Kennedy als Ausdruck eines kaputten Systems

8. September 2025von 2,9 Minuten Lesezeit

Die große Revolution hat US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy bisher bei weitem nicht realisiert. Nur homöopathische Reformen hat er bisher durchgesetzt – und trotzdem wird er und seine „MAHA“-Bewegung weitaus härter bekämpft als Donald Trump.

Die US-Amerikaner leben ungesund. Ihre Lebenserwartung liegt deutlich hinter jenen anderen reichen Nationen, und der Abstand wächst. Zugleich kostet das US-Gesundheitssystem fast so viel wie alle anderen Systeme zusammen. In der EU sieht es oft nicht viel besser aus, doch gerade die USA brauchen eigentlich einen radikalen Reformer wie Robert F. Kennedy Jr. im Gesundheitsministerium. Aber trotz nur kleinerer Änderungen am Impfplan für COVID-19-Impfstoffe hagelt es Kritik aus Kongress, Medien und Behörden. Warum diese Hysterie?

Der Journalist Alex Berenson hat darüber einen längeren Essay verfasst. Er sieht die Opioid-Krise als Symbol des Scheiterns. Seit den 1990er Jahren haben Pharmafirmen wie Purdue Pharma mit Pillen wie OxyContin eine Generation in die Abhängigkeit gestürzt. Mehr als eine Million Amerikaner kostete der Goldrausch der Pharmafirmen das Leben. Teure, unzureichend getestete Medikamente werden dem Patienten aufgedrängt – oft mit tödlichen Folgen.

Nicht nur die Konzerne profitieren: Ärzte und Kliniken werden ebenfalls dafür bezahlt, zumindest mit versteckten Anreizen. Die Regulierer bleiben machtlos. Patienten ahnen nichts von diesen Interessenkonflikten. Versicherungskonzerne kassieren Millionengehälter, indem sie den Geldfluss aufrechterhalten. Und das Geld fließt nicht nur dort hin: Sportveranstaltungen, Medien, Kultur: Die Pharmaindustrie sponsert üppig.

Schon 1984 beschrieb Paul Starr in seinem Pulitzer-Preis-gekrönten Buch „The Social Transformation of American Medicine“, wie Ärzte, Krankenhäuser und Versicherer ein Netz aus Konkurrenz und Einfluss weben, das echte Reformen blockiert. Noch früher thematisierte der österreichische Philosoph Ivan Illich in „Nemesis Medizin: Die Enteignung der Gesundheit“ diese Entwicklung. Der Zwang der Verwertung aller Lebensbereiche und des Lebens selbst führt dazu, den Menschen chronisch abhängig vom Krankensystem und den Pharmakonzerne machen zu wollen. In den USA, wo sich der Kapitalismus am wenigsten reguliert entfalten konnte, sieht man das am besten.

In diesem Jahrhundert entwickelte sich aber auch in den USA zunehmend ein staatlich-privater Kapitalismus – auch im Gesundheitsbereich. Dies gipfelte in „Obamacare“: Über zwei Billionen US-Dollar an Subventionen flossen über private Versicherer für Medicare und Medicaid. Dazu kommen Steuererleichterungen, Veteranenversorgung und Forschungsförderung, zugunsten privater Konzerne.

Berenson urteilt über die Folgen: Weniger Wettbewerb durch Fusionen von Kliniken und Versicherern, strengere Regulierungen und sinkende Autonomie für Ärzte. Viele Mediziner sind frustriert, trotz hoher Gehälter. Auch in der EU sieht es wohl ähnlich aus.

Kennedy Jr. hat bisher nur Kleinigkeiten verändert: Anpassungen am Zeitplan für mRNA-Booster, die ohnehin kaum genutzt werden. Dennoch tobt der Sturm gegen ihn. Kongressabgeordnete fordern Untersuchungen, Medien malen ihn als Verschwörungstheoretiker. Gesundheitsbürokraten fürchten, dass er die heilige Kuh der Pharma-Industrie angreift. Dabei ist Kennedy nicht das Problem. Er ist Ausdruck eines Systems, das Patienten opfert, um Profite zu sichern. Jeder weiß es, aber zu viele verdienen daran, zu viele profitieren.

Die Hetze gegen RFK Jr. lenkt von den systemischen Fehlern ab. Statt Reformen wird Geld in das System gepumpt, um es am Leben zu halten. Gerade mit einer alternden Bevölkerung werden die Kosten aber immer weiter steigen. Amerika und auch die EU werden einen radikalen Neustart brauchen, wenn es um Gesundheit und das Gesundheitssystem geht. Aber die vielen Profiteure des aktuellen Systems wollen es verhindern.


