So machen „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften“ den Strom teurer

12. September 2025von 3,8 Minuten Lesezeit

Wer bei der „Energiewende“ dabei sein möchte schließt sich einer EEG an. Dabei handelt es sich eine zwischen Verbraucher und EVU eingezogene bürokratische Ebene. Wenn dadurch der Strom billiger würde, so wäre das eine Weltpremiere.

Seit einiger Zeit ziehen landauf, landab Werber durch die Gemeinden um die Gründung einer „Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft“ (EEG) anzuregen. Dabei stehen „erneuerbare“ Energien im Fokus und man soll damit Teil der „Energiewende“ sein, so die Werber. Ein klitzekleines Problem dabei ist, dass Energie nicht erneuerbar ist, auch nicht erschaffen oder vernichtet werden kann – in der Physik formuliert als Erhaltungsgesetz der Energie. Die EEG soll aber wirtschaftliche Vorteile bringen, wenn der Verbraucher den Strom eines in der Nähe befindlichen Erzeugers bezieht.

Das wird mit einem Beispiel von der Regulierungsbehörde E-Control so erläutert:

Ein kleines Unternehmen errichtet auf dem Dach der Lagerhalle eine Photovoltaikanlage und will die Eigenerzeugung, die nicht direkt verbraucht wird, mit anderen Anrainer:innen der Gemeinde teilen; es wird eine Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft gegründet. Die Teilnehmer:innen können so Energie aus erneuerbaren Energieträgern im Nahebereich der Erzeugung nutzen.

Dafür ist die EEG nötig? Geht der Strom ohne die EEG an dem Teilnehmer vorbei, weil das Netz weiß, dass er nicht in der EEG ist?

Das ist offensichtlicher Unsinn, wie auch die Erklärung der E-Control.

Die EEG errichtet keine Leitungen, sondern es wird unverändert das vorhandene Leitungsnetz benutzt. Bei Vorträgen wird aber mit hübschen Bildchen erklärt, dass der Teilenehmer der gerade 10 kW Leistung bezieht 5 KW zugeordnet bekommt, der Teilnehmer der nur 6 KW braucht erhält nur 3 kW.

Da wird allerdings technisch genau gar nichts geändert gegenüber dem Zustand ohne EEG. Es sind lediglich Buchhalter, Juristen, Geschäftsführer, Politiker und andere unproduktive Menschen am Werk, die den Mitgliedern der EEG eine zweite Abrechnung produzieren, die wahrscheinlich noch viel weniger undurchschaubar ausfällt, als die der EVU.

Wie entsteht nun angeblich der wirtschaftliche Vorteil? Die Koordinationstelle für Energiegemeinschaften schreibt.

„… Netzentgelte … sind ein Beitrag der Netznutzer*innen zu Errichtung, Instandhaltung und Ausbau der heimischen Stromnetze. EEGs nutzen die Energie dort, wo sie erzeugt wird, daher sieht die Systemnutzungsentgelte-Verordnung nun niedrigere arbeitsbezogene Netzentgelte für Mitglieder einer EEG vor:

• Lokalbereich (lokale EEG): Die Arbeitspreise für das Netznutzungsentgelt in lokalen EEGs reduzieren sich um 57 %.

• Regionalbereich (regionale EEG): Die Arbeitspreise für das Netznutzungsentgelt in regionalen EEGs reduzieren sich für Nutzer auf den Netzebenen 6 und 7 um 28 %, auf den Netzebenen 4 und 5 um 64 %.“

Das alles hat nun aber nicht das Geringste mit der EEG zu tun. Auch Nicht-EEGs nutzen die Energie dort, wo sie erzeugt wird.

Das ist klassische Des-Information und Irreführung.

Die Netzkosten, die Kosten der Stromerzeugung, egal wo auch immer sie passiert, werden durch eine EEG um genua 0 Promille verändert.

Dazu kommt, dass Überschussstrom praktisch nur für drei Monate im Sommer anfällt und das auch nur für 2 oder 3 Stunden zu Mittag. Und just zu der Zeit sind die Abnehmer rar. Die Regel ist eher, dass die Netze ausgebaut werden müssen um den Überschuss los zu werden. Kosten bis zu 1 Million bei dem Beispiel.

Die EEG, meist ein Verein mit Vereinsvorstand, und die Serviceorganisation, die in der Regel die Tochterfirma einer der EVUs ist, kosten alle Geld, das entweder über den Strompreis und das Netznutzungsentgelt bezahlt oder über Steuergeld subventioniert wird. In Wirklichkeit sind die Steuern das Einzige was hier erneuerbar ist.

Aber natürlich verdienen die EVUs daran, da die EEG eine perfekte Methode der Datensammlung sind. Die „Einpseiser“ erhalten nämlich je zwei Zählpunkte, das sind 33-stellige Nummern, und die Verbraucher je einen dazu.

Daten sind nun mal das neue Erdöl des Internet-Zeitalters und lasssen sich gut verkaufen.

