bundeswehr in einem Gymnasium, hat für einen Schüler Folgen: Weil er mit einem kritischen Posting auf den Anwerbungsversuch reagierte, wird nun gegen ihn ermittelt.

Der Feind im Inneren ist aktuell ein Gymnasiast vom Angell-Gymnasium. Der Schüler reagierte auf einen Armeeanwerber in der Schule mit einem Bild-Posting: Das Motiv zeigt einen Jugendoffizier mit Waffe vor einer Schulklasse, darauf der kriegskritische Satz: „Also Kinder, wer von euch würde gerne an der Ostfront sterben?“ „Solche Manöver lässt ein gestandenes Heer nicht unbeantwortet, seit dieser Woche wird zurückgeschossen“, schreibt die Junge Welt dazu.

Es folgte eine Strafanzeige für den Schüler wegen Beleidigung. Solche Angriffe – von der Schulbank aus – kann die stolze Bundeswehr nicht auf sich sitzen lassen. Die Schulleitung wurde aufgefordert, diesbezüglich persönliche Daten an die Bundeswehr weitergegeben haben.

Die Junge Welt reagierte mit einem satirischen Text, darin heißt es abschließend:

„Böse Zungen mutmaßen bereits, dass es sich hierbei mitnichten um sagenhaftes Mimosentum auf Militärseite, sondern um eine ausgefuchste Akquisestrategie – quasi über Bande – handelt: Es hat sich ja in den Kriegen jüngerer Zeit etabliert, dem Personalmangel durch Verpflichtung von verurteilten Straftätern entgegenzuwirken. Vielleicht wird hier schon einmal ausgetestet, was sich die Bevölkerung alles so gefallen lässt, wenn es ans Füllen der Vorratskammern geht.“

Bild „Bundeswehr“ by Tobi NDH is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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16 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 1. November 2025 um 14:53 Uhr - Antworten

    Elon Musk teilt die Erklärung von Jeffrey Sachs über Ursachen des Ukraine Krieges
    2024_11_12
    https://tkp.at/2024/11/12/elon-musk-teilt-die-erklaerung-von-jeffrey-sachs-ueber-ursachen-des-ukraine-krieges/
    https://x.com/elonmusk/status/1856172877688570095

  2. Dr. Rolf Lindner 31. Oktober 2025 um 22:08 Uhr - Antworten

    Das ist kein Anti-Kriegs-Posting, sondern Anti-Kriegs-Hass-und-Hetze.

  3. Dr. Rolf Lindner 31. Oktober 2025 um 22:01 Uhr - Antworten

    In der DDR wurden Schüler an den Schulen mit Abiturstufe aufgefordert, sich für eine Offizierslaufbahn zu verpflichten. Eine solche Karikatur hätte die Schulzeit eines Abiturienten unter Ausschluss des Rechtsweges abrupt beendet. Zur selben Zeit wäre es an einem Gymnasium in der BRD höchstens zu einem erhobenen Zeigefinger gekommen. Heute wird so ein Schüler vorerst nur bisschen kriminalisiert, aber die Richtung stimmt.

    • quappendorfer 1. November 2025 um 10:28 Uhr - Antworten

      Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, zumal es aus Sicht der DDR keine Ostfront gab. Ferner ist es völliger Nonsens zu behaupten, dass die Abiturienten in DDR aufgefordert worden waren, eine Offizierslaufbahn zu ergreifen. Was wollte man denn mit so vielen Offizieren anstellen?

    • LmaA 1. November 2025 um 22:53 Uhr - Antworten

      Herr Dr. Rolf Lindner,
      Sie schreiben völligen Blödsinn.

  4. cwsuisse 31. Oktober 2025 um 21:49 Uhr - Antworten

    Der Bundeswehr fehlt offenbar jedes Rechtsverständnis. Dafür zeigt das Vorgehen gegen den Schüler bereits faschistoide Züge. Jetzt fehlt nur noch der Auftritt eines „Freislers“.

  5. local.man 31. Oktober 2025 um 18:58 Uhr - Antworten

    Mal wieder eine 180° Verdrehung der Realität.
    So geht dieses System eh die ganze Zeit. Aus allen Opfern und Widerständlern, werden die Täter gemacht, egal wo und welcher Bereich. Ob Klima, Seuchen, Krieg, Jobcenter, Demonstrant, oder Peter der sein Gold vom Vater vor seinem Tod überreicht bekommen hat, da muss dann Peter beweisen, sonst beklaut man ihn und sagt er ist der Dieb, wir haben das nur berichtigt.
    Oder wenn die Konzerne, also die Herrschenden und ihre Firmchen, die Welt umpflügen, Asche und Verpestung hinterlassen, uns per Werbung und kaufe kaufe kaufe dazu bringen permanent halbkaputtes Zeugs zu kaufen damit wieder nachproduziert werden kann am besten gestern, dann haben wir natürlich durch unsere Lebensart die Erde kaputt gemacht und müssen ab nun verzichten, aber die Ausnahme besteht bei Yachten, Privatjets usw. der Großkriminellen..

    Sobald der Status Quo gefährdert wird, ist man automatisch der Feind. Und aktuell gehört, wir wollen alle Krieg, weil die Herrschenden Krieg brauchen, dazu.

    Wundert das irgendjemanden? Und was ist also zu tun, damit das aufhört und die Menschheit nicht länger unterworfen und gesellschaftlich sich mal weiterentwickelt?