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10 Kommentare

  1. Daisy 9. September 2025 um 6:08 Uhr - Antworten

    Kennedy geht es wie Trump selbst. Der amerikan. Deep State ist ein Monster. Sie müssen gewiss um ihr Leben bangen, sich mit diesem „Drachenwesen“ anzulegen.

    Trump stellt sich voll hinter Kennedy:
    US-Präsident Donald Trump stärkt seinem Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. nach dessen Auftritt im Senat den Rücken. Trotz harter Kritik an seiner Impfpolitik lobt Trump Kennedys unkonventionellen Kurs in der Autismus-Debatte.

    Kennedy will die Wirksamkeit und Nebenwirkungen besser überprüfen lassen. Er prangert die Interessenskonflikte bei der Zulassung der Präparate an. Er ist an sich kein Impfkritiker, aber zuerst darf sie nicht schaden, denn sie wird gesunden Menschen, Neugeborenen, verabreicht – „primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare“, übersetzt „erstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen“.

    Kennedy kämpft primär gegen die Korruption. Und natürlich sind auch einige Republikaner darin verstrickt.

    Vor dem Finanzausschuss des Senats stand Kennedy unter Beschuss. Demokraten wie Republikaner warfen ihm vor, das Vertrauen in die Gesundheitsbehörden zu erschüttern, nachdem er die neue CDC-Direktorin Susan Monarez und mehrere Spitzenbeamte entlassen hatte. Kennedy hielt dagegen: Die Veränderungen seien „absolut notwendige Anpassungen“, um die Behörde wieder auf ihre eigentliche Aufgabe zurückzuführen.

    Passagen aus dem E x x p r e s s: Trump stellt sich hinter Kennedy: „Er hat eine andere Meinung – und das ist gut“

  2. palman 8. September 2025 um 22:11 Uhr - Antworten

    … und zu „kaputten System“ nur dies: – > Das „anglo-armeeri-khasarische“ R a b a U k i $ t A n aka „Trans-ATLANTIS-Pentagonien“ ist längstens auf dem TAL-Ritt zum „K a p U t t i $ t A n“ !?! – denn bei „FRIEDEN durch $TÄRKE“ (U$-Motto) sollte man auch den Spruch bedenken:
    – > „10.000 VOLT in den MUCKIs – aber OBEN geht das LICHT n i c h t an < !!??!!

    …und just als „NetzFund“ eigentlich ein Ultra-TOP-Spruch: – > Die Beste Verteidigung Besteht Darin, Freunde Zu Gewinnen < !!??!! – ( als „Hilfe zur SelbstHilfe“ für U.S.A.) – aufgel. bei Dana Vasilli (US-Ökolog.) – letzter Satz ihres ersten Artikels in „2011“ auf „globalresearch.ca“ ;-)))

    • palman 8. September 2025 um 23:08 Uhr - Antworten

      sorry – die Gute Dana heißt „V i s a l l i“ !?! ;-)

  3. Christine 8. September 2025 um 21:22 Uhr - Antworten

    Wie soll der Mann innerhalb von einem halben Jahr das aufräumen, was zuvor in (mindestens) 90 Jahren schief lief?

    Vor ein paar Tagen kam ein Meme auf Substack bei mir vorbei:
    I wish people questioned Fauci as much as they question RFK.“

    Jepp.

  4. Pfeiffer C 8. September 2025 um 19:46 Uhr - Antworten

    Der Journalist Alex Berenson hat darüber einen längeren Essay verfasst. Er sieht die Opioid-Krise als Symbol des Scheiterns. Seit den 1990er Jahren haben Pharmafirmen wie Purdue Pharma mit Pillen wie OxyContin eine Generation in die Abhängigkeit gestürzt. Mehr als eine Million Amerikaner kostete der Goldrausch der Pharmafirmen das Leben.

    Hinweis auf:

    Patrick Radden Keefe „Imperium der Schmerzen“ –
    Wie eine Familiendynastie die weltweite Opioidkrise auslöste

    Erscheinungsdatum: 24.10.2022
    640 Seiten
    hanserblau
    Hardcover
    ISBN 978-3-446-27392-4

    Während der Corona-Betrugsepoche durchgearbeitet und innere Bestätigung gewonnen, mich von der Wissenschafts-Pharma-Polit-Mafia n-i-c-h-t v-e-r-g-i-f-t-e-n zu lassen. Denn: All die mafiösen Prozess-Ablauf-Beteiligten lieferten beim OxyContin-Wahnsinn schon die Blaupause!

