Neuer ukrainischer Angriff auf russisch-ungarische Ölpipeline

18. August 2025von 2,1 Minuten Lesezeit

Die Ukraine bestätigte einen Angriff auf eine russische Ölpipeline, die zur Versorgung von Ungarn dient. Budapest meldet einen „inakzeptablen“ Angriff auf seine Energiesicherheit.

Die bilaterale ohnehin höchst angespannte Beziehung zwischen Kiew und Budapest hat einen neuen Dämpfer erlebt. Ein ukrainischer Angriff auf eine Umspannstation hat die Ölversorgung Ungarns unterbrochen. Nach scharfer Kritik aus Budapest bestätigte Kiew den erfolgreichen Angriff, gab allerdings Russland die Schuld.

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó meldete am Montag:

„Die Ukraine hat erneut die Ölpipeline nach Ungarn angegriffen und die Versorgung unterbrochen. Dieser jüngste Angriff auf unsere Energiesicherheit ist empörend und inakzeptabel!

Der stellvertretende russische Energieminister Pavel Sorokin teilte mir mit, dass Experten an der Wiederherstellung der für den Betrieb der Pipeline wichtigen Umspannstation arbeiten, derzeit jedoch keine Aussage darüber treffen können, wann die Lieferungen wieder aufgenommen werden.

Seit dreieinhalb Jahren versuchen Brüssel und Kiew, Ungarn in den Krieg in der Ukraine hineinzuziehen. Die wiederholten ukrainischen Angriffe auf unsere Energieversorgung dienen demselben Zweck.

Um es klar zu sagen: Dies ist nicht unser Krieg. Wir haben damit nichts zu tun, und solange wir das Sagen haben, wird sich Ungarn da raushalten.

Abschließend noch eine Erinnerung an die ukrainischen Entscheidungsträger: Strom aus Ungarn spielt eine entscheidende Rolle bei der Energieversorgung Ihres Landes …“

Der ukrainische Amtskollege, Andrii Sybiha, bestätigte daraufhin den Angriff, gab allerdings Russland die Schuld:

„Peter, es war Russland, nicht die Ukraine, das diesen Krieg begonnen hat und sich weigert, ihn zu beenden. Ungarn wird seit Jahren gesagt, Moskau sei ein unzuverlässiger Partner. Trotzdem hat Ungarn alles getan, um seine Abhängigkeit von Russland aufrechtzuerhalten. Selbst nach Ausbruch des umfassenden Krieges. Sie können jetzt Ihre Beschwerden – und Drohungen – an Ihre Freunde in Moskau schicken.“

Szijjártó stellte dann noch einmal das Faktum klar: „Tatsache ist, dass die Ukraine die Pipeline angegriffen hat, die Ungarn mit Öl versorgt“, sagte er kurz und knapp. Nicht wenige ungarische Bürger fordern vom Außenminister ein deutliches Zeichen. Erst letzte hatte Ungarn bereits erklärt, dass die Ukraine einen Drohnenangriff auf eine wichtige Verteilerstation der Druschba-Pipeline in der russischen Region Brjansk durchgeführt habe. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Ukraine mit diesen Drohnenangriffen aufhört, solange der Krieg weitergeht.

Bild SzederLaciMazir-DruzsbaCC BY-SA 3.0

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3 Kommentare

  1. local.man 18. August 2025 um 20:44 Uhr - Antworten

    Spannend ist ja, dass die kleine Ukraine sich scheinbar nicht nur sehr gut gegen Russland zu „wehr“ setzen kann, sondern auch noch die Zeit und Mittel hat, um sich herum mal eben auch noch andere Kriegsschauplätze zu bedienen.
    Also wie das wohl möglich ist, wenn es kein Kasperle-Theater ist, was man uns hier permanent präsentiert.
    Warum und weshalb sollte mittlerweile jedem klar sein.

  2. therMOnukular 18. August 2025 um 20:39 Uhr - Antworten

    Naja, Russland hat kürzlich einen ukrainischen Gas-Hub zu Azerbaidschan an der Grenze zu Rumänien eingeäschert.

    Aber die „Optik“ ist halt trotzdem wiedermal typisch: weil mir das große Russland eins auswischt, räche ich mich am kleinen Ungarn, weil ich ja gegen Russland nichts ausrichten kann.
    Hinterher beschwere ich mich natürlich noch, dass mich das kleine Ungarn nicht mag.

  3. Jan 18. August 2025 um 19:06 Uhr - Antworten

    Leyen ist einfach unfähig!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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