  6. pENUTZERNAME 31. Oktober 2025 um 18:37 Uhr - Antworten

    Norbert Häring rudert bezüglich der Sache entschieden zurück und schreibt:
    „Ich habe einen Beitrag zu einer angeblichen Bundeswehr-Anzeige gegen einen Schüler entfernt, weil es sich größtenteils um eine Ente handeln könnte. Der Beitrag (mit Anmerkungen ist hier aus Transparenzgründen dokumentiert.) -> https://norberthaering.de/bundeswehr-anzeige/

  7. Sabine Schoenfelder 31. Oktober 2025 um 18:04 Uhr - Antworten

    Muß eingestellt werden, WEIL ES KEINE BELEIDIGUNG IST ‼️Schlimm, auf welch ABSURDES NIVEAU mittlerweile die institutionelle Empfindlichkeit auf jede Form VON KRITIK gediehen ist. 🤮
    Weiterhin ist es eine wunderbare Reklame für die Bundeswehr. Interessant zu sehen WIE sich der 👉 Bund wehrt, 👉 WO, und bei 👉 WAS und 👉 WEM……😂

  8. Jan 31. Oktober 2025 um 17:31 Uhr - Antworten

    Guter Schachzug! Die Pazifisten werden als Rrächtss!! geframt und die dummen Deutschen werden es nicht mehr wagen, eine pazifistische Meinung zu äußern! Pazifismus ist so Rrächtss!!, fast Nazi!

    Wo wäre da eine Beleidigung? Dass Soldaten sterben, gehört zum Berufsrisiko. Dass es gen Osten geht, ist offizielle Strategie der Bundesregierung! Kann man einen Metzger beleidigen, indem man sagt, er verkauft Fleisch?

  9. Daisy 31. Oktober 2025 um 17:20 Uhr - Antworten

    Tja, jüngst wurde Reinhard Meys Lied „meine Sôhne gebe ich nicht“ vom SWR gecancelt. Ist nicht mehr aktuell, dieser Friedenskitsch, hieß es. Deutschland ist mal wieder kriegsgeil und wer das kritisiert, wird bestraft. Irgendwie eh nicht seltsam, bzw. ich glaub, ich spinn…

    Eigentlich ist das Werben der Bundeswehr an Schulen, um möglichst junge Männer aufs Schlachtfeld schicken zu können, zu bestrafen. Wie widerlich und menschenverachtend! Was das System in den letzten Jahren alles den Kindern und Jugendlichen angetan hat, ist ein Verbrxchen. Eine Gesellschaft, die ihre Kinder derart misshandelt, ist dem Untergang geweiht. Man denke an Corona, Gendergaga, Islamisierung, Klimawahn, Ängste vor dem Weltuntergang und jetzt auch noch Krieg.

    Ich wäre in diesem Fall fürs Auspeitschen der Werber. Bestimmt stehn die eh auf sowas…

  10. Anna 31. Oktober 2025 um 16:24 Uhr - Antworten

    Wie alt ist der Schüler? Auch DEUTSCHE Schüler sind erst ab 14 strafmündig, oder gilt das nur für kulturfremde Messerstecher? Dieser junge Mann ist auf jeden Fall positiv zu sehen, der hat das Hirn nicht abgegeben

  11. alt und konservativ 31. Oktober 2025 um 15:18 Uhr - Antworten

    @Pierre: Warum sollte die Bundeswehr nicht in Schulen werben? Weil Soldaten offiziell als Mörder bezeichnet werden dürfen? Selbstverständlich soll sie in Schulen werben dürfen, aber sie muss sich natürlich auch solche Kommentare gefallen lassen. Wer sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet, braucht sich über sein Schicksal nicht zu beschweren. Anders sieht es da mit dem Wehrdienst aus, bei dem man sich heute allerdings fragen muss, was genau denn in diesem Land noch des verteidigt werdens würdig ist. Ich wurde damals nach meiner Ausbildung angeworben und habe 12 Jahre uns, unsere Gesellschaft, unser System, unsere (damaligen) Werte, unsere Freiheit und die Demokratie verteidigt. Alles innerhalb Deutschlands. Damals eine wirklich gute Entscheidung. Afghanistan, Mali waren da noch kein Thema, geschweige denn eine Ukraine. Der Gegner war klar: der Warschauer Pakt.

  12. Hausmann_Alexander 31. Oktober 2025 um 15:06 Uhr - Antworten

    Es gibt/gab die Werbung von der Bundeswehr:

    WIR KÄMPFEN AUCH DAFÜR, DASS DU GEGEN UNS SEIN KANNST.

    Die Bundeswehr ist kein normaler Arbeitgeber, da man an Kriegswaffen ausgebildet wird, im Einsatz auf Menschen schießen
    könnte (Feuer erwidern), Schlafmangel, Hunger, angeschrien und den Tötungsblick des Ausbilders
    ausgesetzt werden könnte (AGA soll ja ziemlich runtergefahren worden sein).

    Zur Bundeswehr zu gehen sollte
    meiner Meinung nach auf freiwilliger Basis geschehen.

    Generell kann jeder jeden anzeigen.

  13. Pusteblume 31. Oktober 2025 um 15:03 Uhr - Antworten

    Werbung in Schulen und übrigens auch in Hochschulen und Universitäten, wie etwa 1997/98 (an das genaue Jahr erinnere ich mich nicht mehr) am Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (GWK) an der Universität der Künste (UdK), Berlin. Da waren dann ein Offizier der BW und ein Jung-Offizier der BW zum Vortragen von Propaganda in einem Seminar an dem Fachbereich GWK an der UdK.

  14. Pierre 31. Oktober 2025 um 14:41 Uhr - Antworten

    Die in dem Meme dargestellte Frage wäre ja durchaus berechtigt. Es wären die Schüler von heute, die in einem zukünftigen Krieg genau das Schicksal erleiden könnten. Früher durfte man das noch kritisch hinterfragen.

    Abgesehen davon ist es ein Unding, dass die Bundeswehr in Schulen überhaupt Werbung machen darf.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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