EU-Importverbote 2026: Vor Preisexplosion bei Kaffee, Papier und Fleisch

12. August 2025von 2,5 Minuten Lesezeit

In der EU droht bei mehreren Produkten ein massiver Preisschock. Der Grund ist eine Verordnung aus Brüssel, die ab 2026 in Kraft tritt und eine Reihe von Produktimporten verbietet. Die Folgen sind bisher kaum abzuschätzen.

Während der EU-Mainstream regelmäßig in hysterische Rage wegen Trumps „isolationistischer Zollpolitik“ verfällt, zeigt sich, wer tatsächlich gegen Freihandel ist. Die neue Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) aus Brüssel wird eine Reihe von Importen schlichtweg verbieten. Produkte, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, dürfen ab 2026 nicht mehr in die EU importiert werden.

Lebensmittel wie Kaffee, Schokolade, aber auch Holz und Kautschuk könnten sich massiv verteuern. Die Verordnung, die ab dem 30. Dezember 2025 für große und mittelständische Unternehmen gilt, zielt auf sieben Kernkommoditäten ab: Rinder, Holz, Kakao, Soja, Palmöl, Kaffee und Kautschuk. Betroffen sind auch abgeleitete Produkte wie Leder, Schokolade, Reifen oder Möbel und Papier.

Die Verordnung wurde 2023 verabschiedet, bald gilt sie, weshalb nun langsam die Warnungen kommen. Unternehmen müssen dann nachweisen können, dass ihre Lieferketten „entwaldungsfrei“ sind. Dazu gehören detaillierte Angaben wie GPS-Koordinaten der Anbaugebiete und Due-Diligence-Erklärungen, um sicherzustellen, dass keine Wälder gerodet wurden.

Vereinfachungen wurden eingeführt, trotzdem wird die Umsetzung schwierig. Unternehmen müssen vielerlei Erklärungen abgeben, und Verstöße können mit hohen Strafen, Importverboten oder Produktbeschlagnahmen geahndet werden. Die Definition von „Wald“ orientiert sich an jener der UNO (Food and Agriculture Organization), was sowohl tropische Regenwälder als auch europäische Wälder umfasst.

In der Lebensmittelbranche sind besonders betroffen:

  • Kaffee und Kakao: Viele Anbaugebiete in Afrika und Südamerika stehen unter Entwaldungsdruck. Produkte wie Schokolade oder Instantkaffee könnten einen Preisschock erleben.
  • Palmöl und Soja: Häufig in verarbeiteten Lebensmitteln wie Margarine, Keksen oder Tierfutter enthalten. Soja als Futtermittel ist weiterhin zentral für die europäische Fleischproduktion. Der Preis von Fleisch könnte also massiv steigen.
  • Rindfleisch: Importe aus Regionen wie Brasilien, wo Weideland oft aus gerodeten Wäldern stammt.

Nicht wenige Analysten glauben, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Insbesondere bei zertifizierten Bio- und Fairtrade-Produkten, die noch mehr reguliert sind. Aktuelle Studien schätzen, dass EU-Verbrauchern bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar mehr zahlen werden müssen, hauptsächlich durch höhere Preise für Kaffee und Kakao. Für andere ist dies noch eine konservative Schätzung.

Die die Folgen könnten weitreichend sein. So rechnet eine andere Studie mit Rückgängen in EU-Importen und dadurch auch an globalen Ernten, was Preise weiter antreiben würde. Die Pläne werden demnach nicht nur die EU-Verbraucher belasten, sondern die gesamte globale Wirtschaft belasten. Und zwar so stark, wie es Zölle von Trump nicht können.

Bild „Kaffee und Tiramisu“ by elmada is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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11 Kommentare

  1. Patient Null 12. August 2025 um 23:39 Uhr - Antworten

    Produkte, die mit Entwaldung in Verbindung stehen, dürfen ab 2026 nicht mehr in die EU importiert werden.

    Genaugenommen gilt das für alle landwirtschaftlichen Produkte. Um was anzubauen wurde gerodet.
    Der Unterschied ist nur wann. Wenn das schon 10 Jahre her ist bekommst du ein Zertifikat. Ist das erst 2 Jahre her bekommst du keines. Im Prinzip ist das eine einzige große Verarsche. Ich bin auch dafür das keine Wälder mehr gerodet werden, seh aber keine Lösung die dem Problem auch gerecht wird.
    Wir kaufen demnächst dann mit Preisaufschlag das „10 Jahres Produkt“, während der Rest der Welt dann das „2 Jahres“ kauft (um mal bei dem Beispiel zu bleiben). Die Gesamtmenge an Palmöl wird auch in Zukunft weiterverkauft. Und der Bedarf wird daran weiter wachsen.

