Nächster Fake: „Friedensnobelpreis“ für Corina Maria Machado

11. Oktober 2025von 6 Minuten Lesezeit

Am 10. Oktober gab das norwegische Nobelpreiskomitee die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Oppositionspolitikerin und Regimewechsel-Aktivistin Maria Corina Machado bekannt. Sie wurde von den USA als Gegenspielerin zu Präsident Maduro aufgebaut. Der Coup in Oslo soll den Weg für einen Putsch in Caracas ebnen.

Das Nobelpreiskomitee fühlte sich angeblich unter Druck Trump den Preis zu verleihen. Um aber die Wünsche der USA zu erfüllen, nahm man jemand, der im Interesse der USA handelt. Begründet wurde die Entscheidung für Machado so: „Das norwegische Nobelkomitee hat beschlossen, den #NobelPeacePrize 2025 an Maria Corina Machado zu verleihen, für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie.

Diese Verleihung ist wohl an Absurdität kaum noch zu überbieten, vergleichbar mit der an den Kriegspräsidenten Barack Obama. Entsprechend harsch fallen die Kommentare im Internet aus.

Über die gewaltsamen Proteste und den Putschversuch Machados nach der Wahl Maduros hat TKP zum Beispiel hier berichtet. Internationale Wahlbeobachter forderten, dass die Wahl und damit der Sieg Maduros anerkannt wird. Insgesamt hatten 180 internationale Besucher die Wahl beobachtet, dabei auch Mitglieder aus UN-Organisationen und dem US-amerikanischen Carter Center.

Der 21-seitige Bericht ist hier auf Spanisch zu finden. Das Urteil zur Wahl klingt jedenfalls ganz anders als es in der westlichen Presse heißt.

„Der Prozess wurde unter Bedingungen absoluter Normalität durchgeführt, die allen Bürgern die Ausübung ihres verfassungsmäßigen Wahlrechts garantieren. Der Tag verlief ohne größere Unannehmlichkeiten, organisiert und friedlich.“

Atilio Boron, einer der größten Intellektuellen Lateinamerikas, hatte einen meisterhaften Artikel für die argentinische Tageszeitung Page 12 geschrieben. Er ist das letzte Wort zu dem neuen Versuch eines Staatsstreichs, der in Venezuela im Gange ist. Die endgültige Demütigung dessen, was Boron zu Recht als die „Propagandisten des Imperiums und seiner herrschenden Klassen“ bezeichnet. Sein Artikel ist hier nachzulesen.

Kein Wunder, dass die Legitimität des Nobelkomitee von der Top-Journalsitin Anya Parampil in Frage gestellt wird:

„Was hat Maria Corina Machado getan, um den Friedensnobelpreis zu verdienen?

Sie hat Gelder der US-Steuerzahler angenommen, um regierungsfeindliche NGOs zu finanzieren, Putsche geplant und sich für eine direkte militärische Intervention in Venezuela eingesetzt, um einen Regimewechsel herbeizuführen.

Hat das Nobelkomitee irgendeine Legitimität?“

Eine ausführlichere Analyse hat Grayzone Herausgeber Max Blumenthal verfasst:

Das Nobelkomitee hat beschlossen, sich für Trumps Krieg gegen Venezuela einzusetzen und seinen „Friedenspreis“ an Maria Corina Machado zu vergeben, eine von der US-Regierung finanzierte Aktivistin für einen Regimewechsel, die an der Anführung gescheiterter Militärputsche und gewalttätiger Straßenunruhen beteiligt war und wahrscheinlich die Öl- und Bodenschätze ihres Landes einem Konsortium von MAGA-nahen Milliardären versprochen hat, um im Gegenzug ihre politische Brandstiftung finanzieren zu lassen. Diese Ikone des Friedens hat sogar Benjamin Netanjahu um Hilfe gebeten, um eine militärische Invasion Venezuelas anzuführen.

Maria Corina Machado ist eine Marionette von Marco Rubio, eine Schöpfung des von der CIA gesponserten Gusano Industrial Complex, der jedem lateinamerikanischen Land, das sich dem Washingtoner Konsens von Privatisierung und Sparpolitik widersetzt, gewaltsamen Terror und Belagerung gebracht hat, und eine Möchtegern-Pinochet im Rock.

Machado hat jahrelang für Hunger-Sanktionen der USA und der EU gegen ihr eigenes Land lobbyiert, was zu Migrationswellen in die USA geführt und den nativistischen Groll geschürt hat, der Trump hervorgebracht hat. Als Trump dieses Jahr venezolanische Migranten in ein Folterlager in El Salvador verschleppte, stellte sich Machado vorhersehbar auf die Seite von Trump, dem Hauptsponsor ihrer putschistischen Karriere, und nicht auf die Seite ihrer Landsleute.