    Innere Bestätigung deshalb gewonnen, weil ich wenige Jahre davor

    Peter C Gøtzsches Buch – Erschienen am 11.09.2019 –

    „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ Wie die Pharmaindustrie unser Gesundheitswesen korrumpiert

    durcharbeitete.

    Fazit:

    „Niemand hat die Absicht, eine Pharmadiktatur zu errichten!“
    © Fast DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht am 15. Juni 1961

    Fazit zwo:

    „Aber wir, die Pharmkonzernis, lieben doch alle Menschen“
    © Fast Minister für DDR-Staatssicherheit Erich Mielke am 13. November 1989

  5. therMOnukular 8. September 2025 um 14:48 Uhr - Antworten

    Da ich viel Jimmmmy Doohre schaue, bekomme ich auch einiges von RFK mit, da JD ihm sehr interessiert auf die Finger schaut, ihn ja auch mal zu Gast hatte.

    Ich traue mir noch kein Urteil zu, inwieweit RFK nicht will, oder nicht darf/kann.

    Da ist schon vieles, wofür man einfach danke sagen muss. Da ist aber auch viel Negatives, wo noch nicht klar ist, was genau die Ursache ist. Bislang habe ich aber hauptsächlich den Eindruck, als würde eine bestimmte Lobby einfach RFKs Anstrengungen dadurch „ausgleichen“, indem man dutzende neue eigene „Projekte“ startet. Einfach für jedes schwarze Loch, das RFK stopft, wieder 2 neue aufmachen.

    Bin aber wie gesagt noch nicht sicher. RFK könnte auch part of the game sein. Ich hoffe sehr, dass nicht.

    PS: RFK lässt wenigstens noch hoffen – bei unserer Deix-Figur habe ich da keinerlei Chance.

  6. Sabine Schoenfelder 8. September 2025 um 14:48 Uhr - Antworten

    Bravo. Kurz und bündig eine perverse „Gesundheitspolitik“ entlarvt. Es ist das einfache Prinzip der Geld- und Machtakquise : 👉 Sorge für Not, um teure Hilfe zu verkaufen. 👉 Generiere Abhängigkeiten per Agitation, NON-STOP-Marketing und entsprechende Medikation. 👉 Stelle dich als integre Branche mit eindeutigen, philanthropischen Merkmalen dar, und investiere ein paar der kriminell erworbenen Dollars für die Allgemeinheit. Zum Imageaufbau und zur Ablenkung.
    Der Gipfel der Übergriffigkeit, Demütigung und Restriktionen : Die WHO 🤮

  7. globulus 8. September 2025 um 13:38 Uhr - Antworten

    Ziemlich unsäglich, die Überschrift und „Ausdruck eines Systems, das Patienten opfert“.
    Kennedy ist nicht frei von Fehlern, aber seine Idee Amerika wieder gesund zu machen, ist richtig. Ernährung, Bewegung, keine Gifte, alle Impfungen auf den Prüfstand!

  8. Jan 8. September 2025 um 12:23 Uhr - Antworten

    Theoretisch wäre es kein Problem, wenn sich alternativmedizinisch arbeitende Ärzte zusammentun, um ihr Knowhow zu bündeln und wenn sich Selbsthilfegruppen eigene Pflegeheime und Krankenhäuser bauen. Auch Nachfrage bestünde genug. Das Problem ist die Regulierung, weil ein Haufen Idioten der Meinung ist, dass sie andere zwingen dürfen, giftige Substanzen zu sich zu nehmen.

    Das gehört ein wenig zurückgedrängt.

  9. audiatur et altera pars 8. September 2025 um 11:58 Uhr - Antworten

    Solche schmerzhaften Überschriften sind eine Bewerbung für die Zentrale der EU-Gesundheitsagentur. Pam hätte ihre Joy damit. Wenn jemand in Washington NICHT Ausdruck eines kaputten Systems ist, dann ist es dieser Kennedy. Taube am Dach oder Spatz in der Hand, das ist hier die vordergründige Frage. Die systemische Frage ist ein sehr schlichtes „BIP“-Zählsystem, welches einen Verkehrsunfall als Plus wertet und eine bessere Gesundheit, Bildung etc. der Bürger nicht. Es zählen „die Zahlen“ (TTTests ;-) und damit allen voran ein riesiger systemischer Verkehrsunfall namens Big Phamela.

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