Ungarn sanktioniert ukrainische Militärs

17. Juli 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Nach dem Tod eines Ungarns im Zuge ukrainischer Zwangsrekrutierungen verhängt Budapest Sanktionen gegen drei führende Militärs der Ukraine. 

Die drei ranghohen Militärs sind für die Zwangsmobilisierung im Land verantwortlich und an der jüngsten Ermordung eines Ungarn in Zakarpattia beteiligt gewesen, so das ungarische Außenministerium. Am Donnerstag erklärte Außenminister Peter Szijjarto:

„Wir haben vorgeschlagen, den Stabschef der ukrainischen Landstreitkräfte, den Befehlshaber des Operativen Kommandos West und den Leiter der Mobilisierungsabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums in diese Liste aufzunehmen. Heute haben wir Maßnahmen ergriffen, um die Einreise dieser Personen nach Ungarn zu verbieten.“

Der Schritt folgt auf einen Fall, den Viktor Orban am Dienstag auf den Tisch gebracht hat. Demnach sei ein ungarisch-ukrainischer Staatsbürger, Jozsef Sebestyen, „zu Tode geprügelt“ worden, als die Ukraine versucht hatte, ihn zwangsweise zu rekrutieren. „Und das nur ein paar Kilometer von der Grenze zu Ungarn entfernt. Ein Land, in dem so etwas passieren kann, sollte nicht Mitglied der EU sein“, erklärte Orban.

Der karpatischen Oblast Zakarpattia ist eine Region in der Ukraine in der die ungarische Minderheit lebt. „Das gesamte Karpatenbecken wurde durch weit verbreitete Aufnahmen erschüttert, die beweisen, dass unser Landsmann während der Zwangsrekrutierung von Männern, die sich selbst als Rekrutierer bezeichnen, zu Tode geprügelt wurde„, sagte Orban in einem auf X veröffentlichten Video.

Orban hatte nach dem Vorfall von der EU verlangt, die Verantwortlichen zu sanktionieren. Aufgrund der bedingungslosen Solidarität Brüssels mit der Ukraine ist es jedoch ausgeschlossen, dass diese Forderung erfüllt wird.

„Verbrechen wie diese können nicht unbeantwortet bleiben“, erklärte der ungarische Premierminister, während das Video Szenen von militärischen Zwangsverhaftungen zeigte. Ungarn reagiert nun mit eigenen Sanktionen.

Der ungarische Außenminister erneuerte am Donnerstag die Kritik seines Premierministers. Er betonte, dass „auf den Straßen der Ukraine eine brutale Jagd auf Menschen stattfindet. Diejenigen, die nicht zur Armee gehen wollen, werden systematisch geschlagen und gefoltert“.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kiew und Budapest sind seit einiger Zeit eisig. Im Mai warf man sich gegenseitige Spionage vor, Orbans Regierung warnt vor einer ukrainischen Einmischung in Ungarns kommende Wahlen. Nun hat die Beziehung einen neuen Tiefpunkt erreicht. Orban betonte in seinem Video vom Dienstag, dass die „Ukraine keinen Platz“ in der EU habe.

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4 Kommentare

  1. Villanelle 18. Juli 2025 um 16:03 Uhr - Antworten

    Erstmal bedanke ich mich für den Artikel. Ich kam zu dem Thema nachdem ich mich mit dem von UvdL vorgestellten Budgetvorschlag von zukünftig 2 Billionen Euro (derzeit 1,2) auseinandersetzte, der schlichtweg …. ohne Worte. Auf APT reagierte Viktor Orban darauf und sprach die Sanktionen der 🇭🇺 Regierung gegen ukrainische Militärs an, die seit heute in Kraft sind – die EU verweigert sowohl eine Verurteilung dieses systematischen Vorgehens, wie natürlich auch Sanktionen, weshalb Orban ausführt, dass man sich an Straßburg wandte.

    Spannend, dass sich große Medienhäuser dieses Themas nicht annehmen. Deshalb auch das Abo für den Newsletter, nachdem ich die Seriosität des Blogs auf Psiram überprüfen konnte. Wer auf der Denunzierenseite von WP durch den Dreck gezogen wird, ist erstmal extrem glaubwürdig.

    In diesem Sinne danke ich für die Erstinformation. Zu BRICS und Werten schreibe ich noch ein Kommentar.

  2. cwsuisse 18. Juli 2025 um 10:45 Uhr - Antworten

    Die Absicht die Ukraine in die EU aufzunehmen, legt Zeugnis ab von dem kompletten Verfall der Werte in der Europäischen Union. Wer sich heute über Länder wie China und Russland mokiert, sollte zuerst einmal nach Brüssel schauen.

  3. Daisy 18. Juli 2025 um 6:18 Uhr - Antworten

    Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Ukraine auch damit total EU-reif ist…korrupt, pleite, antidemokratisch (ungewählte Clowns und Marionetten der Hochfinanz regieren), stehlend, schnorrend, Zwangsrekrutierungen mit Txdesfolge …, Verbot der Opposition, keine Religionsfreiheit, keine Minderheitenrechte, Russismus, alles nadsilike… hab ich was vergessen? ;-)

    Die NATO eskaliert fröhlich weiter…Der Befehlshaber der US-Armee für Europa und Afrika, General Christopher Donahue, droht Russland mit der totalen Vernichtung der russischen Region Kaliningrad. Diese Aussage fiel am Mittwoch auf der ersten Landeuro-Konferenz der Vereinigung der US-Armee in Wiesbaden, wie die Plattform defensenews.com berichtet.

    Donahue sagte unter anderem, das US-Militär und seine NATO-Verbündeten seien in der Lage, das gesamte Gebiet Kaliningrad schnell zu zerstören. Es sei etwa 47 Meilen (75 Kilometer) breit und auf allen Seiten von der NATO umgeben, daher würde man die Enklave „in einem bisher unerreichten Zeitrahmen und schneller als je zuvor vom Angesicht der Erde tilgen“. Er ergänzte:

    „Wir haben das bereits geplant und entwickelt.“
    Suppa dupa

    „Moskau“ reagiert:

    „Ein NATO-Angriff auf die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad wird eine angemessene Reaktion Russlands auslösen, einschließlich der in der Nukleardoktrin vorgesehenen Maßnahmen.“

    • Daisy 18. Juli 2025 um 6:33 Uhr - Antworten

      Sie begreifen auch nicht, dass Krieg gegen Russland Krieg gegen die BRICS – China, Nordkorea, Indien etc. – bedeutet. China hat sich schon vor zwei Wochen eindeutig positioniert.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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