Die Verleihung des Nobelpreises an Machado ist ein grünes Licht für einen Regimewechselkrieg gegen Venezuela und dann gegen Kuba. Aber die Entscheidung steht im Einklang mit der Rolle des Komitees als Soft-Power-Instrument des westlichen Imperiums. Man denke nur an die Auszeichnung für Obama zu Beginn seiner ersten Amtszeit, die ihm unbegrenzte Legitimität verschaffte, bevor er Libyen zerstörte, die Kriege im Irak und in Afghanistan eskalierte und die Dezimierung Gazas ermöglichte. Angesichts der Tatsache, dass in Machados Karriere nichts ohne die Unterstützung und Anleitung Washingtons geschehen ist, muss die Entscheidung des Komitees als Ergebnis einer weiteren westlichen Operation gesehen werden – einem Coup in Oslo, um den Weg für einen Putsch in Caracas zu ebnen.

Weitere Kommentare

„Sie haben einen „Friedenspreis“ an eine Person verliehen, die:

– eine fremde Nation dazu auffordert, in ihr eigenes Land einzumarschieren

– den völkermörderischen Staat Israel unterstützt

– um die Unterstützung des Kriegsverbrechers Benjamin Netanjahu bittet“

„Die Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado ist eine Marionette des US-Imperiums. Sie kämpft nicht für Demokratie. Sie kämpft dafür, Venezuela und sein Öl der Diktatur des US-Kapitals zu übergeben. Sie unterstützt Netanjahu und wurde von Trump gelobt.

„Das Nobel-Institut ist nur ein weiterer Baustein in der Propagandamauer des Westens.

Der Friedensnobelpreis wurde gerade an Maria Corina Machado verliehen, eine Frau, die öffentlich Trumps Plan für eine militärische Invasion der USA in Venezuela befürwortet und die außergerichtliche Tötung von Venezolanern durch eine US-Seestreitmacht unterstützt hat. Das ist es, was das Komitee jetzt als „Frieden“ bezeichnet.“

World Economic Forum, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

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15 Kommentare

  1. Jan 12. Oktober 2025 um 21:23 Uhr - Antworten

    Die Trägerin des Friedensnobelpreises 2026 wird Erika von der Leiden.

  2. Kriegsgegner 12. Oktober 2025 um 8:44 Uhr - Antworten

    Ein weiterer Beweis, dass Krieg Frieden ist und daher nur Kriegsbefürworter Kandidaten für den sogenannten „Friedensnobelpreis“ sein können.

  3. Daisy 12. Oktober 2025 um 5:54 Uhr - Antworten

    „Sie haben einen „Friedenspreis“ an eine Person verliehen, die:

    – eine fremde Nation dazu auffordert, in ihr eigenes Land einzumarschieren

    – den völkermörderischen Staat Israel unterstützt

    – um die Unterstützung des Kriegsverbrechers Benjamin Netanjahu bittet“

    Zum zweiten Punkt: Genau deshalb hat auch Trump den Preis nicht verdient und weil er dabei ist, Venezuela zu überfallen UND WEIL ER AUS DEM UKRAINEKRIEG GERADE DEN 3. WELTKRIEG GEMACHT HAT!

    Zum Komitee: Es ist natürlich linksversifft wie so vieles, denn das sind aufgrund ihrer Macht- und Geldgier die nützlichen Idioten der Finsterelemente beim WEF, allesamt durch üble Geschäfte und Machenschaften zu Reichtum gekommen. Eine äußerst schwefelige Symbiose…

    Der E x x press enthüllt:
    „US-Experte Stephen Bryen deckt auf, wer in Oslo wirklich entscheidet – und warum.“
    In seinem Bericht vom 10. Oktober deckt Bryen auf: „Das Nobelkomitee ist klar nach links geneigt, mit nur wenigen konservativen Mitgliedern. Es besteht ausschließlich aus Norwegern, meist Politikern und Aktivisten – nur einer von ihnen kann überhaupt als Experte gelten.“

    Es ist ein Gesinnungspreis statt Friedenspreis.
    Man weiß das ja schon lange, der Preis ist völlig wertlos analog Song Contest, der auch nur noch geschoben und nach politisch/ideologischen Kriterien entschieden wird. Die EUSSR hat sich diesen Preis auch schon selbst verliehen. Da lachen ja die Hühner.

    • Daisy 12. Oktober 2025 um 6:17 Uhr - Antworten

      Und da sie Trumps Plan, in Venezuela einzumarschieren und die Regierung zu stürzen, unterstützt, ist das sowieso auch ein Preis für Trump…

      Machado schreibt: „Ich widme diesen Preis dem leidenden Volk von Venezuela – und Präsident Trump, für seine entschlossene Unterstützung unserer Sache. Wir stehen an der Schwelle zum Sieg, und heute mehr denn je zählen wir auf Präsident Trump, das amerikanische Volk, die Völker Lateinamerikas und die demokratischen Nationen der Welt als unsere wichtigsten Verbündeten auf dem Weg zu Freiheit und Demokratie.“

      • therMOnukular 12. Oktober 2025 um 11:26 Uhr

        Seit etlichen Jahren ist das ein reiner Ideologie-Propaganda-Preis und wird immer an jene vergeben, die dem aktuellen „Hauptfeind“ des Westens „die Stirn bieten“…..