Abgesehen davon werden Versorgungsposten geschaffen für ausrangierte Politiker oder Verwandte und Freunde, wie das zum Beispiel hervorragend bei den Errichtungsgesellschaften für Windparks funktioniert, die eine richtige Bonanza sind.

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3 Kommentare

  1. Luzifer 14. September 2025 um 15:56 Uhr - Antworten

    Das eigentlich asozialste Gesetz überhaupt. Die kWh bewegt sich im Netz immer gleich. Sie weiß nicht, dass sie Teil einer EEG ist oder auch nicht. Gleichfalls bevorzugt es die „Wissenden“, die sich so einen Vorteil verschaffen können – auf Kosten aller. Die EEG-Vereine müssen nur liefern, wenn ein einspeisendes Mitglied überschüssigen Strom hat. Für die – im Verhältnis dazu „teureren“ Reststunden ist ein Vertrag mit einem etablierten Energiehändler notwendig, über den man sich dann noch das Maul zerreisst, weil eben teurer. Die EEG müssen nie all die gesetzlichen Vorschriften einhalten wie die Energiehändler.

    Die mühsame Abrechnung wird übrigens durch die Netzbetreiber erledigt. Die einzelnen Zähler zählen den entnommenen Strom. Dann muss geprüft werden, ob in einer Energiegemeinschaft Einspeisung vorhanden ist, ob die Zuordnung dieser Energie zu den Vereinsmitgliedern statisch oder dynamisch erfolgt und so die aus dem Netz bezogenen Mengen aufgeteilt werden in einerseits von der EEG bezogen und andererseits vom Energiehändler. Das sind immense Aufwendungen, die insgesamt die Netzkosten erhöhen. Die Teilnehmer erhalten die Netzkosten jedoch reduziert, weil ja suggeriert wird, die einzelne kWh wüsste, ob sie Teil einer EEG sei und nur kurze Wege wandert.
    ABSURDISTAN!!!!

  2. W. Baehring 12. September 2025 um 20:47 Uhr - Antworten

    Zitat: „Dazu kommt, dass Überschussstrom praktisch nur für drei Monate im Sommer anfällt und das auch nur für 2 oder 3 Stunden zu Mittag. Und just zu der Zeit sind die Abnehmer rar. Die Regel ist eher, dass die Netze ausgebaut werden müssen um den Überschuss los zu werden“.

    Wenn das grüne „Enegiewendemodell“ wie von den Grün:innen angestrebt von ALLEN großflächig angewandt wird, auch den Nachbarstaaten (und am besten gleich weltweit), dann haben auch ALLE Nachbarn bei ähnlicher Großwetterlage just zu der gleichen Zeit „Überschuss“.
    Es nützt dann also nichts, wenn die Netze ausgebaut sind, weil niemand den Überschuss, den man über die nun aufgerüsteten Netze theoretisch loswerden könnte, praktisch haben will!
    Man kann also, solange es keine elektrischen Großspeicher gibt, die den Überschuss aufnehmen und für wind- und /oder sonnenarme Zeiten speichern, nur einen Teil der Anlagen abschalten oder herunterregeln, soweit das möglich ist, um eine „Überlastung“ zu vermeiden. Wo allerdings dann die Ökonomie bleibt, ist mir ein Rätsel.

    • graypants 13. September 2025 um 7:47 Uhr - Antworten

      Richut erkannt, man kann immer nur so viel Strom produzieren wie man verbraucht. Tut man das nicht kommt es zur Netzinstabilität welche bis zum berüchtigt Blackout führen kann.

      Die krux an der Sache, vorallem in Deutschland, rund 50% der PV Anlagen dort sind NICHT regulierbar, die speisen ein egal was ist und schalten erst ab wenn die Netzfrequenz schon weit außerhalb der Sicherheitsbereixhe liegt.
      Österreich ist (noch) besser aufgestellt, da durch die Wasserkraftwerke die Möglichkeit besteht diese zu drosseln, aber wenn der Ausbau von Wind und vorallem PV so weiter geht kommen wir schnell an die Grenzen, selbst mit unseren pumpspeicher Kraftwerken.

      So schon passiert am 21 und 22 Juni diese Jahres, die Laufkraftwerke waren quasi „abgedreht“ und haben nur noch den Strom in die pumpspeicherkraftwerke geliefert, von den normal 4500-5000 MW wurden gerade mal 2000 genutzt, der Rest müsste in Ausland „verkauft“ werden.

      Die Folge davon.. Der Strompreis an der Börse war rund -80€ pro MWh, sprich die Kraftwerks/Netzbetreiber haben Geld gezahlt damit irgendwer den Strom abnimmt. Das sind dann auch Kosten die dem Endkunden weiter verrechnet werden, aber nicht zu den Kosten der Erzeugung durch pv/wind hinzugezählt werden. In Wirklichkeit ist wind und PV alles andere „günstig“

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