  2. ibido 12. August 2025 um 22:33 Uhr - Antworten

    Ums Palmöl ist es nicht schade.

    • Patient Null 12. August 2025 um 23:42 Uhr - Antworten

      Eigentlich schon. Für alle ! anderen Öle brauchst du mehr Anbaufläche. Das ist leider die Crux.

  3. JoshKo 12. August 2025 um 18:42 Uhr - Antworten

    Ich als Staatsbürger, hätte gerne gewusst:
    Wer im EU Parlament hat dafür gestimmt? Wer wurde dafür bezahlt oder beeinflusst so abzustimmen. Welche Gruppen/NGO’s stehen für diesen wirtschaftlichen Schaden? Von wem werden diese Gruppen/NGO’s bezahlt? Wenn ich dann alle Informationen habe, sollten alle EU Bürger auf Schadenersatz klagen!

  4. cwsuisse 12. August 2025 um 17:21 Uhr - Antworten

    Die EU ist eine gefährliche Organisation, welche das Überleben der europäischen Volkswirtschaften akut bedroht. Wer das Überleben dem Tod vorzieht, muss aussteigen.

  5. BAG CORNELEAN ZEPHRODATEV 12. August 2025 um 12:56 Uhr - Antworten

    WENN´S DOCH NUR SO WÄRE

    Die Waldverordnung ist ein Witz. Natürlich bin ich dafür, die Natur (wesentlich) besser zu behandeln und zu schützen. Wenn ich mir jedoch anschaue, wie viel Holz aus einheimischen Wäldern herausgeholt wird… Völlig hemmungslos. Auch Alleen-Bäume verschwinden zusehends aus dem Straßenbild. Was soll das?! In Anbetracht dessen, habe ich so meine Zweifel, ob die EU den propagierten Naturschutz wirklich ernst meint. Im Inland merke ich von diesem Schutz der Natur jedenfalls nichts.
    Die EU ist eine scheinheilige, verlogene Muppet Show und diese ganzen Boykotte und Sanktionen verfolgen ganz andere Ziele…
    Ich, für meinen Teil, glaube denen kein Wort. Die negativen Auswirkungen dieser Politik, sind jedoch bedauerlicherweise real & spürbar…☹

  6. Daisy 12. August 2025 um 11:53 Uhr - Antworten

    Das dt. Wesen muss mal wieder die ganze Welt beleeeren.
    Oh, sie sind ja so brav und genügsam! Die dt. Oma gegen Rächts wird dann wieder Mugefug brühen und bescheiden einen Zwieback dazu knabbern. Ist so schön wie damals in der DDR. Und dann kommt noch das Sandmännchen….hach!

    Was für ein Wahnsinn. Und alle Mitgliedstaaten haben dem zugestimmt?

  7. Varus 12. August 2025 um 11:39 Uhr - Antworten

    Ist doch logisch – bald sollen wir kochend heißes tropisches Klima bekommen, so kann man dann in Bayern Kaffee und Kakao anbauen. Rechtzeitig muss was unternommen werden, um die bayrischen Landwirte vor Konkurrenz aus Brasilien (Kaffee) oder Ghana (Kakao) zu schützen. (Sarkasmus Mode out)

  8. pleasedontkillbill 12. August 2025 um 11:34 Uhr - Antworten

    Nur weiter so, vielleicht wachen dann noch „ein paar“ Schlafschafe auf… unpackbar, was diese Vollidioten Tag für Tag raushauen.

    • Jan 12. August 2025 um 12:29 Uhr - Antworten

      DAS ist auszuschließen! Sie werden höchstens sagen, am hohen Kakaopreis seien die Ungeimpften schuld und werden Kriegstreiber und Korruption wählen, obwohl sie Pazifisten und für Recht und Ordnung sind.

      Die Dumpfbacken sind nämlich alles Opfer! Die wissen nicht, was sie tun, die Armen. Die klicken auf den Lichtschalter und rufen: Huch, jetzt ist es dunkel! Jetzt habe ich mir selber das Licht abgedreht. Sehr ihr, wie sehr Kill Bill mich manipuliert und fremdbestimmt?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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