        So ja auch einst an einen russischen Journalisten, der mit – laut Nobel-Komitee – faktischem Investigativjournalismus russische Behörden kritisiert und Korruption aufdeckt.
        Erstaunlich daran ist der Selbstverrat: wir in Österreich haben kein so großes, prominentes Medium (wie das jenes NP-Gewinners), das solche (demokratisch elementaren) Aufgaben noch übernehmen würde – Russland scheinbar schon (und anscheinend wird Korruption in Russland noch bekämpft – hier offensichtlich ja nicht mehr)…..;))

  4. therMOnukular 12. Oktober 2025 um 0:23 Uhr - Antworten

    Hahahahahahahahahahahaaaaaa!!!

    Ist das geil!

    Mittlerweile muss man diesen Pfeifen ja ausserordentlich dankbar sein, dass sie sich selbst so bloßstellen. Würde man argumentieren, dass das Nobel-Komitee korrumpiert ist und die Preise nicht für Leistungen vergeben werden, würde man ja nur als Verschwörungsschwurbler diffamiert werden.
    Aber so braucht man gar nix mehr sagen oder tun. Alle Welt kann sehen, was für ein sinnloser Haufen diese „Gelehrten“ sind, die da „entscheiden“.

    Vor ein paar Wochen las ich im ORF einen beunruhigenden „Artikel“: diese ganzen bösen Länder (wie ja auch Venezuela) untergraben die westlichen Normen und Werte und entwerten damit westliche Institutionen. ;)) Jo eh, DIE zerstören unseren guten Ruf, weil sie vermutlich neidisch darauf sind….und uns für unsere Freiheit hassen, das sowieso….;))

    Nachteil daran ist, dass eine solche Welt immer schwerer zu antizipieren ist: sich auf so tiefes „Denk“-Niveau zu senken ist nicht leicht.

  5. Wolliku 11. Oktober 2025 um 20:27 Uhr - Antworten

    Ich hatte einen Preisträger Boris Johnson erwartet. Hatte der Brite doch verhindert, daß die Ukraine einen unwürdigen Friedensvertrag mir Russland abschließen konnte. Er wird auch ohne Preis als blonder Friedensengel von der Insel in die Chroniken sämtlicher Friedenbewegungen in die Geschichtsbücher eingehen.

  6. Jurgen 11. Oktober 2025 um 16:18 Uhr - Antworten

    Ha, ha, ha, ha, haa, ha, ha, heh. Lieber teeren und federn hiess das früher mal…

    • Jurgen 11. Oktober 2025 um 16:20 Uhr - Antworten

      Der Freidensnobelpreis ist ähnlich „genial“ wie der Sachsenschlächter-Karlspreis…

  7. Fritz Madersbacher 11. Oktober 2025 um 15:01 Uhr - Antworten

    „Das Nobelkomitee hat beschlossen, sich für Trumps Krieg gegen Venezuela einzusetzen … Aber die Entscheidung steht im Einklang mit der Rolle des Komitees als Soft-Power-Instrument des westlichen Imperiums

    Max Blumenthal, Herausgeber von „The Grayzone“ (wo die israelische Propagandadarstellung des 7. Oktober entlarvt worden ist), trifft wie so oft den Nagel auf den Kopf. Der „Friedensnobelpreis“ bedeutet soviel wie Auszeichnung für Hilfsdienste für und Kollaboration mit dem westlichen Imperialismus. Wäre der Sitz des Nobel-Komites seinerzeit Berlin gewesen, so wäre ein illegaler Nazi aus Österreich für seine Verdienste um den Frieden ausgezeichnet worden. 0ffenbar merken diese Leute nicht mehr, was sie tun: sie liefern der Welt das wahre Gesicht der Verkommenheit der westlichen Schurken …

  8. Dr-Dieter-Langer 11. Oktober 2025 um 13:25 Uhr - Antworten

    .
    Sie war eine Schülerin bei Klaus Schwab : YGL-Programm 2005.

    Das WEF wird der Venezuelanischen Regierung diese Kröte unterschieben,
    wie vor 20 Jahren die kommunistische Merkel den Deutschen untergeschoben wurde.

    So geht eben Demokratie!
    .

  9. peru3232 11. Oktober 2025 um 12:38 Uhr - Antworten

    Egal wo man auch hinsieht im wertewestlichen Einflußbereich – alles nur mehr gekauft und korrumpiert – es gibt absolut nichts mehr was irgendetwas Wert wäre. Zum Kotzen nur mehr

  10. Charles M. Schulz 11. Oktober 2025 um 12:22 Uhr - Antworten

    Das Nobelpreis Komitee, auch nur noch ein gekaufter Haufen Klatschhasen.

  11. Glass Steagall Act 11. Oktober 2025 um 12:04 Uhr - Antworten

    Einen Politiker sollte man mit überhaupt keinem Preis auszeichnen, denn es ist ihr Job, als Diener oder Vertreter der Bevölkerung zu dienen! Dafür werden sie schließlich bezahlt! Außerdem, wer in die Spitzenpolitik geht, muss lügen können! Keine Voraussetzung für einen ehrenhaften Preis!
    Sollte es mal einen Politiker geben, der sein Amt ehrenamtlich und ehrlich bestreitet, könnte man vielleicht noch einmal darüber nachdenken.

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